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Georg Valentin Lemlin v929 – zu Thalheim u.Horkheim, Geislingen


Eltern: Hb-30/b Philipp Christoph Lemlin v928, Anna Maria v.Venningen v959

(* etwa ?1582), † nach 1626

Vogt Geislingen/Steige, 1596 Thalheim, verkauft 1606, 1596 Burg Horkheim, verkauft 1622. Zuletzt in Geislingen 1626, dann wo??

∞ mit Barbara Thumb v.Neuburg v955

(* etwa ?1580)

ihre Eltern: Hans Bernhard Thumb v.Neuburg v956, * 1554, † 13.12.1584 in Neuburg-Thurgau
Württ. Rat und Erbmarchal. (Begraben im Chor der Kirche Neuburg?); ∞ 18.11.1577 mit Barbara v.Neuhausen v957, * 13.12.1559, † 17.9.1608
Geboren auf Schloss (Kauffen? oder Lauffen?) (Sie ∞2) 20.12.1591 mit Hans v.Berlichingen v958, (* etwa ?1555)
Hofkammer-Rektor.).

Kinder:

1. Georg Friedrich v930, (* etwa ?1605), † 1605, als Kind gestorben

vielleicht:

2. Anna Barbara Lämmlin v991, (* etwa ?1605)
Lämmlin von Thalheim. 1632-1635 Geburten in Überlingen.

∞ (etwa ?1630) mit Johann Egon Besserer v990

(* etwa ?1600)

Regesten:

 •  Zusammenfassung:

 •  Georg Valentin Lemlin von Thalheim zu Horkheim. Sein Siegel mit Lamm-Wappen ist verschiedentlich erhalten. 1606 verkauft er seinen Thalheimer Besitz. Er wird 1613 vom Rat der Stadt Ulm als Vogt in Geislingen/Steige eingesetzt. 1621 belegt Kaiser Ferdinand den abgesetzten Böhmenkönig Friedrich den V. mit der Acht, und unter Friedrichs Anhängern wird Valentin Lemlin von Horkheim genannt. 1621/1622 verkauft er seine Horkheimer Besitztümer - aus politischen oder wirtschaftlichen Gründen? Von einem Teil des Erlöses stiftet er in der Geislinger Kirche eine Kanzel. 1626 scheidet er aus dem Amt des Ulmer Vogts in Geislingen aus, etwa 45 Jahre alt. Wohin er geht, ist unbekannt. Ein Indiz ist Überlingen, wo eine "Lämmlin von Thalheim" verheiratet ist, die seine Tochter sein könnte. Für seinen halbjährig gestorbenen Sohn Georg Lämmel gibt es in der Lemlinschen Kapelle in Horkheim eine Grabplatte.

 •  Im einzelnen:
(Hier sind noch etliche Urkunden-Regesten einzutragen.)

 •  1596 stirbt Philipp Christof Lemlin von der Thalheimer Linie, der kurz zuvor 1595 auch Horkheim geerbt hatte. Sein Sohn Georg Valentin, Ulmischer Obervogt zu Geislingen, verkauft 1606 den Talheimer und 1622 den Horkheimer Besitz.
[M.v.Rauch: Der Adel im Kraichgau und dessen Umgebung. In: Zschr. f. d. Gesch. des Oberrheins NF Bd.39, Karlsruhe 1926. - GL1976]

 •  1596 stirbt Philipp Christoph Lämlin und sein Besitz in Thalheim und Horkheim fällt an seinen Sohn Georg Valentin.

 •  1602 besitzen die Lämlin ein Freihaus in Thalheim, wofür sie 5 ß Pfennig und 5 Karch Mist neben 1 Fastnachtshuhn an das hessische Lehen zu geben haben. Vorbesitzer war Lienhard Vogel, Nachbesitzer Hans Karlin von Mörlau.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn, Bd.2 S.476, Stuttgart 1903. - GL1982]

 •  1602 ist Georg Valentin Lemmlein Vogt zu Geißlingen. Sein Wappen zeigt ein schreitendes Lamm, auf dem Helm ein wachsendes Lamm. - "Das Geschlecht kam auch in Nürnberg vor".
[Siebmacher, Wappenbuch, Bürgerliche Geschlechter Bd.5 Teil 2; und Bürgerliche Geschlechter II Tafel 89 Bd.43 (1872)]

→ Siebmacher ist hier fehlerhaft: 1. Die Namensform auf -lein kommt hier nicht vor. 2. 1602 ist Georg Valentin noch nicht Vogt zu Geislingen; erst 1613. 3. Die bekannten Wappen zeigen auf dem Helm immer ein schreitendes Lamm, nie ein steigendes Lamm. 4. Das Geschlecht des Georg Valentin Lemlin kommt nicht in Nürnberg vor.

 •  1606 verkauft Georg Valentin Lämlin seine Behausung zu Thalheim dem Rathaus gegenüber an den Deutschorden, dem er verschuldet war, um 1800 fl und weist seiner Stiefmutter Elisabeth v.Angelloch ein anderes Haus neben dem Rathaus als Witwensitz an.

 •  1607 und 1610 verkauft er weitere Güter an die Kommende.
[Württ. Oberamtsbeschr., wie oben]

 •  In Thalheim lag der Adelssitz der Lemlin gegenüber dem Rathaus, an der Stelle des jetzigen ev. Pfarrhauses. Wann die Heilbronner Lemlin nach Thalheim kamen und auf welche Weise sie dort Besitz erwarben, ist nicht nachzuweisen.
[Württ. Oberamtsbeschr., Oberamt Heilbronn: Thalheim; Bd.2. Stgt 1903, S.475. - GL 1982]

 •  21.6.1608 verkauft Georg Valentin Lemlin von Thalheim zu Horckheim seine Gefälle (= Zinsen-Einkünfte) zu Thalheim an den Deutschorden. - Gut erhaltenes Papiersiegel.
[Urk. StsA Ludwigsburg, Deutsch-Ordens-Lagerbücher B 235 Bd.320. - Siegelfoto durch GL 1986]

 •  1608-1612 ist Jörg Veltin Lämblin von Thalheim Vasall am württ. Hof.
[Walther Pfeilsticker: Neues württ. Dienerbuch, Stgt 1957, Nr.1547. - GL]

 •  Vögte in Geislingen:
....
1601-1608 Hans Ludwig v.Gaissberg zu Schnait.
1606-1625 Georg Valentin Lämmlin von Thalheim zu Horkheim. (1606 ist unrichtig, richtig ist 1613. - HDL)
1626-1635 Johann Reinhard Kröll v.Dambach.
[Mtlg Stadtarchiv Geislingen an Pierre Laemlin]

 •  1613-1626 ist Georg Valentin Lemblin Vogt der Stadt Ulm in Geislingen:

 •  Georg Valentin Lemblin läßt sich in unseren seit 1501 ff erhaltenen Ratsprotokollen mehrfach nachweisen.

 •  Auf ein Gesuch Lemblins und ein Schreiben der Stadt Heilbronn an den Ulmer Rat, Lemblin die freigewordene Vogtstelle in Ulm zu übertragen, heißt es in einem Ratsprotokoll-Eintrag vom 20.11.1612: "soll im Lemblin widerumb Innhalt Concepts geschrieben und seines Schreiebns künfftig gedacht werden" (A 3530 Bd.62 fol.803).

 •  Am 27.1.1613 beschließt der Ulmer Rat, Lemblin zum Vogt in Geislingen anzunehmen (ebd. Bd.63 fol.70).

 •  Am 1.2.1613 ordnet der Rat an, Lemblin die Annahme zum Vogt mitzuteilen (ebd. fol.72).

 •  Am 8.2.1626 stimmt der Rat dem Ausscheiden Lemblins aus dem Vogtamt zu (ebd. Bd.76 fol.11v).

 •  Am 28.4. 1626 gewährt der Rat ihm zum Abzug 100 Gulden "zu seiner Verehrung" (ebd. fol.41).
[Mtlg Dr. Weig, Stadtarchiv Ulm, an Gerhard Lemmel 1984]

 •  25.10.1617: Georg Valentin Lämlin ist Taufpate bei Barbara Frick.

 •  15.3.1622 und 25.11.1625: Barbara Lamblerin geb. Thummin von Neuburg ist Taufpatin bei Johannes Bartlern, Kastenvogt, und Katharina Winderelin.
[Taufregister Geislingen 1584-1636, Mtlg Pierre Laemlin, Bergheim, an GL]

 •  1619 ließ er sein Wappen in ein Gästebuch eintragen.
[Landes-Bibliothek Stuttgart, Sign Cod.hist. 2 o 888, Fromann'sche Wappensammlung. - Kopie durch GL 1985]

 •  Um 1620. Siegel des Georg Valentin Lemlin v.Thalheim zu Horkheim, Vogt in Geislingen.
[Stadtarchiv Geislingen/Steige, Spitalurk. Geislingen Bestand G1 Büschel 215 und 218. - Foto durch Gerhard Lemmel 1985]

 •  Die Stadtkirche in Geislingen erhielt 1619 einen neuen Altar mit Kreuzigungsgruppe und 1621 eine neue Kanzel, und zwar unter dem Vogt Georg Valentin Lämlin und dem Pfleger Ulrich Krafft. Beider Wappen befinden sich im Schalldeckel der Kanzel.

 •  Die Gemahlin des Vogts war Barbara von Lämlin, eine geborene Thumb von Neuburg.

 •  In den Heirats- und Taufregistern von Geislingen fanden sich keine Lämlin-Einträge.
[Dr. Wilfried Berg, Geislingen, Brief 1985 an Pierre Laemlin, Bergheim]


[Fotos von Pierre Laemlin]

 •  29.1.1621: Veltlin Lemlin von Horkheim wird unter den Anhängern des abgesetzten Böhmenkönigs Friedrichs des V. genannt, als Kaiser Ferdinand die Reichsstände, so auch die Stadt Heilbronn, von der Achterklärung König Friedrichs unterrichtet und die Lossagung von der Kurpfalz verlangt.

 •  Georg Valentin Lemlin, ulmischer Vogt zu Geislingen, sah sich im Jahr 1621 genötigt, seine Besitzungen und Rechte zu Horkheim mit der pfälzischen Lehensburg an Peter v.Helmstadt zu Thalheim für ein Kapital von 2000 fl zu verpfänden; allein schon im folgenden Jahr am 25.4.1622 verkaufte er das Erblehen Horkheim um 1200 Reichstaler an den württembergischen Kapitän, späteren Oberstleutnant v.Seybold. - Schon unter Lemlin wird die Schatzung an den Ritterkanton Kocher bezahlt, in den also das Gut aufgenommen war.
[Württ. Oberamtsbeschreibungen, Oberamt Heilbronn, Band 1, Stuttgart 1901, Seite 178, 384f. - GL 1982]

→ Folgt hieraus, dass Lemlin seinen Besitz verkaufen muss? oder hat er private Gründe? (HDL)

 •  Georg Valentin Lemlin verkauft 1621/1622 Horkheim (Burg und Lehengüter) an Peter v.Helmstadt und an den württembergischen Kapitän v.Seybold. Dabei ist unter den Sieglern Lemlins Schwager Johann Friedrich Thumb von Neuburg, dessen Vermittlung es wohl zu danken ist, dass Horkheim wenig später an Philipp Wolf Lemlin v.Rennertshofen aus Neuburg/Donau kam; siehe Stamm Rennertshofen unter Ren-31/b. Dessen Wappen, ein Lamm mit Kreuzfahne, das sich in der Begräbniskapelle des Horkheimer Kirchhofs fand, wird oft irrtümlich als das Wappen der Heilbronner Familie Lemlin von Horkheim und Thalheim angegeben; diese Heilbronner Familie hat im Wappen ein Lamm ohne Fahne.

 •  Im 30-jährigen Krieg Verhandlungen des Ulmer Politikers Hans Schad 5.5.1620 mit dem Württembergischen Kriegsrat Lemblin; 24.8.1622 in Stuttgart mit Ludwig Andreas Lemblin von Reinherdshofen, fürstl. württ. Kriegsrat; 16.3.1626 in Geislingen mit Ludwig Andreas Lemblin, fürstl. württemb. gehaymer Rat; 2.5.1626 mit Valentin Lemblin von Thalheim.
[Greiner: Das Memorial- und Reisebuch des Hans Schad; in: Württ. Vierteljahreshefte für Landesgesch. NF Jg.17, Stuttgart 1908; S.370, 397. - GL]

→ Ludwig Andreas Lemblin siehe Lemblin-Stamm Rennertshofen. Die Lemblin von Thalheim und Lemblin von Rennertshofen sind nicht mit einander verwandt!

→ Weiterer Verbleib???

 •  1626, als Georg Valentin aus dem Ulmer Vogtsamt ausschied, war er erst etwa 45 Jahre alt. Er dürfte also an anderem Ort noch ein aktives Leben geführt haben, aber wo???

 •  In Geislingen gibt es zur fraglichen Zeit kein erhaltenes Sterberegister. In den vorhandenen Tauf- und Heiratsregistern gibt es keinen Lemblin-Eintrag. [Mtlg Thierer, Stadtarchiv Geislingen, 1984 an Gerhard Lemmel]

→ Kinder???

 •  Beurkundet ist nur der 1605 geborene und im selben Jahr gestorbene Sohn Georg Friedrich.

 •  Da der gesamte Lehensbesitz in Thalheim und Horkheim verkauft wurde, geben diese Lehensurkunden keine Auskunft über etwaige weitere Kinder.

 •  Nachkommen an bisher unbekanntem Ort können nicht ausgeschlossen werden.

→ Weitere Regesten siehe <Hb-zu31bText.html>

Regesten zu Barbara Thumb v.Neuburg:

[Mtlg Pierre Laemlin, Bergheim, 1985]

Regesten zu Georg Friedrich Lemlin:

 •  Georg Friedrich Lämblin, * um 25.1.1605, † 30.7.1605, begraben in der Lemlin'schen Kapelle in Horkheim, wo die Inschrift des Grabsteins lautet:

 •  Den 30. Juli 1605 ist entschlaffen hie zu Horckheim Ierg Friterich Lämblin von Thalheim (so auf der Platte) / der edel und vest Geore Friderich Lämblin von Thalheim zu Horcken (so auf der Umrandung der Platte) seines Alters 26 Wochen und 6 Tag.
[Gerhard Kuppler, Sonderdruck. - Fotografie durch Frau Line Ebert]


Regesten zu Anna Barbara Lämmlin:

 •  Anna Barbara Lämmlin v.Thalheim, verheiratet mit Johann Egon Besserer, Junker, zeigt nach dem Überlinger Tauf- und Ehebuch von 1632-1635 drei Geburten an.
[Fritz Harzendorf: Überlinger Häuserbuch Band 2, Überlingen 1954/1955]
[Fritz Harzendorf: Überlinger Einwohnerbuch Band 5 Teil3, Überlingen 1954/1961 - GL 1972]


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