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Mertein Lemlein c056 – Kaufmann in Bamberg und Chemnitz


Eltern: B-25/e Hans Lemlein n050, ... (Tockler) n157

(* etwa ?1385), † nach 1447

1431-34 in Bamberg. Ab 1437 in Chemnitz ("lemel der elder"). 1446,47 in Bamberg erwähnt: auswärtig. Stammvater des Lemmel-Stammes Chemnitz.

Kinder:

1. Merten Lemmel, (* etwa ?1415) - Kaufmann (Tuchhändler?) in Chemnitz, siehe C-27/a

2. Michel Lemmel, (* etwa ?1430/1435) - Notar und Altarist in Chemnitz, siehe C-27/c

Regesten:

 •  April 1431: "Martinus Lemlein de Pabenberga" schreibt sich zusammen mit "Michael Klieber de Pabenberga" an der Universität Wien ein.
[Die Matrikel der Univ. Wien, Verlag Böhlhaus, Graz-Köln, Bd.1 1956.]

→ Hiernach muß der Vater des Studenten Martinus Lemlein im Jahr 1431 in Bamberg gelebt haben. Wegen des gleichen Vornamens dürfte es Mertein Lemlein, der eine der drei Brüder des folgenden Regests sein.

 •  12.11.1431 kauft Katharina, die Witwe des Hanns Lemlein, "von dem gelt, daß der vorgenannte Hans Lemlein ir wirt seliger, Hannsen, Mertein und Micheln den Lemlein gebruderen ihren Sunen geschickt hab", für diese um 300 rheinische Gulden eine "ewige gult" von je 20 Gulden jährlich.
[Stadtarchiv Bamberg, Urk. vom 12.11.1431, laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S. 15, 134 u. "Miszellen" S.264.]

 •  1433: Hanns Lemlein als Ältester seiner Brüder bestätigt den Empfang folgender bischöflich bambergischer Lehen: 1 Hof zu Sweyßdorf, 1 Gut, 2 Simra Korn aus 1 Gütlein und 1 Zehend zu Trewntz, 2 Gütlein zu Trunstat, 31 Acker Feld am Heidelsteig gelegen hinter dem Heilgen Grab bei Bamberg.

 •  1434 Lehenbrief: Caspar vom Stein zu Northeim gesessen belehnt Heintz Lemlein und die Söhne seines Bruders Hans Lemlein, Bürger zu Bamberg, mit 2 Höfen, 1 Gut, 1 Mühle zu Klewkey und 1 Wiese zu Prechting.
[Germ. Nationalmuseum Nürnberg, Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk. 13b von 1433 u. 14 von 1434.]

 •  1437 zahlt "Lemel der elder" 10 Groschen für Burgrechte in Chemnitz.

 •  1437 Sonntag Judica "c gl zen burgrechte vo Lemel dem elder".
[Ratsakten Chemnitz, Kap.III Sekt.II Nr.53a, Bd.1, Einnahme-Manual 1426-1438 fol. 73'. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.174ff u. "Miszellen" S.276.]

→ Zuvor, 1427, war "Lemel" (wohl Merteins jüngerer Bruder Michel) in Chemnitz Bürger geworden; Michel, der dort offenbar 1437 von seinem Bruder Mertein abgelöst wird, geht nach Nürnberg, wo er ab 1442 nachweisbar ist.

 •  1433 und 1434 wurden die Brüder (Merten, Michel und Hans) Lemlein in Bamberg noch gemeinschaftlich belehnt (siehe oben). Ab 1442 leben Michel und Hans Lemlein in Nürnberg und werden belehnt, ohne daß Merten noch erwähnt wird, und ohne daß von Mertens Tod und der Weitervergabe von dessen Lehensanteilen die Rede wäre. Merten dürfte sich also nach seinem Umzug nach Chemnitz von seinen Brüdern wirtschaftlich getrennt haben.
[German. Nationalmuseum Nürnberg, Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv). - Laut Herbert E. Lemmel, jedoch mit revidierter Deutung der Zusammenhänge.]

 •  1446 werden Hans und Martin Lemlein in einem Rechtsstreit als Besitzer eines Hauses in der Langen Gasse in Bamberg genannt, wobei sie durch Hans Ruger vertreten werden. Sie sind also nicht in Bamberg anwesend.
[Hist. Verein Bamberg, Rep.2/1 Nr.2 - St.G.B.1445/48 fol.209 und fol.218'. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.136.]

 •  19.6.1447 klagen in Bamberg die "Stewrer ... auf der ußwertigen hewsere In Bamberg gelegen", worunter sich auch "hannsen lemlein et fratres hewser unnd habe" befinden.
[Hist. Verein Bamberg, Rep.2/1 Nr.2 - St.G.B.1445/48 fol.299'. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.136 und "Miszellen", Bl.f.fränk.Fam'kde Bd.9 S.273, 1968.]

→ Hiernach sind Hanns lemlein und seine beiden Brüder nicht mehr in Bamberg: Mertein seit 1437 in Chemnitz, Hanns seit 1440 in Nürnberg, Michel seit spätestens 1442 in Nürnberg.

→ Fehlerhinweise:
Überlegungen von Herbert E. Lemmel, wonach Mertein Lemlein mit einem "Martin von Zwickau" 1416 in Bamberg identisch sei ["Geschichte" S.335-337], oder wonach ein Paul "Lemmer" in Plauen sein Sohn sei, halte ich für unbegründet.
Herbert E. Lemmel [Herkunft S. 177] ordnete auch eine Leipzigerin, "die Lemmelyne" der Türkensteuerliste von 1481, den Chemnitzer Lemmeln zu; das ist falsch: dieser Eintrag heißt richtig "Lummelyne" und ist nicht "zweifelsfrei" (H.E.Lemmel) als Lemmel zu lesen, denn in Leipzig ist die Familie Lummel alteingesessen und eine Deutung als Lemmel ist nicht zu begründen. (HDL)


2008 3 24