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Michael Lemel/Lemlein n171 – im Lemleinshof in Bamberg


Eltern: B-26/g Hans Lemlein n060, Hall-26/c Catharina Haller H360

(* etwa ?1423) (Bamberg), † vor 1474 (Bamberg)

1440 Michael Lemel de Babenberga an der Universität Wien. 1453-1470 Michel Lemlein Hausbesitzer und Bürger in Bamberg. Falls er einen Sohn hatte, dann von Bamberg abgewandert.

Regesten:

 •  Michel Lemlein (Sohn des Hans) Bürger in Bamberg. Zuletzt 1470 als Besitzer des Lemleinshofes genannt. Sein Vater, der Nürnberger Ratsherr Hans Lemlein, stirbt 1473. Nach seinem Tod gehen die Bamberger Lehen 1474 nicht an seine drei Söhne Michel, Hans und Caspar, sondern an Hans und Caspar und deren Vetter Michel (Sohn des Michel Lemlein). Michel (Sohn des Hans) muss also vor 1474 gestorben sein.

 •  In Bamberg keine Kinder bekannt geworden. Falls er einen Sohn hatte, dann dürfte dieser abgewandert sein.

 •  April 1440 ist Michael Lemel de Babenberga in der Universitätsmatrikel Wien unter "Natio Renensium" aufgeführt. Er zahlt für die Einschreibung 4 gr.
[Die Matrikel der Universität Wien, Verlag Böhlhaus Garz-Köln, Bd.1, 1956]
[vgl. Herbert E. Lemmel, "Miszellen" S.263]

→ Er mag 17-jährig studiert haben, also * etwa 1423. Der Herkunftsort in der Wiener Matrikel ist normalerweise der derzeitige Wohnsitz des Vaters. In Bamberg lebt zu dieser Zeit noch Hans Lemlein, der spätere Nürnberger Ratsherr, für den ein Sohn namens Michael auch 1461 beurkundet ist.

 •  1453 zahlt er in Bamberg keine Steuern sondern ein Vertragsgeld.
[Stadtarchiv Bamberg B 7/52 f.9; - laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.145, hier aber (wohl irrtümlich) dem gleichnamigen Onkel zugeordnet.]
[vgl. Herbert E. Lemmel, "Miszellen" S.267]

 •  1461 krank in Bamberg: 1461 verbucht der Bamberger Rat einen Betrag "für 6 Kanndeln Weyns ye Eyne maß umb x pf den man geschennckt hat Hannßlein Lemlein von Nüremberg Als er hie was am Monntag vor marie magdalene Ao lxj do sein bruder Michel krannck lagng."


[Stadtarchiv Bamberg, Rep.B7 Nr.63 f.188, Wochenstubenrechnung, Schennckung und Erung. Fotokopie durch Gerhard Lemmel. Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.143]

 •  Das Haus in Bamberg, Lange Gasse 4, liegt einerseits an Fritz Steiffs Haus, anderseits an Heinrich Wyeners Haus, mit seinem Hinterhaus an den Gang zwischen Fritz Steiffs und Michel Lemleins Hause.

 •  1470 sind für das "Steinerne Haus" Nr.125, Lange Gasse 8, genannt: Heinrich Wyener, "Heinr.Michel Lemlein".
[Stadtarchiv Bamberg B 11/110 S.36' 413; laut Hans Paschke: Die Lange Gasse zu Bamberg, Bamberg 1958 S.13 u. S.17, Heft 12 der Studien zur Bamberger Geschichte]

→ "Heinr.Michel Lemlein" heisst offenbar, dass das Haus aus dem Erbe des Heinrich Lemlein stammt (S. B-25/h) und jetzt dem Michel Lemlein gehört, wie im folgenden Regest bestätigt wird.

 •  1470: Michel Lemlein besitzt in Bamberg die zwei Steinhäuser des grossen Eckgrundstückes Nr.120 (Habergasse 2). Er zahlt dafür zwei Zinse von je 15 solidi zu Walburgis und Martini an den Obleier des Klosters auf dem Münchberge, sowie einen Zins von 9 solidi zu Egidi an den Hospitalier des Klosters. Der Eintrag lautet:

 •  Michel Lemlein von zwei steinen Häusern im Czinkenwerde etwan Heinz Lemleins und etwan Braun Wagners (= Vorbesitzer) hinten an Fritz Steyfen, vorn und neben einseits an die gemeine Straßen in den Czinkenwerd gen dem Badhaus über am Eck, anderseits an Hans Vogels Haus.

 •  Laut Randnotiz wird der Zins 1473 abgelöst, so dass dieser Besitz fortan nicht mehr im Zinsbuch aufscheint.
[Zinsbuch StA Bamberg StB 4306 f.21, laut: Hans Paschke, Lämelinsgasse...., 101.Ber.d. Hist. Vereins Bamberg, 1865 S.280]
[vgl Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.155]

 •  30.7.1470: Michel Lemleins Haus im Zinkenwörth.
[Stadtarchiv Bamberg Urk. vom 30.7.1470; laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.155]

 •  15.11.1470: Lehensrevers des Michel Lemlein Burgers zu Bamberg über 2 halbe Lehen zu Altendorf, das Fischerlehen genannt, die ihm die Äbtissin Kunegund geliehen hat. Siegel: Lamprecht Lorper.
[StsA Bamberg Standbuch A139 Urkunden des Klosters St.Theodor in Bamberg, Lade 272 Nr.100. - Fotokopie und Maschinschrift GL 1984]

 •  1471 Bamberg: Conntz Kun zu Bamberg hat ein Haus in dem Zinckenwerde an der Padstuben gegen Michel Lemleins Hawse gericht. Er hatte es von Contzen Beyprechten gekauft und einigt sich jetzt mit Friedrich Helt Camermeister wegen des Zinses, der in vielen Jahren nicht gegeben worden war.


[StsA Bamberg Standbuch 549 Kammerlehenbuch 1452/80 f.109. - Fotokopie und Maschinschrift GL 1981. - Der Eintrag ist nicht datiert, der vorangehende Eintrag ist von 1471.]
[vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.155, hier (warum?) datiert auf 10.9.1471]

→ Um 1472 muss er gestorben sein. Sein Vater Hans stirbt 1473, und danach kommen die Bamberger Lehen nicht an seine drei Söhne Michel, Caspar und Hans, sondern an Caspar und Hans sowie deren Vetter Michel Lemlein. Die folgende Urkunde muss sich also auf den Vetter Michel (Sohn des Michel) beziehen. (HDL)

 •  10.11.1474 verkauft Abt Eberhard von Venlo "dem ersamen, unnsen besunder lieben Michelin Lemlein, Burgern zu Bamberg und seinen Erben" des Klosters Zins von 15 Schilling zu Walburgis und Martini und 9 Schilling zu St.Gilgentag von zwei Steinhäusern im Zinkenwerde und alle versessenen Zinse, um 11 Gulden rheinisch.
[StsA Bamberg Standbuch 4238 (nicht 4328) Lehenbuch des Abtes Eberhard v.Venlo, S.77, 77'. - Fotokopie durch GL 1981.]
[vgl. Hans Paschke: Lämleinsgasse...., 101.BHVB 1965 S.280]

→ Die Ablösung des Zinses auf den 2 Steinhäusern (=Lemleinshof) erfolgte bereits 23.5.1473, laut Randvermerk im Zinsbuch beim Eintrag von 1451 für Heinz Lemlein: Dieser Zins hat lange im Irrtum gestanden. Jetzt ist vereinbart worden, dass sie 11 fl für die Rückstände und für alles zahlen, so dass sie hinfort nichts mehr geben werden. Vocem Jocunditatis (23.5.)1473. [Paschke]

 •  1492 wohnt Hans Mulner, Schreiber des Stadtbauhofes und des Reichen Almosens, im Lemleinshof in Bamberg (den er wohl für den Eigentümer Michel Lemlein, der seit 1485 in Nürnberg lebt, verwaltet).

 •  Danach wird der Lemleinshof verkauft; Verkaufsurkunden sind nicht erhalten. Das später so genannte Haus zur weißen Lilie, Nr.119, Habergasse 5, wird abgetrennt und ist 1516 im Besitz von Sebald Kag, Gralodner. Der verbleibende größere Teil, das Eckgrundstück Nr.120, Habergasse 3, heisst fortan Lemleinshof und ist 1512 im Besitz von Marx Markmüllner.
[Stadtarchiv Bamberg B 5/80 1492; laut Hans Paschke, "Lämleinsgasse..."]

Fehlerhinweis:

 •  Bei Herbert E. Lemmel ist dieser Michel Lemlein nicht bekannt, und diesbezügliche Regesten hatte er daher irrtümlich anders zugeordnet.

Hinweis:

 •  1474, nach des Ratsherrn Hans Lemlein Tod, übernehmen nicht seine drei Söhne Michel, Hans, Caspar die Lehen des Vaters sondern nur Hans und Caspar, die in Nürnberg leben. Ich schließe daraus, dass Michel vor 1474 kinderlos starb. (Er könnte freilich auch abgefunden oder abgewandert sein, so dass er aus den Lehen ausschied, aber dafür habe ich keinen Hinweis gefunden.) Sein Nachfolger im Besitz des Lemleinshofes wurde der jüngere gleichnamige Vetter. Von welchem der beiden Michel die Zinsablöse vom 23.5.1473 vorgenommen wurde, ist unklar.


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