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Die Lemlein-Porträts von Fenitzer


Für den Nürnberger Zweig der Bamberger Lemlein gibt es drei Porträt-Bilder.

    
Es gibt drei Lemlein-Porträts mit folgenden Inschriften:
- Hanns Lemlein in Nürnberg anno 1351
- Hanns Lemlein in Nürnberg, ward des Raths 1447, starb 1473
- Hanns Lemlein in Nürnberg anno 1490

Diese Porträts sind von Georg Fenitzer, auch Fennitzer, der 1670-1700 in Nürnberg wirkte und hier
"Schabkunst"-Porträts produzierte, die zur Illustration der in dieser Zeit entstandenen Genealogien der alten Nürnberger Ratsfamilien dienten. "Schabkunst" ist eine Kupferstecher-Technik auf Platten, die vielmals abgedruckt werden konnten. Abdrucke gab es teils auf losen Blättern, teils in den gebundenen Genealogie-Handschriften.

Von den drei Hanns Lemleins habe ich die von 1351 und von 1490 als Original-Blätter an der Wand hängen. Vom Bürgermeister 1447/1473 war kein Original mehr aufzutreiben. Eine gute Fotografie gab es beim Korbschen Sippenarchiv in Regensburg.

Nun sind leider viele, wenn nicht die meisten dieser Bilder Fantasieprodukte. Wenn Ölporträts vorhanden waren, hat Fenitzer vermutlich diese als Vorlage benutzt. Wenn keine vorhanden waren, hat er frei erfunden.

Beim Ratsherrn Hanns Lemlein stimmen die Daten 1447/1473, und das Bild sieht aus wie ein echtes Porträt. Es erscheint mir glaubhaft. Aber beim Hanns Lemlein "in Nürnberg anno 1351" stimmt nichts. Um diese Zeit gibt es hinreichend viele Urkunden, so dass man behaupten kann, dass es 1351 in Nürnberg keinen Hans Lemlein gegeben hat. Den Hanns Lemlein anno 1490 gab es tatsächlich, aber ob das Porträt echt ist, lässt sich nicht feststellen.

Zum Hanns Lemlein von 1351 kann man nun ein wenig spekulieren. In den verschiedenen Nürnberger Lemlein-Genealogien gibt es Richtiges und Falsches, aber keinen "Hanns Lemlein in Nürnberg anno 1351". Fenitzer hatte also gar keine Ursache, diesen zu erfinden. Falls dem Porträt eine Vorlage zugrunde liegt, dann könnte es nur der gleichnamige Vater des Bürgermeisters sein, aber der lebte in Bamberg und erst um 1400. Es wäre also durchaus denkbar, dass es ein Ölbild vom Vater des Bürgermeisters gegeben hat, und dass Fenitzer dieses als Vorlage nahm, aber die Lebensdaten nicht wusste und "Nürnberg 1351" irrtümlich dazusetzte.

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