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Friedrich Lemmel 37 – Tischler in Lötzen/Ostpreußen


sein Taufname: Christian Friedrich

Eltern: T-35/d Johann Gottlieb Lemmel t350, Maria Elisabeth Freund t351

* 3.2.1739 in Belgern an der Elbe, † 1.3.1795 in Lötzen

Kam im 7-jähr.Krieg als Soldat nach Ostpr. Um 1770 in Launinken, 1775 Camionken=Steintal, 1779 Gansenstein, spätestens ab 1792 Tischlermeister in Lötzen.

∞ 6.10.1769 in Dombrowken mit Eleonore Waschul 38

(* etwa ?1740/1745), † 27.6.1819 in Lötzen

ihre Eltern: Johann Friedrich Waschull Ob04, (* etwa ?1695), † vor 1752
Cämmerer in den gräflich Launigschen Gütern. 1748 und 1749 Pate in Dombrowken. Siehe Wasl-34/jf; ∞ mit Anna Maria .... Ob31, (* etwa ?1706), † 14.10.1776 in Launiken
1776 "eine alte Witwe"..

Kinder:

1. Eleonore, * 6.n.Trin.1770 - ∞ Hirsch, in Lötzen, siehe L-37/a

2. Johanna Albertina 380, * 10.10.1772 in Launiken, † Anfang 1775 in Launiken

3. (Sohn) e38, * 1774 in Launiken, † 1775 in Launiken

4. Friedrich, * um 1775 - Tischler in Lötzen, siehe L-37/b

5. August, * um 1779 - Tischler in Lötzen, Eltermann, siehe L-37/h

6. Gottlieb, * um 1780 - Tischler in Johannisburg, siehe L-37/m

7. Carl, (* etwa ?1785) - in Lötzen, dann wo?, siehe L-37/z

Regesten:

 •  In den 1930er Jahren forschten Erich, Gerhard und Heinz Lemmel nach dem Ursprung der ostpreußischen Lemmel und fanden in Lötzen die Sterbe-Einträge des Tischlermeisters Friedrich Lemmel und seiner Witwe Eleonore geb. Waschul, sowie dann Urkunden über die Söhne Friedrich, August und Gottlieb, alles Tischler.


[Heinz Lemmel: Familie Lemmel aus Lötzen, Privatdruck 1937, Ausschnitt S.3]

 •  In den 1960er Jahren wurde in Belgern an der Elbe ein passender Geburtseintrag gefunden, wo Alter, Vorname und Tischlerberuf übereinstimmten. Bei den unzähligen inzwischen erforschten sächsischen Lemmeln kam der Tischlerberuf sonst nicht vor.

 •  3.2.1739 Geburt in Belgern: Christian Friedrich Lemmel, Sohn des Tischlermeisters Johann Gottlieb Lemmel ∞ Maria Elisabeth Freund.
[Kirchenbuch Belgern laut Kurt Wensch]

 •  Erich Lemmel stellte die Theorie auf, dass Friedrich Lemmel im 7-jährigen Krieg mit den preußischen Truppen nach Ostpreußen gelangt sei. Das wurde 2017 bestätigt, als in Dombrowken/Masuren der Heiratseintrag des Grenadiers Christian Friedrich Lemmel mit Eleonore Waschol gefunden wurde. (Dombrowken etwa zwischen Bartenstein und Lötzen, von den Nazis in Eibenburg umbenannt.)

 •  6.10.1769 Heirat: Christian Friedrich Lemmel, ein Grenadier von der 1. Company mit Jgf Eleonora Wascholin.


[Militärkirchenbuch der kgl. 2. Div., Dragoner Rgt. 06, Kürassier Rgt. 03, Film-Nr. 70926]

 •  1770 6.Sonntag n.Trin. in Launicken. Taufe Eleonora Adelgunde, Vater: Christian Friedrich Lemmel, Tischler, Mutter: Eleonora Waschullin.


[Taufbuch Dombrowken]

 •  1770 unter den Paten: Maria Wiskin, Kämmerin. Sie ist eine geborene Waschull, verheiratet 1752 mit dem Kämmerer Michael Wiske in Launingcken.

 •  26.4.1772 in Launicken: Christian Lemmel, Tischler, ist Taufpate.


[Taufbuch Dombrowken] (Launingken in verschiedenen Schreibweisen ein Dorf und Gut im Kirchspiel Dombrowken, von den Nazis in Sanden umbenannt.)

 •  10.10.1772 in Launiken. Taufe Johanna Albertina, Vater: Christian Frid. Loemmel, Tischler, Mutter: Eleonora geb. Waschullin. Unter den Paten Barbara Waschullin (geborene oder verheiratete Waschull?).


[Taufbuch Dombrowken]

 •  1775 in Launiken.

 •  Nr.4 (also Anfang des Jahres): Fridrich Loemmel läßt sein Töchterchen begraben, ist im (2. oder 3.) Jahr gestorben. An den Masern.

 •  Nr.51 (also später im Jahr): Fridrich Loemmel läßt sein Söhnchen begraben, ... September vom Jahr gestorben ist. Am Sturmfieber. (Text nicht ganz klar.)



[Sterbebuch Dombrowken]

 •  Dann geht er von Launingken fort, arbeitet an verschiedenen Orten, bis er schließlich in Lötzen auftaucht, wo er in der dortigen Tischlerinnung zum Meister wurde.

 •  1.3.1795 stirbt er als Friedr. Lemmel aus Lötzen, 57 Jahre alt, an einer "Collick".
[Totenschein des ev.Pfarramtes Lötzen, ausgestellt 1935 für Gerhard Lemmel, beglaubigte Abschrift (L10b). - Und:
A. Seehofer: Bürgerlisten der Stadt Lötzen 1743-1808, in: Lötzener Zeitung, Beilage "Aus der Heimat", 6.Jg. 1939, S.1ff, Nachdruck Reinhold Heling: Lötzener Fragmente, Sonderschrift Nr.32 des Vereins f.Fam'fg in O.u.W.preußen, Hamburg 1976, S.119, in der Liste der "abgehenden" Bürger.]

 •  29.9.1795: der verstorbene Meister Lemmel.
[Tischlerinnungsakten Lötzen]

 •  1797: Dem Tischler August Lemmel, "gebürtig aus Gansenstein)", wird ein Lehrbrief ausgestellt. (Der Vater muss also um 1779 in Gansenstein bei Kruglanken, nordöstlich von Lötzen gelebt haben.)
[StsA Göttingen, Tischlerinnungsakten Lötzen, Gesellenbrief von August Lemmel. Fotokopie durch Gerhard Lemmel]

 •  1800: Der Tischler Friedrich Lemmel "aus Camionken" wird Bürger in Lötzen. (Der Vater muss also um 1775 in Camionken, nordwestlich von Lötzen gelebt haben. Camionken von den Nazis in Steintal umbenannt.)
[A.Seehofer, Bürgerlisten, wie oben, S.110]

 •  In Lötzen sind ab 1792 seine Söhne als Tischlerlehrlinge und Gesellen genannt. Sie erhalten dabei Vergünstigungen, "wie es Meistersöhnen zusteht".
[Tischlerinnungsakten Lötzen und Johannisburg]

 •  27.6.1819 stirbt an Entkräftung die verwitwete Tischlerfrau Eleonora Lemmel geborene Waschul aus Lötzen, 70 Jahre alt. Sie hinterläßt 5 Kinder, wobei jedoch nur 4 Namen genannt sind: Eleonore, Friedrich, August, Carl, und drei Enkel.
[Totenschein des ev.Pfarramts Lötzen, ausgestellt 1935 für Gerhard Lemmel, beglaubigte Abschrift (L10a)]

→ Im Kirchenbuch wird bei alten Leuten, deren Alter unbekannt ist, oft "70 Jahre alt" eingetragen. Vermutlich ist sie älter (HDL).

→ Das fünfte Kind ist der Sohn Gottlieb, der deswegen nicht namentlich genannt ist, weil er zu dieser Zeit bereits tot ist; an seiner Stelle sind seine drei Kinder als "drei Enkel" genannt - die tatsächliche Zahl der 1819 lebenden Enkel ist viel größer!

→ Wenn Gottlieb hier nicht genannt ist, weil er tot ist, müssen die anderen genannten Kinder 1819 leben; diese Feststellung ist wichtig für die Kinder Eleonore und Carl, von denen sonst nichts bekannt ist.

Stammvater des Lemmel-Stammes Lötzen

Regesten zu Eleonore Waschul:

 •  Im Kirchenbuch Dombrowken kommt der Name Waschull mehrfach vor. Dem Namen nach ist es eine altprussische Familie. Das Taufbuch Dombrowken beginnt 1747, aber ein Taufeintrag für Eleonore wurde nicht gefunden. Nach ihrem Sterbealter wurde sie 1749 geboren. Womöglich wurde sie vor Beginn dess Taufbuches geboren, denn in den Todeseinträgen wird offensichtlich bei alten Leuten die runde Zahl "70 Jahr alt" eingetragen, wenn das genaue Alter nicht bekannt war.

 •  1769-1775 Heirat und Kinder in Launingken im Kirchspiel Dombrowken. Hier gibt es zu dieser Zeit zwei Familien namens Waschull, die eine in Zergallen, die andere in Launingken. In Launingken lebte Johann Friedrich Waschull als Kämmerer der Gutsherrschaft. Er dürfte Eleonores Vater sein (HDL).


2017 12 19