B-23/c zur Stammtafel B B-23/c

Cunrad Lemblin n176 – Schöffe in Bamberg


wahrscheinlich Vater: N-22/a Chunrad Lembelin n673

(* etwa ?1290), † vor 1348

1331 "der lemblin" Schöffe in Bamberg; 1323/28 Cunr.Lemlein in Jochsheim und Pödeldorf, wo 1348 "die Lemlerinn" folgt; 1357 "der Lemlerin Haus" in Bamberg.

∞ (etwa ?1324) mit (Tochter) Braunwart n276

(* etwa ?1305)

Siehe Brw-23/k

ihre Eltern: Braunwart . N880, (* etwa ?1275/1280), † um 1317/1320
1305-1310 in Bamberg. Die Söhne nehmen den Namen "Haller" seiner Frau an. Stammvater der Bamberger Haller. Siehe Brw-22/k; ∞ (etwa ?1300) mit (Tochter) Haller H104, (* etwa ?1280), † nach 1340
Ihre Söhne nehmen den mütterlichen Familiennamen Haller an. Ihr Vorname ist nicht bekannt. Siehe Hall-22/a.

Kinder:

1. Werner Lembl/Lemmel, (* etwa ?1323) - Bürger und Hausbesitzer in Prag, siehe Pr-24/a

2. Conrad Lemlein, (* etwa ?1325) - Schöffe und Lodener in Bamberg, siehe B-24/c

3. Heinrich Lemblein, (* etwa ?1327) - in Bamberg, siehe B-24/e

4. Hans Lemlein/Lölein, (* etwa ?1332) - Werkmeister in Bamberg, siehe B-24/u

vielleicht:

5. Walther Lemlein, (* etwa ?1335) - im Kloster Windsheim, siehe B-24/w

Regesten:

 •  Zur Begründung der Zuordnung der Kinder siehe Hans-Dietrich Lemmel, Bl.f.dt. Landesgesch. 120/1984 S.329-370. Conrad, Heinrich und Hans folgen auf ihn in Bamberg. Bei Werner Lembl/Lemmel, der um 1350 (mit Karl dem IV.) in Prag auftaucht, sprechen historische Gegebenheiten dafür, dass er aus Bamberg kam, wo er nur ein Sohn von Conrad sein kann. Dass Walter Lemlein in Windsheim ein weiterer Sohn ist, ist eine Vermutung. (HDL)

 •  1331 ist "der lemblin" Schöffe in Bamberg:
Anno dom. m° CCC° XXXI° / wart alb. des swabs svn / die stat verboten auf sein / lantreht. von der mitwochen nach obersten vber zehen iar X. meil von der stat an / ze nvrnberg vnd ze wirtzburg / mag er wol sein. vor den / zentschepfen. der glok. h(er)ma(nn) / gref. der lemblin. f swert- / feg. vergerlint sun.


[Stadtarchiv Bamberg, Gerichtsbuch der Stadt Bamberg 1306-1333, S.147. - Fotokopie durch Gerhard Lemmel 1980. - Vergl. Heinrich Zoepfl: Das alte Bamberger Recht als Quelle der Carolina. Heidelberg 1839, S.147, Anhang V: Gerichtsbuch der Stadt Bamberg 1306-1333 ("Der Dr.Kirchner'sche Codex").]

→ Die Zehntschöffen sind demnach: der Glock, Hermann Gref, der Lemblin, Fritz Schwertfeger, und der Sohn der (Witwe) Gerlint Ver. Diese Lesart wurde mir von Dr.Frhr v.Andrian-Werburg bestätigt [Brief 29.3.1979]. Seltsam ist der letzte Name, jedoch sind noch 1421 und danach in Bamberg Hanns Ver und Hanns Lemlein zusammen als Schöffen erwähnt. Die Schreibweise von "Ver" ist v' ; das gleiche hakenförmige Auslassungszeichen ist auch an anderen Stellen dieser Urkunde für ein ausgelassenes "er" verwendet, wobei freilich diese Abkürzung für den ohnehin kurzen Namen "Ver" bemerkenswert ist.

 •  1357 "der Lemlerin Haus": 15.12. 1357 wird ein im Kloster Sankt Theodor gestiftetes Seelgerät erwähnt, das ausgestattet ist mit einem Zins von einem Pfund auf einem Hause zwischen den Brücken, 1/2 Pfund auf einem Haus zu Teuerstat, und mit 30 Schillingen Hallern auf dem Haus mit Hofreit in der Au zwischen der Lemlerin Haus und dem Haus, das zu Sankt Mertein gehört, und auf dem Garten, der hinten auswendig der Statmauer zu diesem Hause gehört.
[HStA München, Urk. vom 25.9.1357, laut: Hans Paschke, Lämleinsgasse und Lämleinshof zu Bamberg, in: 101.Ber.d.Hist.Vereins Bamberg, 1965, S.290]

 •  1357 die Lemlerin (ohne Einzelheiten) im Hause Jesuitenstr., späterer Burgerhof. Dieses Haus hatte 1345 der Bamberger Bürger Dietrich Gundloch (mit Ehefrau Klara) gekauft. 1348: Dietrich und Klara Gundloch haben diesen Zins inne, dieweil Herr Friedrich Küchenmeister zu dem Deutschen Haus zu Nürnberg lebt.

 •  Später hier als Stadtbaumeister: 1410 Hans Lemlein und Ulrich Küchenmeister; 1435 Heinrich Snepf und Clas Haller; 1437 Fritz Zollner und Conz Tockler.
[Paschke: Die Au zu Bamberg, Heft 29 der Studien z. Bamb. Gesch. u. Topogr. 1965, S.56]

→ Paschke [101.BHVB] stellt fest, daß dieses Haus auf dem Gelände des späteren Burgerhofes Nr.491/94, Jesuitenstr.5/11, liegt. Später ist dieses Haus nicht mehr in Lemlein-Besitz nachweisbar; es ist auch nicht bekannt, wer dieses Haus später besitzt.

→ Als Schöffe muß "der Lemblin" von 1331 mit Sicherheit ein Haus in Bamberg besitzen, so daß die "Lemlerin", deren Haus 1357 erwähnt ist, seine Witwe sein muß.

 •  1323-1348 in Pödeldorf 10 km östlich von Bamberg: 1323/1328 findet sich im Bamberger Bischofs-Urbar unter 'Officium camerarii in Babenberch' für Bodelndorf der folgende Eintrag:
Aplo de area (= Zinsgut) 4 sol dn. ...
Heinr. Swatenapff de area 32 dn. ...
item idem Heinr. de alia area tantum ...
Cunr. Lemlein de area 3 sol.dn. et in pascha 20 ova et ceteras ut supra.
Eberhart Schreiber de area 20 dn. ...
Item Eberlin Lemlein de area 40 dn. et in pascha 20 ova et ceteras ut supra.
Heinr. pastor de area 20 dn.; in pascha 10 ova et cetera presentas ut supra.
usw.
[Walter Scherzer: Das älteste Bamberger Bischofsurbar 1323/28 (Urbar A). In: 108.BHVB 1972, S.59. - Mtlg Gerhard Lemmel 1981.]
[StA Bamberg, StB 710 (Urbar A), f.15. Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.28f.]

→ Dieser Cunrad Lemlein dürfte mit dem Bamberger Schöffen Lemblin von 1331 identisch sein, zumal in beiden Fällen (Pödeldorf 1348, Bamberg 1357) "die Lemlerin", also wohl die Witwe, nachfolgt.

 •  1348 findet sich in einem ähnlichen Urbar des Bamberger Bischofs unter 'Redditus ville Bodelndorf':
Item Peters aplinn. de area walp. III. sol. Mart. tantum ...
Item petrus under dem prukpaum de area walp. XVIII. hall. ...
Item Chunradus hafner. de area walp. II. sol. Mart. tantum ...
Item dicta Lemlerinn de area tantum ut immediate supra.
Item Jeuta chlukein ...
Item Guntherus ...
Item Eberlinus lemlein de area tantum ut in mediate supra.
Item idem lemlein de alia area walp. XXI. hall. Mart. tantum. Oua XX. Cas.I. pull. II.
Item Chuntz Gotzholtz ...
Item Heinricus wild ...
Item vlricus hafner ...
Item Jeuta Fliegerinn ...
Item Eberlinus lemlein de orto walp. XVIII. hall. Mart. tantum. Oua XX. alia ut supra.
Item Heinricus Griezz ...
[C. Höfler: Friedrich's von Hohenlohe, Bischof's von Bamberg Rechtsbuch 1348, Bamberg 1852, S.51. - Gerhard Lemmel 1976.]

→ Zwischen dem Urbar von 1323/28 und dem von 1348 hat sich einiges geändert. Man wird aber das Zinsgut des "Aplo" mit dem späteren des "aplinn" identifizieren können. Drei Einträge weiter läßt sich in beiden Listen wieder Übereinstimmung feststellen: die Lemmlerin folgt auf Cunr. lemlein; sie muß also dessen Witwe sein. Wenige Einträge weiter findet sich wieder Eberlin Lemlein, nun mit vergrößertem Besitz.

 •  Identität?: 1359 kauft das Kloster Heilsbronn von Frau Gerhaus, Conrad Lörleins Witwe, ein Gut zu Ziegendorf (wohl Zeegendorf, 6 km südöstlich von Pödeldorf).
[Excerpta aus dem Codice Documentorum des Klosteramtes Heilsbronn, in: 7. Jahresbericht des Hist. Vereins im Rezatkreis, 1836, S.26ff. - GL]

→ Ist Lörlein als Lömlein zu lesen?

 •  Cunrad Lemlin in Jochsheim:
In den Gült- und Zinsbüchern des Deutschordenshauses zu Schweinfurt aus den Jahren 1313 und 1337 findet sich unter Jochsheim:
Item Cunrad Lemlein von vier ackeren in dem Sultzhart vier schilling hellere und zwei herbist hunre, und das wirt ledich so wenne sin und siner husvrawen nimmer ist. (Später, also wohl nach seinem und seiner Frau Tod, durchgestrichen.)
[Ludwig Müller: Gült- und Zinsbücher des Deutschordenshauses zu Schweinfurt aus den Jahren 1313 und 1337, S.681 Nr.2680. In:
Archiv d.Hist. Vereins v.U'franken u.Aschaffenburg Bd.22, Würzburg 1873.
U.a. kommen auch vor: Konrad Fuchs, Konrad Groß, Fritz von 'Geruldehoven'.]

 •  Nach einer Jahrtagstiftung von 1512/1516 (siehe bei B-27/f Michel Lemlein) stammt "Cunrat Lemlein von Nuremberg". Freilich bezieht sich dies auf den jüngeren Cunrat, weil seine Hausfrau Alheit angegeben ist. Nachdem der jüngere Cunrat vermutlich schon in Bamberg geboren wurde, muss man eine Ungenauigkeit annehmen und die Herkunft "von Nuremberg" auf den älteren Cunrat, den Schöffen von 1331, beziehen. (HDL)

Fehlerhinweise:

 •  Die früher angegebene Tochter Gerhaus Lemlein ∞ Löffelholz muß gestrichen werden. Gerhaus Löffelholz, die 1400 stirbt und ein Lamm-Wappen führt, ist keine geborene Lemlein sondern eine unverheiratete geborene Löffelholz. Die Familie Löffelholz hat ihr Lamm-Wappen nicht von den Lemlein übernommen.

 •  Die Urkunde von 1331 wurde von Herbert E. Lemmel mehrfach unkorrekt zitiert:
"Es ist ohne Zweifel zu lesen: hermann der lemblin, graf" ["Herkunft" S.22]
"Hermann Lampert/Lemblein... Er dürfte mit jenem "der Lemblin" identisch sein, der 1331 als Schöffe des Centgerichtes ... nach dem Centgrafen Herdegen Tockler ... erwähnt ist" ["Lemmlein filii" 1975, Selbstverlag] Von hier übernahm ich den "Centgrafen Herdegen Tockler" unbesehen auch in meine Arbeit "Die Bamberger Lemmel in Böhmen und Ungarn ["Lemmlein filii" 1975], wo S.41 und S.64 Herdegen Tockler gestrichen werden muß. Offenbar deutete Herbert E. Lemmel irrtümlich den Familiennamen "gref" als einen Grafen des Centgerichtes. (HDL)


2017 7 19