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Conrad Lemlein n185 – Schöffe in Bamberg


Vater: B-25/b Heinz Lemlein n156

(* etwa ?1410), † vor 28.2.1452 in Bamberg

1428 Student in Leipzig. 1437-1450 in Bamberger Urkunden. 1446-1448 Stadtgerichtsschöffe.

Kinder:

vielleicht:

1. Hans, (* etwa ?1435) - Chorherr in Bamberg St.Jakob, siehe B-27/b

vielleicht:

2. Heinz, (* etwa ?1440) - Lederer in Bamberg, siehe Ba-27/ch

sicher:

3. Contz, (* etwa ?1445/1450) - in Bamberg und Frauendorf, siehe Ba-27/ck

Regesten:

 •  1428: Conradus Lemlein de Bamberg (in anderer Handschrift Lemlin) wird zum Wintersemester an der Universität Leipzig immatrikuliert; de nacione Bavarorum.
[Georg Erler: Die Matrikel der Universität Leipzig 1409-1559, Codex Diplomaticus Saxoniae Regiae, 2.Hauptteil Bd.16, Leipzig 1895, S.97]
[vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.100]

 •  9.7.1437 werden Cuntz und Claus Lemlein mit verschiedenen Gütern und Rechten belehnt, "die von heintzen lemlein Irem vater auff Sie kumen sind", darunter Lehenanteile in Unterleiterbach und Zapfendorf, sowie ein Gut zu Schammendorf 3 km südwestlich von Weismain.
[siehe Eintrag beim Vater Heinz]

→ Dicht bei Schammendorf südlich von Weismain liegt Wunkendorf, wo 1626 ein Fritz Lemblein lebt. Ein Sohn von Cuntz oder Claus Lemlein könnte den Hof in Schammendorf übernommen haben und in dieser Gegend Nachkommen namens Lemblein haben. (HDL)

→ 1557 gibt es zwei Müller namens Albrecht Lemplein in Weismain und Hans Lemplein in Crassach (1 km südlich Weismain). Ob diese auch zur Familie Lemlein gehören, halte ich für fraglich (HDL).

 •  20.5.1438: Cuntz Lemlein erhält 3/4 des Zehnten zu Gasseldorf bei dem Rotenbuhel die In von heintzen seinem Vater ankumen sind.
[StA Bamberg StB 5 (Lehenbuch des Bischofs Anton v.Rotenhan 1432/59 Bd.2 f.192; laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.96]

 •  1.7.1438: Lorenz Haller zu Nürnberg (der schon einen Anteil am Zehnten zu Zapfendorf besitzt) erhält ein weiteres Achtel am Zapfendorfer Zehent, das vordem Cuntz Lemlein, Bürger zu Bamberg, innegehabt hatte.
[Fürstl. Castell'sches Archiv, Kanzleiarchiv B Nr. C. I. c. 5, S.251 und C. I. c. 7, S.83. - Laut Haller: 96.BHVB 1957/1958, S.132/133. - Auch Internet 2011, Datenbank Unterfranken]

→ Der selbe Vorgang unten 1442 und 28.8.1448.

 •  12.11.1439: Contz Lemlein und sein Schwager Michel Ingram erscheinen vor dem bischöflichen Gericht in Bamberg wegen eines Zehent zu Gasselsdorf. Michel Ingram sagt aus, dass er diesen Zehent von seinem Schwiegervater Heintz Lemlein zur Hochzeit bekommen habe und ihn jetzt schon 14 Jahre innehabe (demnach war die Hochzeit um 1425). Contz Lemlein sagt aus, dass Heintz Lemlein den Zehent dem Michel Ingram allenfalls zur Nutzung gegeben habe, dass es aber ein Mannlehen sei, daher nur dem Sohn zukomme, und dass er selbst den Kaufbrief seines Vaters Heintz Lemlein über diesen Zehent besitze.
[StsA Bamberg, Urk. A 90 II, L.474, Nr.1123 vom 12.11.1439. Fotokopie durch Gerhard Lemmel 1984.]

 •  1439/1445 (nach dem Tod seines Vaters) klagt Kunz Lemlein vff der herterein hauß, das der hern zu sand Jacob ist, vmb 5 guldein ewigs gelts.
[Staatl.Bibl.Bamberg, M.v.O. Hs 1 (StGB 1439/1445) f.22. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.77.]

 •  1440 Lehenbrief: Mertein vom Liechtenstein, Dompropst zu Bamberg, belehnt Cuntz Lemlein, Bürger zu Bamberg, mit dem von seinem verstorbenen Vater Heintz Lemlein geerbten Zehend zu Welkendorff.
[GNM Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk.15]

 •  24.5.1442, Würzburg: Gunst- und Lehenbrief Kaiser Friedrichs des III. über Lehengüter, die Graf Wilhelm v.Castell verkaufte.
"Item Eberhard Zolner hat empfangen ain Zehent uff dem Hofvelde zu Hostett gelegen mit aller seiner zugehorung.
Item Larencz und Caspar Haller haben empfangen ain achtteil an dem großen zehent zu Czappendorff mit seinen rechten und zugehorung, als in Cuncz lembin Burger zu Bamberg Innegehabt hat. ...

 •  Im Index Lemlein statt Lembin. (Lembin dürfte eine Lesefehler für Lemlein sein. - HDL)
[Joseph Chmel: Regesta chronologico-diplomatica Friderici IV Romanorum regis. Auszug aus den im k.k.geheimen Haus-, Hof- und Staatsarchive zu Wien sich befindenden Reichsregistratur-Büchern vom Jahre 1440-1493. Wien, 1838, S.66 No.555. - 2009 auch online http:// regesten.regesta-imperii.de]

→ Die Lemlein haben als bischöflich-bambergisches Lehen Anteile am kleinen Zehent zu Zapfendorf. Zusätzlich hat Cuncz Lemlein hier einen Anteil am großen Zehent zu Zapfendorf, der an Graf Wilhelm von Castell kommt und von diesem an Lorenz und Caspar Haller, was 1442 von Kaiser Friedrich bestätigt wird. Das ist also kein bischöfliches Lehen sondern Reichslehen. (Wie kam Cuncz Lemlein zu diesem Lehen ???

 •  1444: Kunz Lemlein klagt gegen seine Schwester Margarete wegen eines fälschlich im Erbanteil des Kunz geschlagegenen Holzes.
[Staatl.Bibl.Bamberg M.v.O.Hs 1 StGB 1439/1445 f.352 vom 5.3.1444 und f.370 vom 6.7.1444. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.99]

 •  29.5.1445: Kunz Lemlein klagt zu Fritz Alten umb 20 gulden 19 Pfund 6 Pfennig 1 Rephun.
[HVB Rep.2/1 Nr.2 StGB 1445/1448 f.22. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.77. - HEL meint, dass hier ein verfallener Zins eines der Summe nach bedeutenden Grundbesitzes eingeklagt wird.]

 •  1.7.1446: Es kommt zu einer Zeugenvernehmung, anlässlich derer Els Krafft Malers wittib und alheit Suntagin dixit auf Ir trew und Eyde das sie nach heintzen lemleins selige tode ein teylunge zwischen seinen Kindern und eydemen als Contzen Lemlein, der Sampachin und anderen dortzu gehorende, gemacht haben und begriffen als umb pett, pfulben, Kussein, leylachen, deck, debich, hawffen gemacht darauf die loße gelegt und yede parthie unter In einen hawffen gehaben und dem Im das loße gegeben hett genomen, und daran ein gute genugen gehabt, auch In von allen parthien gedanckt, auch gesehen, das sie deßmalen zynnwerck, Silbergeschirre und andern haußrat auch guttlichen geteilt hetten.
[HVB Rep.2/1 Nr.2 StGB 1445/1448 f.201 vom 20.6.1446 und f.199 vom 1.7.1446. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.99/100]

 •  22.8.1446 unter den Zeugen: Conntz Lemlein.
[Stadtarchiv Bamberg, Online A21 22.8.1446]

 •  25.10.1446 kommt es nach inneren Unruhen um die Bamberger städtische Verfassung zu einem Schiedsspruch zur Beseitigung von Irrungen zwischen Rat und Gemeinde. Dabei sagt Contz Lemlein als Zeuge aus. (Er steht als Familien-Ältester und als Stadtgerichts-Schöffe auf Seiten der Bürgerschaft, in der Patrizier und Handwerker in einer Front stehen.)
[Stadtarchiv Bamberg, Online Datenbank Bestand A21 Urk.25.10.1446]
[Knochenhauer: Schiedsspruch.... In: 28. Ber.d.Hist. Vereins Bamberg 1865 S.132]
[vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.100]

 •  7.7.1446 und 22.8.1446 ist Contz Lemlein Stadtgerichtsschöffe in Bamberg.

 •  2.10.1447 ist Leml Schöffe in Bamberg.

 •  26.10.1447 ist Lemlein Schöffe in Bamberg.

 •  19.2.1448 ist Contz Lemlein Schöffe in Bamberg.
[HVB Rep.2/1 Nr.447 f.4' vom 22.8.1446. - HVB Rep.2/1 Nr.2 StGB 1445/1448 f.212 vom 7.7.1446, f.338 vom 2.10.1447, f.348 vom 26.10.1447, f.391 vom 19.2.1448. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.100]

 •  27.3.1447: Klaus Haller, Bürger zu Bamberg, verkauft Erträge von seinem "Rothof", der den Lehnsherren Kuntz von Lauffenholz und Thomas Aisch gehören. Siegel: Cuntz Lemlein, Claws Haller (letzteres Siegel abgefallen).
[Stadtarchiv Bamberg, Online Datenbank, Bestand A21 Urk. 27.3.1447-01]
[Geskänntes Siegel durch Dr.Zink 2008, danach Zeichnung H.D.Lemmel]


 •  27.3.1447 belastet Niklas Haller mit einer von dem Bamberger Bürger Cunz Lemlein gesiegelten Urkunde seinen Hof, Rodhof genannt, und den dabei gelegenen See zugunsten von Seitz und Anton Schweinfurter. Niklas Haller hatte den Rodhof von seinem 1433 gestorbenen Vater Conrad Haller geerbt.
[Hans Paschke, Heft 48: Der Rothof bei Bischberg. In: 108.Bericht des Hist.Vereins Bamberg 1972, S.184. - Laut Gerhard Lemmel 1981]

→ Cunz Lemlein siegelt hier wohl nicht als Schöffe sondern als Verwandter der Beteiligten und als Bürge.

 •  24.10.1447: Unter den Zeugen Conntz Lemlein.
[Stadtarchiv Bamberg Online A21 24.10.1447]

 •  26.2.1448: Gerichtsbrief über ein Haus der Elisabeth, Witwe von Endres Wetzel. Zeugen: Hanns Erbeit, Heinrich Eichelberger, Heinrich Snepf, Heinrich Hebrer, Heinrich Schultheis, Hans Brewtigam, Conrad Lemlein, Conrad Hiltpoltstein, Fritz Alt, Hanns Zerr, Conrad Gundloch, Hanns Hack u.v.a.
[StsA Bamberg, Urk.d.Klosters Langheim A 135 L.190 Nr.47. - Fotokopie durch GL 1984, keine Scheibmaschin-Umschrift]
[vgl. C.A.Schweitzer: Das Copialbuch der Cistercienser-Abtei Langheim. In: 25./26. Ber.d.Hist.Vereins Bamberg 1862/1863 S.81]

 •  28.8.1448: Lorenz Haller zu Nürnberg hat von Conrad Lemlein ein Drittel des Kleinzehents zu Zapfendorf erkauft und wird vom Bamberger Bischof Anton v.Rotenhan damit belehnt.
[StAB Standbuch 5 fol 219v u. 220v. - Laut Haller: 96.BHVB 1957/1958 S.134; und laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.101]

 •  1449 Lehenbrief: Jorg von Schaumburg, Propst zu Bamberg, belehnt die Gebrüder Hans und Michel Lemlein, Bürger zu Nürnberg, mit dem Zehend zu Welkendorfff, den Cuntz Lemlein (als Geschlechtsältester) bisher zu Lehen getragen und nun aufgesagt hatte.
[GNM Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk.17]
[vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.50 u.135]

 •  1450 hat Kunz Lemlein einen Hausbesitz in Bamberg (dessen topografische Bestimmung noch aussteht).
[Hans Paschke. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.74, hier ohne genaue Quellenangabe]

→ Der Vater Heinz wohnte Schillerplatz 2. Ebenso wohnte der Enkel Conrad Schillerplatz 2.

 •  Gestorben vor 28.2.1452, als sein unmündiger Sohn Contz erwähnt wird.
[siehe ausführlich beim Sohn Contz]

 •  "Zu Bamberg in S.Martins Kürch hangen auch zwey Schilt der Lemlin mit der Jarzahel 1436 und 1459."
[Staatsarchiv Nürnberg, Bestand Rst.Nbg. Hs.257. - Abschrift eines im Jahr 1593 geschriebenen Wappenbuches. - GL um 1975]

→ Die Jahreszahl 1436 bezieht sich eindeutig auf den Dekan Conrad Lemlein. Die Jahreszahl 1459 muss wohl richtig 1452 heißen und muss sich dann auf den gleichnamigen Neffen, den Schöffen Conrad Lemlein beziehen. (HDL)


2017 8 19