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Fritz Lemmel/Lemlein - Bürgermeister von Ronneburg

Geboren etwa um 1500. Seine Eltern sind wahrscheinlich Hans Lemmel aus Chemnitz und seine Frau, eine Verwandte des sächsischen Diplomaten Hans v.d.Planitz. Wohl durch dessen Vermittlung gelangte er in den Dienst des Kurfürsten. Um 1530 heiratete er eine Tochter von Benedix Leupken zu Ronneburg.
 
Im Jahre 1533 erscheint er als ein "raissiger Knecht" (Kriegsknecht) in Diensten von Kurfürst Johann Friedrich aus der Ernestinischen Linie der Wettiner, und zwar in Buttelstedt nördlich von Weimar, wo er bis 1549 einen Geleitsdienst innehat. An der Handelsstraße zwischen Erfurt und Leipzig wird auf ernestinischem Territorium ein Geleitsgeld als Abgabe bei der Straßennutzung erhoben. 1549 wird ihm der Geleitsdienst aufgekündigt.
Daneben tauchte er
1542 als Vogt in Brambach (im Südzipfel des Vogtlandes) auf.
Dann ist er 1553 Bürgermeister von Ronneburg, wo er 1555 unter den Wildenfelsischen Stadt- und Landrichtern genannt wird.

Zu den historischen Gegebenheiten: Das Vogtland gehört seit 1466 zur Ernestinischen Linie der Wettiner. Ronneburg gehört seit 1517 den Herren von Wildenfels. In dieser Zeit, etwa um 1530, heiratet Fritz Lemmel eine Tochter von Benedix Leupken zu Ronneburg. Bald darauf erscheint er in Diensten von Kurfürst Johann Friedrich als Vogt zu Brambach im südlichsten Zipfel des Vogtlandes und als Inhaber eines Geleitdienstes in Buttelstedt nördlich von Weimar. Im Schmalkaldischen Krieg 1546/1547 kämpft die Albertinische Seite der Wettiner mit Kaiser Karl dem V. gegen die Ernestinische Seite. Nach der Schlacht bei Mühlberg 1547 verlieren die Ernestiner die Kurfürstenwürde sowie das Vogtland, welches Ferdinand (Bruder des Kaisers) an Heinrich den IV. von Plauen verleiht. Offenbar als Folge der Ernestinischen Niederlage (wenn nicht aus persönlichen Gründen) wird dem Fritz Lemmel 1549 sein Geleitsdienst zu Buttelstedt aufgekündigt. Er scheidet nun wohl aus dem Dienst der Ernestinischen Wettiner aus und zieht sich in den Dienst des Herren von Wildenfels zurück, 1553 als Bürgermeister von Ronneburg, 1555 als Wildenfelsischer Stadt- und Landrichter. Ein Sohn, Hans Lemmel, lebt in Wildenfels. Eine Nachkommenlinie kann man bis 1700 verfolgen, siehe Lemmel-Stamm Wildenfels.
    

Ungefähre Skizze des Kurfürstentums Sachsen der Ernestinischen Wettiner bis 1546


zu seinem "Familienblatt" mit Urkundenregesten und Quellenangaben
30.6.2015