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Franz Lemlein/Goltsmit n239 – Goldschmied und Bürgermeister in Bamberg


Eltern: Gosm-25/n Franz Goldsmit n237, B-25/n (Tochter) Lemlein n168

(* etwa ?1400), † 1459/1460

Ab 1422 in Bamberg beurkundet. 1435 Genannter, 1436 Gold- schmied, Pfleger und Baumeister der Oberen Pfarre. 1453 Bür- germeister. Guttäter des Klosters St.Clara.

∞ mit Elisabeth .... n093

(* etwa ?1405), † 1460

Kinder:

1. Margarete Lemlein n047, (* etwa ?1425)
Klosterschwester St.Clara. (?) Zu überprüfen! Eine Margarete Lemmel, Äbtissin von St.Clara, stammt aus Nürnberg!

2. Agnes Lemlein n255, (* etwa ?1428)
Äbtissin des Clara-Klosters in Bamberg. (?) Zu überprüfen! Äbtissin von St.Clara ist Margarete Lemmel aus Nürnberg.

3. Hans Lemlein, (* etwa ?1430) - in Bamberg, siehe Ba-27/o

4. Franz Lemlein, (* etwa ?1435) - Geistlicher in Bamberg, siehe Ba-27/p

5. Anna Lemlein, (* etwa ?1435) - ∞ Seeau, siehe Ba-27/q

Regesten:

 •  1422: Frantz Lemlein in Bamberg hat in feod zwey Hewser, Stedel und zwen Garten gelegen vor den Stegn in den Hofen vor der Stat Bamberg und ein Vischweide daselbst gelegen, die do gen von den alten Stegen die uf die Spitalpewnt gingen biss an Ditrich Gundlochs Vischweide die er umb Contzen Fleischmann vortzeiten kauft hat...
[StsA Bamberg Standbuch 3 S.73', Lehenbuch des Bischofs Friedrich III von Aufsess 1421-1432. - Fotokopie GL 1981]

 •  11.5.1422 dasselbe als Revers des Francz Lemlein.
[StsA Bamberg, Bamberger Bürger- und Bauern-Urk. A 101 L 372 (Domkapitel) Nr.21. - Fotokopie und Maschinschrift GL 1984] [vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.121]

 •  14.4.1422: Dasselbe Lehen im Lehenbuch des Bischofs Friedrich III v.Aufsess (1421-1432) [StA Bamberg StB 3 f.35']. Im Lehenbuch des folgenden Bischofs, Anton v.Rotenhan, sind dieselben Häuser und Stadel für Frantz Goltsmid verzeichnet, der alles von Cuntzen Fleischman gekauft habe [StB 5 Bd.II f.189]. Hier erweist sich die Identität von Franz Lemlein und Franz Goltsmid.
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.121f]

 •  Ewiggeld, das durch die Stadt Bamberg ab 1435 in Höhe von 4 Gulden an Franz Lemlein bezahlt wird: eine letzte Zahlung unter "Ewig gult in Bamberg und Errtfort", "idem dedimus franntzen goltsmid und ist des letzsten betzalt auf Martin xxxviii 16 guld".
[Wochenstubenrechnung, laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.126]

→ Hier wird Ewiggeld teils nach Erfurt gezahlt: In Erfurt lebt 1640 der Goldschmied Hans Lemmel, dessen Herkunft unbekannt ist. Freilich liegen zwischen 1435 und 1640 200 Jahre, so dass hier eine Goldschmiede-Kontinuität kaum anzunehmen ist. (HDL)

 •  11.4.1435: Franz Goltsmit als Genannter ohne weitere Angaben im Pflicht- und Eidbuch der Stadt Bamberg für "unser frawen pfar" aufgeführt.
[Stadtarchiv Bamberg B 4/34, Pflicht- und Eidbuch der Stadt Bamberg, f.15'. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.126/127]

 •  1436: Franz Lämmlein, Goldschmied, ist mit Jakob Kuntz Pfleger der Liebfrauenkirche zu Bamberg.
[Karl Sitzmann: Goldschmiedekunst und Goldschmiede in Oberfranken. In: Arch. f. Gesch. u. Altertumskunde von Oberfranken, Bd.30 Heft 3, Bayreuth 1929, S.57. Dabei Fußnote: Siehe Looshorn IV 1047.]
[Karl Sitzmann: Künstler und Kunsthandwerker in Ostfranken. In: Die Plassenburg Bd.12 Kulmbach 1957 S.334]

→ Diese beiden Urkunden von 1435 und 1436 zeigen, dass Franz Goltsmit und Franz Lämmlein, Goldschmied, identisch sind.

 •  5.3.1436: Bamberger Bürger müssen 640 Gulden aufbringen, die an den Bischof Hans von Rotenhan zu zahlen sind. Darunter Franz Lemlein 30 fl und Hans Lemlein 30 fl. Franz erhält den Betrag bald zurück.
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.126. Hier zitiert: HVB Rep.2/1 Nr.1530 (Wochenstubenrechnung 1435/37) Umschlag Vorderdeckel Innenseite beiliegender Zettel. - Stadtarchiv Bamberg B 7/45 (Wochenstubenrechnung 1437/38) f.20'.]

→ HEL gibt nicht an, ob hier Franz als Lemlein oder Goltsmit genannt ist. Er gibt ohne Begründung an, dass mit Hans Lemlein der Sohn des Heinz gemeint ist; ich vermute vielmehr, dass der Ratsherr Hans Lemlein gemeint ist, also der Sohn des Hans. (HDL)

 •  1350 Cunz Zollner in Bamberg, Grundstück 1618, Judengasse 9. Frühere Besitzer nicht zu ermitteln.

 •  1405 Cunz und Agnes Taschenberger, Kürschner, verkaufen 1412 von diesem Grundstück eine Jahresgült von 2 fl an Albrecht Münzer verkaufen.

 •  1437 erwirbt der Goldschmied Franz Lemlein von diesem Grundstück einen Jahreszins von 4 fl und 1 Fastnachtshenne für die Ausstattung seiner Tochter Margarete als Klosterschwester zu St.Clara.

 •  1460 besitzt dieses Grundstück der Schneider Hans Hasel.
[H.Paschke: Judenhof..., Studien... Heft 36, 1969, S.34]

→ Der Eintrag von 1437 muss überprüft werden. Etwaige Töchter von Fanz Lemlein sind zu dieser Zeit noch sehr jung; dennoch mag der Vater eine noch unmündige Tochter in das Kloster einkaufen. Laut Herbert Lemmel heißt diese Tochter jedoch Agnes; sie wird später (wann?) Äbtissin von St.Clara. Später wird auch Margarete Lemmel Äbtissin von St.Clara; sie stammt aber aus Nürnberg!

 •  1436-1441: Franz Lemlein Goldsmit ist Pfleger und Baumeister der oberen Pfarre in Bamberg.
[Hans Paschke: Judenhof... S.34; vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.126/127]

 •  1439-1446: Franz Goldschmit führt in Bamberg verschiedene Prozesse.
[Staatl. Bibl. Bamberg, M.v.O. Hs 1 (StGB 1439/1445), laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" Seite 127 Fußnote 431; dort auch weitere Einzelheiten.]

 •  Ab 1447 Franz Lemlein Schöffe des Stadtgerichtes und Ratsherr in Bamberg.
[Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.128]

 •  29.5.1447: Franz Lemlein der Goldschmied; Hans Dornheim, Pfleger; und Ulrich Linßner, Spitalmeister zu St.Elisabeth am Sande, bestätigen eine Stiftung.
[Stadtarchiv Bamberg, Online Datenbank Bestand A21 Urk. 29.5.1447-02]

 •  25.5.1448: Die Stadt Bamberg hat bei 30 Nürnberger Bürgern (darunter Hanns Lemlein) einen Kredit aufgenommen. 19 Bamberger Bürger (darunter Frantz Lemlein) zeugen als Selbschuldner und siegeln.


[Stadtarchiv Bamberg, Online Datenbank Bestand A21 Urk. 25.5.1448-02]
[Geskänntes Siegel durch Dr.Zink. Danach Zeichnung von H.D.Lemmel]

 •  1449-1459 erhält er ein Ewiggeld, wobei er mehrmals abwechselnd Franz Goldschmit oder Franz Lemlein genannt wird. Im Jahre 1460 empfangen seine Kinder diese Rente zum letzten Male.
[Stadtarchiv Bamberg Rep.7/61, 7/63, 7/64, Wochenstubenrechnung 14, Ausgeben: Ewig Gelt in Bamberg. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.125]

 •  1452-1455 führt Franz Goldschmit mehrere Prozesse. Darunter klagt er 1453 "an stat des Spitals". 1455 Prozess von "Franntz des Franntzen goltsmids Sone".
[Hist. Verein Bamberg, Archivalien im Stadtarchiv Bamberg, Rep. 2/1 Nr.3 (StGB 1452/55). - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.128 Fußnote 433; dort auch weitere Einzelheiten.]

 •  26.11.1453 ist Franz Lemlein Bürgermeister in Bamberg.
[Hist. Verein Bamberg, Archivalien im Stadtarchiv Bamberg, Rep. 2/1 Nr.3 (StGB 1452/55) f.185. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.129]

 •  1458: "Franntz lemlein goltsmit genant" stiftet, zusammen mit seiner Frau Elisabeth und mit Zustimmung seiner Söhne Johannes und Franz und seiner Tochter Anna verehelichten von Seckau, einen Jahrestag.
[StA Bamberg Rep. A 115 Urk.490 Lade 46 vom 17.2.1458. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.125]

 •  29.10.1460 wird im Nekrolog des Klarissenklosters verzeichnet: "Franciscus Lemlein, goltsmid, Elisabeth s(eine) e(heliche) Wirtin".
[Bay. Nationalmuseum München Hs 1179, Nekrologium des Klarissenklosters zu Bamberg f.305. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.125]

 •  Nach seinem Tod wird sein Haus von seinem Sohn Hanns übernommen:

 •  15.12.1460: ... an hannsen frantzen lemleins hawse stoßende ...
[StA Bamberg Rep. A 115 Urk.491 Lade 46. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.89 Fußnote 296]

 •  Franziscus Lemlein, Goldschmied, und Elisabeth seine ehl. Wirtin sind unter den Guttätern des Klosters Sankta Clara in Bamberg genannt. Item Wenzel von Seau und Anna seine Wirthin thaten dem Frauenkloster viel Gutes.
[Guttäterbuch St.Clara von 1497. - In: 38. Ber. d. Hist. Vereins Bamberg 1875 S.80]
[M. Landgraf: Das Jungfrauenkloster Sankta Clara der strengen Regel zu Bamberg. Bamberg 1838, S.49.]

 •  1497 stiften Hans und Katharina Lemlein 20 und 6 fl an das Kloster St.Clara zu Bamberg für die verstorbenen Franz und Elisabeth Lemlein, Goldschmied.
[Nekrolog St.Claren zu Bamberg. - Mitgeteilt von Hans Paschke]

→ Weitere Einzelheiten siehe Herbert E. Lemmel, "Herkunft" in: 101. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, 1965, Seiten 119-130. Hier sind freilich manche Urkunden nicht der richtigen Person zugeordnet.

>Fehlerhinweis:
Herbert E. Lemmel gibt in [Beitrag..., 116.BHVB S.115-125, siehe Tafel IV] als Vater von Stefan und Paul Lemmel von Reichertshofen an: Hans Franz, der 1398 dem Burggraf von Nürnberg Urfehde schwört, zusammen mit seinem Vater Walther Franz, dessen anderer Sohn Franz Lemlein Goldschmit sein soll. Das ist unverständlich und sicher falsch. (HDL)

Regesten zu Elisabeth ....:

 •  † 1460 [Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.125]

Regesten zu Margarete Lemlein:

 •  1437 kauft der Goldschmied Franz Lemlein von dem Bamberger Haus Judengasse 9 einen Jahreszins von 4 fl u. 1 FNHenne für die Ausstattung seiner Tochter Margarete als Klosterschwester zu St.Clara.
[H.Paschke: Judengasse... S.34]

Regesten zu Agnes Lemlein:

 •  Agnes Lemlein, Tochter des Franz, ist Äbtissin des Clara-Klosters in Bamberg.
[StsA Bamberg Rep.140 Urk.309 L.151 St.Klarakloster; Nürnberger Briefbücher Tom.37 Fol.232. Laut Herbert E. Lemmel, Sozialer Strukturwandel..., in: Aktuelle Themen zur Genealogie Heft 6, 1959, S.23.]

 •  Herbert E. Lemmel gibt nicht an, wann sie als Äbtissin belegt ist und wieso er sie als Tochter von Franz annimmt.


2009 9 24