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Benedict Lämpl/Lampel p213 – aus Bruck/Mur in Geising/Erzgeb.


Eltern: Br-29/a Georg Lämpel p205, Magdalena von Pfeilberg p210

(* etwa ?1505)

1557 in Bruck an der Mur als "außer Landes" erwähnt. 1546-1552 in Geising im sächs. Erzgebirge.

Sohn:

1. Melchior Lempel, (* etwa ?1545) - Pfarrer in Weissenborn., siehe Lmps-31/f

Regesten:

1.Benedikt Lämpl in der Steiermark,außer Landes

 •  26.12.1557: Ich Hanns Huebler der Elter für unsern Cristofn Lämpl Bürger zu Pruck an der Mur underthan, Rosina sein Erbliche Hausfrouw, weiland Blasius Schuster zu Michldorf seligen gelassen Tochter, für uns selbst und anstatt unsers Schwagern und Brudern Benedict so außer Landt ist, des wier uns volmechtig ... bekennen, dass wir verkauft haben dem Caspar Mader unser zugefallen erblich gerechtigkeit so uns von weiland Cristofl unsern schwagern und Vettern etbo(?) wenidirt(?) Fux glassen Sun seligen. - Das Erbteil gehört zum Kloster Göß.
[Steiermärkisches Landesarchiv Graz, Allgemeine Urkundenreihe.]

→ Göß ist heute südlicher Vorort von Leoben. Michldorf dürfte St.Michael 10 km südwestlich von Leoben sein.

→ Der genannte Schwager und Bruder Benedikt dürfte Schwager von Hanns Huebler und Bruder von Cristof Lämpl sein. Benedikt, der "außer Landes" ist, dürfte identisch sein mit Benedix Lampel, der 1546-1552 im Bergbaugebiet bei Freiberg im sächsischen Erzgebirge nachweisbar ist.

→ Wolfgang Lempel in Steyr, ein Neffe von Cristof Lämpl in Bruck, heiratet um 1590 nach Freiberg, womit sich die Beziehung der obersteirischen Lämpl nach Freiberg wiederholt.

2.Benedix Lampel in Geising im sächsischen Erzgebirge

 •  1546 im alten Geußingergrunde: Benedix Lamprecht. Ebenfalls genannt: Lamprechts Haußgenoß.

 •  1547 im alten Geysinger Grund: der Gärtner Bendix Lampricht.

 •  1551 im alden Geusingergrunde: Benedix Lampel.

 •  1551 im Geussinger Grunde: Benedix Lampell, zahlt Heuptgelt.

 •  1552 im Geußinger Grunde: Bendix Lampe.
[Staatsarchiv Dresden, Landsteuerregister, laut Kurt Wensch, durch Herbert Kotzerke; und zwar Nr.326 Bl.489 u.490; Nr.328,1 Bl.28; Nr.333 Bl.95b; Nr.343 Amt Aldenbergk Bl.269 u.271; Nr.373 Amt Altenberg Bl.461]

 •  Ein Sohn muss der Pfarrer Melchior Lempel "aus Geising" sein.

→ Dass er 1547 als "Gärtner" bezeichnet wird, beruht auf dem Zufall, dass er wegen seines Gartenbesitzes im Steuerregister genannt wird. "Gärtner" ist hier keine Berufsangabe. Da sein Sohn studiert, muss er wohlhabend sein. Der Wohlstand muss mit dem Geisinger Zinnbergbau zusammenhängen. Zusammenhang mit dem Bergbau beweist auch der Sohn Melchior, der die Magdalena Rudel heiratet, die wohl sicher aus der bekannten Bergunternehmer-Familie Rüdel stammt [Hinweis von H.Kotzerke].

→ Wappen: Die Nachkommen namens Lempelius führen im Wappen ein Osterlamm mit Kreuzfahne. Es ist sehr ähnlich wie das Wappen der Lämpl in der Steiermark.

→ Geising liegt etwa 30 km südlich von Dresden dicht an der böhmischen Grenze an der Paßstraße Dresden-Prag. 30 km westlich von Geising liegt Freiberg. Geising hatte ein altes Zinnbergwerk. Bereits 1451 werden "die Zinner gemeinlich auf dem Geusing" durch ein kurfürstliches Privileg mit einem freien Markt und mit dem Stadtrecht begnadet.
[Hubert Ermisch: Das Zinnerrecht von Ehrenfriedersdorf, Geyer und Thum. In: Neues Archiv f. Sächs. Gesch. u. Altertumskunde Bd.7, Dresden 1886, S.94ff.]


2015 10 19