Zurück zum Personenindex
zurück zur Stammtafel Lämmel-Buchholz
Hermann Lämmel (*1865),
Graveur in Dresden, und sein Sohn Hans Lämmel, Kunstmaler
Hermann Lämmel, geboren 1865 in Buchholz im Erzgebirge, lebte
als
ein Graveur in Dresden und Radebeul.

Links: Hermann Lämmel, Porträt-Fotografie von einer
Amerika-Reise.
Mitte: Ein Exlibris für seine Frau Erna geb. Hölzel.
Rechts: Seine Initialen, entworfen für ein Petschaft.
Der Sohn Hans Lämmel, geboren 1911, lebte als Kunstmaler in
Radebeul.
Hier die von ihm gezeichneten Porträts seiner Eltern.

1892 feierte man den 400.
Jahrestag der Entdeckung Amerikas. Für diesen Anlass entwarf
Hermann Lämmel eine Gedenkmedaille, von der sein Enkel Heinz
Lämmel in Zittau eine Fotografie anfertigte. Jetzt ist sie im
Besitz von Heinzens Sohn Lutz Lämmel.
Die Medaille, deren Einzelheiten freilich in der Fotografie nicht
leicht zu erkennen sind, zeigt ein Porträt des Entdeckers
Columbus, das von zwei allegorischen Figuren umgeben ist, die Amerika
und Europa darstellen. Auf der anderen Seite der Medaille kauert ein
Indianer auf
dem Boden, überwältigt von der Erscheinung der allegorischen
Figur Europas, die als hoch aufgerichtete Frau mit Flügeln und
kleinen Kindern in den Armen dargestellt ist, die über den Ozean
kommt, an dessen fernem Ufer im Osten die Sonne aufgeht. Um den
Columbus-Kopf herum findet man die Beschriftung CRISTOFORO COLOMBO. Auf
der anderen Seite sind in der Kantenverzierung oben und unten in
römischen Zahlen die Jahreszahlen 1492 und 1892 angegeben. -- Die
Medaille mit einem Durchmesser von 59 Millimetern wurde in Zinn
und Bronze geprägt.

Medaille auf den 400. Jahrestag der
Entdeckung Amerikas durch
Cristofero Colombo,
entworfen von Hermann
Lämmel, Dresden, 1892.
Hermann Lämmel, geboren
11.5.1865 in
Buchholz im Erzgebirge, gestorben 12.9.1943 in Radebeul.
Größe: 5 mm stark,
Durchmesser 59 mm. Ausführungen in
Zinn und
Bronze.
Fotografie eines Originals im Besitz
des Enkels Heinz Lämmel
in
Zittau bzw des Urenkels Lutz Lämmel.
Ob die Medaille irgend einen
offiziellen Status in Amerika hatte oder vielleicht nur zu einem
Wettbewerb eingereicht wurde, konnte ich nicht feststellen. Es
gibt freilich zum Anlass "400 Jahre Amerika" noch einige andere
Medaillen von anderen Künstlern.
Im Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums in Wien
gibt es zwei
Exemplare dieser Medaille, eine aus Blei oder Zinn, 1893 gekauft, und
eine aus Bronze, 1928 erworben. Davon erhielt ich eine gut
ausgeleuchtete Fotografie von Dr. H.Winter vom Münzkabinett. Die
Medaille sei nicht sehr selten. 2004 und 2006 wurde je ein Exemplar der
Zinn-Ausführung versteigert und erzielte 120 bzw 52 Euro.

Nach Auskunft des Kunsthistorischen Museums in Wien wurde
die Medaille
von L.Pogliachi ("Invento e modello") und A.Capuccio ("incise") in
Mailand geprägt, die auch auf der Vorderseite genannt seien. Ist
das ein Irrtum? Lutz Lämmel konnte auf seinen Exemplaren
überhaupt kein diesbezügliches Zeichen feststellen. Lieferte
Hermann Lämmel den Entwurf und ließ die Medaille in Mailand
prägen? -- Dass Hermann Lämmel die Medaille entwarf, ist also
nur in der Familie überliefert aber objektiv nicht erwiesen.
Summary in
English
For the 400th anniversary of the discovery of America to be
celebrated
in 1892, several medals were minted. One of them was designed by
Hermann Laemmel, a 27 years old engraver in Dresden, Saxony, and minted
in Milano.
The medal shows a lively portrait of Cristofero Colombo surrounded by
two allegoric figures representing America (left) and Europe. The
reverse side shows an American native (sitting on the ground) surprised
by the arrival of the allegoric figure of Europe, a tall female with
wide spread wings, coming over the ocean from the East which is
represented by the sunrise in the background. Medals with a diameter of
59 millimeters were minted in puter and bronce. In an auction in 2004
the puter version achieved a price of 120 Euro. The medal was
reproduced on a postcard available from Hans-Dietrich Lemmel in Vienna,
Austria.
Hans-Dietrich Lemmel, 1998, ergänzt 2008