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Volmar d.Ä. Lemlin v918 – auf Burg Horkheim


Eltern: Hb-25/a Volmar Lemlin v911, Anna v.Massenbach v916

(* etwa ?1385/1390), † 1476

1438 Frankenbach verkauft, 1446 Obergriesheim verk., 1448 Mundelheim, 1451 Bacherheim, 1456 Böckingen verkauft, 1457 Güter Horkheim, 1459 Burg Horkheim, 1470 Nordheim

∞ mit Agnes v.Bach v921

(* etwa ?1430)

erw. 1469

Kinder:

1. Hans, (* etwa ?1455) - in Mommenheim, Alzey und Horkheim, siehe Hb-27/a

2. Peter, (* etwa ?1460) - zu Renkain, Bönnigheim, Horkheim, siehe Hb-27/b

3. Volmar, * 1462 - zu Horkheim, siehe Hb-27/c

Regesten:

 •  Zusammenfassung:

 •  Volmar Lemlin, genannt der Ältere (zur Unterscheidung von seinem jüngeren Halbbruder, der auch Volmar heißt). Ab 1438 beurkundet, † 1476. Er hat seine Frau Agnes v.Bach offenbar erst in fortgeschrittenem Alter geheiratet, etwa 1450/1455, denn die urkundlich belegten Söhne Hans, Peter und Volmar sind wohl erst nach 1455 geboren.

 •  Er muss eine Enkelin haben, die einen v.Weitershausen heiratete, denn auf der Grabplatte der Anna v.Weitershausen gibt es ein Lemlin-Wappen und ein v.Bach-Wappen. Auch ihre Tochter, die Äbtissin Maria Elisabeth v.Weitershausen, hat ein Lemlin-Wappen auf ihrer Grabplatte.

 •  Um 1459 erwirbt er die Burg Horkheim als kurpfälzisches Lehen. Es ist ein Wasserschloss mit Graben.

 •  Im einzelnen:

 •  1.3.1438 verkaufen Peter von Thalheim und die Brüder Volmar und Peter Lemlin als Vormünder der Jungen Hans und Volmar Lemlin einen Teil von Frankenbach, unter Vorbehalt der Wiedereinlösung, um 1300 fl an die Stadt Heilbronn.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn, Bd.2, Stgt 1903, S.310. - GL 1982]
[Carl Jäger: Gesch. d. St. Heilbronn, Heilbronn 1828, Bd.1 S.201]
[Wortlaut siehe E.Knupfer: Urkundenbuch der Stadt Heilbronn Bd.1 S.292 Regest 582]

 •  1446 kauft der Spital in Mosbach von den Gebrüdern Volmar Lemblin sen. und jun. ihren Teil am Zehnten zu Ober-Griesheim um 252 Gulden (W.F.5,348).
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Neckarsulm, Stgt 1881, S.580: Ober-Griesheim. - GL 1981]

 •  8.11.1448, Baden: Markgraf Jakob von Baden leiht Volmar Lemlin dem Älteren, welchem Bernolt v.Urbach 1/3 an Burg und Dorf Mundelsheim für 3000 fl verpfändet hat, dieses Drittel zu rechtem Mannlehen verbehaltlich der Auslösung um 3000 fl durch den Markgrafen, falls Bernolt v.Urbach dieses Drittel gemäß seiner Verschreibung binnen 5 Jahren nicht auslöst.

 •  28.12.1452, Pforzheim: nach dem Tod von Bernolt v.Urbach, ähnlich

 •  10.10.1454, Baden: ähnlich

 •  24.6.1457: Volmar Lemlin der Ältere, dem Anna v.Venningen, Witwe Bernolts v.Urbachs und ihre Söhne Lienhart und Bernolt v.Urbach eine Summe Geld schulden und ihm daher das Drittel an Mundelsheim, Burg und Dorf, als Unterpfand verschrieben haben, das er zuvor besessen hat, vergönnt ihnen, da sie ihm an der Summe 1000 fl bezahlten, das Halbteil des genannten Drittels dem Stift Ellwangen um 1000 fl zu versetzen und als Gült daraus 25 Eimer Wein zu geben.

 •  28.10.1457, Pforzheim: Markgraf Karl von Baden gestattet Bernolt v.Urbach, dass er mit seiner Mutter und seinem Bruder Lienhart von Volmar Lemlin dem Älteren um 1207 fl eine Hälfte des Drittels an Burg und Dorf Mundelsheim verpfände unter der Bedingung der Wiedereinlösung binnen 2 Jahren.
[R.Uhland: Regesten z.Gesch.d.Herren von Urbach, Stuttgart 1958, S.64ff. - GL 1979]
[Richard Fester: Regesten der Markgrafen von Baden und Hachberg, Bd.3, Innsbruch 1907, Regesten 6896, 7468]

 •  1. und 3. März 1450 fordert Volmar Lemlin Schadenersatz von Heilbronn nach dem Krieg von 1449/1450, und zwar Ersatz für seinen Leibeigenen Konrad Lutlin, der zu seinem Anteil von Mundelsheim gehörte. (Heilbronn 194, Fehden II).
[Knupfer, wie oben, S.370 Regest 692]

 •  1451: Volmar Lemlyn der Elter empfängt Zehendanteile an Bacherheyn und einen Hof daselbst, etc.

 •  Nota: Volmar Lemblin zu Wimpffen hatte die obgeschriebn Lehen von Her Conrat von Winssperg empfangn und die kaufft umb Diether von Bodickeim, Diether von Seckach und Eberhard Hagenbuch, als das Winssperg Mannbuch meldet.
[Kopie einer Urkunde unbekannter Quelle, erhalten von Pierre Laemlin, Bergheim]

→ Volmar Lemblin "zu Wimpffen" ist der Vater von Volmar d.Ä.

 •  12.3.1456: Volmar Lemlin der alt, Volmar Lemlin der jung und Cecilia von Schawenburg Cunmans von Schawnburg Wittwe, alle driv geswisterigt, verkaufen an die Stadt Heilbrunn ihr Sechstel an dem großen und kleinen Zehnt zu Böckingen um 88 Reichstaler.

→ Dieser Besitz war 1409 als Zweibrückisches Lehen an (den Vater) Volmar Lemlin gekommen.
[StsA Ludwigsburg B 189 I U 215. - Kopie und Fotografien der Siegel (Film 1982/1) durch GL 1982]
[Carl Jäger: Gesch. d. St. Heilbronn, Heilbronn 1828, Bd.1. S.255]
[Württ. Gesch'quellen Bd.5 Urk. 749]
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn Bd.2, Stgt 1903, S.,242]

 •  20.9.1456: Konrad von Heinrieth verpflichtet sich, seinen Stiefkindern Volmar Lemlein d.ä. und d.j. und Cäcilia, Witwe Kunmans v.Schauenburg, deren Schwester, gegenüber, die Pfandbriefe über Werdeck und Creglingen, die er und seine Frau Elsa v.Thalheim von Albrecht von Brandenburg wegen (geliehener) 10ooo fl haben, bei der Stadt Heilbronn zu hinterlegen und wenn er sie einlösen lasse, durch andere Pfandverschreibungen mindestens in der Höhe von 5ooo fl zu ersetzen, behält die Nutznießung dieser Summe auch nach dem Tode seiner Frau und bestimmt, dass nach seinem Tod 5ooo fl an seine Stiefkinder fallen sollen, während er über sein übriges Vermögen zu Gunsten seiner nächsten Erben oder beliebig verfügen kann. - Siegler der Aussteller, Hans Eyrer und die beiden Volmar. - (Heilbronn, unteres Gewölbe, Lade 32. Or.Og.mit 4 Siegeln. Die 5ooo fl gehören demnach zum Vermögen Elsa's, der Mutter der Kinder.

 •  23.8.1461: Graf Wilhelm v.Wertheim, Graf Burkhard v.Miltenberg und Hanmann Echter, Vitztum usw, fordern von der Stadt Heilbronn Herausgabe der bei ihr hinterlegten Urkunde, die Konrad v.Heinrieth selig für seine Kinder und Volmar Lemlein ausgestellt und nach der von dem auf dem Amt Krautheim stehenden Geld 5ooo Gulden dem Lemlin, der Rest Konrads Kindern zufallen soll, auf Geheiß des Erzbischofs von Mainz und auf Bitten von Konrads Witwe als Vormünder der Kinder; die Urkunde soll dem Überbringer dieses Briefes ausgehändigt werden, der Brief der Stadt als Quittung dienen. - (Heilbronn 271, Or. Außen 2 Siegel unter Papierdecken)
[E.Knupfer: Urk'buch d.St.Heilbronn Bd.1 = Württ.Gesch'quellen Bd.5, Stgt 1904, S.405 Regest 756, S.435 Regest 789. - GL]

→ Um 1459 bringt Volmar Lemlin d.Ä. die Burg Horkheim an sich. Dieser Vorgang und der Vorbesitzer sind nicht beurkundet. Am 10.3.1479 sagt Volmar Lemlin d.J. aus, dass sein Bruder Volmar Lemlin d.Ä. vor etwa 20 Jahren die Burg Horkheim an sich gebracht habe (siehe Regest bei Volmar d.J.). Um 1459 kauft Volmar d.Ä. weiteres in Horkheim. 1461 überträgt er die Burg dem Pfalzgrafen und erhält sie von diesem als Lehen zurück:

 •  1457 kauft Volmar Lemlin Hof und Gülten in Horkheim von Dietrich von Angelloch um 470 fl.

 •  1459 kauft der Junker Volmar Lemlin d.Ä. um 30 fl etliche Gülten in Horkheim von Konrad Schieber.

 •  1461 ist Volmar Lemlin der erste Lehensinhaber der Burg Horkheim von Kurpfalz. Die Burg hatte 1389 Graf Eberhard dem Deutsch-Ordens-Haus zu Heilbronn geeignet. Wann und wie die Burg später in den Besitz der Lemlin kam, ist unbestimmt.

 •  16.7.1461 trägt Volmar Lemlin dem Pfalzgrafen Friedrich gegen Eignung eines anderen Lehens die Burg Horkheim zu Lehen auf, worauf sie ihm vom Pfalzgrafen wieder als Erblehen verliehen wird.

 •  9.11.1461 kauft Volmar Lemmlin/Leimlin von Gorig/Jörg Fürer/Fuer von Heilbronn Gülten und Güter zu Horkheim um 52 fl.
[Württ. Oberamtsbeschreibungen, Oberamt Heilbronn, Bd.2, Stgt 1903, S.384]
[1459 u.9.11.1461 auch: Urk. u. Akten des K. Württ. Haus- u. Staatsarchivs Abt.1 Württ. Regesten 1301-1500, Teil 1 Altwürtt., Stgt 1916. - Nr.14536 u. 14539 S.584]
[9.11.1461 auch: Knupfer S.436 Regest 791, hier auch weitere Einzelheiten]

 •  9.11.1461: Jörg Fuer von Heilbronn verkauft an Volmar Lemlin um 52 fl rhein. Zinse zu Heilbronn.
[R.Uhland: Regesten z.Gesch.d.Herren von Urbach, Stuttgart 1958, S.79. - GL 1979]

 •  Urkunde von 1461: Ich Volmar Lemli der elter ...

 •  erhält vom Pfalzgrafen aus der Herrschaft Winspergs Zehend-Anteile zu Bacherheim

 •  erhält als "Mannlehen stat myne eign gut" die Burg zu Horgkheim ...

 •  Nota 1464: Volmar Lemli hat das Lehen auch als Träger für (seine Brüder) Peter und Volmar Lemli empfangen.
[Bad. General-Landesarchiv Karlsruhe, Sign, 67/1057, Lehenbuch Friedrichs des I. (1449-1475). - Kopie durch GL]

 •  25.2.1466: Graf Johann von Sulz, kaiserlicher Hofrichter in Rottweil, verkündet, dass Graf Wilhelm von Wertheim gegen Vollmer Lämlein, Vater und Sohn, und Ottilie Lämlein Geschwister um ihre Klage und Forderung wegen aus Acht getan und aus dem Unfrieden in den Frieden gesetzt worden sind, um vor Gericht zu erscheinen, es sei denn, dass er krank sei oder in seinem Schloss belagert würde.
[Staatsarchiv Wertheim G-Rep.7a Lade XXIII, D 75. - Internet 2011]

→ Lesfehler! Gemeint sind sicher Volmar d.Ä. und Volmar d.J. (nicht Vater und Sohn!) und ihre Schwester Cecilie (nicht Ottilie!). - HDL

 •  1464-1472 Volmar Lemlin über 100 fl Jahresgült. (Näheres nicht notiert.)
[Urk. u. Akten, wie oben, Nr.2905 S.110]

 •  13.5.1469: Volmar Lemmlin d.Ä. und seine Hausfrau Agnes v.Bach, gesessen zu Horkheim, stellen einen Brief aus über eine von ihnen gestiftete Pfründe für die von ihnen eingerichtete Kapelle in der Lehensburg Horkheim, welche der Hl. Dreifaltigkeit, U.lb.Frauen Assumption und den 10ooo Märtyrern und Rittern geweiht ist. 2.8.1470 vom Würzburger Bischof bestätigt.
[Urk. u. Akten, wie oben, Nr.14548 S.584]
[Württ.Oberamtsbschr., wie oben]

 •  1470: Volmar Lämlin der Ältere genannt von Dalheim in Horken (=Horkheim) empfängt einen Teil des Zehnten zu Nordheim, der vorher den von Neuhausen gehörte.
[Siebmacher, Wappenbuch Band VI,2, Nürnberg 1884: abgestorbener württembergischer Adel, Seite 56]

 •  Lemlin sen., Lemblin de Dalheim in Horcke:
Acquirit Anno 1470 Volmarus de Lemlin senior a Georgio de Newhausen, Feudum quod hic ab Ecclesia Worm. more mojorum possederat, videlicet partum decimam in Neyperg, Zimmern et Northeim etc. contractam ratum habente Domino Feudi directo. Successerunt itaque in Benis illis ex Volmaro orti
Anno 1483 Joannes Lemlin, nec non Fratres ejus Petrus et Volmarus
Anno 1533 Volmarus junior
Anno 1554 Velentinus, quondam Joannis Lemloin Filius
Anno 1569 Philippus et Philippus-Christophorus Lemlin agnati, quos secutus est Georgius-Valentinus Lemlin, qui de consensu Episcopi Worm. Feudum transtulit Anno 1616 in Nobiles de Göler.
[Johann Friedrich Schannat: Historia episcopatus Wormatiensis. Frankfurt, 1734, S.277. - GL 1979]

 •  1470 die Lemlin von Thalheim in Nordheim:
Das Patronat der Bartholomäuskirche in Nordheim sowie ein großer Teil der Frucht- und Weinzehenten samt verschiedenen Gefällen stund dem Bistum Worms zu; daaselbe verlieh alles dieses an verschiedene meist adelige Familien, welche dann das Patronatrecht nach Verhältnis ihres Anteils am Zehenten und den Gefällen abwechselnd ausübten. Solche Familien waren z.B. im Jahre 1406 die Massenbach und die Neuhausen, 1427 die Riexungen als Nachfolger der Klingenberg, 1470 die Lemlin von Thalheim, 1481 die Greck von Kochendorf als Nachfolger Wilhelm Böcklins von Eutingerthal, 1483 die Wittstatt, 1529 die Frauenberg, 1560 die Lomersheim, 1616 die Göler als Nachfolger der Lemlin (siehe Klunzinger 2,149).
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Brackenheim, Stgt 1873, S.368. - GL 1981]

 •  Ab 1344 waren die Herren von Horkheim auf der viel älteren Burg beurkundet. 1389 war die Burg an den Deutschen Orden zu Heilbronn gekommen. Die v.Horkheim hatten seither nichts mehr mit dieser Burg zu tun und lebten hauptsächlich in Schwäbisch Gmünd.

 •  Die Lemlin leben auf der Burg Horkheim in beträchtlichem Wohlstand und erbauen eine Burgkapelle (mit eigenem Kaplan), die 1470 vom Würzburger Bischof bestätigt wird.
[Walter Heinrich: Die Geschichte Horkeims, 1976]

 •  Volmar Lemlin † 1476.
[Württ. Oberamtsbeschr., wie oben, S.384]

 •  1477: Volmar Lemblin ist gestorben, seine Söhne sind die Gebrüder Hans, Peter und Volmar Lemblin. Hans empfängt als pfalzgräfliche Lehen Güter in Dorf und Mark Mommenheim und Burglehen zu Altzey.
[Badisches Generallandesarchiv Karlsruhe, Lehenbrief Sign. 67/1058. - Fotokopie GL]

 •  1482 verkaufen Peter Lemmlin und seine Frau Anna v.Münchingen an Volmar Lemmlin den Jüngeren Gülten, die sie von ihrem Vater Volmar Lemmlin dem Älteren ererbt haben.
[siehe Regest bei Peter]

Regesten zu Agnes v.Bach:

 •  1469 Volmar Lemlin d.Ä. und seine Frau Agnes vom Bach gesessen zu Horkheim.
[Würt.StsA, Urk.u.Akten Nr.14548 S.584]

 •  Die Grabplatte der Agnes von Bach befindet sich in der Kirche von Horkheim in der Mitte des Chores in den Boden eingelassen. Sie wurde später an der südlichen Außenwand des Chores befestigt. Sie ist stark abgenützt, aber es sind noch zwei Wappen auf ihr zu erkennen: Das Lamm-Wappen, und ein gekrümmtes Bockshorn, das Zeichen der Herren vom Bach. Umschrift: ... nach St. Marttag ist gestorben Agnes von Bach, der Gott gnade. Jahreszahl nicht mehr zu erkennen.
[Gerhard Kuppler, Sonderdruck]
[Fotografie der Grabplatte 1984 durch Frau Line Ebert]


2011 9 14