
In Ostfranken am Maingau haben erstlich die Lemmel oder Lemlein gewonth
daselbst einen namhaften
Stant geführt umb das Jar Christi 1180.
Nachmals in das Bisthum Bamberg entlich in die Statt Bamberg gesezt.
Als nun Kaiser Hainrich der Sechste einen Thurnier in der Statt
Nürnberg gehalten und
dasselbe Mal die Nürnbergischen
Bürger und Inwohner die Kay.May. nach Werth an die
Donau in
Schwaben mit vierhundert gerüsten Pferten belaidet haben sollen,
haben diese Lemmel den Thurnier auch besucht und mit sechs Pferten
darunter geritten
derowegen von dem Kayser begnadet und gleich wie
andere Geschlechter haben und mit Freyheiten begabt worden.
Von der
zeithero sein sie in der Statt wonhafft bliben, zu den alten
Geschlechtern geheyrat und von iren Renten erhaltn.
Ire Befreunte aber
so zu Bamberg gesessen sein in der hussitischen böhmischen
Auffrür auch nach Nürnberg gewichen und lange Zeit alda
gebliben.
Entlich haben die Bürger des Raths im Jar Christi 1447 Herrn Hanss
Lemmel
in Rath zu jungen Burgrmaisterstant gesezt in welchem er ein Jar
gedient
und dorauff zway Jar gefeyert, im 1450 Jar wiederumb darzu
genomen
und hernach anno 1463 elterer Bürgermeister, hernach
obrist Kriegsherr
und der Statt Hauptmann uber die Raisigen verordnet.
Er starb 1472 und wurde zu den Bredigern in das Closter begraben
dahin
sie ire Stifftung gethan und ire Todtenschilt auffgehenckt haben.
Dieser Lemmel Nachkommen seint einestheils wiederumb nach Bamberg auch
in die Pfaltz gezogen
doselbst sie noch zu diesen Tagen wonhafft und
adelichen Stant führn.
Auch (Vorname freigelassen) Lemmel ein
Hauptmann in Belagerung der schönen
Festung Güllich gewest
aber sehr beschädigt worden.
Die Lemmel aber in der Statt Nürnberg haben entlich an dem
männlichen Stamm abgenommen
und nacheinander eingestorben
biß auff Michael Lemmel dessen Wirtin eine Im Hoff gewest
welcher
der Lezt in der Statt war und mit Thot abgangen.
Die namentlich erwähnten Hanss
und Michael Lemmel sind korrekt.
Bemerkenswert ist, dass man sich in
dieser um 1620 aufgesetzten Chronik erinnert,
dass ein Familienzweig in
die Pfalz zog, wobei sich der "adelige Stand"
nur auf die Lemblin von
Rennertshofen bei Neuburg beziehen kann.
Aber fast alles andere ist
erfunden. (HDL)