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Claus Lemlein n141 – in Bamberg und Schemnitz/Kremnitz


Eltern: B-25/b Heinz Lemlein n156, ... Klieber n140

(* etwa ?1400)

1434 Schemnitz. 1437 in Bamberg belehnt. 1441 Verkauf von Bamberger Besitz an Eberhard Klieber. Ab 1441 in Kremnitz, dort 1456 Bürgermeister.

Regesten:

Zusammenfassung:

 •  Claus Lemlein ist der Neffe des Bamberger Bürgermeisters Eberhard Klieber, der im Bergbau der Karpaten aktiv ist, wo König Sigmund ihm Bergwerke verpfändet. Wenn hier 1434 auch ein Claus Lemmel in der Silberstadt Schemnitz genannt ist, muss man annehmen, dass es der Bamberger Claus Lemlein ist, der in Bamberg nach einer Belehnung 1437 und einem Verkauf 1441 nicht mehr genannt ist. Es muss dann wohl auch der selbe sein, der als Claws/Nicolaus Lemmel ab 1441 in Kremnitz beurkundet ist, wo er 1456 als Bürgermeister amtiert. (HDL)

 •  In diesem Zusammenhang sprach W. v.Stromer vom Bankhaus Lemmel&Klieber, das dem König Sigmund beträchtliche Geldmittel überließ und dafür die Erträge des Karpaten-Bergbaus als Pfand erhielt. Sigmunds Schatzmeister war Mathias Lemmel, siehe Pr-25/b.

 •  Eine Cristl Lemmelin, die 1442/1443 in Kremnitz genannt ist, könnte seine Frau sein, die für ihren gerade abwesenden Mann eingetragen sein mag. (HDL)

 •  Vermutlich kein Sohn. Nach ihm taucht 1475 in Kremnitz sein Neffe Hans Lemmel aus Nürnberg auf.

Urkunden:

 •  1434 wird in der Bergverwaltung der Silberstadt Schemnitz, 100 km nördlich von Budapest, ein Claus Lemmel genannt.
[StsA Budapest, Film 11 197, Schemnitzer Archiv III.56. Laut Hinweis W.v.Stromer. - Siehe auch: Budapest Története (Geschichte Budapests), Budapest 1973 oder 1974, laut I.Borsa. (Dieses Werk habe ich noch nicht eingesehen! - HDL)]

 •  9.7.1437 werden Cunz und Claus Lemlein in Bamberg mit verschiedenen Gütern und Rechten belehnt, 'die von heintzen lemlein Irem vater auff Sie kumen sind'. Darunter das Schenkhaus zu Wachenrot mit zwei Grundstücken.
[siehe ausführlich bei Vater Heinz]

→ Danach nennen die Bamberger Urkunden nur noch Cunz. Von Claus gibt es nur noch eine Urkunde, als er 1441 Besitz verkauft. Als Cunz stirbt und für seinen Sohn ein Vormund gebraucht wird, ist Claus nicht da, so dass ein Vetter zum Vormund herangezogen wird.

 •  Eberhard Klieber, Bamberger Bürger, bekommt 1437 von König Siegmund die Zipser Bergwerke als Pfand. Er ist dort auch Kammergraf.
[Pohl 1982]

 •  6.3.1441: Eberhard Klieber wird mit dem Schenkhaus zu Wachenroth einschließlich allen Zubehörs belehnt und mit den beiden Grundstücken, die Claus 1437 aus dem Erbe seines Vaters Heinz erhalten hatte. Dieser Besitz geht von Claus Lemlein an Eberhard Klieber "an seiner schulde so er Im was worden".
[StA Bamberg, StB 5, Lehenbuch des Bischofs Anton v.Rotenhan 1432-1459, Bd.2 Bl.192'. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.109]

→ Herbert Lemmel deutete diesen Verkauf als ein Zeichen dafür, dass Claus verarmte und nach dem Verkauf von Bamberg fortging. Er kannte die Schemnitz/Kremnitzer Urkunden noch nicht. Schemnitz, wo Claus Lemmel 1434 genannt ist, wurde von Hussiten zerstört, so dass der Bamberger Verkauf an Klieber mit Verlusten in Schemnitz zusammenhängen dürfte.

Dann in Kremnitz:

 •  1441 Claws Lemmel in Kremnitz.

 •  1442,1443 Claws Lemmel und "Cristel der Lemmelin Eidam" in Kremnitz.

 •  1456 ist Nicolaus Lemmel Bürgermeister von Kremnitz.

→ Nach ihm, 1475, ist ein Hans Lemmel/Lemlein Bürger in Kremnitz. Er stammt mit Sicherheit aus Nürnberg; siehe Lemmel-Stamm Bamberg-Nürnberg B-27/h.

 •  1441 Claws Lemmel in Kremnitz. In einem Register aus der Zeit des Kremnitzer Bürgermeisters Petrus Opitz stehen die Namen Cristinus und Claws Lemmel allein auf einer Seite.
[Statny Okresny Archiv Ziar nad Hronom (= Staatl. Kreisarchiv Ziar an der Gran), pobocka Banská Stiavnica (Zweigstelle Kremnitz), Archivfond Magistrat der Stadt Kremnitz, Abt.I, Gruppe 32., Fasc.1, Urk.Nr.b, Registrum angarie tempore iudicatus Petri Opicz, anno Domini 1441/12.2.-22.7.1441, S.10. - Mtlg Direktor Mikulás Celko 1991 mit Fotokopie]

→ Petrus Opitz, aus Kuttenberg stammend, war 1430 und 1441 Bürgermeister von Kremnitz. [Pohl 1982 Seite 81]

 •  1442,1443 in Kremnitz: Cristl (durchgestrichen: lemelin aydem), ..., Cristel der lemmelin aidem [S.4]; in einer Liste von Namen, die jeweils 4 fl zu geben hatten, steht drei mal Claws Lemmel [S.6]; unter der Überschrift "In der Statt" Lemllyny [S.7]; unter der Überschrift "Volergassen" Hans per Lemel seyn aydem (dann Hans durchgestrichen und Niclos daneben gesetzt) [S.12], Prewer yn claws Lemels gartten [S.14]; Cristl floheb (dann floheb durchgestrichen und daneben gesetzt:) lemmelin aydem [S.32].
[Statny Okresny Archiv Ziar nad Hronom (= Staatl. Kreisarchiv Ziar an der Gran), pobocka Banská Stiavnica (Zweigstelle Kremnitz), Archivfond Magistrat der Stadt Kremnitz, Abt.I, Gruppe 32., Fasc.1, Urk.Nr.c, Register census beati Georgii et Michaelis tempore iudicatus Jacobi Heckler, 1442-1443, S. wie angegeben. - Mtlg Direktor Mikulás Celko 1991 mit Fotokopie]

 •  1442-1443 im Einwohner-Verzeichnis von Kremnitz: Cristl Lemmelin in der Lokalität "Stará strekáren".
[Bezirksarchiv Ziar nad Hronom, Sign.I Abt.32 Nr.1b-c. - Mtlg Dir. Mikulás Celko 1991 durch Dir. Peter Hamala]

 •  14.4.1456 in Buda: König Ladislaus bestätigt der Civitas Crempniciensis Privilegien, wobei auf Urkunden des Königs Sigismundus von 1405 und 1434 Bezug genommen wird. Als Vertreter von Kremnitz sind genannt: Nicolaus Lemmel, Iudex (=Bürgermeister); Cristinus Rusthel (Rwsthel oder Krosthel) und Johannes Gutgesel, iuratori consules (= geschworene Schöffen); und Philippus Notarius. Ferner sind als Kremnitzer Bürger zweimal in der Urkunde genannt: Petrus Opetz, Erhard Seydel, Petrus Slagawff (=Schlagauf), Conrad Stok, Michael Markharth, und Cristinus. Es geht in der Urkunde um Kaufleute (Mercatores).
[Statny Okresny Archiv Ziar nad Hronom (= Staatl. Kreisarchiv Ziar an der Gran), pobocka Banská Stiavnica (Zweigstelle Kremnitz), Archivfond Magistrat der Stadt Kremnitz, Abt.I, Gruppe 1., Fasc.1, Urk.39a. - Mtlg Direktor Mikulás Celko 1991 mit Fotokopie]

→ Weitere Einzelheiten dieser lateinisch geschriebenen Urkunde habe ich noch nicht studiert. (HDL)

[Zuvor war mir für dasselbe Jahr ein anderes Quellenzitat mitgeteilt worden: 1456 Nicolaus Lemmel, Bürgermeister in Kremnitz: Bezirksarchiv Ziar nad Hronom, Sign.I Abt.35 Nr.1,16. - Mtlg Dir. Mikulás Celko 1991 durch Dir. Peter Hamala] - Es wäre noch zu überprüfen, ob dies eine zusätzliche Urkunde über Nicolaus Lemmel aus demselben Jahr ist. (HDL)


2015 10 22