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Dr.med. Gerhard Lemmel, Dozent in Königsberg/Pr., leitender Arzt in Thorn und Bremervörde


Curriculum

• Geboren 23.1.1902 in Posen. Schulbesuch: in Posen zunächst Privatunterricht, dann Augusta-Viktoria-Gymnasium.
• Januar 1919 Umsiedlung nach Königsberg/Pr., Löbenichtsche Oberrealschule, Abitur Frühjahr 1920.
• Studium der Medizin 14.5.1920-12.8.1921 in Marburg (Corps Teutonia), WS 1921/22 bis WS 1922/23 in Königsberg, 3.5.-17.8.1923 in Freiburg/Breisgau, WS 1923/24 in Königsberg, 6.5.-26.8.1924 in München, WS 1924/25 in Königsberg, dort Juni 1925 Staatsexamen, 1.7.1926 Approbation.
• 1.7.1925-30.6.1926 Medizinalpraktikant am Hygienischen Institut (Promotion Dr.med.)und an der Medizinischen und Chirurgischen Klinik in Königsberg sowie an der Medizinischen Klinik in Leipzig.
• 4.7.1926-15.1.1928 Assistent am Pathologischen Institut der Universität Genf bei Prof. Askanazy.
• 1.3.-31.10.1928 Volontärassistent am Physiologischen Institut der Universität Cambridge bei Prof. Barcroft mit einem Stipendium der Gesellschaft der Naturforscher und Ärzte.
• 1.11.1928-31.3.1933 Assistent an der Medizinischen Klinik in Leipzig bei Prof. Morawitz.
•  1.4.1933-31.3.1934 Oberarzt an der Medizinischen Klinik des Städtischen Krankenhauses in Magdeburg-Sudenburg.
• 1.4.-31.10.1934 Oberarzt an der I. Inneren Abteilung des Rudolf-Virchow-Krankenhauses in Berlin bei Prof. Gutzeit.
• 1.11.1934-31.3.1936 Wissenschaftlicher Assistent an der Medizinischen Universitätsklinik in Königsberg/Pr. bei Prof. Bruns.
•  5.8.1936 Habilitation an der Universität Königsberg. 1.11.1936-Sept.1940 Oberassistent an der Medizinischen Universitäts-Poliklinik in Königsberg/Pr. bei Prof. Bruns. 28.4.1938 Dozentur für Innere Medizin, Lehrtätigkeit.
• 25.8.1939-30.9.1940 Wehrdienst.
• 5.9.1940-22.1.1945 am Städtischen Krankenhaus in Thorn: Leiter der Inneren Abteilung, ab 1.4.1943 Ärztlicher Direktor.
• Daneben weiterhin Dozent an der Universität Königsberg.  Ab 1939/40 "Mit der Durchführung der Betriebsbegehungen und -besichtigungen mit betriebsärztlichen Vorträgen beauftragt". Unter den Vorlesungsthemen: "Moderne Ernährungsfragen", "Grundlagen der Röntgendiagnostik und Röntgentherapie innerer Krankheiten", "Differentialdiagnose der Symptome innerer Krankheiten.
• 22.1.1945 abenteuerliche Flucht über Danzig nach Schwerin, hier internistische Arztpraxis bis 30.6.1945. Flucht nach Isenhagen bei Celle.
• 12.10.-5.11.1945 Lagerarzt im nahegelegenen Flüchtlingslager Glüsingen.
•  6.11.1945 bis 23.12.1947 Internierung, erst in Munster-Lager, dann in Sandbostel bei Bremervörde wegen Mitgliedschaft bei der SS. In Sandbostel seit März 1946 als Lagerarzt eingesetzt. Im Entnazifizierungsverfahren aufgrund von Zeugnissen seiner polnischen Assistenzärzte in Thorn freigesprochen.
•  1.1.1948-31.1.1967 Leitender Arzt der Inneren Abteilung des Kreiskrankenhauses Bremervörde, die bis 1954 im Waldkrankenhaus Heinschenwalde untergebracht war.
• Ab 15.3.1967 eigene Praxis in Bremervörde, Fluthstr. 34, später umbenannt in Bremer Str. 34. Dann Arztpraxis in seinem Haus in der Hermann Löns -Str. bis über den 85. Geburtstag hinaus. 
• Gestorben 23.7.1987 in Baden-Baden im Krankenhaus seines ältesten Sohnes Prof. Ernst-Martin Lemmel; seine Urne wurde im Familiengrab in Isenhagen bei Celle beigesetzt.



Wissenschaftliche Veröffentlichungen von Gerhard Lemmel

Zusammengestellt von seinen Söhnen Ernst-Martin Lemmel (Fotokopien) und Hans-Dietrich Lemmel (Archivierung).
Es ist jeweils angemerkt, ob eine Fotokopie vorhanden ist oder ob die Existenz der Arbeit aus dem Internet oder nur aus einem Zitat bekannt ist.

Promotion am Hygienischen Institut der Universität Königsberg:

1926 GL:
Über den Wert der Chlorierungsanlagen von Hallenschwimmbädern unter besonderer Berücksichtigung der Untersuchungen im Königsberger Palästra-Bad.

Assistent Pathologisches Inst. Univ. Genf:

1928 GL:
Über echte Diphtherie der Speiseröhre
Arch. f. Verdauungskrankheiten Bd.42 S.646-652 1928 (Fotokopie)


Assistent Med.Univ.Klinik Leipzig:

1931 GL: Beitrag zur Pathogenese der Gallensteine. Die mikroskopische Struktur der Pigmentkalksteine.
Verhandl. d. dt. Ges. f. inn. Med. Bd.43 S.429-433 1931. (Fotokopie)

25.12.1931 GL:
Drei klinisch diagnostizierte Fälle von Aneurysmen der Hirngefäße
Münchener medizinische Wochenschrift Nr.52 25.12.1931 S.2193-2194 (Fotokopie)

1932 GL: Beitrag zur röntgenologischen Diagnostik der chronischen Dünndarmstenosen
Röntgenpraxis II, 1932, 22 S.1034-1042 (Fotokopie, Zitat)

1932 GL: Diskussionsbeitrag im 44. Kongress für innere Medizin.
Verhandl. d. dt. Ges. f. inn. Med. Bd.44 S.369 1932. (Fotokopie)

1932 GL und Wilhelm Büttner: Beitr. path. Anat. (Zitat)

1.7.1932 (eingegangen) GL und Wilhelm Büttner:
II. Mikrolithen in der Galle. Morphologische Untersuchungen über die runden Mikrolithen.
Beiträge zur pathologischen Anatomie und zur allgemeinen Pathologie Bd.91 S.19-29. (Fotokopie) 

18.8.1932 (eingegangen) GL und Wilhelm Büttner:
Über die Entstehungsbedingungen der Mikrolithen in der Galle
Deutsches Arch. f. klin. Med. Bd.174 Nr.2 206-219 1932 (Fotokopie)

14.11.1932 (eingegangen) Wilhelm Büttner und GL:
Über das Verhalten von Leber und Gallenblase beim Vorkommen von Mikrolithen in der Galle.
Virchows Archiv Bd.288 Nr.3 April 1933, S.682-702
(Fotokopie und Internet Springer 2005)

1932: GL und Wilhelm Büttner: Zieglers Beiträge Bd.91 S.19 1932 (Zitat)

21.11.1932 (eingegangen) GL und Wilhelm Büttner:
Entstehung gallensteinartiger Gebilde aus Mikrolithen
Ziegler, Beiträge Bd.92 S.262-269 1933

 24.11.1932 (eingegangen) GL und Wilhelm Büttner:
Über die genetischen Beziehungen zwischen Mikrolithen und Gallensteinen, insbesondere Pigmentkalksteinen

Deutsches Arch. f. klin. Med. Bd.174 Nr.6S.641-648 1932 (Fotokopie)

Um 1932/33 GL:
Die physiologische Gallenstase in ihrer Beziehung zur Gallensteinbildung
.
Münchener med. Wochenschrift Bd.80 S.380-382 1933 (Fotokopie) 

27.5.1933 R.Schoen und GL:
Klinische Erfahrungen mit dem neuen Analeptikum Icoral

Klinische Wochenschrift 12.Jg. Nr.21 27.5.1933 S.816-818 (Fotokopie)

1934 GL:
Die klinische Bedeutung der Duodenaldivertikel
Arch. f. Verdauungskrankheiten Bd.56 S.59-70 1934 (Fotokopie)
>>>>>> Diese Arbeit wird in japanischen Veröffentlichungen seit dem Jahr 1995 zitiert, wenn von einem Lemmel-Syndrom die Rede ist.


Oberarzt der I. Inneren Abt. d. Städt. Rudolf Virchow-Khses Berlin:

1934 GL:
Gallensteinbildung als Folge einer parenchymatösen Hepatitis
Klin. Wochenschrift Bd.13.Jg. Nr.31 S.1124-1125 1934 (Fotokopie)

12.11.1934 (eingegangen) GL:
Über Gallensteinbildung vor dem dreißigsten Lebensjahr
Deutsches Archiv für klinische Medizin Bd.177 S.262-267 1935 (Fotokopie) 


Dozent, Oberarzt Med. Univ.-Poliklinik Königsberg/Pr:

5.8.1936 Habilitation.

1937 GL:
Der Einfluß der Herstellungsart des Roggenbrotes auf seinen Anschlagswert bei Fütterung wachsender junger Ratten

Arch. f. Verdauungskrankheiten Bd.62 S.268-273 1937 (Fotokopie)

1937 GL:
Gütebestimmungen verschiedener Roggenbrote aus 0 - 70 prozentigem Mehl
Z. für das gesamte Getreidewesen Bd.24 S.81-89 1937 Nr.4 (Fotokopie)

8.4.1937 (eingegangen) GL:
Die speichel- und magensaftlockende Kraft verschiedener Roggenbrote als Maßstab ihres Gütegrades und ihrer Bekömmlichkeit

Z. f. klin. Med. Bd.132 S.367-374 1937 (Fotokopie)

 8.4.1937 (eingegangen) GL:
Unterschiede in der Resorption guter und mangelhaft hergestellter Roggenbrote
Z. f. klin. Med. Bd.132 S.375-378 1937 (Fotokopie)

Die Arbeiten über das Roggenbrot sind ausführlich zitiert in "Brot und Gebäck" Bd.22-24, Arbeitsgemeinschaft Getreideforschung, 1968, S.174ff.


29.4.1938 GL:
Untersuchungen über die Bekömmlichkeit von Roggenbroten
Münch. med. Wschr. 1938 Nr.17 S.617-620 (Fotokopie)

1938 GL:
Röntgenologische Untersuchungen über die Verträglichkeit verschieden gebackener Roggenbrote

Archiv für Verdauungskrankheiten 1938, 62, S.168-175. (Fotokopie, Titel im Internet 2010)

1938 GL:
Der Einfluß der Herstellungsart des Roggenbrotes auf seinen Anschlagswert bei Fütterung wachsender junger Ratten.
Archiv für Verdauungskrankheiten 1938, 62, S.268-273. (Titel im Internet 2010)

1938 GL: Münch. med. Wschr. 1938 1381 (Zitat)

6.10.1938 (eingegangen) GL:
Sättigungsbild und Sättigungsintensität bei Vitamin C-reicher Ernährung
Deutsches Arch. f. klin. Med. Bd.183 S.277-288 (Fotokopie)

1939 GL: Z. Die Ernährung 1939 Bd.4 S.13 (Zitat)

3.3.1939 GL:
Richtlinien zur Ernährungsführung unserer chronisch Magenkranken und der Kranken mit "empfindlichem Magen"
Münch. med. Wschr. Nr.9 335-340 3.3.1939 (Fotokopie)

15.8.1939 (eingegangen) GL und Jürgen Hartwig
Untersuchungen über die Wirkung von Pervitin und Benzedrin auf psychischem Gebiet.

(Fotokopie ohne Quellenangabe) S.626-639

19.8.1939 (eingegangen) GL:
Über die Bedeutung von Kalk- und Vitamin C-Zulagen zur Ernährung. Nach Untersuchungen an den Kindern eines Königsberger Internates.

Z. f. klin. Med. Bd.136 S.715-726 1939 (Fotokopie)

1939 Berthold Falke und GL
Vitaminisierung von Nahrungsmitteln.

Ernährung Bd.4 S.317, 25.11.1939 (Kurzfassung in: Chemisches Zentralblatt 1940 Nr.3)

19.4.1940 (eingegangen) GL und Karl Bromm:
Kalkmangel in der täglichen Ernährung. Untersuchungen über die Wirkung von Calcipot C-Ernährungszulagen an Internatskindern
Deutsches Arch. f. klin. Med. Bd.186 S.524-533 1940 (Fotokopie)

Dez. 1940 GL:
Blei-Vergiftung durch Einatmung von Bleirauch

Archives of Toxicology, Springer, Band 11 Nr.1 Dez.1940, Seiten A227-A230.
(Internet Springer 2005)

erg. 10.12.2016  HDL

Chemisches Zentralblatt August 1939:



International Journal of Gastroenterology 1939:

 
______________________________________________

Journal of the American Medical Association 4 March 1939, S.866:
BERLIN
(From Our Regular Correspondent)
Jan. 16, 1939.
Vitamin C Deficiency
It has been commonly assumed that a vitamin C deficiency
leads to depletion of the general functional capacity. Precise
information on this problem had been lacking until Dr. Lemmel
of the medical policlinic of the university at Koenigsberg
undertook a thorough investigation. In his report he states
that some of the manifestations which are designated by the
generic term spring fatigue are based on vitamin C deficiency.
He conducted an experiment on 110 inmates of a home for
deaf-mute children. During the winter of 1937-1938 the dietary
of these children was relatively poor in vitamin C. Then one
half of them began to receive a daily ration of ascorbic acid.
The one group was regarded as satisfactorily supplied with
vitamin C ; the other group clearly presented a medium grade
vitamin C deficiency. The two groups were undifferentiated
as to general physical development and capability of resistance
to cold. After four months of observation by the school
head it was possible to evaluate the capabilities of the children.
Those to whom additional vitamin C had been administered
tended to show improvement, whereas those whose diet was
deficient in vitamin C tended to show impaired capabilities.
Furthermore, a broad parallel could be proved between the
modification of capability and the amount of the vitamin C
deficiency, This experiment demonstrates that vitamin C deficiency,
though of medium grade, impairs normal health.

Beendigung der wissenschaftlichen Tätigkeit durch Kriegsbeginn


Privat

Die Flucht aus Thorn

Zu seinem 100. Geburtstag:
Ein Aufsatz in den "Thorner Nachrichten".

Hobby-Dichter:
Thorner Gartengedichte, und anderes. "Das Gasthaus zur Hohen Malve"

Aktiver Familienforscher:

Bereits in den 1930er Jahren in Königsberg betrieb er intensive Familienforschung über seine ostpreußischen Vorfahren (Peter, Kadgiehn u.a.) und die seiner Frau Vera Sembritzki (Symanski u.a.). Besonders zu erwähnen sind die Verwandtschaft seiner Danziger Großmutter Marie Schumann mit Copernicus und die Abstammung seiner Frau von Lehrern (Schiffert) und Schülern (Rink) von Immanuel Kant. Die Ergebnisse wurden 1945 größtenteils gerettet und später von seinem Sohn Hans-Dietrich ausgearbeitet. In den 1960er Jahren bis 1987 setzte er die Forschungen fort, nun hauptsächlich über Namensträger Lemmel und Lämmel. Trotz zahlreicher wertvoller Forschungsergebnisse veröffentlichte er nur wenig:
 •  Ballade über das Ahnensammeln der Lemmels. In: Lemlein filii (Selbstverlag) Heft 1, 1969, S.33-36.
 •  Zufallsfund. Über den Wiener Notar Nicolaus Gerlaci aus Königsberg; in: Altpr. Geschl'kde 20.Jg. 1972 Bd.7 S.78.
 •  Zufallsfund. Ein Königsberger Pfarrer in einem Fachbuch 1753; in: Altpr. Geschl'kde 21.Jg. 1973 Bad.7 S.303.
 •  Die Lemlein im Gebiete des Oberrheins im 13. und 14. Jh.; in: Lemmlein filii (Selbstverlag) Heft 2 1975.
 •  Zusammen mit Hans-Dietrich Lemmel: Hans Lemmel in Wien, Handelsmann - Ratsherr - Protestant. Ein Beitrag zur Geschichte des Protestantismus in Wien. In: Wiener Geschichtsblätter 35.Jg. 1980 S.69-81.
 •  Zusammen mit Hans-Dietrich Lemmel: Altpreußen und der Südosten; einige Zufallsfunde. In: Altpr. Geschl'kde Bd.14 1983 S.170.
 •  Allgemeines über den Namen Lemmel; in: Lemlein filii Heft 4, 1991, S.20-26.

→  Zum "Familienblatt".