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Eltern: Kl-36/f Gottlieb Lemmel 5704, Rosina Arnold 5708
* 5.12.1761 in Neukirchen, † 15.6.1825 in Neukirchen
1781-1806 Musketier. 1810 Strumpfwirker in Reichenbrand. 1825 Strumpfwirker in Neukirchen. - Kinderlos. Kumpan des Wilderers Karl Stülpner.
∞ 25.11.1810 in Reichenbrand mit Eva Rosina Kühn 5707
(* etwa ?1765)
Nachgelassene 2. Tochter erster Ehe von Johann Samuel Kühn, Häußler und Handarbeiter in Grüna.
• 1810 heiratet er als Karl Gottlieb Lämmel, Strumpfwirker in Reichenbrand, hinterlassener einziger Sohn des Gottlieb Lämmel, Häußler und Handarbeiter in Neukirchen.
• 1825 stirbt er als Carl Gottlieb Lämmel, Einwohner und Strumpfwirker in Neukirchen. Er hinterläßt die Witwe.
• Eva Rosine geborene Kühn, Witwe des Carl Gottlieb Lämmel, Einwohner und Strumpfwirker in Neukirchen, stirbt (wann? - Datum versehentlich nicht notiert) mit 74 Jahren und hinterläßt einen vor der Ehe geborenen Sohn Traugott Friedrich Kühn. Aus ihrer Ehe hinterläßt sie keine Kinder.
[Kirchenbücher Neukirchen und Reichenbrand laut R.Windisch]
• Carl Gottlieb Lämmel, 31 J., Geburtsort Neukirchen bei Chemnitz, Strumpfwürker, kein Weib, kein Kind, den 5.Sept.1781 angeworben gegen 2 gr Handgeld, gedient 11 J. 7 Mo. im Rgt., bittet um Entlassung wegen ult.Oct. 1793 zu Ende gehender Capitulation.
• Strumpfwirker, 1793 unverheiratet, seit 1781 Muketier im Infanterie-Regiment Prinz Maximilian in Chemnitz, bittet 1793 in Neustadt bei Dresden um seine Entlassung, die er erst dann erhält, "wenn er ein solides Unterkommen darthun kann".
• Im Infanterie-Regiment Prinz Maximilian, Jahrgang 1801, findet sich in der 8. Mousquetier-Kompanie von Bockum unter den Zugängen Nr.7: Carl Gottlieb Lämmel, Alter 37 Jahre, Geburtsort Neukirchen bei Chemnitz, im Regiment gedient bereits 16 Jahre 2 Monate, wird am 20.Juni 1800 aufs Neue engagiert; kapituliert auf 6 Jahre bis 1806.
[StsA Dresden, Militärarchiv, Musterlisten Nr. 1277 (1793), 1324 (1793) und 1457 (1801), laut Kurt Wensch]
→ Sein Alter müßte richtig 39 lauten, und die Dienstjahre wären richtig 19 und nicht 16 Jahre. (HDL)
• Von der Musterungsliste Nr. 1457 ist die Seite mit dem Lämmel-Eintrag in einem Druckwerk abgebildet. Im auf Lämmel folgenden Eintrag ist Carl Heinrich Stülpner aus Scharfenstein verzeichnet, der zuvor, 1795, als "Raubschütze" (=Wilderer) steckbrieflich gesucht wurde. Dazu Kopien des Steckbriefes und eines Porträts von Karl Stülpner.
• Karl Stülpner, * 1762 in Scharfenstein, † 1841, war um 1783 Musketier "bei den Maxern" (wo auch Carl Gottlieb Lämmel diente). Er desertierte 1785 und wurde Anführer einer Bande von Räubern und Wilddieben. 1786 wurden 9 Kumpane gefangen. Stülpner, der zeitweise im böhmischen Amt Preßnitz in Haft war, entkam. Er beraubte die Rittergüter und wilderte in den herrschaftlichen Wäldern. Beim Bauernaufstand von 1790 wurde er als Volksheld gefeiert. Nach dem Krieg von 1794 gegen Frankreich kehrte er nach Scharfenstein zurück und lebte mit einigen Genossen als Wilderer in den sächsisch-böhmischen Wäldern, wobei er steckbrieflich gesucht wurde. Ab 1800 ist er dann Musketier, zusammen mit Carl Gottlieb Lämmel.
• Die Erinnerung an Karl Stülpner als Volksheld wurde während der revolutionären Strömungen von 1830 und 1848 glorifiziert. Verschiedene Höhlen und Bergwerks-Eingänge, in denen Stülpner gehaust haben soll, sind noch heute Touristen-Attraktionen.
• Im Stülpner-Museum im Zschopauer Tor in Marienberg findet sich ein Brief, den Stülpner an seine Frau gerichtet hatte. Darin steht: "Mein ehem. Kamerad C.G.L. aus Neukirchen, welcher mit mir bei den Maxern war und welcher mich vor den Häschern verstecket, habe ich selbst mit Wildbret versorget. Denn er ist wie wir ein armes Luder." (Bei "C.G.L. aus Neukirchen" muß es sich um Carl Gottlieb Lämmel handeln. Es wäre höchst unwahrscheinlich, wenn Stülpner einen zweiten Kumpan aus Neukirchen mit denselben Anfangsbuchstaben gehabt hätte, so daß C.G.L. mit größter Wahrscheinlichkeit als C.G.Lämmel zu deuten ist. - HDL)
• Carl Gottlieb Lämmel war offenbar von 1781 bis 1806 stets bei der Truppe und war daher wohl nicht selbst ein aktiver Räuber. Wenn er seinen Kameraden Stülpner vor den Häschern versteckte, war das kein Einzelfall, denn Stülpner wurde auch von anderen Bauern und Häuslern des Erzgebirges versteckt.
[Verschiedene Kopien, u.a. aus "Der Heimatfreund für den Kreis Stollberg" (1962). Eingesandt von Horst Lämmel, Thalheim, 1995]
→ Fehlerhinweis:
[vergl. Herbert E. Lemmel, "Nachkommen" Bd.2 S.29, wo Identität mit einem gleichnamigen Lämmel in Buchholz vermutet wird, was nicht richtig ist]