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Wolfgang Lempel/Lämpl p216 – Prediger in Steyr und Freiberg


wahrscheinlich Vater: Br-30/d ... Lämpl p023

* 1541/1542 in Kirchdorf, † 28.3.1614 in Freiberg

1576 Prediger in Steyr, ab 1601 Prediger in Freiberg. Auch Agnellus genannt.

∞ (etwa ?1578) in Steyr mit Dorothea Alnpeck pb61

* 1540 in Freiberg

Siehe Alnp-28/i

ihre Eltern: Valentin Alnpeck pb63, * 1501, † 4.9.1579
Siehe Alnp-27/i; ∞ mit Margarete Rülein pg98, (* etwa ?1520).

sie ∞1) vor 1572 in Freiberg mit Basilius Kammerhöfer pb62

(* etwa ?1530), † wohl um 1575 in Steyr

Prediger in Freiberg. Seit 1566 Prediger in Steyr.

Sohn:

1. Hans Lämpel p217, (* etwa ?1580) in Steyr
Wird 1605 als Tuchschärer von Steyer Bürger in Freiberg.

Regesten:

Zusammenfassung:

 •  * 1541/1542 in Kirchdorf. Sein Vater ist nicht beurkundet. (Sein Vater oder Onkel dürfte Wolf Lampl in Bruck an der Mur sein - HDL). Er wird Mönch im Kloster Garsten bei Steyr, wird protestantisch und heiratet die Witwe des Basilius Kammerhöfer, der als evangelischer Prediger 1566 aus Freiberg nach Steyr berufen worden war. 30 Jahre Prediger in Steyr, bis er 1600 vertrieben wird und nach Freiberg/Sachsen geht.

→ Die Stadtpfarrkirche in Steyr war 1550-1599 evangelisch. Bei Nachforschungen war hier nichts über Wolfgang Lampel festzustellen.

→ Der Geburtsort ist vermutlich Kirchdorf an der Krems, 25 km südwestlich von Steyr und Garsten. Es wird aber auch berichtet, dass es Kirchdrauf in der Zips sei. Was ist richtig?

Im einzelnen:

 •  10.1.1598: Hanns Muth und Hieronymus Händl, beide Räte der Stadt Steyr, erscheinen vor dem Landeshauptmann... und nehmen eine in kaiserlichem Namen gehaltene Weisung entgegen. Darnach sollen sie ihre Kirchen sperren, die Prediger des Landes verweisen und den Pfarrer Wolffgang Lämpel auf das Schloss nach Linz abführen.
[Stadtbücherei Wien, Schreibmaschine "Linzer Regesten", A II S.253 Regest 785. Hinweis: Valentin Preuenhueber, Annales Styrenses S.319f]

 •  Wolfgang Lempel "von Kirchdorff", † 28.3.1614 in Freiberg, 73 Jahre alt. Er wird 1601 Mittagsprediger in Freiberg, nachdem er 30 Jahre im Predigtamt in Steyer gewesen war, von wo er wegen der reinen Lehre des Evangelii verjagt wurde.
[Andreas Moller Pagauus: Theatrum Freibergense Chronicum, Freiberg 1653, Teil 1 Cap.4 Seite 254]

 •  Wolfgang Lempel, geboren 1542 in Kirchdorf, 1576 Pfarrer in Steyr/Österreich, 1600 verjagt, 1601 Mittagsprediger am Dom in Freiberg, gestorben 1614.
[Reinhold Grünberg: Sächsisches Pfarrerbuch, Freiberg 1939/1940, laut G.Lemmel und R.Windisch] [vgl Herbert E.Lemmel, Nachkommen Bd.2 S.170]

 •  Wolfgang Lempel, oder nach damaliger Art Agnellus, von Kirchdorf gebürtig, war vorher in Oberösterreich zu Steyer schon im Predigtamt gewesen, kam hieher 1601 und starb 1614 im 73sten Jahr seines Alters. - Der Superintendent Gensreff hat ihm dieses Eptaphiolum gemacht:

 •  Antiquae virtutis homo, pietatis imago, Agnellus totus hic habet ossa sua.
[Karl Gottlieb Dietmann: Die gesamte der Augsp. Confession zugetane Priesterschaft in dem Kurfürstentum Sachsen..., Dresden/Leipzig 1753. - Laut G.Lemmel und Heinz v.Quennaudon]

 •  Wolf Lempel aus Steyr in Österreich, Mittagsprediger im Dom, gestorben 1614.
[P.Knauth: Freiberger Familiennamen vom Mittelalter bis zum 19.Jh. und ihre Herkunft. In: Mtlgn des Freiberger Altertumsvereins Heft 55, Freiberg 1925, S.42]

 •  Andreas Reumann/Renmann, gebürtig aus Torgau, erhielt im Jahr 1584 von dem Rat der Stadt Steyer den Beruf zu einem Diacono bei der dasigen Evangel. Gemeine, und ward mit Genehmhaltung des damaligen Abts zu Gärsten angenommen. Als aber anno 1599 das Evangel. Exercitium in der Stadt auf Befehl des Kaysers musste aufgehoben werden, so musste derselbe nebst seinen Collegen, Wolffg. Lempeln, M. Joach. Müllern und Balth. Richtern (in Leipzig geboren), der Gewalt weichen und aus dem Lande ziehen; wie er sich denn mit Lempeln nach Wittenberg begab.
[Bernhard Raupach: Evangelisches Österreich, 2 Bde Hamburg 1738,1741. Bd.1 S.148. - GL 1980]



[Bernhard Raupach: Presbyterologia Austriaca oder Historische Nachricht von dem Leben, Schicksalen und Schriften der Evangelisch-Lutherischen Prediger, Hamburg 1741, Seiten 89/90. - Kopie 1984 durch W.Hofr. Dr. Alois Zauner, Dir. Oberöst. Landesarchiv Linz]

 •  Wolfgang Lämpl, Mönch im Kloster Garsten bei Steyr. Tritt zum Protestantismus über und heiratet. Widerstand gegen die katholische Gegenreformation.

 •  Anfangs 1598 wird in Linz vom Landeshauptmann und dem Kommissär Dr. Paul Garzweiler einer Gesandtschaft der Gemeinde Steyr eröffnet, dass bei Vermeidung einer Pön von 4000 Dukaten 1. die Kirchen sogleich zu sperren, 2. die Prediger aus dem Lande zu schaffen seien und 3. der Pfarrer Wolfgang Lämpl auf das Schloss nach Linz zu bringen oder sicher zu verwahren sei. Alle Einreden der Gesandten werden kurzer Hand abgewiesen.

 •  Es wurde eine 247 Folioseiten umfassende Schutz- und Verteidigungsschrift mit ausführlicher Darlegung des Bekenntnisses verfasst. Der Verfasser ist nicht genannt.

 •  Wahrscheinlich wurde die Schrift verfasst vom evangelischen Ministerium, dem damals angehörten: Wolfgang Lämpl als Pfarrer, M. Joachim Müller, M. Balthasar Richter als Prediger, Andreas Renmann und Georg Scheidthauff als Diakone.
[F.Selle: Eine Bekenntnisschrift der Stadt Steyr vom Jahre 1597. - Jahrbuch der Ges. f. d. Gesch. des Protestantismus in Öst. Bd.25 1904 S.165ff. - GL 1976]

 •  Kirchdrauf in Ungarn, Zips: In dieser Stadt, damals Kirchdorf genannt, welche frühe das Evangelium angenommen, war Wolfgang Lempel (Lämpel, Agnellus) 1542 geboren. Er war anfangs Benediktiner und Cooperator in Garsten in Oberösterreich und wurde 1576 evangelischer Stadtpfarrer im nahen Steyr. Von dort Ende 1599 oder 1600 vertrieben, wurde er 1601 Domprediger zu Freiberg und starb 1614 den 28. März.

 •  Andreas Reumann aus Torgau, der dort und in Wittenberg studiert hatte und 8.Juli 1579 in Wittenberg als Diakonus ordiniert wurde, wirkte von 1573-1579 an der Stadtschule Speyer. Mit Lämpel und M. Joachim Müller, der am 23.5.1595 dem unglücklichen gefangenen Herzoge Johann Friedrich von Sachsen die Leichenpredigt gehalten hatte und nun unter dem Schutze der Freiherren Jörger Pfarrer zu Atzbach im Hausruckkreise wurde, und Balthasar Richter ging er in die Verbannung und wandte sich mit Lämpel nach Wittenberg.
[Scheuffler: Der Zug der österreichischen Geistlichen nach und aus Sachsen. - Jahrbuch der Ges. f. d. Gesch. des Protestantismus in Öst. Jg.11 (1890) Nr.302, Bd.24 (1903) S.210 Nr.693. - GL 1976]

 •  Von den Lehrern der Domkirche in Freiberg:

 •  Wolfgang Lempel. Er liess sich auch nach damaliger Art lateinisch Agnellus nennen. Von Kirchdorff gebürtig. Nachdem er allbereit in der Stadt Steyer 30 Jahr lang im Predigt-Amte gewesen, so ward er, bey damaligen Verfolgungen der Evangelischen, in gedachtem Lande, nebst anderen, verjaget, hier aber den 3. Dec. Anno 1601 zum Mittags-Prediger angenommen, und starb den 28. Mart. Anno 1614 im 73. Jahr seines Alters. Superintendent Genssreff allhier hat ihm nachfolgende Epitaphium gesetztet: Antiquae virtutis homo, pietatis imago, Agnellus totus hic habet ossa sua.
[Christian Gotthold Wilischen: Kirchenhistorie der Stadt Freyberg, Leipzig 1737, Bd.2 S.94. - GL 1977]

 •  Wolfgang Lempel, geb. 1542 in Kirchdorf, 1576 Prediger in Steyr in Österreich, 1600 von dort verjagt, 1601 in Freiberg, hier gestorben 1614.
[Paul Hermann Kreyssig, Otto Eduard Wilsdorf: Album der evangelisch-lutherischen Geistlichen im Königreich Sachsen, 2.Aufl., Krimmitschau 1898, S.178]

 •  Wolfgang Lempel/Lämpel von Kirchdorf, 1570 Schulinspektor der Deutschen Schule der Stadt Steyr.
[J.Ofner: Die Deutschen Schulen der Stadt Steyr, Veröff. des Kulturamtes d. St. Steyr, Dez.1951, S.19] - [A. Rolleder, E. Pillewizer: Die Schulen der Stadt Steyr in der Reformationszeit, in: Beiträge zur öst. Erziehungs- und Schulgesch., Heft 18, 1918, S.37f] - [Mtlg Stadtarchiv Steyr 1975]

 •  1576-1599 in Steyr mehrfach erwähnt.
[Johann Adam Schmidt: Valentin Preuenhuebers Annales Styrrenses, Nürnberg 1740, S.281, 291, 319f. - GL 1982]

 •  1605 Wolfgang Lämpel Diakon an der "Thumkirche" (= Domkirche) in Freiberg. Hans Lämpel, Herrn Wolfgang Lämpels Diaconi an der Thumkirche Sohn, wird 1605 als Tuchschärer von Steyer Bürger in Freiberg.
[Bürgerbuch Freiberg; lt RW]
[Walther Herrmann: Das Freiberger Bürgerbuch 1486-1605, Dresden 1965, S.139]







Fehlerhinweis:
Die Angabe bei Herbert E.Lemmel ("Herkunft" Seite 201), dass Wolfgang Lempel Prediger in Thum im Erzgebirge gewesen sei, beruht auf der Verwechslung der Freiberger "Thumkirche" (=Domkirche) mit dem Ortsnamen Thum. Herbert E. Lemmels Vermutung, er gehöre der sächsischen Familie Lemmel/Lämmel an, ist unbegründet. (HDL)


2017 9 19