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vielleicht Vater: B-24/u Hans Lemlein/Lölein n026
(* etwa ?1365), † nach 1431
1394-1422 Vikar am Bamberger Dom mit einem Pfründhaus und einem eigenen Haus "am Sand". Notar. 1422-1426 Werkmeister des Domes. 1428-1431 Pfarrer in Altenkunstadt.
• Zusammenfassung:
Seit 5.2.1394 Kleriker; 1396-1422 Vikar am Bamberger Dom, wo er 1396-1406 die Pfründe am Bartholomäus-Altar hat. 1403-1422 Notar. Vor 1406 kaufte er ein eigenes Haus (erw. 1406-1428) in Bamberg "im Sand", direkt neben einem Haus, das bis 1406 zu seiner Pfründe gehört. 1415 und 1422-1426 Obleier und Werkmeister am Dom. 1418-1422 Besitz einer Wiese in Kulmach. 1428-1431 Pfarrer von Altenkunstadt. 1430 Pfarrer zu St.Vitus im Dom.
• Einordnung: Sein Name lautet in Originalurkunden Lömlein und Lomlein, was in Sekundärquellen als Lemlein gedeutet wird. Die Namensvariante Lömlein kommt insbesondere beim Neumarkter Zweig der Lemlein vor, so dass der Vikar Johann Lömlein vielleicht als Sohn von N-25/g Conrad Lömlein in Neumarkt einzuordnen wäre. Wenn er zum Bamberger Lemlein-Zweig gehört, kann er am besten als Sohn des Franziskaner-Werkmeisters Hans Lemlein (B-24/u) eingeordnet werden. Dafür spricht auch folgendes Argument:
In demselben Jahr 1406, als Johann Lömlein sein Pfründhaus "am Sand" verkauft, treten seine mutmasslichen Vettern Hans, Peter und Heinz Lemlein (nach dem Tod ihrer Eltern) ihr Erbe an, und einer von ihnen, B-25/f Peter Lemlein, verpfändet Häuser und Hofreiten "am Sand". Es könnte also hier am Sand einen alten Lemlein-Besitz gegeben haben, von dem ein Teil an Peter kam, ein anderer Teil aber als Pfründe für den Vikar Johann Lömlein gestiftet wurde. (HDL)
• (Er könnte freilich auch ein Sohn von Heinrich Lemlein (B-24/e) sein. So zuletzt auch bei Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.247, in Korrektur zu "Herkunft" S.85 und Tafel 2.)
• Einzelheiten:
• Johann Lemlein (Lömlein). Ist als Kleriker der Diözese Bamberg bezeugt seit 5.2.1394. Er besaß die Domvikarie St.Bartholomäus in Bamberg bereits 1396. Als Notar ist er nachgewiesen vom 23.7.1403 bis 11.2.1422. Pfarrer von Altemkunstadt war er zwischen 18.8.1428 und 9.7.1431. Außerdem hatte er noch die Ämter eines Obleiers und eines Werkmeisters am Dom inne, von 1415 bezw. 28.7.1422 bis 1.10.1426. (Bamberger Staatsarchiv: Rep.A 95 Nr. 13 941; Rep. A 115 Nr. 771a, 840, 961, 962, 999, 1045, 1506, 1508, 1532, 1715, 1716; Rep. B 21 Nr.5 Bl. 64v; Wachter 6067).
[Johannes Kist: Die Matrikel der Geistlichkeit des Bistums Bamberg. In: Veröff. d.Gesellschaft f.Fränk.Gesch. Bd.7, Würzburg 1965, S.254 Nr.3882]
• Johann Lemlein/Lömlein ist 1396 Domvikar und zwar 1404 des Sankt-Bartholomäus-Altars, war 1407 Testamentar des Wolfram von Kronach, 1415 Obleier im Dom, 1422 auch Werkmeister, lebte noch 1431.
[Friedrich Wachter: General-Personal-Schematismus der Erzdiözese Bamberg, Bamberg 1908, S.293 Nr.6067]
• 1.12.1406: Johann Lömlein, Vikarier des Bartholomeus-Altars im Dom, verkauft das Pfründhaus seiner Vikarie, das "am Sand" neben dem Eingang des Spitals liegt, um 35 fl an "das Spital Sant Elsbeten". Es ist das Haus "Am Sand Nr.1701, Sandbad 1. Unmittelbar daneben hat er auch ein eigenes Haus "das ich umb mein Gelt kauft han am Sand bei dem Ryndlein gelegen zunächst an des Turns Häuslein" mit 43 Haller ewigem Zins. Das Siegel von Johann Lömlein ist kaum zu erkennen, scheint aber kein Lamm zu enthalten.
• 14.11.1424 verkauft Heinz Kochs Witwe Barbara an den Dom-Stuhlbruder Heinz Gross 2 Pfd Haller von ihrem Haus, Hofreit und Gärtlein am Sand vor dem Spital über gelegen, einseits an Heinz Artzts Haus, anderseits an Ulrich Nagenranfts Haus, hinten mit dem Gärtlein an Herrn Hans Lömleins Garten.
• 18.8.1428: Der Domvikar Johann Lömlein, Pfarrer in Altenkunstadt, verkauft seine "Behausung, Hofreit und Garten daran an dem Ryndlein, einseits an sein Haus, Hofreit und Garten und hinten an die Stadtmauern und das Turmhäuslein vorn an den Weg gegen dem Rynlein über", das mit 2 Pfd. Hallern in die Dombruderschaft belastet ist, an die 12 Stuhlbrüder im Dom. Es ist das Pfründhaus zum grünen Hund, Grundstück Nr.2018, Grünhundsbrunnen 2.
• 8.9.1460 wird das Haus weiterverkauft und dabei als "etwa Herrn Hansen Lömleins" bezeichnet.
→ Hier sind "Behausung" und "Haus" des Johann Lömlein nebeneinander genannt; nur die "Behausung" wird verkauft.
[Hans Paschke: Der mittlere Sand. In: Bamberger Kirchweihkalender 1957 S.47ff. Vergl. Paschke, Sand-Kerwa-Festschrift 1954 S.42. - Hans Paschke: Lämleinsgasse..., 101.BHVB 1965 S.296ff. - 1406: StadtA Bamberg Urk. Nr.158. Kopie und Transkription von Gerhard Lemmel in meinem Besitz. - 1424: StA Bamberg Urk. A 115 L.51 Nr.836. - 1428: StA Bamberg, Rep.A 115 Lade 51 Nr.840.]
[Vergl. Atlas Bamberg S.798] [1428 vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.79]
• 1406: Der Hausverkauf an das Elisabeth-Spital von "Johan Lonlein" auch zitiert bei [W.F.Reddig: Bürgerspital und Bischofsstadt, Bamberg 1998, S.309]. Die Namensvariante "Lonlein" ist hier nicht korrekt.
• 14.12.1411 "vererbt" Herr Hans Lemlein sein Haus und Hofreit in der Langen Gasse in Bamberg "von Herrn Ulrich Onelpachs wegen" dem Mertein Troner um 2 fl ewigen Zinses. Am folgenden Tag verpflichtet sich Mertein Troner, dem Vicarier im Tum, Herrn Hans Lemlein, für Herrn Ulrich Onelspach 40 fl in zwei Fristen zu geben. - Es ist das Haus "zu der Lilie" Nr.122, Lange Gasse 2, Ecke Lemleinsgasse; Lehen von St.Theodor.
[Stadtgerichtsbuch HV Arch. Bbg. Rep. II/1 Nr.1 S.114. Laut Hans Paschke: Die Lange Gasse zu Bamberg, Bamberg 1958, Heft 12 der Studien zur Bamberger Geschichte, S.8, ältestes erhaltenes Protokollbuch des Stadtgerichtes Bamberg 1403-1415.]
→ Demnach verwaltete der Vikar Hans Lemlein das Haus des Ulrich von Onolzpach, der als Chorherr in Feuchtwangen lebt. Später, 1438, hat der Ratsherr Hans Lemlein dieses Haus in der Langen Gasse, ebenso 1446. Dann kommt es an Fritz Stefft.
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.73/74]
• 1415: Hans Lemlein, Domvikar, besitzt das Haus Grünhundsbrunnen 3. (1374 gehörte es dem Kloster auf dem Münchsberg. Nach ihm gehört es (wann?) dem Domvikar Hans Winter, dann 1442 dem "Tumherrn" Michael von Herbelstat.)
[H.Paschke, Der obere Sand, Bamberg 1958, S.101]
• 1415: Conrad Zollner hat "Haus und Hofreit am Sande bei dem Rinlein", grenzend einseits an Sintram Greffens Haus, anderseits an Herrn Hans Lemleins Garten.
• 1415: Das Haus mit Hofreit Grünhundsbrunnen 1 am Sande bei dem Rindlein (=Rinnlein) grenzt einerseits an Sintram Greffen Haus (=Obere Sandstr.19), andererseits an Herrn Hans Lemleins Garten. 1420 verkauft Fritz Löffelholz das Anwesen an die 12 Stuhlbrüder.
[Atlas Bamberg S.796] [Paschke, Der obere Sand, Seite 103]
• 29.4.1418 kauft Hanns Lomlein, Vicarier am Thum zu Bamberg, von Conz Steinpühel und Anna seiner ehelichen Wirtin "ihr eigen Wiesen zu Kulmach in der Mark" oder "Kulmach in der Aw" (= Kulmbach) in dem Jungfrauen-Winkel, die Rewmlerin/Reymullnerein genannt.
• 4.5.1422 verkauft er an Conrad Prior und den Konvent des Klosters zu Kulmach, Augustiner-Ordens (= Kloster Langheim in Kulmbach), seine eigene Wiesen zu Kulmach in der Mark im Jungfrauenwinkel.
• 1435 kauft Johannes Imhof der Elter die selbe Wiese.
[C.A. Schweitzer: Das Copialbuch der Cistercienser-Abtei Langheim. In: 25./26. BHVB 1862/1863. S.35,37,62 (hier unrichtig "Lemlein"). - Archiv f.Gesch.u. Alterthumskde v. Oberfranken Bd.2 Heft 1, Bayreuth 1842, S.90 ("Lomlein"). - 1418: StsA Bamberg, Urk. des Klosters Langheim A 135,2 L.208 Nr.1011 und 1012 ("Lomlein"). 1422: ebenso, Urk. Nr.1013. Kopien und Transkriptionen von Gerhard Lemmel in meinem Besitz.]
• Pfarrer des St.Vitus-Altars im Bamberger Dom, an der Ostwand im Nordteil des Querschiffes: ... 1421 Hermann Wisch, 1430 Johann Lemlein, 1434 Otto Pfister ...; Johann Lemlein ist in einem Steuerregister des Bamberger Staatsarchives genannt.
[E. Guttenberg, A.Windehorst: Das Bistum Bamberg. In: Germania sacra, II.Abt., Bd.1, Berlin 1966, S.54. - GL 1978]
• Vor 1432 läßt Hans Lemlein/Lölein als Werkmeister des Bamberger Domes die Straße "Im Bach" pflastern. Das wird 1450 in einem Prozeß bezeugt, wobei den Werkmeister der eine Zeuge Hans Lölein nennt, der andere Hans Lemlein.
[Hans Paschke: Der Bach. Festschrift 75 Jahre Städt. Mädchen-Realgymnasium im Bach zu Bamberg. Bamberg 1956, S.64]
• Sein Siegel unter der Urk.158 wurde von Gerhard Lemmel wie folgt beschrieben:
Im Wappen ist kein Lamm zu erkennen. Die Namensumschrift des Siegels ist nicht erhalten, bis auf einige senkrechte Striche, die "lein" heißen können. Das Wappen sieht ungefähr so aus, ohne dass man Genaues erkennen kann:

• 1450 führt der derzeitige Werkmeister des Domes einen Prozess, wobei mehrmals die Maßnahmen des vormaligen Werkmeisters namens Hans Lölein (so zweimal) oder Hans Lemlein (so einmal) erwähnt vwerden.
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.78]