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Philipp Christoph Lemlin v928 – von Talheim und Horkheim


Vater: Hb-29/b Veltin Lemlin v927

(* etwa ?1555), † 2.12.1596 in Horkheim

1582 Thalheim, 1595 Burg Horkheim.

∞1) 1581 mit Anna Maria v.Venningen v959

(* etwa ?1560), † 24.9.1585

In Horkheim begraben.

∞2) (etwa ?1587) mit Elisabeth v.Angelloch v960

(* etwa ?1560)

Sie lebt 1606.

Sohn:

aus 1.Ehe:

1. Georg Valentin, (* etwa ?1582) - zu Thalheim u.Horkheim, Geislingen, siehe Hb-31/b

Regesten:


Sein Kopf auf seinem Grabmal (siehe weiter unten)

Zusammenfassung:

 •  Philipp Christoff Lemblin, beim Tod des Vaters Veltin 1569 unmündig und unter der Vormundschaft seines Vetters Philip Lemblin.

 •  Der Besitz des Vaters (Berghausen, Sachsenheim) war verschuldet und wurde verkauft. Da sein Vetter Philip 1595 ohne Sohn starb, erbt er dessen Besitz in Thalheim und Horkheim. Für seine Ansprüche am Erbe seines Vetters Philip muss er seine Abstammung belegen.

im einzelen:

 •  1570 ist Philipp Lemblin Vormund von weiland Veltin Lemblins zu Barckhausen verlassenen Kindern. [siehe Regest bei Veltin]

→ Philipp Christoph ist also 1570 noch unmündig.

 •  Philipp Christoph Lemblin: Seine erste Frau seit 1581 war Anna Maria von Venningen, gestorben in Thalheim 24.9.1585 (falsche Altersangabe). Seine zweite Frau war Elisabeth von Angelloch.
[Südwestdt. Blätter Okt.1950, S.112/88 und 114/144. Laut: Walther Pfeilsticker, Neues Württ. Dienerbuch, Stuttgart 1957, Nr.1547]

 •  1582 zwei Briefe: Philipp Christoph Lemblins Anmahnung umb weiland Morizen von Liebenstein gehabte Provision. - Er unterschreibt Phülüps Christöff Lemle zu Dallen.
[HSA Stuttgart, Sign A 155 Büschel 72. - GL]

 •  1583: Hans Ulrich v.Thalheim verkauft ein Haus in Thalheim an Christof Lemlin.
[Zschr. d. Hist. Vereins f.d. württ. Franken Bd.7, 1866, S.262. - GL 1976]

 •  1590 ist Philipp Lämlin mit seinem Vetter Philipp Christoph Lämlin zu Thalheim im Streit wegen etlicher Güter, die ihm vertestieret worden waren, die aber nun dieser als Lehensbestandteil in Anspruch nahm und mit denen er sich auch von Worms belehnen ließ. Es kam darüber zu einem Prozess beim Reichskammergericht Speyer. Philipp verlangte, die Vogtsherren sollen den Ertrag der Güter inzwischen verwahren, und als sie darauf nicht eingingen, fiel Philipp im Juli 1590 bei Nacht mit Soldaten in Thalheim ein und nahm Philipp Christoph 3 Pferde und 2 Wagen mit Heu samt einem Diener weg. Philipp Christoph suchte Hilfe bei Württemberg und drohte, Philipp in seiner Burg zu Horkheim zu überfallen, worauf dieser mit Klagen bei der Pfalz drohte und die Ganerben warnte: "wenn sie die zwei großen Häupter über sich kommen lassen, werden sie leichtlich um ihre Obrigkeit kommen". Philipp Christoph rückte seinem Vetter wirklich "vor Haus und Nasen", worauf der Deutschorden zu vermitteln suchte. Württemberg griff aber nun doch ein und strafte Philipp Lämlin um 400 fl., zu deren Einbringung seine Gefälle in Horkheim, Nordheim und Dürrenzimmern in Beschlag genommen wurden.

 •  1592 besitzt Philipp Christoph Lämlin zwei adelige freie Häuser mit dem Begriff, zu Thalheim im Dorf gelegen (beide beim Rathaus), davon das eine 10 Jahre vorher auf einem von Ulrich v.Thalheim erkauften Platz neu erbaut, das andere ihm von Gottfried Lämlin und dessen Gattin vertestiert war; dazu viele Feldgüter an Weinbergen, Äckern, Wiesen, Holz, zusammen ca 138 Morgen, viele Gefälle, alles zu Thalheim, und freiadelige Güter, von niemand mit Landsesserei noch sonst angefochten. Vor 12 Jahren haben seine Vormünder seine freiadeligen Güter Berghausen (badisches Amt Durlach) an Baden und ein Haus und Zehnten zu Sachsenheim an Württemberg verkauft. Auch klagt er, dass Philipp Lämlin sein ihm von Gottfried Lämlin vertestiertes 1/12 Vogtherrlichkeit an den Kommentur verkauft habe.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn, Band 2, Stuttgart 1903, S.475f. - GL 1982]

 •  1593 bis zu seinem Tod 3/4 Jahr nach Georgii 1596 ist Philipp Christoph Lemlin zu Horkheim Vasall am württembergischen Hof. Philipp Christoph Lemblin von Horckheim war (keine Jahreszahl angegeben) Truchsess und Gesandter in Regensburg.
[Pfeilsticker, wie oben, Nr. 1547 und 1376]

 •  10.1.1595 meldet Philip Christoff Lemblin zu Talheim den Tod seines Vetters Philip Lemblin zu Horckheimb.

 •  10.1.1595: Philips Christoff Lemblin zu Thalheim erbittet vom Herzog von Württemberg Belehnung nach "Absterben weylandt dess edlen und vesten Philips Lemblins zu Horckhaimb meines freundtlichen lieben Vaters seeligen, ich als sein rechter und nechster Lehensfolger und Agnat"... ("Vater" muss richtig "Vetter" oder "Pflegevater" heißen. - HDL) Er bittet um glaubwürdige Abschriften der Lemlinschen Lehensdokumente zur Beweisung seines Herkommens und ehrlichen Stamms und Namens. Er nennt seine Ahnenreihe: Peter Lemblin - Haug - Veltin - Philip. - Weiter hinten in der Urkunde: "... Lehen von Veltin Lemblin mein Vater".
[HSA Stuttgart Sign. A 157 Büschel 377. - Kopie und Transkript GL 1982]

 •  28.6.1595 nennt er sich Philip Christoff Lemblin von Dalhen und Horckheim. Er bittet, ihm Lehen zu übertragen.
... von wegen Sachsenheim wie da selbig von meinem Vater seeligen an Herzog Christoff hochlöblicher gedechtung erkaufft worden...
... "das demnach mein Vater (muss Vetter heißen! HDL) seeliger Philips (dahinter Christoff in der Handschrift ausgestrichen) Lemblin von Horckheim mich bei der Churfürstlichen Pfaltz, dieweil er deroselben Lehenmann unnd die Burg Horckheim zu Lehen getragen... ...dass nun deswegen nach Absterben sein(?) Lemblins kein Lehensfolger mehr vorhanden dann ich als Lemblischen Stammes und Namens, unnd der (?) Tochter Lehens agnat und successor bin..."
[A 157 Büschel 377]

 •  1595 starb Philipp Lemlin kinderlos als letzter der Horkheimer Linie. Dessen pfälzische Lehen fielen an Philipp Christoph Lemlin der Thalheimer Linie, der aber auch schon bald am 22.12.1596 in Horkheim starb. Dessen Sohn Georg Valentin, Ulmischer Obervogt zu Geislingen, verkauft 1606 seine Behausung zu Thalheim, dem Rathaus gegenüber, und weist seiner Stiefmutter Elisabeth v.Angelloch ein anderes Haus neben dem Ratshaus als Witwensitz an. 1622 verkauft er auch den Horkheimer Besitz.
[M.v.Rauch: Der Adel im Kraichgau und dessen Umgebung, in: Zschr.f.d.Gesch.des Oberrheims, NF Band 39, Karlsruhe 1926, S.455ff. - GL 1976]
[Württ. Oberamtsbeschr., wie oben]

 •  1596 gehört Horkheim: Philippus et Philippus-Christophorus Lemlin agnati, quos secutus est Georgius-Valentinus Lemlin, qui de consensu Episcopi Worm. Feudum transtulit Anno 1616 in Nobiles de Göler.
[Schannat. Siehe Regest von 1470 bei 25/b Volmar]

 •  15.9.1597 bestellt die Witwe von Philipp Christoph Lemlin zu Thalheim für diesen den Grabstein bei dem Heilbronner Bildhauer Jakob Müller. - Der Stein, der sich in der Horkheimer Kirche befinde, sei künstlerisch nicht bedeutend.
[Moriz v.Rauch: Jakob Müller, Bildhauer und Steinmetz. In: Württ. Vierteljahreshefte f. Landesgesch. NF Jg.14, Stgt 1905, S.90. - Zitiert: Heilbronner Ratsprotokoll vom 15.9.1597. - GL 1983]

 •  Im Chor der Horkheimer Kirche ist innen an der nördlichen Wand ein steinernes Grabmal mit 2 Steinen. Inschrift des einen Steines: Anno domini 1596 uf den 22. dag / decembris starb der edel und vest / Philipp Christoph Lämblin von Thalheim / zu Horkheim, etc. Auf dem anderen Stein ist nur noch lesbar: ...tugentsame fraw Anna Maria gebohrene / von Venningen.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn, Band 2, Stuttgart 1903, S.374. - GL 1982]

→ Hier konnte der Text wegen der seinerzeitigen Übertünchung nur unvollständig wiedergegeben werden.

 •  Das Grabmal hat die Inschriften:

 •  "Anno Domini 1585 uf den 22.Dag / Decembris starb der edel und vest / Philip Christoph Lämblin von Th/alheim zu Horckheim welchem / und uns alen Got eine selige und fröhliche Ufferstehung / verleihen wölle. Amen."

 •  Anno Domini 1585 uf den 24.Dag / September starb die edele und tu/gentsame Fraw Anna Maria geborne / von Venningen des edlen und vest / Philip Christoph Lämblin erstes Gemahl / deren Sellenn Got genedig sein / wölle. Amen."

 •  die Porträts der beiden Begrabenen finden sich links und rechts in Stein gehauen. Links ist das Lamm-Wappen der Lemlin, rechts das Wappen der v.Venningen mit zwei gekreuzten Stäben.
[1984 durch Frau Line Ebert, Fotografie ihres Neffen Hermann Bader]
[Vergl. Gerhard Kuppler, Sonderdruck. - Hier wird Philip Christoph irrtümlich als Sohn des Kapellen-Erbauers Volmar Lemlin angegeben.]


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