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Peter Lemlein n165 – Bürger in Bamberg


Eltern: B-24/c Conrad Lemlein n153, Alheid Münzmeister n154

(* etwa ?1365), † 1437/1438

Ab 1400 in Bamberg genannt, muß 1406 seinen Besitz an seine Brüder verpfänden. Hat eine Hube in Frauendorf. Sein Totenschild in Ansbach.

∞2) mit Gerhaus .... n132

(* etwa ?1390)

1438,1440 als Peter Lemleins Witwe erwähnt.

Kinder:

aus 1.Ehe:

1. Fritz, (* etwa ?1392) - in Kirchschletten, siehe Ba-26/h

2. Hans, (* etwa ?1395) - Weinhändler in Bamberg, dann wo?, siehe B-26/i

3. Agnes Lämmlin, (* etwa ?1397) - ∞ Zollner/Held, siehe B-26/ii

4. Peter, (* etwa ?1400) - aus Bamberg, dann wo? in Coburg?, siehe B-26/j

5. Heinz, (* etwa ?1405) - in Bamberg, Kötzting, Hohenwart, siehe B-26/k

aus 2.Ehe:

6. Kunigunde Lemlein n248, (* etwa ?1420)
1443-1454 in Bamberg verklagt.

∞ nach 1454 mit Pankraz Lorber n277

* 1410 in Bamberg, † 1475 in Bamberg

Um 1450 Ratsbürger in Bamberg. Siehe Lor-26/p

seine Eltern: Clas Lorber nb10, (* etwa ?1360), † 1446
1394 Küchenmeister, bis 1407 Pfleger Burg Giech, 1409-1418 Schöffe in Bamberg, 1412 Schultheiß. Siehe Lor-25/c; ∞ (etwa ?1405) mit Elisabeth Mayer nb22, (* etwa ?1380), † 1411.

Regesten:

Zusammenfassung:

 •  Peter Lemlein wird 1400 zusammen mit den Brüdern belehnt, hat dann aber wirtschaftliche Schwierigkeiten und muss seinen Besitz nach und nach den Brüdern abtreten. Zuletzt beurkundet 6.6.1437, dann 10.3.1438 seine Witwe Gerhaus. Sein Totenschild in Ansbach.

Im einzelnen:

 •  26.3.1400 Bamberg: Heinrich, Johann et Petrus die lemlein filii habent in feodum

 •  xxx jugera situm an dem Heidelsteig vor dem hawtsmorde.

 •  Item ein Rewtczehen situm in nidern leitterbach.

 •  Item einen dritteil desselben dorf zehenden an (=ohne) ein zwelffteil.

→ Petrus ist in diesem Eintrag später gestrichen worden, wohl weil er sich 1407 von seinen Brüdern trennt (siehe unten).
[StA Bamberg, StB 1/I, Lehenbuch des Bischofs Albrecht von Wertheim 1398-1421, f.16; Kopie; hier ist ein Datum nicht ersichtlich]
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.16; hier auf 26.3.1400 datiert]

 •  2.6.1404 überlässt Grete Mestlerin in Bamberg "ihre zwei Häuser am Sand an einander gelegen und die Hofstatt daran" dem Peter Lemlein für ihre Schulden zum Verkauf.

 •  Zuvor schon, am 21.3.1403 hatte sie ihr "Haus und Hofreit an der Vischergassen zunächst an der Padstuben" verpfändet für den Preis der Lieferung von 13 Eimern Weins.
[Bamberger Kirchweihkalender, Bamberg 1960, S.137: Die Grundstücke Nr.1683/84, Sandbad 27/25. - Lt GL 1981]

 •  29.1.1405 klagt Peter gegen einen Hans Ghol zu Niedereuerheim.
» Heute Untereuerheim. (Hier hatten die Lampert von Gerolzhofen seit spätestens 1330 Lehen inne.)
[StA Bamberg Rep.B 52, Nr.714, Extrakt aus dem Landgerichts-Buch 1400-1447, f.108. Laut H.E.Lemmel, "Herkunft" Seite 43.]

Offenbar der selbe Vorgang:

 •  1405 klagt Peter Lemblein zu B(amberg) gegen Hanns (unleserlich) zu Nieder-Eueram umb 60 Gulden rechter Schuld darumb sein Bürg ist Fritz Gra.


[Staatsarchiv Bamberg, Bestand B52 Nr.921, Bamberger Hofgericht und kaiserliches Landgericht. Fotokopie Gerhard Lemmel 1981]

 •  8.3.1405, 26.6.1405, 15.7.1406 verpfändet Peter Lemlein seine Häuser in Bamberg an verschiedene Juden, und zwar Haus und Hofreit in der Langen Gasse, Häuser und Hofreiten am Sand an der Vischergasse.
[HVB Rep.2/1, Nr.1, Bamberger StGB 1403/15, f. 28', 32, 42', laut H.E.Lemmel, "Herkunft" Seiten 44, 66.]
[Vergl. Hans Paschke, Lämleinsgasse und Lämleinshof zu Bamberg, 101.Bericht des Hist.Vereins Bamberg 1965, S.293ff.]
» Paschke zeigt, dass Peter Lemleins Haus und Hofreit in der Langen Gasse das Grundstück Nr.134, Lange Gasse 26 ist.

 •  1406 verpfändet Peter Lemlein nicht näher lokalisierbare Häuser und Hofreiten am Sand an der Vischergassen, dem heutigen Sandbad.
[Staatl.Bibl.Bamberg M.v.0. Msc.1 f.42. Laut Paschke, wie eben.]

 •  1406 erhält Peter Lemlein aus dem Erbe des Vaters Conrad: 1 Hof zu ObernHeide als Lehen von den von Aysch, und 31 Acker Feld vor dem Hangsmark an dem Heidelsteig gelegen als Lehen des Bischofs zu Bamberg.
[Germ.Nat'museum Nürnberg, Imhoff-Archiv, Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk.Nr.2. - Siehe bei 24/c. Conrad]

→ Peters Siegel: Ein stehendes Lamm im Schild, ohne Helm.


 •  19.5.1406 bekennt Peter Lemlein zusammen mit Els Sigrisserin, dass sie und ihre Erben gemeinsam dem Gerhard Zollner, Bürger zu Nurnberg, und seinen Erben 115 Gulden Rheinisch gut und gerecht an Gold und an Gewicht zu geben schuldig sind.
[HVB Rep.2/1 Nr.1 (StGB 1403/15) f.40, laut H.E.Lemmel "Herkunft" Seite 65.]

→ Anmerkung: Ein Heinz Sigrisser ist Gewerke einer Silbergrube in Goldkronach und auch Unternehmer in Ungarn.
[W.G.Neukam, Wege und Organisation des Bamberger Handels vor 1400, Jahrb. f. Fränk. Landeskunde 14 (1954) S.139, laut H.E.Lemmet, "Herkunft" S.60]

 •  10.6.1406 bekennt Peter Lemlein, Eberhard Schutenprey und seinen Erben 6 Fuder Weins Bamberger Maß in 8 Faß zu geben, jedes Fuder um 21 Gulden.

→ Peter handelte also mit Wein.
[Wie 19.5.1406, f.42'.]

 •  7.12.1406: Peter Lemlein verpfändet seinen Anteil am 1400 genannten Erbe am Heidelsteig an seinen Bruder Hans, nachdem dieser es für 90 fl. rheinisch von Veidel Juden abgelöst hat.
[HVB Rep.2/1 Nr.1 (StGB 1403/15) f.49; laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.16, 44, 66.]

 •  1407 verkauft Peter Lemlein, Bürger zu Bamberg, an seinen Bruder Hanns Lemlein seinen Hof zu Obern Heide, Lehen des von Aysch, und 31 Acker Feld von dem Hawgsmorde an dem Heidelsteig, Lehen des Bischofs von Bamberg. Beides war ihm im Teilungsbrief von 1406 von seinen Brüdern Hanns und Heintz Lemlein zugefallen. Zeugen sind Conrad Usmer und Hanns Zollner.

→ Der Name Lemlein ist in dieser Urkunde durch falsch gesetzten i-Punkt zweimal als Leinlein, sonst aber (fünfmal) eindeutig als Lemlein zu lesen.

 •  1407: Hanns von Eysche bestätigt, dass Heincz, Hanns und Peter die Lemmelin Gebrüder, Bürger zu Bamberg, sich dahingehend geeinigt haben, dass Peter gegenüber seinen Brüdern Heincz und Hanns auf den Hof zu Obern Heyde verzichtet. - Dieser Hof hatte früher dem Chuntz Anshalm, Bürger zu Bamberg, gehört.
[Germ.Nat'Museum Nürnberg, Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv), Urk. Nr. 3b und 4.]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.66]

 •  Etwa 1419(?) hat Pecz Lemlein eine Hube in Frauendorf (nordöstlich von Bamberg):

 •  Im ältesten Urbar des Klosters Langheim ist für eine Hube in Frauendorf die Besitzerreihe genannt: Kuenn Koechein, Heincz Koch, Pecz Lemlein.
» Nach Geldner ist das Urbar um 1390 angelegt. Bei Besitzwechsel ist der Name des neuen Besitzers nachgetragen. Den Zeitpunkt, zu dem das Urbar nicht mehr weitergeführt wurde, gibt Geldner mit etwa 1419/1420 an, so daß die zuletzt genannten Besitzer vor diesem Zeitpunkt den Besitz erworben haben müßten. Die Datierung 1419/20 ist jedoch unsicher und könnte verbessert werden, wenn
man die jeweils letzten Besitzer in ihren Lebensdaten besser bestimmen könnte.
[Ferdinand Geldner: Das älteste Urbar des Cistercienserklosters Langheim. In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für fränkische Geschichte, Reihe X Band 3.]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.107.]

→ Nach ihm ist Conc Lemlein 1498 in Frauendorf genannt, den man daher als seinen Enkel (oder Grossneffen?) ansehen kann. - Nun hat der Bamberger Peter Lemlein über seinen Bruder Heinz tatsächlich einen Großneffen Contz. Da zudem auch anderer Besitz des Peter Lemlein wegen finanzieller Schwierigkeiten an seine Brüder überging, kann auch das Lehen des Peter Lemlein in Frauendorf an seinen Bruder Heinz gekommen sein, über den es dann an dessen Enkel Contz kam.
Pecz Lemlein in Frauendorf ist also mit Peter Lemlein in Bamberg identisch. - Pecz ist die übliche Kurzform von Peter so wie Conc für Conrad und viele ähnliche Kurzformen.

 •  6.6.1437 erhält Peter Lemlein einen Leibzins aus dem Erbe seines Bruders Conrad, des Dekans von Sankt Stefan.

 •  10.3.1438 wird hierfür seine Witwe genannt.
[Stadtarchiv Bamberg B 7, Nr.45, Wochenstubenrechnung Ausgaben 1437/38, f.100 und 103. Laut H.E.Lemmel "Herkunft" S.66.]

» Um denselben Leibzins handelt es sich wohl im folgenden:

 •  Clas Lorber kauft 10 Gulden Ewiggeld von Petern Lemleins seligen Wittiben und iren Kinden sowie 30 Gulden von Hr Conrat Lemlein Dechant zu sand Steffan. Das kommt nach Clas Lorbers Tod an dessen Sohn Mertein Lorber, der hierüber am 15.2.1463 mit Bürgermeister, Rat und Gemeinde der Stadt Bamberg eine Verein-
barung trifft.
[Stadtarchiv Bamberg, Urk.Nr.638. - Fotokopie GL 1981]

 •  15.2.1463 übergibt Martin Lorber der Stadt Bamberg einen Schuldbrief über 325 Gulden, den sein Vater Klaus Lorber von der Witwe des Peter Lemlein und dem Dekan Konrat Lemlein gekauft hat. Die Stadt zahlt dem Martin Lorber dafür jährlich 20 Gulden Ewiggeld.
[Stadtarchiv Bamberg, Online Datenbank, Bestand A21 Urk.15.2.1463]

 •  3.7.1439 bestellt Hans Satzerianer Hannsen Bocksdorfer zu einem Kaufmann um 20 Gulden Schäden zu Peter Lemlerin und ihrer Sone Hause, Hofreit und Garten in der Langgassen gelegen.

 •  9.7.1439 wird dieses Anwesen um 32 Gulden versteigert. Dabei heißt es: Peter Lemlerin und ihre Kinde.
[Staatl.Bibl.Bamberg, M.v.O.Hs 1 (StGB 1439/1445) f.40 u.42, laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.66 u.91. - Vergl. Hans Paschke, Lämleinsgasse, wie oben 1405, S.295.]

→ Das versteigerte Haus hatte Peter Lemlein bereits 1405, Nr.134, Lange Gasse 26. Wer das Haus ersteigert, ist nicht urkundlich belegt. 1445 gehört das Haus einem Hans Lemlein (= Peters Neffe, der Nürnberger Ratsherr).

 •  18.1.1442 wird die Peter Lemlerin von Christ. Rehlein verklagt.
[wie 3.7.1439, f.143]

 •  1443-1454 finden zahlreiche Klagen gegen Kunne Lemlerin / Peter Lemlerin Junge / Peter Lemleins Tochter hinter Sankt Martin / Peter Lemlerin / des Lemleins Frauen / u.a. statt, wobei es sich um Peter Lemleins Witwe und seine Tochter Kune handelt. Die Kläger sind: Anna Spannerin; Else Flennin (Witwe des Stadtschreibers Hermann Krug); Ulrich Wyener; Fritz Vinsters Frau; u.a.

 •  4.10.1453 klagt Kune Lemlerin selbst gegen den Schuster Heinz Rüger.
[wie 3.7.1439. Siehe im einzelnen Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.66 u.91f]

→ Es fällt auf, dass bei diesen Klagen nicht Peter Lemleins Söhne auftreten. Ich vermute daher, dass die beklagte Witwe Peter Lemleins zweite Frau ist und Kunigunde die Tochter aus zweiter Ehe. (HDL)

 •  Zu Onolzbach in S.Georgii Kürch hangt eines Peter Lemlins Schilt, der ist gestorben Anno 1445. Ist gleichwol die Helmdeckh schwarz und weiß.
[Staatsarchiv Nürnberg, Bestand Rst.Nbg. Hs.257. Abschrift eines im Jahr 1593 geschriebenen Wappenbuches. - GL um 1975]

→ Dies kann sich nur auf den Bamberger Peter Lemlein beziehen, der freilich schon 1437/1438 starb. Ist 1445 das Todesjahr seiner Witwe? Hatte Peter sich nach seiner Bamberger Pleite nach Ansbach zurückgezogen? (HDL)

→ Zu den Söhnen:
Die 3 Brüder Heinz, Hans, Peter sind zusammen in einem Urfehdebrief des Heinz Lemmel 1446 in Cham genannt. (Der älteste Sohn Fritz ist bereits tot.) Das zeigt, daß Heinz Lemmel in Kötzting bei Cham mit dem gleichnamigen Sohn des Peter Lemmel identisch ist. Heinz ist als erster der Brüder genannt, weil er der Übeltäter ist. Nach den übrigen bekannten Daten können die ungefähren Geburtsjahre lauten: Hans * etwa 1395; Peter * etwa 1400; Heinz * etwa 1405. Dies wäre die gleiche Reihenfolge wie bei den älteren um 1360 geborenen Brüdern Hans, Peter, Heinz. Hierdurch wird ein Brief erklärt, nach dem [Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.85] Hans als Vormund in Gegenwart seiner Brüder Heinz und Peter eine silberne Kanne erhält. Zu diesem Zeitpunkt ist Hans demnach bereits mündig, Heinz und Peter sind es noch nicht. Die Übergabe der Kanne kann also um 1415 erfolgt sein; sie könnte aus dem Erbe der Großeltern stammen. [Bei Herbert E. Lemmel ist dieser Vorgang anders gedeutet, aber wohl nicht richtig.]

→ Agnes Lämmlin ist nicht als Peters Tochter beurkundet. Sie wird hier eingeordnet, weil Peter Lemleins Sohn Fritz und Agnes Lämmlins Schwager Eberhard Zollner je einen Besitz in Kirchschletten haben. (HDL)

Regesten zu Kunigunde Lemlein:

 •  1443 bis 1454 gibt es Klagen gegen Peter Lemleins Witwe und Kune Lemlerin, Peter Lemleins Tochter. [siehe Regesten bei Peter Lemlein]. Sie ist also 1454 noch unverheiratet. Sie kann identisch sein mit Kunigunde Lemlein, die dann mit Pankraz Lorber verheiratet ist. (HDL)

 •  W.Korn, Regensburg, nennt als seine Vorfahren eine Kunigunde Lemblin ∞ mit Pankraz Lorber, um 1450 Ratsbürger in Bamberg.

 •  Pankraz Lorber ∞ Kunigunde Lemlein. [Mtlg Martin Lorber, Bamberg 2017]

→ Wer ist der Vater dieser Kunigunde Lemblin?

 •  Da Heinz Lemlein mehrfach zusammen mit Pankrazens Vater Clas Lorber in Bamberg als Schöffe genannt ist, dürften beider Kinder geheiratet haben.

 •  Andererseits kauft Clas Lorber ein Ewiggeld von Peter Lemleins Witwe (das 1463 an Clas' Sohn Martin kommt). Demnach käme Peter Lemlein als Vater der Kunigunde Lemblin in Frage. Das wird unterstützt durch eine handschriftliche Notiz des 19.Jh. aus dem Hause Lorber, in der Peter Lemlein als Vater der Kunigunde angegeben ist. [Mtlg Martin Lorber, Bamberg, 2017]

 •  1437 gibt es eine Kune Lemlerin als Besitzerin des Hauses Fleischgasse 29 in Bamberg [Paschke, 101.BHVB S.298]. Paschke meint, das sei die Tochter Peter Lemleins. Ich denke, es ist eine andere, siehe B-24/x. (HDL)


2017 8 13