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Bamberg - Chemnitz - Schneeberg.
Die Unternehmerfamilie Lemmel 1400-1600 im Zeitenwandel.

von Hans-Dietrich Lemmel

Gedruckt in: Zeitschrift für Mitteldeutsche Familiengeschichte 60.Jg. (2019) Heft 1 S.1-20.


Die Ausbreitung des fränkischen Familienunternehmens der Lemlein/Lemmel im 15. Jahrhundert in das sächsische Erzgebirge, wozu vorläufige Forschungsergebnisse 1965/1970 von Herbert E. Lemmel1 2 veröffentlicht wurden, manifestierte sich am besten im Schneeberger Familienzweig, auf den ich mich in dieser Arbeit konzentrieren möchte. Die Erkundung der vielen in den Fußnoten genannten Quellen verdanke ich seit den 1960er Jahren vielen Forschern3, unter denen ich besonders Ernst Költzsch (†1971) erwähnen möchte, der die frühen Schneeberger Urkunden erschloss, sowie Kurt Wensch (†1997), der mir aus dem Dresdener Staatsarchiv zahlreiche Lemmel-Dokumente mitteilte. Seither sind neuere Forschungs-Ergebnisse hinzugekommen.

               
Abb.1: Signaturen der verdienten Forscher Ernst Költzsch und Kurt Wensch


1. Aus Bamberg in Chemnitz

Im Jahre 1425 reiste ein Kaufmannszug der Nürnberger Handelshäuser Stromer und Imhoff unter dem Bamberger Kaufmann Fritz Held in Richtung Osten und wurde bei Chemnitz überfallen4. Bald darauf, 1437, kam Mertein Lemlein/Lemel, der noch 1434 in seinem Heimatort Bamberg beurkundet ist5, nach Chemnitz und erwarb dort das Bürgerrecht6. Er war ein Schwager des überfallenen Kaufmanns Fritz Held und sollte offenbar einen Stützpunkt für die Nürnberger Unternehmer aufbauen. Der geografische Bereich seiner Handelsinteressen wird aus den Tätigkeitsorten der Lemmel-Verwandtschaft ersichtlich7. Sein Vater Hans Lemlein (†1429) war Schöffe in der böhmischen Bergbaustadt Kuttenberg gewesen, bis er 1421 wegen der Hussiten-Unruhen nach Bamberg zurückkehren musste. Merteins jüngerer Bruder Michel Lemlein († vor 1457) war in Nürnberg mit einer Tochter des bedeutenden Oberpfälzer Gewerken Ulman Hegner (†1469) verheiratet. Merteins jüngerer Halbbruder Hans Lemlein/Lemel (†1473) war Ratsherr und zeitweilig Bürgermeister in Nürnberg. Ein Vetter, Johannes Lemmel (nach 1456), war ungarischer Kammergraf in Hermannstadt in Siebenbürgen. Bergwerke in den Karpaten hatte auch Eberhard Klieber (†1443) aus Bamberg, der ein Schwager von Merteins Vater Hans Lemlein war. Man handelte nicht nur mit Erzen und Metallprodukten, sondern auch mit Textilien und anderem.

Nach schnell erschöpften früheren Silberfunden im Erzgebirge war Chemnitz zu dieser Zeit hauptsächlich eine Textilstadt. So ist es kein Zufall, dass Merteins gleichnamiger Sohn 1476 in der Chemnitzer Webergasse8 wohnte. Erst nach dem "Berggeschrey" mit der Kunde von reichen Erzfunden, das 1470 in Schneeberg, 1491 in Geyer am Schreckenberg bei Annaberg, 1519 in Marienberg erfolgte, wurde Chemmnitz zum Tor für die Bergbautätigkeiten im Erzgebirge. In allen diesen Bergstädten tauchten dann auch Lemmel-Vettern als Gewerken und Bergleute auf, aber es waren jetzt Einzel-Unternehmer. Von dem ursprünglichen Familienunternehmen war nichts mehr zu bemerken.

Mertein Lemlein/Lemel aus Bamberg hatte in Chemnitz zwei Söhne. Der jüngere Sohn "Michel Lemmel de Kempnicz" studierte 1452 in Leipzig und 1456 in Erfurt. Er wurde dann Altarist in Chemnitz9 und kaiserlich approbierter Notar10. Das entsprach der Familientradtion: Merteins Onkel war Conrad Lemlein (†1436)11, der in Prag studiert hatte und in Bamberg als Dekan den Kontakt zur Obrigkeit des Fürstbischofs besorgte.

Merteins älterer Sohn, "Martinus Lemlein de Pabenberga"12, hatte 1431 die Wiener Universität besucht. Als er 1476 als Merten Lemmel in Chemnitz in der Webergasse lebte, war er vermutlich ein Leinenhändler, denn sein jüngerer Sohn Paul und dessen Nachkommen lebten fortan auf dem Lande in Neukirchen und Adorf, wo der Flachs angebaut wurde und wo 1571 im Erbe des Nickel Lemmel 36 Ellen "Flachsen Linnet" genannt sind13. Viele Nachkommen lebten dann im Erzgebirge als Bauern und Handwerker bis in die Gegenwart14. Einer von ihnen war Johann Lämmel aus Neukirchen (*1644, †1705), eines "Mälzers" Sohn, der General-Kriegszahlmeister unter August dem Starken15 wurde.

In Chemnitz lagen die Häuser der führenden Chemnitzer Familien, der Neefe, Thiel, Wagner, Hösel und der um 1460 aus Nürnberg gekommenen Schütz am Markt und in der Johannisgasse16. Das Geschossbuch von 149517 zeigt die Vermögensverhältnisse: Die Witwe Lemmel zahlte 23 Groschen, Hans Neef 22 Groschen, Ulrich Schütz aber 2 Schock Groschen. In dem Haus, für das 1466 und 1487 der Tuchmacher Peter Hösel eingetragen war, saß 1495 die Merten Lemelyne, die Witwe des Merten Lemmel aus der Webergasse, und verkaufte das Haus an Nicl Philipp18. Wahrscheinlich war die Merten Lemelyne eine Tochter des Peter Hösel, so dass der zugewanderte Lemmel hier Anschluss an die Chemnitzer Prominenz fand. Dadurch konnte Martins älterer Sohn Hans Lemmel das Unternehmertum der Familie fortsetzen. Aus der Entdeckung der reichen Silberadern und Erzvorkommen im Erzgebirge ergaben sich neue Wirtschaftszweige. Das bekannteste Beispiel ist die Seigerhütte vor dem Niklastor am Chemnitzfluss19 mit einem neuen Verfahren zur Silberscheidung aus dem Rohkupfer. Die Hütte wurde von dem Chemnitzer Ratsherrn Nickel Thyle und seinem Schwiegersohn Ulrich Schütz betrieben. In der Nachbarschaft hatte auch Hans Lemmel einen Besitz20, und seine drei Söhne zogen nun mit den Chemnitzer Nachbarn ins Erzgebirge.

Tafel 1 zeigt die Stammfolge der ersten Generationen der Chemnitzer Lemmel bis zu den um 1470/1475 geborenen Brüdern Jakob, Georg und Hans21. Die angegebenen Geburtsjahre wurden von mir abgeschätzt.

Tafel 1: Die ersten Generationen der Chemnitzer Lemmel.
Rechts oben das Lamm-Siegel des Bamberger Hans Lemlein von 1408,
und das Porträt des Nürnberger Ratsherrn Hans Lemlein.

Der eine Sohn, Jakob, ging nach Geyer22 und in die 1521 gegründete Silbererz-Stadt Marienberg, wo um 1530 seine Witwe, die Margarete Lemlin, zusammen mit Nickel Schütz, Georg Hösel, Bastian Funck und anderen Gewerken beurkundet ist23. In der Enkelgeneration ließen in Marienberg zwischen 1550 und 1580 zehn Lemmel-Vettern 41 Kinder taufen24. Jetzt hatte die junge Bergstadt bereits 4000 Einwohner. Aber das Bergglück war nicht von Dauer, und schon um 1620 gab es keinen Lemmel mehr in Marienberg. Nach dem Stadtbrand 1610, bei dem nur 6 kleine Häuser stehen blieben, müssen viele Lemmel-Nachkommen abgewandert sein. Einer von ihnen ist Adam Lemmel, der 1574 in Marienberg geboren wurde. Er ist vielleicht identisch mit dem Kunstmaler Adam Lemmel25, der 1617-1636 in Bautzen Ratsherren porträtierte und 1652 in Leipzig starb, als "armer alter Mann, ein Vertriebener, ein Kunstmahler aus Praga". Ein anderer ist Georg Lemmel, der 1616 in Marienberg geboren wurde. Er ist wahrscheinlich identisch mit dem "Hauer Georg Lemmel aus Kursachsen", der 1631 in Kongsberg/Norwegen einwanderte und dort in der Hoffnungs-Grube arbeitete26. Später tauchte ein Bergmann Matthes Lemmel "aus Norwegen" 1657 in Schneeberg auf, wo er heiratete und ein Haus erwarb27. Sein Sohn Michael (†1699) wurde Hüttenmeister in Freiberg28.

Der zweite Sohn, Georg, lebte 1537 neben Georg Thiel in der Bergstadt Platten auf der böhmischen Seite des Erzgebirges29 und wurde dann Richter im oberen Erzgebirge in Crottendorf30, wo es etliche Eisenhämmer gab. Seine zahlreichen Nachkommen leben in dieser Gegend noch heute. Das Gemeindewappen von Neudorf bei Crottendorf31 (Abb.2) ist vermutlich auf das Lemmelsche Familienwappen zurückzuführen, denn von 1544 bis 1671 hatten die Lemmel in fünf Generationen hier das Erbrichteramt inne32.

Abb.2: Das Gemeindewappen von Neudorf.

Über den dritten Sohn, Hans, der nach Schneeberg ging, möchte ich im folgenden berichten.


2. Hans Lemmel aus Chemnitz in Schneeberg

Hans, der Enkel des Mertein Lemlein aus Bamberg, starb in Chemnitz um 1501/1502, und sein gleichnamige Sohn erhielt 1503 das Chemnitzer Bürgerrecht. 1504 ist Hans Lemmel (also wohl der junge) im Geschossbuch noch für einen Besitz eingetragen33, aber dann wird er in Chemnitz nicht mehr genannt. Im Jahre 1512 wird ein Hans Lemmel in Schneeberg mit der Fundgrube St.Georg belehnt34. Das muss der Chemnitzer Hans Lemmel sein, denn in seinem Umkreis tauchen die Namen einiger Chemnitzer Familien wieder auf, wie aus den gedruckten Schneeberger Chroniken35 hervorgeht. 1522 sind Hanns Lemmel, Nicol Wagner, Wolf Thiel und Nicol Barthel Vorsteher der Gemeinde. 1529 ist Hanns Lemmel einer der zwei Schöppen. 1534/1535 ist Hanns Lämmel als Steiger erwähnt. 1531-1535 wird er mit weiteren Stollen belehnt: St.Ursula am Mühlberg, beim Fürstenstollen und am Fürstenvortrag, sowie im "schwarzen Behren"36. Der Name taucht hier in verschiedenen Varianten auf, so auch als Lembl oder Lemmer.

Interessant ist nun Hans Lemmels Ehefrau. 1512 gibt es vor dem Gericht zu Kirchberg (nordwestlich von Schneeberg, Abb.3) eine Erbverhandlung37. Bartel Bleinitzer zu Burckersdorff erhält Verzicht und Auflassung in die väterlichen Güter von Jorg Blenitzer, Hans Blenitzer, sowie "lemmerhans" und Michel Philipp wegen ihrer Weiber, und Barbara, einer Dienerin des Voits zu Hartmannsdorf Michel Pock. - 1519 folgt ein weiterer Eintrag. Partel Plawnitzer hat vergnügt und bezahlt an ihren Erbteil seine Schwäger Nickel(?) Pock gottsel., Hans Lemmer, Michael Philipp, Lorenz Frolich, sowie Hans und Jacoff Plawnitzer.

Der alte Bleinitzer/Plawnitzer zu Burkersdorf war also vor 1512 verstorben, und unter den Erben sind seine Schwiegersöhne Hans Lemmer und Michael Philipp.
(In Chemnitz hatte Nickel Philipp das Haus am Markt von der Merten Lemelyne gekauft.)

Nun grenzt dieses Burkersdorf an Wiesenburg, und dort saß ein Georg Planitz, der viele Ländereien besaß und dessen 1473 geborener Sohn Hans im Dienst der Kurfürsten Friedrich III (†1525) und Johann (†1532) stand. 1523 wurde er auf dem Nürnberger Reichstag von Kaiser Karl dem V. zum Ritter geschlagen38, als Hans von der Planitz.

Abb.3: Die ungefähre Lage der erwähnten Orte

Bleinitzer, Plawnitzer und Planitz müssen Varianten des selben Namens sein, wie aus weiteren Zusammenhängen zu folgern ist. In der Verwandtschaft des Hans von der Planitz war ein vor 1512 in Burkersdorf gestorbener Vetter freilich bisher nicht bekannt, aber er lässt sich zwanglos einordnen. Tafel 2 zeigt die Bleinitzer-Familie, wie sie aus der Erbverhandlung ersichtlich ist, neben dem vermutlichen Vetter Hans Planitzer/v.d.Planitz. Die angegebenen Geburtsjahre sind von mir abgeschätzt.


Tafel 2: Die Verwandtschaft Lemmel-Bleinitzer/v.d.Planitz
 
Die Herrschaft Planitz wurde von den drei Brüdern Friedrich, Georg und Hans gemeinsam verwaltet, bis sie 1463 eine Erbteilung vornahmen39. Friedrich erhielt das Schloss Planitz und manches andere, und die beiden Brüder Georg und Hans Planitzer erhielten gemeinsam Wiesenburg, Burkersdorf und anderes. Später saßen Georgs Söhne Rudolf und Hans (der spätere Politiker) auf Wiesenburg. Daraus zu schließen muss Burkersdorf an Hans Planitzer gelangt sein, von dem sonst nur berichtet wurde, dass er 1476 im Heiligen Land auf einer Pilgerfahrt starb, die er zusammen mit Herzog Albrecht von Sachsen unternommen hatte. Hans Lemmels Schwiegervater, der Bleinitzer auf Burkersdorf, kann daher nur ein Sohn des 1476 gestorbenen Hans Planitzer sein.

Unter den Erbschaften, die 1463 an Georg und Hans Planitzer fielen, waren auch "Nuwestetlin und Grispach", das sind Neustädtel und Griesbach, die 1470 durch die Silberfunde bekannt wurden. Gleich daneben wurde für das hinzuströmende Volk Schneeberg gegründet, das bereits 1481 von den Herzögen Ernst und Albrecht das Stadtrecht verliehen bekam. In Griesbach aber hatte der jüngere Hans Lemmel 1544 eine Erbschaft40, und dessen gleichnamiger Neffe heiratete 1558 in Neustädtel41. Es muss also einiges aus dem Planitzer-Besitz an die Lemmel-Nachkommen vererbt worden sein. Und die Planitz-Verwandtschaft dürfte auch das Schicksal eines Lemmel-Sohnes bestimmt haben.



3. In kurfürstlichen Diensten

Von 1533 bis 1549 stand ein Fritz Lemmel/Lemlein in verschiedenen Diensten des Kurfürsten Johann Friedrich, dessen Ratgeber Hans Planitzer war, der 1535 in Weimar starb. Man muss annehmen, dass Fritz ein Sohn des Schneeberger Hans Lemmel ist, und dass er durch den Planitzer in die Dienste des Kurfürsten gelangte. 1533 ist Fritz in Buttelstedt (10 km nördlich von Weimar) als "raissiger Knecht" des Kurfürsten genannt. Er hatte dort an der Handelsstraße zwischen Erfurt und Leipzig einen Geleitsdienst, der ihm 1549 aufgekündigt wurde42. 1542 war er zudem Vogt zu Brambach43(Abb.4) im südlichsten Zipfel des Ernestinischen Gebietes. Auf einem Rittergut in Brambach saß wiederum Hans v.d.Planitz.


Abb.4: Eine Quitantz (Quittung) für Fritz Lemmel Voit zu Brambach, 1542

Der Verlust des Geleitsdienstes ist im Zusammenhang mit dem Schmalkaldischen Krieg zu sehen, als der Ernestinische Kurfürst Johann Friedrich 1547 die Kurwürde an seinen Albertinischen Vetter Moritz verlor. Nun schied Fritz aus dem kurfürstlichen Dienst aus. Er hatte (ca um 1530) die Tochter Sibille des Benedix Leupken zu Ronneburg geheiratet44 und wurde nun Bürgermeister von Ronneburg (1553) sowie Wildenfelsischer Stadt- und Landrichter (1555)45. Sein Sohn ist Hans Lemmel in Wildenfels46, dessen Nachkommen in Hartenstein als Weber und Steuereinnehmer bis nach 1700 festzustellen sind47.

Nebenbei: Dem Hans von der Planitz gehörte auch ein Rittergut in Auerbach im Vogtland, 25 km südwestlich von Schneeberg. 1525 wurde er mit der Herrschaft Auerbach belehnt. Und hier lebte wiederum ein Gewerke namens Hans Lemmel (†1541)48, dessen Herkunft nicht belegt ist. Wahrscheinlich war er ein Urenkel des Nürnberger Ratsherrn Hans Lemlein und somit ein Vetter zweiten Grades des Schneeberger Hans Lemmel. Ob die beiden Vettern in Kontakt standen, geht aus den spärlichen Quellen nicht hervor.


4. Hans Lemmels Söhne Hans und Jakob in Schneeberg

Die Schneeberger Regesten49 von Ernst Költzsch, die 1534 einsetzen, erwähnen den alten Hans Lemmel, der aus Chemnitz nach Schneeberg gekommen war, und seine beiden in Schneeberg lebenden Söhne Hans und Jakob. Bis 1538 ist Hans Lemmel mehrfach in den Kastenrechnungen erwähnt. Dann muss er gestorben sein, denn 1541 und 1543 erhielt die "Hans Lemlin" je 1 gr 2 pf aus dem Kirchenkasten, wie es in der Liste der "Hausarmen" verzeichnet ist. Hierzu meinte Ernst Költzsch, dass in dieser Rubrik neben Zahlungen an Bedürftige insbesondere auch Zahlungen an Witwen verdienter Bürger verzeichnet sind. Im Jahre 1540 löste Jakob Lemmel einen Kirchenstuhl, vernutlich den des Vaters, der also wohl 1539 starb.

In den Schneeberger Urkunden folgen die beiden Söhne: der "Bergmann" Hans Lemmel, etwa um 1503 geboren, und der um 1514 geborene Jakob Lemmel. Wenn in einer Urkunde das Wort "Bergmann" steht, so kann das zweierlei bedeuten: Es kann ein reicher Herr sein, der die Bergarbeiter bezahlt und das Erz verkauft; es kann aber auch ein Arbeiter sein, der selbst ins Bergwerk hinabsteigt und harte Muskelarbeit verrichtet. Die Schneeberger Lemmel waren beides. Offenbar schickte der Vater seine Söhne bereits im Alter von 12 Jahren ins Bergwerk hinunter, damit sie den Betrieb von Grund auf erlernten.

Eines der Schneeberger Bergwerke hieß "der Rappolt"; es war um 1490 von dem Nürnberger Handelsherrn
Friedrich Rappold angelegt worden. In einer Chronik des Schneeberger Geschichtsschreibers Peter Albinus50 heißt es: "1526 ist Jacob Lemmel, itziger Berggeschworener in Schneeberg, damals ungefehr 12 Jahre alt, ins tiefste uffm Rappolt, in die 34 Lachter51 tief gefallen, und bey 3/4 Stunden gelegen. Sind seine Gesellen ausgefahren und sich verkrochen. Ist ihm doch in solchem hohen Falle nichts widerfahren, als daß er an dem linken Ohr übelhörendt worden." Später wurde dieser "übelhörende" Jakob Lemmel Knappschafts-Vorsteher und Berggeschworener.

Es waren harte Zeiten. Zweimal gab es in Schneeberg Stadtbrände, in denen auch die Lemmel-Häuser abbrannten: 1543 das Haus von "Hans Lemmel Bergkman".52 Darauf erhielt er 1544 aus dem "Kasten" 50 fl geliehen, wofür er seine Erbschaft zu Griesbach als Pfand einsetzte53. 1568 ist "Jakob Lemmels Haus bei großer Wehr verbrannt bis auf die Stuben"54.
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Mehrmals gab es Pest-Epidemien. In einer Chronik55 heißt es unter der Überschrift: "Von Gottes Wunder-Gerichten bey Sterbensläufften": "Von denkwürdiger Gottlosigkeit und Frevelthat einiger rohen und losen Pursche: Anno 1521 rumorte die Pest in Schneeberg also, daß etliche 100 daran auffgerieben wurden. In der Pest-Zeit fanden sich einige gute Schmauß-Brüder in Hannß Lemmels Haus zusammen, waren lustig und guter Dinge, trieben also ohne Furcht der Seuche Tag und Nacht, haben die ganze Sterbens-Zeit über gefressen und gesoffen, lustig und guter Dinge gewesen, und diese alle sind gleichwohl von der Seuche unangetastet und lebendig geblieben."

Mehrfach wurden die Brüder "Lemell" mit Fundgruben belehnt56: Jacob 1535 "nach dem Fürstenstollen", 1537 mit "St.Anna am Mühlberg", 1544 "in der Walpurg". Hans 1543 "nach Sankt Brigitta", 1549 "in unser lieben Frauen" und "in der Sonne". Einmal wurden die Berggeschworenen Jakob Lemmel und Siegmund Bräutigam als Sachkundige nach Eibenstock entsandt, wo der Bergmeister Stöltzel und der Annaberger Ober-Bergmeister Marcus Röhling 1571 einen Streit um eine Fundgrube zu schlichten hatten57.
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Über den wirtschaftlichen Erfolg der Familie ist nichts bekannt. Der Höhepunkt der Silberförderung war seit langem vorbei und die Fördermengen waren rückläufig. Trotz des langsam sinkenden Wohlstandes wurde in dieser Zeit (1516-1540) die St.Wolfgangs-Kirche gebaut. Die Schneeberger Türkensteuerliste von 154258 enthält keinen Lemmel-Eintrag, da die Bergwerke und Einwohner der Bergstädte durch eine besondere Vergünstigung von der Steuer befreit waren. Auch Handel, der von Schneeberg ausging, war befreit. Erst 1558 zahlte Jacob Lemell im Schneeberger Mühlviertel 1 fl 4 gr Türkensteuer und 3 fl 2 gr Tranksteuerschuld59.

Aus welchen Familien die Ehefrauen stammten, ist leider unbekannt, mit einer Ausnahme. 1539, Dominica 9, heirateten in Joachimsthal "Hanns Lemmel von Schneeberg und Margaretha, eine Tochter Paul Preyßkers"60. Das war seine zweite Ehe, denn zu dieser Zeit hatte er schon Söhne, die die Lateinschule besuchten. Margaretha starb 1583 in Schneeberg61. Ihr Stiefsohn Hans Lemmel, der in Wien lebte, ließ eine kunstvolle Medaille mit ihrem Porträt62 anfertigen (Abb.5).


Abb.5: Porträt-Medaille Margaretha Lemlin, 1583


5. Joachimsthal und Oberwiesenthal

In Joachimsthal gab es 1548 eine weitere Heirat: "Merten Lemmel aus Schneeberg". Er muss ein weiterer Bruder von Hans und Jakob in Schneeberg sein. Mertens Nachkommen sind in Joachimsthal, Kupferberg und Oberwiesenthal bis zum 30-jährigen Krieg nachzuweisen63. Ein weiterer Bruder dürfte ein Valten Lemmel sein, den man in Oberwiesenthal in den Jahren von 1540 bis 1547 als einen von 153 Gewerken findet. Das Bergamtsbuch, in dem er verzeichnet ist, enthält Steckschüsse vom Kaliber 12 bis 18 mm aus dem 30-jährigen Krieg64.

Abb.6: Das "Mundloch" (Stollen-Eingang) des Lämmel-Stollens in Oberwiesenthal65

Valten Lemmel dürfte der Namensgeber für den "Lämmel-Stolln"66 bei Oberwiesenthal sein, der ab 1525 befahren wurde. Der Stollen, dessen Eingang noch heute zu besichtigen ist (Abb.6), wurde um 1875 wieder entdeckt67, als das Ochsengespann eines Bauern hineinstürzte. Valten Lemmel in Oberwiesenthal hatte einen gleichnamigen Sohn, der 1570 heiratete und 14 Kinder bekam68. Aber im 30-jährigen Krieg sind wohl alle gestorben oder an einen unbekannten Ort geflüchtet.

In Oberwiesenthal gab es Beziehungen zu dem Hammerherrn Carol Frey, der 1547 als Teilhaber einer "Nürnbergischen Gesellschaft" beurkundet ist. Er ist ein Verwandter von Albrecht Dürers Schwiegervater Hans Frey (†1523)69, der in Schneeberg Kuxe besessen hatte.

Der alte Hans Lemmel hatte also fünf Söhne (siehe Tafel 3), wobei die jüngeren Söhne vielleicht aus einer zweiten Ehe stammten. Von etwaigen Töchtern berichten die Quellen nicht.


Tafel 3: Die Söhne des älteren Hans Lemmel in Schneeberg


6. Schneeberg: Die Söhne von Hans und Jakob Lemmel

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Von den Söhnen des alten Hans Lemmel blieben In Schneeberg nur Hans, als Bergmann, und Jakob, als Berggeschworener. Der Bergmann Hans Lemmel starb 1548 am Ostertag70. Auf seinen Tod weisen auch weitere Einträge in den Kastenrechnungen71 hin: Dienstag nach Ostern wurde "14 gr Läutegeld wegen Hans Lemmell eingenommen", und die Hans Lemmelin löste ihres Mannes Kirchenstuhl um 5 gr. Dann wurde 1549 ein Spruchgeld von "18 gr in Sachen Hans Lemmels Erben" verbucht. -- Sein Bruder Jakob starb 1577: am 21.5. gab es "13 gr Läutegeld wegen Jacob Lemmel"72. Gleichzeitig wurde verzeichnet, dass Jacobs Kirchenstuhl von seinem Sohn Hans Lemmel gelöst wurde.
 


Tafel 4: Der Bergmann Hans Lemmel und seine Söhne und Enkel


Tafel 5: Jacob Lemmel und seine Söhne und Enkel
 
Von Hans und Jakob Lemmel sind zehn Söhne bekannt geworden (Tafeln 4 und 5). Neun besuchten die Schneeberger Lateinschule, die bereits 1485 gegründet worden war, nun aber nach der Einführung der Reformation eine neue Bedeutung erhalten hatte. In die Schule wurden aufgenommen73: 1541/1542 Georg, Johann und Steffen Lemel, 1548 Joannes, Michael und Paul Lemmel, 1556 Andreas, Christian und Steffen Lemmel. Aber von diesen Lateinschülern starben Georg74, der ältere Steffen, Paul und Christian jung. Michel, der Lateinschüler von 1548, starb 1566, nachdem er 1561 die Wittenberger Universität75 besucht hatte. So blieben noch
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Johann/Hans und der jüngere Steffen Lemmel, aus erster und zweiter Ehe des Bergmannes Hans, die als Kaufleute nach Wien gingen (siehe Kapitel 8 und Tafel 6),
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Joannes/Hans, der älteste Sohn von Jakob, der als einziger in Schneeberg blieb und hier und in Griesbach als wohlhabender Bäcker lebte (siehe Kapitel 7 und Tafel 5);
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Andreas, Sohn von Jakob, der 1573 Ratsapotheker in Aschersleben, dann 1578 Ratsapotheker in Lüneburg (Abb.7) wurde, wo er am 30.11.1593 kinderlos starb76;
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sowie ein jüngerer Jakob, der in der Lateinschule nicht verzeichnet ist und der "aus Schneeberg" nach Weißenfels ging und dort Ratsherr und Kämmerer wurde77.


Abb.7: Unterschrift von "Andreas Lemmel, Apotheker" in Lüneburg, 1580

Man sieht, dass die Jugend sich neue Wege suchte, denn aus den Fundgruben war nun nicht mehr viel zu holen.

Aus den Rechnungsbüchern sind gelegentlich auch Töchter ersichtlich. Am 1.12.1567 "verehrte der Rat 6 Kannen Wein uf Jakob Lemmels Tochter Hochzeit", und 1556 gar "2 fl 9 gr für 18 Kannen Wein zur Bewirtung der Fremden uf der Lemlin Tochter Wirtschaft". Der Weinmenge nach muss es ein größeres Fest gewesen sein. Der Wortlaut "der Lemlin Tochter" meint eine Tochter von Hans Lemmels Witwe. Und aus einem anderen Eintrag von 1556 ist hierzu auch der Bräutigam ersichtlich: "der Lemlin Eidam uff Marienberg Struntz", leider ohne Angabe seines Vornamens. Die Struntz in Marienberg waren eine prominente Gewerken-Familie, für die der Rat eine großzügige Bewirtung angemessen fand.

Und am 19.5.1572 heirateten in Neustädtel Jacoff Gleser der jüngere und "Christina, Er Jacoff Lemmels Geschworenen von Schneeberg Tochter"78, diesmal ohne Bewirtung durch den Schneeberger Rat.


7. Der Bäcker Hans Lemmel und seine Söhne Paul und Peter
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Von Jakobs Söhnen blieb nur Hans in Schneeberg, der Lateinschüler von 1548 (Tafel 5). Er heiratete um 1556/1557, denn 1557 löste (seine Frau) "die Hans Lemmelin" drei Kirchenstühle79 und um diese Zeit wurde der Sohn Paul geboren. Pauls Mutter muss gleich darauf gestorben sein, und der Vater heiratete wieder. Und zwar heirateten am 4.12.1558 in Neustädtel bei Schneeberg "Hans Lemmel aus Griesbach" und Anna, Blasi Roselets Tochter aus Schneeberg80. 1566 wird in Schneeberg ein Meistergeld von 3 fl vom Bäcker Hans Lemmel verbucht81. Hinter der Berufsbezeichnung Bäcker verbirgt sich vielleicht ein Großkaufmann, der die vielen Bergarbeiter mit Brot und anderem versorgte. Er war jedenfalls ein wohlhabender Mann, der alle seine vier Söhne an die Leipziger Universität82 schickte. Dabei half ihm freilich sein kinderloser Bruder, der Ratsapotheker Andreas Lemmel in Lüneburg, von dem berichtet wurde, dass er seine studierenden Neffen unterstützte83. Aber von den vier Studenten ist bei zweien, Georg und Andreas, der weitere Verbleib unbekannt84. Die beiden anderen, Paul und Peter, brachten es zum Baccalaureus.

Nach seinem Aufenthalt in Leipzig 1577 setzte Paul85 sein Studium 1582 in Wittenberg fort. Darauf verehrte ihm 1584 die Kämmerei in Schneeberg einen Betrag von 2 fl 6 gr, "dem Paul Lemmel zu seinen Studien". Schließlich wurde er Baccalaureus und wurde1589 für die Schneeberger Schule als "Tertius" angestellt. Er erhielt auf ein halbes Jahr eine Besoldung von 22 fl 10 gr und 6 pf. Gleichzeitig löste er um 10 gr einen Kirchenstuhl. Am 9.11.1590 heiratete er in Schneeberg die Magdalena, Tochter von Asmus Eckart. 1595 ging er als Pfarrer nach Breitingen, wo er 1614 starb. 1632 starb dort seine Witwe an der Pest, gleichzeitig mit dem Sohn Paul, nachdem dieser 1629 in Wittenberg studiert hatte und nun als Hauslehrer tätig gewesen war. Der die Pest überlebende Sohn Jakob86 wurde Gastwirt und Ratsherr in Wittenberg, wo er 1642 starb.

Von "Paulo Lemmelio Schneebergensi" gibt es lateinische Gelegenheitsgedichte, die gedruckt wurden. Eine solche Druckschrift87 gab es anlässlich der Hochzeit seines Bruders Peter Lemmel mit der Tochter Susanne des Schneeberger Oberpfarrers Michael Musculus88, in Schneeberg am 20.9.1596. Darin findet man neben langen elegischen Gedichten in lateinischen Versen auch einige Einzelheiten aus dem Leben des Bräutigams. Der wurde am 4.7.1561 in Schneeberg geboren, erlebte 1568 den Brand seines Vaterhauses, wurde zunächst vom Vater (dem Bäcker Hans Lemmel) unterrichtet, bis er 1575 zu Rektor Obermayer auf die Lateinschule kam und 1577 auf die Leipziger Universität. Er war dann vorübergehend in Meißen und am Gymnasium in Pegau tätig und wurde schließlich Magister in Jena. Gleichzeitig mit seiner Hochzeit wurde Peter Lemmel, als Nachfolger seines Bruders Paul, zum "Tertius" der Schneeberger Lateinschule berufen. Dazu zahlte die Kämmerei89 "2 fl 10 gr um Peter Lemmels Gerät von Pegau hierher zu fuhren". 1597 erhielt er "12 gr wegen des Magister-Examens" sowie 45 fl Sold. Und 1601 wurden "2 fl 6 gr dem Mag. Lemmel und Cantor verehrt, daß sie eine Comediam agiret haben an der Faßnacht". 1618 wurden "dem Conrector Mag. Lemmel" 81 fl 15 gr Sold gezahlt. Und schließlich wurden am 30.1.1624 aus dem Kasten 20 fl geliehen "uf Herrn Mag. Peter Lemmels Conrectors Begräbnis". Außer einem Sohn, der gleich nach der Geburt starb, hinterließ er drei Töchter90.

Nach dem Tod seines Schwiegervaters sind in einer Verzichterklärung91 gegenüber den "Meußlischen Erben zum Schneebergk" sein Siegel und seine eigenhändige Unterschrift erhalten. Das Siegel zeigt ein Lamm-Wappen und die Buchstaben PL (Abb.8).

Abb.8a und b: Siegel und eigenhändige Unterschrift des Magisters Petrus Lemmel.
Rechts Nachzeichnung des in der Fotografie schwer erkennbare Siegels.


8. Hans und Steffan Lemmel aus Schneeberg in Wien
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Hans und Steffan Lemmel, die Lateinschüler von 1541 und 1556, die Söhne des Bergmanns Hans Lemmel aus erster und zweiter Ehe (Tafel 4), sind die letzten Fernhändler der Familie. Über sie habe ich schon andernorts berichtet92, so dass ich mich hier kurz fassen kann. Hans wurde 1557 Bürger in Wien, und zwar als Hans Lembl, Kramer, wobei der Name Lemmel an den Wiener Dialekt angepasst wurde. Er begann als kleiner Kramer, erschien aber bald als ein wohlhabender Handelsmann und Hausbesitzer im Zentrum von Wien. Um 1562 ehelichte er Ursula, die Tochter des Wiener Ratsherrn Christoph Pirkheimer (†1574) und Schwester des gleichnamigen Rektors der Wiener Universität. Das ist eine alte Nürnberger Familie, aus der der berühmte Humanist Willibald Pirkheimer (†1530) stammte, aber der genealogische Zusammenhang der Wiener und der Nürnberger Pirkheimer konnte nicht erforscht werden.

Im Jahre 1583 ließ Hans Lemmel sich von dem bedeutenden Renaissance-Künstler Severin Brachmann eine künstlerisch wertvolle Medaille93 anfertigen mit seinem eigenen Porträt auf der einen Seite, und mit dem Porträt seiner Frau Ursula Lemlin auf der anderen Seite (Abb.9).
 
Abb.9a und b: Portätmedaille Hans Lemmel, 1583, im Alter von 52 Jahren.

Auf der anderen Seite seine Frau Ursula Lemlin geb. Pirkheimer.

1565 übernahm "Hanns Lembell, Handelsmann, bürgerlich" das Haus seines Schwiegervaters. 1574 wurde er als Nachfolger seines Schwiegervaters in den Äußeren Rat aufgenommen. Zu dieser Zeit war Wien großenteils protestantisch, und Hans Lämbl wurde 1572 Kirchmeister der St.Michaels-Kirche, in der protestantisch gepredigt wurde, direkt vor dem Haupttor der kaiserlichen Hofburg.

Womit er handelte, geht aus den Urkunden nicht hervor. 1577 und 1585 sind zwei Siegelabdrücke94 von ihm erhalten. Die Zeichnung im Siegel sieht aus wie eine Kaufmannsmarke, mit der Kaufleute ihre Waren kennzeichneten (Abb.10).

Abb.10: Nachzeichnung des Siegelabdrucks von Hanns Lämbl, Wien 1577 und 1585 (in der Fotografie kaum erkennbar)

Später ließ er sich ein prunkvolleres Siegel machen, von dem ein Abdruck unter einer Stiftungsurkunde von 1592 im Wiener Schottenstift95 erhalten ist (Abb.11).

 
Abb.11a, b, c: Siegel Hans Laemmel, Wien 1592. Foto und ungefähre Nachzeichnung.

Hans Lemmels jüngerer Halbbruder Steffan taucht 1579/1580 in den Wiener Urkunden auf, als Bürger und Kramer. In einem Eintrag der Buchführung des kaiserlichen Oberkammeramtes ist ersichtlich, dass er mit "Sürßtenwein" handelte. Damit ist Syracuser Wein aus Sizilien gemeint, der damals ein beliebter Südwein war. Ob er den Wein bis nach Schneeberg verkaufte?

Hans Lemmel hatte dem kaiserlichen Oberkammeramt gelegentlich Geldbeträge von 100 oder 300 Gulden geliehen, verbucht unter dem Titel "Entlehent gelt so der Römischen Kayserlichen Majestät fürgestreckt worden". Das Geld der Protestanten war willkommen, doch Kaiser Rudolf der II. verschärfte nun die Rekatholisierung, die 1579 zu offenem Widerstand der Protestanten führte. 5000 Bürger strömten vor der Hofburg zusammen, um eine Bittschrift zu überreichen. Dabei war einer der sechs Sprecher Stephan Lambl. Diese "Sturmpetition" blieb ohne Erfolg, vielmehr wurden die Rädelsführer vor die Wahl gestellt, katholisch zu werden oder auszuwandern. Dazu wurde eine Frist von fünf Jahren gesetzt, und genau nach Ablauf dieser Frist erschien Steffan Lemmel, offenbar als Flüchtling, in seiner Heimatstadt Schneeberg und wurde als Ehrengast vom Rat bewirtet, der "etliche Kannen Wein dem Steffen Lemmel aus Wien auf seiner Wirtschaft" verehrte96. Seine Frau Margarete, deren Familienname nicht bekannt ist, starb 1585 in Wien97. Steffan selbst war 1590 noch einmal in Wien und erlegte dem Oberkammeramt eine fällige Summe von 100 Gulden98. Wo er starb ist unbekannt.

Hans Lemmel ist 1601 gestorben99, noch in Wien. Töchter von Hans und Steffan heirateten zwischen 1595/1606 in Wien, die Söhne flüchteten in evangelisch gebliebene Grafschaften im Oberpfälzer Wald100. Hans Lemmels Sohn Martin Lämbl/Lemblein heiratete am 10.7.1605 im Wiener Stefansdom eine Regensburgerin und zog dann fort. In der Oberpfalz findet man ihn 1610 als Hammermeister in Moosbach und zuletzt in Eslarn, einem Lobkowitzschen Besitz. Und Steffans Sohn Hans Lembl wurde Leuchtenberger Hofmeister in Pfreimd. Die Selbständigkeit ist vorbei, und sie mussten sich in die Dienste verschiedener Herren verdingen. Unter den Nachkommen, die schließlich doch katholisch wurden, finden wir unter anderen: Michael Deodat Lemel († vor 1737), um 1700 Lobkowitzscher Verwalter im niederschlesischen Fürstentum Sagan, seinen Bruder Sebastian Lembl/Lemmel (†1725), kaiserlicher Leiblakai bei drei Kaisern in Wien, sowie Georg Jakob Lembl (†1753), Klosterrichter in Gnadenberg und Neumarkt in der Oberpfalz.

ENDE


Fußnoten:
1 Herbert E. Lemmel, Herkunft und Schicksal der Bamberger Lemmel des 15. Jahrhunderts, in 101. Bericht des Historischen Vereins Bamberg, Bamberg 1965, S.11-220.
2 Herbert E. Lemmel, Geschichte der erzgebirgisch-vogtländischen Lemmel im 15.-16. Jahrhundert, in: Deutsches Familienarchiv Band 43, Degener, Neustadt/Aisch 1970, S.235-348. -- Diese umfangreiche Arbeit enthält noch viele Fehler, insbesondere die absurde Gleichsetzung von Lemmel in Chemnitz mit Limmer in Zwickau und Mylau.
3 Mein Dank gebührt besonders Herbert E. Lemmel, Ernst Költzsch (in DDR-Zeiten unter dem Pseudonym Ernst Sachse), Kurt Wensch, Max Möckel, Willy Roch, Rolf Windisch, meinem Vater Gerhard Lemmel, Klaus Schröpel, Jens Hahn, Falk Drechsel und vielen anderen.
4 Roth: Geschichte des Nürnbergischen Handels Teil 1 (1800) S.163. -- H.Frhr Haller v.Hallerstein: Landadel und Stadtadel... in: Bl.f.fränk.Fam'kde Bd.9 (1967) S.78
5 Bis 1434 werden in Bamberg die Brüder Merten, Michel und Hans Lemlein gemeinschaftlich belehnt, danach nur noch Michel und Hans. German. Nationalmuseum Nürnberg, Imhoff-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv).
6 Ratsakten Chemnitz, Kap.III Sekt.II Nr.53a, Bd.1, Einnahme-Manual 1426-1438 fol. 73'. -- 1437 "lemel der elder" - der Ältere zur Unterscheidung von Merteins jüngerem Bruder Michel, der 1427 Chemnitzer Bürger wurde, aber dann nach Nürnberg zurückging..
7 Hans-Dietrich Lemmel: Nürnberger Lemlein im 14.Jahrhundert - Fernhändler und Montanunternehmer bereits um 1300?, in: Bätter für deutsche Landesgeschichte Band 120 (1984) Seiten 329-370. Mit Ergänzungen im Internet unter http://geneal.lemmel.at/NurnbLemlein.html
8 Ratsarchiv Chemnitz, Locat 9831, Schöffenbuch der Stadt Chemnitz 1458-1483, Register des margkrechtes.
9 Hubert Ermisch: Urkundenbuch der Stadt Chemnitz und ihrer Klöster. In: Codex diplomaticus Saxoniae Regiae, 2.Hauptteil Bd.6, Leipzig 1879; S.152 Regest 186. Original Ratsarchiv Chemnitz Nr.60. - S.401 Regest 437. Ratsarchiv Chemnitz Nr.90.
10 H.Holstein: Urkundenbuch des Klosters Berge bei Magdeburg, Geschichtsquellen der Provinz Sachsen Bd.9 1879, S.251 Urk.315 (1461) und S.313 Urk.477 (1480). "Michael Lemmel de Kempnitz clericus Misniensis dyocesis publica sacraque imperiali auctoritate notarius publicus approbatus".
11 Johannes Kist: Die Matrikel der Geistlichkeit des Bistums Bamberg. In: Veröffentlichungen der Gesellschaft für Fränkische Geschichte. Band 7 Würzburg 1965. Seite 255, Nr. 3885.
12 Die Matrikel der Univ. Wien, Verlag Böhlhaus, Graz-Köln, Bd.1 1956.
13 StsA Dresden, Gerichtsbuch Ehrenfriedersdorf Nr. 186 für Thum, Blatt 61 f , Fotokopie durch K.Wensch..
14 Stammtafeln im Internet unter http://geneal.lemmel.at/C.html. - Hans Dietrich Lemmel: Die ersten Chemnitzer Lemmel, in: Familie und Geschichte" Band 4, 2002, Seiten 241-249 und 315-324.
15 Hans-Dietrich Lemmel: Johann Lämmel, sächsischer General-Kriegszahlmeister, in: Zschr. für mitteldeutsche Familiengeschichte 58.Jg., 2017, S.178-191. - Hans-Dietrich Lemmel: Die Familie Lemmel und August der Starke, in: Familienforschung in Mitteldeutschland Jg.1998 Haft 1 Seiten 193-204.
16 Zum Beispiel "800 Jahre Chemnitz", Heft 12, 1965.
17 Herbert E. Lemmel: Herkunft... wie Anm.1, Seite 181.
18 Ratsarchiv Chemnitz, Kap.III Sekt.II Nr.42a, f.7 von 1495 und f.29 von 1496.
19 Heinrich Weigand: Chronik der Stadt Chemnitz. Reihe: Chroniken deutscher Städte, Bd.19, Berlin 1938, S.24.
20 Stadtarchiv Chemnitz VII IV 200 Türkensteuerregister Chemnitz 1501 Bl.21, "hans lemel", Haus vor dem Niklastor.. - Mtlg H.Bräuer 1990.
21 Ein vierter Bruder, der Nickel hieß, starb nach kurzer Ehe und ohne Nachkommen. 1504 ist sein Bruder Jorge Lemel Vormund der Nickel Lemelin. - Staatsarchiv Dresden, GB Chemnitz 211 für Neukirchen 1491-1553, Bl.7 Nr.4, laut Kurt Wensch.
22 Bergarchiv Freiberg, Bergbuch des Amtes Geyer (1529-1640) Rep.62 Sect.XXXV Nr.17 Raum 10, und zwar S. 76b, 85b, 86a, 229b. - Mtlg Klaus Schröpel 1995.
23 Handschrift im Ernestinischen Gesamtstaatsarchiv zu Weimar: Irrungen und Gebrechen auf St.Annaberg und Marienberg 1503-1546, Bl.84. - Zitiert bei: Walter Bogsch: Der Marienberger Bergbau in der ersten Hälfte des 16.Jh. Dissertation Leipzig 1933. Gedruckt Schwarzenberg 1933, s.S.142 Anm.648. Mtlg W.Roch.
24 Kirchenbücher Marienberg, Heiraten ab 1539, Taufen ab 1551. Mtlg R.Windisch.
25 Stadtarchiv Leipzig, Ratsleichenbuch Blatt 175. -- Uwe Koch: Ein Oberlausitzer Netzwerk des 16. bis 18. Jahhunderts. Zur Genealogie der Familie des Bautzener Mäzens Dr. Gregorius Mättig, in: Zschr. für mitteldeutsche Familiengeschichte 51. Jg. Heft 4, 2010.
26 Alfred Huhnhäuser: Die deutsche Einwanderung in Kongsberg, Oslo 1944, Heft 1 der Beiträge zur Geschichte des Deutschtums in Norwegen Zitiert bei Willibald Reichertz: Sächsische Bergleute erschließen die Silbergruben von Kongsberg/Norwegen, in: Fam'fg in Mitteldtld 43.Jg. Heft 2/2002 S.275
27 Kirchenbücher Schneeberg und Tuttendorf laut R.Windisch. - StsA Dresden, GB Schneeberg für die Stadt Schneeberg, und zwar: GB 53 Bl.302; und GB 54 (1659-1664) Bl.435. Laut K.Wensch 1992.
28 Kirchenbücher Freiberg Petri und Nicolai, laut R.Windisch.
29 Erich Matthes: Das Häuserlehnbuch der sächsisch-böhmischen Bergstadt Platten im Erzgebirge, Degener, Neustadt, 1967.
30 StsA Dresden, Gerichtsbuch Amt Hartenstein Nr.8, Amtshandelsbuch 1544-1554, Bl.14, laut E.Költzsch und K.Wensch.
31 Die Abbildung zeigt einen Stempel-Abdruck von 1917. Ein ähnliches Gemeindesiegel ist erstmals 1657 belegt, so dass diese Jahreszahl in das Stempelbild aufgenommen wurde. Mtlg H.Groß, Neudorf, 2011. - Dass das einfache Lamm des Lemmel-Wappens zu einem Osterlamm mutiert, ist auch in anderen Familienzweigen belegt, wie z.B. weiter unten in Abb.11.
32 Hans-Dietrich Lemmel: Die Richterfamilie Lemmel in Neudorf bei Annaberg ab 1544. Im Internet unter geneal.lemmel.at/Neudorf.html
33 Im Chemnitzer Geschossbuch ist für einen Besitz "Über die Brücke" bis 1501 Hans Lemmel eingetragen. 1502 ist Hans gestrichen und Jorg drüber geschrieben. 1503 und 1504 stehen Hans Lemmel und Jorge Lemmel für diesen Besitz. (Ratsarchiv Chemnitz Kap.III Sekt.II Nr.42a. ) Dies kann man deuten, dass der alte Hans Lemmel 1501/1502 gestorben ist und 1503/1504 die Söhne Hans und Jorg den Besitz übernommen haben. Gleichzeitig wird 1503 Hans Lemmel Bürger in Chemnitz. Danach ist nur noch 1526 die "Hans Lemmelyne", die Witwe des älteren Hans, in Chemnitz unter den Hausgenossen erwähnt. (Ratsarchiv Chemnitz, Locat 9831, Markbuch der Stadt Chemnitz Nr.2, Bl.125b.) - Siehe Herbert E. Lemmel, Herkunft...,wie Anm. 1, S.183; und Geschichte...,wie Anm. 2, S.297.
34 Bergarchiv Freiberg 234 c (3), Berglehenbuch Schneeberg 1509-1513 Fol.63b, laut Ernst Költzsch.
35 Christian Lehmann: Historischer Schauplatz derer natürlichen Merckwürdigkeiten in dem Meißnischen Ober-Ertzgebirge. Leipzig 1699. -- Christian Meltzer: Historia Schneebergensis Renovata. Schneeberg 1716.
36 Bergarchiv Freiberg, Schneeberger Bergverleihbücher Bd.5 Fol.38b, Bd.6 Fol.83 und 90b. - Laut Ernst Költzsch
37 Gerichtsbuch Kirchberg Nr.182 für 1491-1534 Fol.40b (1512) und Fol.73 (1519); laut E.Költzsch und K.Wensch.. 1512 ist Nicl Monch Richter, Zeugen sind Symon Richter, Kylian Zußler, Nicl Schoman und Nicl Ditterich. 1519 ist Hans Kaufmann Richter in Kirchberg.
38 Regine Metzler, Hans von der Plantiz, in: Sächsische. Biografie, Internet 2018. - H.T.Flathe: Artikel "Hans von der Planitz" in: Allgemeine Deutsche Biographie, Internet 2015.
39 E. Wülcker, H.Virck: Des kursächsischen Rathes Hans von der Planitz Berichte aus dem Reichsregiment 1521-1523, Leipzig 1899, Nachdruck 1979 Ohms Verlag Hildesheim. In der Einleitung zu diesem Bericht wird übder die Planitzer-Familie berichtet.
40 Schneeberger Kastenrechnungen 1544, laut Ernst Költzsch
41 Max Möckel: Trauungen von auswärtigen Personen im Neustädteler KB 1550-1600, in: Mitteldt. Fam'kde Heft 2/1986, S.285ff.
42 Staatsarchiv Weimar, Dienersachen, 1533: Reg Cc 239 Bl.2; 1549: Reg. Rr S. 1-316 Nr. 1010 Bl. 1-1'. - "Fritz Lem(b)lein". - Fotokopien vom Staatsarchiv 1980 an Gerhard Lemmel.
43 Stadtarchiv Zwickau, Stadtbuch Nr. 24, 1539-1541, III x 1, Nr. 24, Bl. 100 b. - "Fritz Lemmel, Vogt zu Brambach".- Hinweis von E.Költzsch 1969, Fotokopie vom Stadtarchiv 1988
44 In der Brambach-Urkunde von 1542 ist sie als Ehefrau des Vogtes Fritz Lemmel genannt.
45 Christian Löber: Historie von Ronneburg, Altenburg 1722.
46 8.5.1581: Hans Lemmel zu Wildenfels kauft von seinem Schwiegervater Sarfert ein Haus. -- Staatsarchiv Dresden, Gerichtsbuch Wildenfels Nr. 2 für das Amt  Wildenfels 1569-1599, Blatt 230, laut Kurt Wensch
47 Hans-Dietrich Lemmel, Stammfolge Lemmel-Wildenstein im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Wild.html
48 Hans-Dietrich Lemmel: Der Lemmel-Stamm aus Auerbach im Vogtland, im Internet unter http://geneal.lemmel.at/AV.html
49 Ernst Költzsch, Schneeberger Kämmerei- und Kastenrechnungen, Kirchenstuhlverzeichnis, Einnahmen von Läutegeld der Verstorbenen, u.a., mitgeteilt in den 1960er Jahren. In den folgenden Fußnoten zitiert als "Költzsch". Die Költzsch-Regesten sind jetzt als Manuskripte im Stadtarchiv Schneeberg. Die Lemmel-bezüglichen Auszüge von Ernst Költzsch habe ich ins Internet kopiert unter http://geneal.lemmel.at/Sn-Schneeberg.html. - Einige ergänzende Mitteilungen verdankte ich seinerzeit auch Max Möckel, Willy Roch und Rolf Windisch.
50 Petrus Albinus: Meissnische Bergchronik Anno 1590. Zitiert bei Gustav Sommerfeldt: Erzgebirgische Forschungen und Geschlechterkunde Teil 1, Dresden 1929. Jetzt auch: Reprint-Ausgabe Verlag v.Elterlein, Stuttgart.
51 Ein "Lachter" entspricht etwa 1,90 Meter.
52 Collektaneenchronik des Petrus Albinus, Schneeberg; Sächs. Landesbibliothek, Handschrift d 51 Fol.115 und 121. -- Gustav Sommerfeldt: Erzgebirgische Forschungen und Geschlechterkunde, Teil 1, Dresden 1929, S.211f.
53 Költzsch.
54 Ambrosius Franz: Schneeberger Annalen 1472-1576, Handschrift, lt. M.Möckel, E.Költzsch
55 Christian Lehmann, wie Anm.35, S.993. -- Christian Meltzer, wie Anm.35, S.1059.
56 Bergarchiv Freiberg, Schneeberger Bergverleihbücher laut Ernst Költzsch, 1535 Bd.6 Fol.83b, 1537 Bd.7 Fol.96, 1543: Bd.8 Fol.211, 1544 Bd.8 Fol.289, 1549: Bd.9 Fol.260b; laut E.Költzsch. In der Abschrift von Ernst Költzsch wird 1572 auch ein Siegmund Lemmel in Schneeberg "nach dem reichen Geschueb" belehnt. Das muss eine Verwechslung mit Siegmund Bräutigen sein, der als Berggeschworener ein Kollege von Jakob Lemmel ist.
57 1. Berghandelsbuch Eibenstock, Freiberg No.119 Bd.1 Fol.89, laut Ernst Költzsch. In den 9 Berghandelsbüchern von Eibenstock 1566-1682 wird sonst kein Lemmel genannt.
58 Paul Bamberg: Die Türkensteuer zu Schneeberg im Jahre 1542. In: Ekkehard, Halle/Saale, 14.Jg. Nr.6 S.333, 2.12.1938.
59 Ernst Sachse (=Költzsch): Die Steuerpflichtigen von Schneeberg. In: Mitteldeutsche Familienkunde Bd.2 S.261 1968.
60 Internet 2011, actapublica, Kirchenbuch Joachimsthal, Trauungen, im Internet Seite 32, rechte Spalte. -- Ein Bruder der Margarethe Preußker dürfte Josef Preusker sein, dessen Kinder 1562 bis 1571 in Joachimsthal heiraten, laut "Familia Austria", Heiratsindex im Internet.
61 18.2.1583: 13 gr Läutegeld wegen der Hans Lemlin. Költzsch. - Am gleichen Tag auch im Kirchenbuch: Margarethe Hans Lemlin begraben.
62 Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums Wien. "Margaretha Lemlin Æta 50 Ano 1559 gestorben im 83".
63 Kirchenbücher Joachimsthal. -Hans-Dietrich Lemmel: Stammfolge Lemmel-Joachimstal, im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Joa.html
64 Sächs. Bergarchiv Freiberg Sign. BA-Scheib. Nr.305: Gewerken-Gegenbuch des Bergamtes Oberwiesenthal 1537-1550. - Mtlg Jens Hahn 2004. -- Die Herkunft von Valten Lemmel ist nicht angegeben. Dass er aus Schneeberg stammt, ist unsicher, jedoch kann er kaum anders eingeordnet werden.
65  Foto aus dem Internet 2009, www.flickr.com
66 Joachim Kunze: "Der Zechengrund - ein Naturschutzgebiet von einzigartiger Schönheit", in: Heimatfreund für das Erzgebirge, Heft 5 Mai 1978 S.107.
67 Jens Hahn: "Gespann auf Abwegen", in: Leuchtendes Silbergebirge, Altis-Verlag 2001, S.76-88.
68 Kirchenbücher Oberwiesenthal; Mtlg F.Drechsel 2011
69 Hans-Dietrich Lemmel, Frey - die Familie von Albrecht Dürers Schwiegervater, in: Blätter für fränkische Familienkunde Bd.40, 2017, S.63-80.
70 Collektaneenchronik des Petrus Albinus, wie Anm.52.
71 Költzsch.
72 Für Jakob Lemmel sind Läutegeld-Einnahmen für den 21.5.1577 verzeichnet. Dagegen melden die Chroniken von Meltzer (S.456) und Lehmann (S.281) den Tod von Jakob Lemmel am 21.11.1577.
73 Da es eine städtische Schule ist, ist das Schulgeld in den Schneeberger Kastenrechnungen verzeichnet, laut Ernst Költzsch. - Welche Schüler Söhne von Hans oder Jacob sind, muss aus Indizien geschlossen werden.
74 1558 post Judica, Läutegeld-Einnahme wegen Jorg Lemmel. Läutegeld Verstorbener, laut Max Möckel; nicht in den Auszügen von Ernst Költzsch. 3.11.1566 Läutegeld wegen Michel Lemel.-- Der 1541/42 genannte Steffen , sowie Paul und Christian sind sonst nicht erwähnt und sind wohl jung gestorben.
75 1.11.1561 Michael Lemmel Schneebergensis. Karl Eduard Förstemann: Album Academiae Vitebergensis, 3 Bde 1841-1905.
76 Stadtarchiv Lüneburg, viele Urkunden. - Mtlg Heinz Lemmel, Lüneburg, 1968.
77 Auskünfte Stadtarchiv Weißenfels, Kirchenbücher Weißenfels. Seine Kinder starben 1577 an der Pest, bis auf einen Sohn Andreas: getauft 26.10.1576 in Weißenfels, 1591 in Pforta, 1594 Universität Leipzig, † 7.10.1599 in Weißenfels. -- C.F.H.Bittcher, Pförtner Album, Verzeichnis sämtlicher Lehrer und Schüler der kgl. preuß. Landesschule Pforta 1543-1843, Leipzig 1843, Seite 83. -- In Weißenfels wird 1575 auch ein Michael Lemmell Bürger, ohne Angabe von Beruf und Herkunft. 1577 stirbt er nebst zwei kleinen Kindern an der Pest. Bürgerbuch der Stadt Weißenfels, Neustadt/Aisch 1978 S.2. Sterberegister der ev. Stadtkirche St.Marien 1568-1640, S.37a, 39, 39a. Ob Michael auch aus Schneeberg stammte, ist offen.
78 Max Möckel: Trauungen von auswärtigen Personen im Neustädter KB von 1550-1600. In: Mitteldt. Fam'kde Heft 2/1986 S.285ff.
79 Költzsch.
80 Max Möckel: Trauungen von auswärtigen Personen im Neustädteler KB 1550-1600, in: Mitteldt. Fam'kde Heft 2/1986, S.285ff.
81 Kämmerei- und Kastenrechnungen 1566, laut Ernst Költzsch.
82 Paulus, Georg und Petrus WS 1557; Andreas SS 1586, alle "aus Schneeberg". -- Georg Erler: Die jüngere Matrikel der Universität Leipzig, Bd.1 1559-1634, 1909. -- Außer den studierenden Söhnen sind in den nun einsetzenden Schneeberger Kirchenbüchern (laut Ernst Költzsch) noch folgende Kinder genannt: Zwei Kinder, Jakob und Maria, die am 2.4.1569 und am 10.10.1572 getauft wurden, von denen aber sonst nichts bekannt wurde; eine Tochter Anna, die 1599 an der Pest starb und am 2.2. begraben wurde; sowie eine Tochter Magdalena, die am 9.7.1592 den Hans Lang heiratete.
83 Hochzeitsgedicht, wie Anm.87.
84 Ging Andreas in das evangelische Jägerndorf/Schlesien? Sein Sohn könnte Martinus Lemmelius aus Jägerndorf sein, der 1611 an der Universität Frankfurt/Oder immatrikuliert ist. - G.Liebe etal., Ältere Univ.-Matrikel Frankfurt/Oder, Bd.1, Leipzig 1887, S.553.
85 Reinhold Grünberg: Sächsisches Pfarrerbuch, Freiberg in Sachsen 1939/1940. -- Schneeberger Kämmerei- und Kastenrechnungen 1584 und 1589. -- Theodor Stade, Geschichte des Lyceums zu Schneeberg. Wissenschaftliche Beilage zum Bericht der Realschule zu Schneeberg, Ostern 1877.
86 Paul Gottlieb Kettner: Hist. Nachricht von dem Raths-Collegio der Chur-Stadt Wittenberg, Wolfenbüttel, 1734, S.132
87" Petro Lemmelio Schnebergensi" Hochzeitsgedicht zur Hochzeit Peter Lemmel ∞ Susanne Musculus, Schneeberg 1596, gedruckt in Leipzig 1596, Universitäts-Bibliothek Jena, Kopie aus dem Besitz von Herbert E.Lemmel.
88 Michael Meusel/Musculus, *1550 in Marienberg, + 1607 in Schneeberg, Sohn von Andreas Meusel/Musculus, Freund Martin Luthers, Generalsuperintendent von Brandenburg, *1515 in Schneeberg. -- Friedrich Weiß: Nachträge zu dem Stammbaum der Familie Pierer-Richter. In: Mtlgn des Roland, Jg.5, 1920, S.19. -- Die Religion in Geschichte und Gegenwart, 3.Aufl. Bd.4, Tübingen 2001, Spalte 1194.
89 Költzsch.
90 Sohn Michael begraben 24.5.1598. Katharina getauft 25.11.1599, ∞ 20.7.1625 mit Esaias Jahn; Judith getauft 7.8.1601; Susanna getauft 19.7.1603, †1629. - Kirchenbücher Schneeberg laut Ernst Költzsch und Rolf Windisch. - Zum Schwiegersohn Esaias Jahn vergl. Gustav Sommerfeldt: Erzgebirgische Forschungen und Geschlechterkunde, Teil 1, Dresden 1929, S.279.
91 Staatsarchiv Dresden, Gerichtsbuch Marienberg Nr.54 für das Annaberger und Freiberger Viertel 1587-1671, nach Blatt 139, datiert 9.5.1614. Mtlg Kurt Wensch 1988.
92 Hans-Dietrich Lemmel und Gerhard Lemmel: Hans Lemmel in Wien, Handelsmann - Ratsherr - Protestant. In: Wiener Geschichtsblätter, 35.Jg. Wien 1980 S.69-81. Quellenangaben siehe dort.
93 Münzkabinett des Kunsthistorischen Museums Wien. Es gibt zwei Exemplare, beide mit Hans Lemmel auf der Vorderseite. Die Rückseiten zeigen seine Frau Ursula Lemlin und seine (Stief-)Mutter Margaretha Lemlin, wie schon weiter oben gezeigt. Inschriften: Hans Lemmel, aeta 52, anno 1583; Ursula Lemlin (A?)lters 42, Anno 158(3), teilweise unleserlich. -- Fritz Dworschak: Die Renaissancemedaille in Österreich. In: Jahrbuch der kunsthistorischen Sammlungen in Wien, N.F. Bd.1 1926.
94 Österreichisches Staatsarchiv, AVA Adelsarchiv, Siegelsammlung Nr.350 und 351, "Hans Lämbl" 1577 und 1585. - Mtlg M.Staudinger 2016. In der Siegelsammlung wurden die Originalurkunden der Siegel nicht registriert.
95 Archiv des Schottenstiftes Wien, Stiftungsurkunde vom 12.6.1592, Signatur Scr. 106 Nr. 48. - Fotografie 2018, Zeichnung H.D.Lemmel.
96 Költzsch, 17.7.1584.
97 Stadtarchiv Wien, Testament Nr.1301.
98 Stadtarchiv Wien, Oberkammeramts-Rechnungen von 1590, Seite 50.
99 Stadtarchiv Wien, Testament Nr.223.
100 Einzelheiten und Quellenangaben siehe: Hans-Dietrich Lemmel: Die Nürnberger Lemmel in der Oberpfalz. In: Genealogisches Jahrbuch der Zentralstelle für Personen- und Familiengeschichte Band 45/46, Bad Nauheim 2008, S.87-158. - Im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Oberpfalz.html

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