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Philipp Lemlin v951 – zu Horkheim und Thalheim


Eltern: Hb-28/g Volmar Lemlin v946, Barbara von Rinderbach v879

(* etwa ?1540), † 1595

1571 zu Horkheim, 1585 Burg Horkheim, 1585/1587 Thalheim

∞ mit Maria Thumb v952 ,* 29.8.1560, von Neuburg

sie ∞2) nach 1595 mit Hans Wolf Capler v.Oedheim v961, (* etwa ?1555),zu Willenbach

Tochter:

 1. Dorothea Lemlin v953, (* etwa ?1575), ∞ mit Georg v.Rinderbach v954, (* etwa ?1570)

Regesten:

Zusammenfassung:

 •  1570/1571: Philipp Lemblin zu Horkheim ist Vormund der Kinder des 1569 gestorbenen Veltin Lemlin zu Berghausen. [siehe Regesten bei Veltin]

im einzelnen:

 •  1552 ist Philipp Lemlin Edelknabe am württembergischen Hof.

 •  Philipp Lemblin zu Sontheim, gestorben 1594. (Sontheim wohl Lesfehler für Horkheim!)
[W.Pfeilsticker: Neues württ. Dienerbuch, Stgt 1957, Nr.78.]
[Südwestd. Blätter Okt.1960 S.111/80]

 •  1572 vergleicht sich Philipp Lämlin mit seinem Bruder Gottfried über die väterliche Hinterlassenschaft in Thalheim. Die Brüder sichern sich einander das Losungsrecht zu.

 •  1582 vergleicht sich Philipp Lämlin mit Ursula Lämlin geb. v.Wöllwarth (das ist Gottfrieds Witwe) über ausgewechselte Güter in Thalheim und Horkheim.

 •  31.8.1584 mahnte der Kanton den Philipp Lemlin an die schuldige Kontribution mit der Bedrohung, wenn er nicht zahle, werde er beim Kaiser angezeigt. Auch werde ihm vorgeworfen, er habe sich dem Boten gegenüber ungebührliche Ausdrücke gegen Kaiser und Ritterschaft erlaubt und den adeligen Stand geschändet (fürchte weder Gott noch Obrigkeit). In einer Antwort vom 14.10.1584 entschuldigt Lemlin seine Zahlungsunfähigkeit mit Armut und mit den hohen Zöllen. Dass er Kebsweiber halte, wolle er nicht leugnen.

 •  1585 ist Gottfried Lämlin tot und Philipp Lämlin zu Horkheim verkauft sein 1/12 der Obrigkeit über Thalheim an den Deutschorden, wie er's von seinem Bruder ererbt, samt 4 1/2 Morgen Holz im Jungholz um 1300 fl. und 20 Malter Haber. Er verspricht dabei, nach dem Tode der Witwe seines Bruders auch das dieser überlassene andere 1/12 zu verkaufen.

 •  1586 ließ ihm der Herzog seine Früchte und Wein in Nordheim und Dürrenzimmern pfänden, 1588 seine Einkünfte in Horkheim.

 •  1587 ist diese Ursula v.Wöllwarth gestorben und Philipp Lämlin verkauft das andere 1/12 Obrigkeit an den Orden um 1000 fl und 10 Malter Haber.

 •  Philipp Lämlin hatte sich mit Maria Thumb von Neuburg verheiratet. Die Hochzeit war in Thalheim gehalten worden und hatte 500 fl, 2 Fuder Wein, 25 Malter Haber, 1 gemästeten Ungarochsen und 2 gemästete Schweine gekostet, wozu noch der Aufwand für die Heimführung kam. Die Ehe scheint aber bald wieder getrennt worden zu sein, was zu Streitigkeiten mit den Thumb führte, die nun auf Lämlins Gefälle im Württembergischen Arrest legten.

 •  1590 ist Philipp Lämlin mit seinem Vetter Philipp Christoph Lämlin zu Thalheim im Streit wegen etlicher Güter (siehe bei Philipp Christoph). Württemberg griff ein und strafte Philipp Lämlin um 400 fl, zu deren Einbringung seine Gefälle in Horkheim, Nordheim und Dürrenzimmern in Beschlag genommen wurden.

 •  Die Akten eröffnen Einblick in die unerquicklichen Familienhändel der Horkheimer und Thalheimer Lemlin.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn, Bd.2, Stgt 1903, Seiten 184f und 475f. - GL 1982]

 •  Philipp Lemlin, † 1595, war der letzte der Horkheimer Linie, worauf deren pfälzische Lehen an Philipp Christof (†1596) der Thalheimer Linie fiel.
[Zschr. f. d. Gesch. d. Oberrheins, NF Bd.39 (ganze Reihe Bd.78) Karlsruhe 1926, S.445ff. M.v.Rauch: Der Adel im Kraichgau und dessen Umgebung. - GL 1976]

Regesten zu Maria Thumb:

 •  1603 erbaut Hans Wolf Capler v.Oedheim eine adelige Behausung zu Willenbach. An deren Vorderseite befinden sich die Wappen des Erbauers und seiner beiden Frauen Cordula Stein zum Klingenstein und Maria Thumbin von Neuburg verwitwete Lemblin.
[(Ge.Mtlg des Frhn.v.Bautz) Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Neckarsulm, Stgt 1881, S.603: Oedheim. - GL 1981]

Regesten zu Dorothea Lemlin:

 •  1602 kauft Herzog Friedrich von Württemberg Eigengüter, Gülten und Gefälle in Horkheim um 5300 fl. von Georg v.Rinderbach und dessen Schwager Wolf Rudolf v.Westerstetten. Es waren dies Güter, welche früher die Lemlin besessen hatten. Rinderbachs Gattin Dorothea war eine Tochter von Philipp Lemlin.
[Württ. Oberamtsbeschreibungen, Oberamt Heilbronn, Bd.2 Stgt 1903 S.382. - GL 1982]


2008 11 10