B-25/g zur Stammtafel B B-25/g

Conrad Lemlein n166 – Dekan in Bamberg


Eltern: B-24/c Conrad Lemlein n153, Alheid Münzmeister n154

(* etwa ?1365), † 1436 in Bamberg

1389 bacc.art. in Prag. 1403 Priester in Bamberg. Ab 1407 Chorherr bei St.Stefan in Bamberg, dort 1427-1435 Stifts- dekan. 1431 vom Papst bestellter Richter.

Regesten:

 •  1389 Baccalaureat, daher wohl um 1365 geboren. - Gestorben zwischen 29.11.1435 und 6.6.1437.

 •  Konrad Lemlein (Lemlyn). Wurde in Prag bacc.art.15.12.1389. Als Chorherr bei St.Stephan in Bamberg wurde er bestätigt 27.4.1407. Das Amt des Stiftsdekans bei St.Stephan hatte er nachweisbar inne von 7.2.1427 bis 10.11.1435.
[Mon.Hist.Univ.Carolo-Ferd.Prag tom II p.I 265; Bamberger Staatsarchiv Rep. A 120 Nr. 15 41 323 354 378 396 445 449; Rep. B 21 Nr. 5 Bl. 15 r, Nr. 6 Bl. 53 v 56 r; Bamberger Diözesan-Archiv: Urk.Nr.798 800; Regesta sive Rerum Boicarum
autographa XIII 192; Wachter 6070; Repertonum Germanicum IV 349 1043.]
[Johannes Kist: Die Matrikel der Geistlichkeit des Bistums Bamberg. In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Band 7 Würzburg 1965. Seite 255, Nr. 3885.]

 •  1403 vermacht der Priester Konrad Lemlein einige Stiftungen dem Karmelitenkloster in Bamberg.

 •  1403 kauft der Priester Conrat Lemlein dem Ulrich Roslaub in Bamberg ein Ewiggeld ab.
[Adalbert Deckert: Das ehemalige Karmelitenkloster zu Bamberg, Seiten 104, 258 und 327. In: 91. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, Bamberg 1952.]

 •  Konrad Lemlein, Chorherr bei Sankt Stephan, war 1421 Freihänder des Johann von Kulmbach, urkundet 1421 zum ersten Male, soweit bekannt, als Stiftsdekan, ebenso noch 1431, 1432, 1433, 1435.
[Friedrich Wachter: General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg, Bamberg 1908, Seite 293, Nr.6070]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.86]

 •  23.10.1421: Anton v.Rotenhan, Dechant des Stifts zu Bamberg, verkauft seine eigenen Güter zu Windischletten um 242 Gulden an Conrad Lemlein und Thomas Warmut, Chorherren zu St.Stephan, und Treuhänder des Hannsen von Kulmnach sel. Chorherrn zu St.Stephan zu seinem Seelegerett.

 •  22.4.1422: Benedictus, Vicarier des St.Thomas-Altars in St.Stephan, mit Willen des Chorherrn Conrad Lemleins, der dieselbe Vicarey wegen seines Hofes zu leihen hat, verleiht dem Cuntzen Berholder zu Erbschaft ein Gut und Hofrait zu Reutleins bei Holfeld.

 •  17.9.1423: Conrad Lemlein, Chorherr zu St.Stephan, hat von Heintz Kelner von Schnait Gült von 3 Acker zu Schnait gekauft. Unter den Zeugen: Hanns Lemlein, (vergl. Regest dort).
[Copialbuch des Kollegiatstiftes St.Stephan zu Bamberg, in: 19.Bericht des Hist.Vereins Bamberg, Bamberg 1856 S.123, 124,127]
[vgl Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.86]

 •  7.2.1427 urkundet er erstmals als Dechant und dann wiederholt bis zum Jahre 1435. Vor ihm hatte Heinrich Münzmeister (wohl ein Bruder seiner Mutter) das Dekanat inne. [s. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.86,87]

 •  1427: Vor Conrad Lemlein, Dekan, und dem Kapitel von St.Stefan zu Bamberg vertauschen zwei Pröpste (comes v.Wertheim, Halbbrüder) ihre Präposituren.
[StaA Wertheim, Rep.13 Lade XVI Nr.10e G AN 381 5. - Internet 2008]

 •  1427-1430 während der Hussitenunruhen ist Conradus Lemlein als Dekan von Sankt Stephan in Bamberg erwähnt.
[Aemilianus Ussermann: Germania sacra - Episcopatus Bambergensis. Sankt Blasien, 1802. Seite 269.]

 •  7.2.1427, 2.9.1428, 26.1.1429, 3.11.1430, 26.1.1431, 8.6.1431, 9.6.1431, 24.6.1432, 12.3.1433, 6.2.1435: Wir Conrad Lemlein, Dechant und Capitel zu s.Stephan....

 •  7.4.1428, 27.7.1428, 16.8.1428 und 29.10.1428: Meister Tandorfer, Pfarrer zu s.Lorenz zu Nürnberg, verkauft 2 Wiesen, genannt Münchwiese und Kettnerin, zu Obernhochstatt an Conrad Lemlein, Dechant und Capitel zu s.Stephan... Ein Anteil gehört dem Conrad Grossen, Vicarier s.Ottens Altars im Dom. Tandorfer hatte diese Wiesen von Erasmus Schürstab gekauft.

 •  26.5.1430: Mehrere Klöster und Stifte wegen Abgangs der Summen Geldes an der Brandschatzung, die man den Hussen in Böhmen geben muss... Darunter Conrad Lemlein für St.Stefan.

 •  13.6.1431: Wilhelm von Burn, Chorherr St.Stefan, gelobt dem Conrad Lemlein und dem Capitel zu St.Stefan, dass er alle Weingärten seiner Obley reformieren und in gute Baue bringen will.

 •  30.6.1431: Paul Forchtel, Bürger zu Nürnberg, erhält einen Zehend zu Wetzendorf von Conrad Lemlein, Dechant und Capitel zu s.Stephan...
[Copialbuch St.Stefan, 19. BHVB 1856 S.130ff]

 •  26.1.1429 Dechant Conrad Lemlein.
[H.Paschke: St.Stephan; die Topographie einer Immunität. In: Festschrift ... St.Stephanskirche ... Bamberg (1957); Heft 10 der Studien z.Bamb.Gesch. u. Topogr. - Seite 41.]

 •  26.5.1430, Urkunde der Bamberger Geistlichkeit: Wir Lamprecht v.G.G. Abbd des Klosters auf dem Moenchberg und sein Convent; wir v.G.G. Martin Dompropst, Gottfried Techand und Capitel des Dombstifts; wir Conrad Lemlein zu S.Stephan,
Johannes Schanck von u.l.Frauen zu Teuerstat und Niclas Hennlein zu S.Jacob Dechant und Capitel der 3 Stift bekennen, daß der Abgang der Summen Gelts an der Brandtschatzung, die man den Hussen in Böhmen benoth ist zu geben, von Matheissen von Lichtenstein und Hannsen Christianer zu 1400 fl. rh.
entlehnt ward und daß ihnen 160 fl. Leibgeding auf Widerlosung verschrieben worden. - Geben am Freitag nach Urbani 1430.
[Gerhard Schlesinger: Die Hussiten in Franken. Der Hussiteneinfall unter Prokop dem Großen im Winter 1429/30, seine Auswirkungen sowie sein Niederschlag in der Geschichtsschreibung. In: Die Plassenburg, Band 34 Kulmbach 1974, S.185. - Lt GL 1978]

 •  27.1.1431 ist Conrad Lemlein, Dekan der Kirche zum Heiligen Stephan in Bamberg, vom päpstlichen Stuhl bestellter Richter in einem Hussitenprozess in Kirchberg; dabei ist auch genannt: Dekan Friedrich von Parsperg, Senior der Domkirche zu Regensburg.

 •  Er ist "executor constitutionum apostolicarum et sacrorum, conciliorum nec non sanctionum imperialium super comunitate ecclesiastica editarum" und entscheidet in einem Streit des Bischofs von Regensburg.
[HSA München, Gerichtsurkunden Kirchberg Nr.223, Signatur jetzt: Pfalz-Neuburg, Bez. zu Stuften, 609.]
[Ähnlich: Regesta sive rerum boicarum Autographa, Bd.13, München 1854, S.192.]
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.86,87]

 •  1435 unterstützt Conrad Lemlein im Immunitätenstreit die Stadt Bamberg gegen das Domkapitel. Die Stadt Bamberg rüstet weiter auf und macht Schulden. Die Schulden lauten auf: das Almosen, das Spital bei Sankt Martin, die Klosterfrauen zum Heiligen Grab, Albrecht Löffelholz, Hermann Stieber, Albrecht Münzers Witwe, Conrad Lemlein, Dechant bei Sankt Stephan, etc.
[Nikolaus Haas: Geschichte der Pfarrei Sankt Martin zu Bamberg, Univ-Bibl. Göttingen H.Bavar.II, 1785, Seite 276.]

 •  1435 ist Andreas von Osimo in Basel Exekutor des Urteils des Basler Konzils und des Bamberger Domkapitels gegen die Bürger des Bamberger Stadtgerichtes. Dabei sind Johann Lemlein und Conrad Lemlein unter den Vertretern Bambergs angeführt.
[Vergl. den Eintrag unter Hans Lemlein, B-26/g]
[Anton
Chroust: Chroniken der Stadt Bamberg, Band 1, Leipzig 1910, Seite 278, Regest Nr. 45.]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S. 89 f.]
[Vergl. Nikolaus Haas: Geschichte der Pfarrei Sankt Martin zu Bamberg, Univ.-Bibl.Göttingen H.Bavar.II, 1785, Seite 276.]

 •  10.11.1435, Die Stadt Bamberg leiht vom Dekan Conrad Lämmlein 600 Gulden zu einem jährlichen Zins von 30 Gulden: Burgermeister etc haben verkaufft dem erwirdigen Herren Hrn Conrad Lemlein, zu diesen Zeiten Techand zu sannd Steffens Stiffte hie zu Bamberg, 30 Gulden Rhein.Werung jerlicher und ewiger Zinse und gult umb 600 Guldein egenanter Werung. Bürgen: Heintz Tockler, Eberhard Clieber, Ott Melber, Fritz Schick, Hanns Schutze und Heintz Glocklein.
[Stadtarchiv Bamberg, Kartei vorhander Urkunden, Nr. 392; Bestand A21 Urk.Sign. 10.11.1435, Online Datenbank 2008.]

 •  29.11.1435: Conrad Lemlein empfängt 220 Gulden "verfallener Zinse leipgeding ... also das er aller versessener Zinse leipgeding biss auf Martini Im 35 Jar gantz betzalt ist".
[HVB Rep.2/1 Nr.1530 (Wochenstubenrechnung 1435/137) f.28 "Leipgedinger und ewige Zins in Bamberg"; laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.86]

 •  "Zu Bamberg in S.Martins Kürch hangen auch zwey Schilt der Lemlin mit der Jarzahel 1436 und 1459."
[Staatsarchiv Nürnberg, Bestand Rst.Nbg. Hs.257. - Abschrift eines im Jahr 1593 geschriebenen Wappenbuches. - GL um 1975]

→ Die Jahreszahl 1436 bezieht sich eindeutig auf den Dekan Conrad Lemlein. Die Jahreszahl 1459 muss wohl richtig 1452 heißen und muss sich dann auf den gleichnamigen Neffen, den Schöffen Conrad Lemlein beziehen. (HDL)

 •  6.6.1437 erhalten die (noch lebenden) Geschwister Heinz Lemlein, Peter Lemlein und Anna, die Witwe des Peter Münzer aus Conrads Erbe den (1435 erwähnten) Leibzins, der "auf Walpurgen und Martini ec. Im 36 von hern Conrad lemlein seligen wegen In verfallen" ist.
[Stadtarchiv Bamberg B 7, Nr.45, Wochenstubenrechnung Ausgaben 1437/38, f.100, 101'. Laut H.E.Lemmel "Herkunft" Seiten 86 u. 66.]

→ Hiernach ist Conrad Lemlein Bruder von Heinz und Peter und damit ein Sohn von 24/c. Conrad.

 •  Ein undatierter Brief nach Conrads Tod:

 •  Schreiben des Hans Lemlein an seinen Vetter Hans Lemlein wegen einer silbernen Kandel, die der Absender von dem verstorbenen Cunradt Lemlein, Dechant zu St.Stefan in Bamberg, als Vormund in Gegenwart der Gebrüder Heintz und Peter Lemlein, Brüder des Adressaten, erhalten hatte.
[GNM Nürnberg, Imhof-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk.3a]
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.85, dort aber nicht richtig gedeutet]

→ Der Adressat Hans und dessen Brüder Heintz und Peter sind die Söhne von Conrads Bruder Peter Lemlein. Der Absender muss der spätere Nürnberger Ratsherr Hans Lemlein sein, dessen Urkunden und Briefe in das Imhof-Archiv gelangten. Warum Conrad hier als "Vormund" bezeichnet ist, ist unklar, denn Peters Kinder waren bei seinem Tod mündig.


2009 3 14