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Konrad Esler N617 – "der gute Richter", "der Stifter"


Vater: Eslr-21/a Konrad Esler N600

(* etwa ?1250) in Bamberg, † nach 1328 in Nürnberg

1276 Bürger in Bamberg. 1287-1319 in Nürnberg. 1290-1316 Reichs-Schultheiß in Nürnberg mit dem Beinamen "der gute Richter". 1328 Stifter des Elis-Spitals in Bamberg

∞1) (etwa ?1275/80) in Bamberg mit ... .... Na78

(* etwa ?1255), † vor 1300

∞2) (etwa ?1300) in Nürnberg mit Anna Pfinzing N618

(* etwa ?1280) in Nürnberg

lebt noch 1333 Siehe Pfin-23/k

ihre Eltern: Berthold Pfinczing N586, (* etwa ?1245), † nach 1322 in Nürnberg
In Nürnberg, erwähnt 1281-1322, 1281-1288 Schultheiß. 1304/07 im Handlungsbuch der Holzschuher erwähnt. Zuletzt 1322 durch Kg Ludwig Schiedsrichter über die Juden. Siehe Pfin-22/a; ∞ (etwa ?1270) mit Geuda Holzschuher H011, (* etwa ?1250).

Kinder:

aus 1.Ehe:

1. Hermann Rotesel Na86, (* etwa ?1275/1280)
Schöffe in Bamberg, Treuhänder des Elisabeth-Spitals.

aus 2.Ehe:

2. (Tochter) Esler N748, (* etwa ?1303)

∞ mit ... Graser N999

(* etwa ?1300)

Siehe Grsr-23/e

3. (Tochter) Esler N746, (* etwa ?1305)

∞ mit Hermann Eisvogel N739

(* etwa ?1295)

1331/1332 Schöffe in Nürnberg. Siehe Eis-23/h

seine Eltern: Heinrich Eisvogel N536, (* etwa ?1265)
1296 Zeuge in Nürnberg. 1302 Bürger in Nürnberg. 1302/1310 Brotbeschauer. Ab 1303 Schöffe. Ab 1309 Ratsherr. Siehe Eis-22/h; ∞ mit ... Pfinzing Nm09, (* etwa ?1275).

4. (Tochter) Esler N747, (* etwa ?1310)

∞ mit Conrad Münzmeister N882

(* etwa ?1307), † nach 1389

Ohne Vorname bei Ulman Stromer als Schwiegersohn von Konrad Esler, dem guten Richter, erwähnt. Um 1355 Schöffe, 1363-1389 Schultheiß in Bamberg. Siehe Munm-23/e

sein Vater: Gunther Münzmeister Nb11, (* etwa ?1280), † vor 1352
1327-1338 in Bamberg beurkundet, 1352 seine Söhne. Siehe Munm-22/e

Regesten:

Zusammenfassung

 •  Konrad Esler, 1276 in Bamberg, 1287-1319 in Nürnberg.
1290-1316 Reichs-Schultheiß in Nürnberg (als Nachfolger seines Schwiegervaters Berthold Pfinzing), "der gute Richter".
1295-1319 auch Schultheiß in Neumarkt/OPf (als Nachfolger seines gleichnamigen Vaters).
1328 Stifter des Elisabeth-Spitals in Bamberg.
In Beträchtlichem Alter heiratete er in Nürnberg die Anna Pfinzing, mit der er drei Töchter bekam. Hatte er zuvor in Bamberg eine frühere Ehe? In Bamberg werden ab 1297 die Rotesel und die Schwarzesel unterschieden. Ich nehme an, dass "der gute Richter" der Vater der Rotesel ist. Denn der Hermann Rotesel ist 1324 Treuhänder des Elisabeth-Spitals, das der "gute Richter" stiftete. Dieser Hermann müsste also ein Sohn aus der ersten Ehe des "guten Richters" sein. (HDL)

 •  23.9.1287 Zeugen einer Urkunde: Herr Otto von Dietenhofen, Landrichter zu Nürnberg, Berthold Phinzinch, Schultheiß daselbst, und die Nürnberger Bürger: Heinrich Rosa d.Ä., Wernher Nuzel, Eberhard Kaeswazzerer, Ulrich Kranfuz, Bertold Vorhtel, Hermann Graf (Comes), Chonrat Vorhtel, Berhtold von Erlbach, Heinrich Stromeier, Hermann Ebener, Chonrad Eseler, Hermann Groß (magnus), Chonrad gen. Katerbecke.
[StA Nbg Ritterorden Urk.4698. - Online 2017]

 •  1289 Conrad Eßler in Nürnberg:

 •  ein Brief von 1289: Kunigunda Turprechting, Ehefrau von Werner Gruntherr, vermacht ihre Güter so an ihres Bruders Kinder (Berthold, Ulrich, Kunigund, Methild), dass ihr Mann keine Gewalt darüber habe.
Ausgefertigt von Schultheiß Marquart (sicher Pfinzing!), nebst Heinrich Groß dem eltern, Werner Nuzel, Eberhart Keßbasser, Berthold Forchtl, Cunrad Eßler, Weigel von Newenmarkt, Heinrich Groß dem jüngern, Heinrich Holzschuher, als Zeugen,

 •  ferner Conrad Pfinzing, Berthold Turprecht, Werner Grundherr, Berthold Pfinzing Schultheiß und sein Vater Conrad Pfinzing, Hermann vom Stein, Heinrich Staudigel, Leupold Staudigel.
[Internet 2013, Nürnberger Jahrbücher Bd.1-2 S.83]

 •  19./25.11.1290: Durinhart v.Beerbach verkauft seine Güter zu Wetzendorf, Heinzendorf, Kezenhof etc. an Conrad und Adelhaid von den Neuen Markte,

 •  und belehnt Chunrad Stromeyr und Gramlieb Esler mit zwei Gütern zu Rückersdorf.

 •  Zeugen: Chunrad der Eseler, Wolfel der Sachse, Chunrat der Stromeyr, Heinrich der junge Rose, Berchtold Pfinzing, Wolfel der Hennangel, Heinrich Stromeyr und andere.
[StA Nbg Rst.Nbg. Katharinenkloster Urk.1. - Online 2017]

 •  1294: erstmals Cunradus nominatus Asinus als Schöffe im Bamberger Stadtgericht.

 •  1305: Chunradus Asinarius zusammen mit Leupold Tockler bestätigen den Kauf eines Zehents, der dem El.-Spital gestiftet wird.

 •  1317: Konrad Esel (nur einmal) als Zeuge des Bamberger Stadtgerichts.
[W.F.Reddig: Bürgerspital und Bischofsstadt, Bamberg 1998, S.47]

 •  Conrad Eseler/Esler, 1287 und 1289, 1290-1316 Schultheiß

 •  ∞ (Anna) Pfinzing, lebt noch 25.5.1333, Tochter des Schultheißen Berthold Pfinzing.
[A.Scharr: Die anges. Bürger Nürnbergs, in: Gen.Jb. Bd.3 1963 S.17]
[Scharr: Waldstromer S.5]

 •  Urkundlich 1286-1319, 1290-1316 Schultheiß.
[Scharr: Waldstromer, MVGN 52 S. 23]

→ Er dürfte also etwa ?1250/1255 geboren worden sein. Seine Frau Anna Pfinzing, die frühestens etwa ?1270 geboren worden sein kann und Mutter der um 1300 geborenen 3 Töchter ist, ist also beträchtlich jünger. (HDL)

 •  1291: Conrad Pfinzing, Schultheiß, Conrad Eßler gewesener Schultheiß. Doch Conrad Eßler 1297 wieder Schultheiß; er wird auch in den Urkunden genannt Schultheiß zu Nürnberg und Neumarkt.
[Nürnberger Jahrbücher Bd.1-2, 1834, S.89]

 •  Die Bamberger Esler tauchen 1274 in Nürnberg auf, um dort bald auch das Amt des Schultheißen auszuüben. Conrad Eseler Schultheiß ab 1290, dgl. Gramlieb 1296. [H.v.Haller 96.BHVB 1958 S.107]

 •  1295: Conradus dictus de Novo Foro, civis Nurembergensis, et Adelheidis uxor (stiften das Katharinenkloster Nürnberg). Testes Conradus dictus Eseler Scultetus in Nurmberg et in Novo Foro, Gramlibus frater suus, Sigfridus Ebener, Weigelinus dictus de Novo Foro...
[C.H.Lang: Regesta Boicarum Bd.4,2, 1828, S.593. GL 1984]
[Ried S.188]
[Hirschmann, Muffel, MVGN 41 S.264ff]

 •  1295 auch Schultheiß von Neumarkt.

 •  Ulman Stromer: "Es ist zu wissen, daz Cunrad Esler, den man nant den guten richter, der het 3 Töchter: der hat ahn der e (Ehe) den Hermann Eysfogel, di ander den Munczmaister von Babenberg, di drit den Graser. Item so het seyn bruder Rudger Esler auch 3 Töchter, der het ain zu der e Wolfram Stromer, di ander den Staudiger, di dritt den Forstmaister."
[Gewin S.177, Wunder S.62]

 •  1296 Schöffe in Bamberg:

 •  23.3.1296: Hermann, Herrn Friedrichs Sun, der Zollner, Schultheiß zu Bamberg, erklärt: Walter, Herrn Brunwarts Sohn, verklagte die Vern (= vornehme Frau) Hilthegart, die Münzmeisterin, und ihre Kinder wegen des Zaunes auf dem Abtswert. Zeugen: Herr Burchart der Zolner, Herr Sifrit unter den kremen, Herr Gunther der Münzmeister, Herr Withigo vor der Burch, Herr Gundeloh sein Bruder, Herr Conrat des alten Eseler Sohn, Herr Heinrich von Kulmenach, Herr Heinrich Meurer, Herr Fritz Tockler, Herr Ludwig und Herr Seufrid Herrn Volnants Söhne, die Schepfen und mannig erbar mann.
[Paschke: Abtswert, Studien.... Heft 55 1974 S.4f]


 •  1299: Hermann von Vestenberg und Konrad Pfinzing, Ritter, sind Zeugen unter Schultheiß Konrad Esler.
[M.Keßler, Rittersitz Dettelsau, Diss.2009, S.43/44. - Internet 2014]

 •  1306-1316 Gundloch hinter der Münze, oder Gundelohus retro monetam, in den Bamberger Stadtgerichtsbüchern und im Rechtsbuch des Fürstbischofs Friedrich v.Hohenlohe.

 •  5.12.1317: Der Dompropst Konrad von Giech verleiht dem Konrad Eseler und Franz und Konrad, seiner Schwester Söhnen, hinter der Münze ein Pfund Pfennige vom Zoll zu Bamberg.

 •  29.9.1328: Das Testament Conrad Eslers, des Stifters, nennt "Erhard herrn Gundloch sun" als den einen seiner Freunde (also wohl Verwandten), der als Testamentsvollstrecker eingesetzt ist.
[Herbert E. Lemmel, "Gundloch", Genealogie Feb.1967]

 •  1328: Konrad Esel vefügt testamentarisch, dass in seinem "Hoff an dem Santt" (am Turm, der bis 1808 bestand) ein Spital eingerichtet werden soll. Das wird 1330 bestätigt, und zwar durch den Schultheiß (= Vertreter des Bischofs) Brunwart Anshalm und durch Rat und Schöffen (die in dieser Urkunde erstmals als Vertretung der Bürgerschaft, die sich nach und nach von der Herrschaft des Bischofs emanzipiert, genannt werden). Es ist bedeutungsvoll, dass das Spital nicht vom Bischof oder einer kirchlichen Institution gegründet wurde sondern als bürgerliche Stiftung. Das Spital, das nicht für eine bestimmte Personengruppe sondern für alle sozial Schwachen (Arme, Alte, Kranke) gewidmet ist, findet man später unter verschiedenen Namen: Esels Spital, neues Spital (im Gegensatz zum älteren Katharinen-Spital), Spital bei dem Turm, Spital am Sand, ab 1386 Spital zum Hl.Geist. Um 1350 wird angrenzendes Land angekauft und dort die Elisabeth-Kirche errichtet, die um 1400 fertig ist. Nun heißt es: Elisabethen-Spital. Neben dem Spital gibt es das Sandbad und (ab etwa 1360/1380) das von der Familie Zollner gestiftete "Zollnerische Nunnenhaus" (das bis 1804 besteht).

 •  Im Testament von 1328 werden als Testaments-Vollstrecker genannt: Hermann Goltsmit und Erhard Gundloch, wohl Verwandte von Konrad Esel. Beide sind im Sandgebiet ansässig. Als Pfleger sollen jeweils einer aus dem Esler-Geschlecht fungieren, und ein zweiter soll vom Rat bestimmt werden. Da aber die Eslers sich nach Nürnberg wenden und in Bamberg kaum noch in Erscheinung treten, übernimmt die Familie Gundloch die Eslersche Pfleger-Stelle. Nur in den 1340er Jahren erscheint Chunrat Esel (wohl Neffe des Stifters) als Pfleger des Spitals.

 •  Fast gleichzeitig mit der Bamberger Spitals-Stiftung von 1328/1330 stiftete Konrad Esels Neffe Konrad Groß in Nürnberg am nördlichen Pegnitz-Ufer das "Hl.Geist-Spital".
[W.F.Reddig: Bürgerspital und Bischofsstadt, Bamberg 1998, S.39-50]

 •  Gewin setzt ihn gleich mit dem Ritter Chunrad v.Dietenhofen. Diese Gleichsetzung, für die kein überzeugender Grund angegeben ist, wird von Wunder abgelehnt. Wunder vermutet, daß der "gute Richter" Konrad Esler eher identisch ist mit dem Konrad Esler, der 1276 zusammen mit seinem gleichnamigen Vater als Bürger von Bamberg beurkundet ist. - Ich sehe die Wunder'sche Lösung als die wahrscheinlichere an (HDL).

→ In früheren Ahnenlisten hatte der "gute Richter" eine Tochter Adelheid ∞ Coler. Die muß wohl gestrichen werden; siehe die Notiz bei Konrads Bruder Rudger. (HDL)

→ In [AL Pusch, DFA 27 1964] ist als sein Heiratsdatum "um 1260" angegeben. Das kann kaum richtig sein. (HDL)

→ Bamberg: Das alte Spital am Sand, diese hochherzige Stiftung des Bamberger Bürgers Conrad Eseler von 1330.
[Hans Paschke: Der mittlere Sand. In: Bamberger Kirchweih-Kalender 1957.]

 •  1328 stiftete Konrad Esler, das Hl.Geist-Spital am Sande (später Elisabeth-Kirche). [Inschrift an der Elisabeth-Kirche]

Regesten zu Hermann Rotesel:

 •  1306 Hermann Roteresil in Bamberg.
[Arneth S.242]

 •  Seit 1311/1312 unter den Bamberger Schöffen Vertreter beider Esel-Zweige: Hermann Rotesel und Fritz Schwarzesel.

 •  Hermann Rotesel 1318 Zeuge, 1324 Treuhänder des Elisabeth-Spitals.
[W.F.Reddig: Bürgerspital und Bischofsstadt, Bamberg 1998, S.47]

Regesten zu (Tochter) Esler:

 •  Vorname urkundlich nicht bekannt. Bei Herbert E. Lemmel wurde ihr Vorname einmal als Agnes angegeben. (Quelle?)


2018 11 11