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Frühe Lemmel/Lembl/Lampel in Österreich und ihre Siegel

von Hans-Dietrich Lemmel *)

1. Nürnberger Lembelin/Lemmel

Die Nürnberger Kaufmannsfamilie Lembelin (1) ist in Nürnberg bereits um 1150 nachweisbar, als ein "Cunradus Lembelin de Nurenberch" in Köln beurkundet ist. Eine weitgehend gesicherte Stammfolge beginnt um 1300 mit Chunrad Lembelin, dessen Nachkommen mit den bedeutenden Nürnberger Unternehmerfamilien der Stromer, Holzschuher, Haller und Imhof verschwägert sind. Um 1400 findet man die Familie, deren Name sich nun vorwiegend zu Lemmel, aber auch zu Lemlein und Lämbl wandelte, in den Bergbaugebieten zwischen Siebenbürgen und sächsischem Erzgebirge. Die prominentesten Vertreter im österreichischen Raum sind (2):

Mathias Lemmel, 1380-1426 in Kolin, Prag und Ofen, Schatzmeister von König Sigmund (3) (Abb.1)
Ulrich Lemel, 1434 Ratsherr in Ofen
Martinus Lemlein 1431 und Michel Lemel 1440, Studenten aus Bamberg in Wien
Johannes Lemmel, 1438-1456 Kammergraf in Hermannstadt (4) (Abb.2)
Claus Lemmel, 1456 Bürgermeister von Kremnitz
Hans Lemmel, 1467 Ratsherr in Neusohl

Hans Lemlein, 1475 in Kremnitz (5) (Abb.3)
Thomas Lemmel, 1556-1573 protestantischer Pfarrer in der Zips
Caspar Lemmel, 1569-1580 protestantischer Pfarrer in Niederösterreich.

Ihre Siegel, soweit bekannt, zeigen alle als "redendes Wappen" ein Lamm im Schild.


Abb.1  Siegel von Mathias Lemmel 1416, Schatzmeister von König Sigmund in Ofen (3)


Abb.2  Siegel von Johannes Lemmel 1439, Kammergraf in Hermannstadt (4)


  

Abb.3  Siegel von Hans Lemlein, 1406 in Bamberg (5); sein geichnamiger Enkel 1475 in Kremnitz


Schließlich lebte Hans Lemmel/Lämbl aus dem sächsischen Schneeberg 1557-1601 in Wien als protestantischer Handelsmann und "Bürger des Äußeren Rates" (6) (Abb.4). Hier ist das Lamm im Wappen zum Osterlamm gewandelt. In der Gegenreformation flüchtete sein Sohn Martin Lämbl in einen Lobkowitzschen Besitz in der Oberpfalz (7), sein Nachkomme Michael Deodat Lemel  war 1698 Lobkowitzscher Verwalter in Seedorf bei Sagan, und dessen Nachkomme war Alfons Ritter Lemmel von Seedorf, dessen Ritterstand 1885/1896 in Wien bestätigt wurde (8) (Abb.5). Das Osterlamm findet sich nur noch in einem von vier Feldern seines Wappens.

Abb.4  Siegel von Hans Lemmel/Lämbl in Wien 1592 (6)
 
Abb.5  Wappen Ritter Lemmel von Seedorf 1896 (8)

2. Verschiedene Lemel/Lempel/Lamp in Österreich

Die bisher genannten konnten als Nachkommen der Nürnberger Lembelin von 1300 nachgewiesen werden. Bei der Suche im österreichischen Raum gab es aber auch viele Vorkommen ähnlicher Namen, die genealogisch nicht eingeordnet werden konnten, darunter zwei Funde in Gebieten, die für die Nürnberger Montanunternehmer interessant waren:

1316 wird ein Hainricus Lömel (9) in Waidhofen an der Ybbs auf einem Freisinger Besitz genannt. Waidhofen liegt am Fuße des niederösterreichischen Eisenerzgebietes der Eisenwurzen.

In Obervellach im Mölltal/Kärnten lebte ein etwa um 1315 geborener Wiland Lemel. Obervellach war eines der wichtigsten Zentren für Gold- und Silbergewinnung. 1374 sind drei Söhne erwähnt: Hans, Nikel und Jokel (10).

Diese Lömel/Lemel könnten aus
der Nürnberger Lemmel-Familie stammen, aber ein genealogischer Zusammenhang kann nur vermutet aber nicht nachgewiesen werden. Zudem ist in Obervellach neben Wiland Lemel unter vielen anderen auch ein Rupel Schütz genannt, während die Lemmel und Schütz als Montan-Unternehmer in Nürnberg vorkommen.

Die Nürnberger Namensform Lömel/Lemel ist im altbayrisch-österreichischen Raum eher ungewöhnlich. In Altbayern/Österreich gibt es viele Lemmel-ähnliche Namensvarianten wie Lempel, Lambel und andere:

1150 Rupertus und Heinricus Lambel/Lembel de Tar(d)esdorf (=Tarsdorf bei Burghausen) (11).

1254 Chunradus Laempel als Zeuge einer Schenkung an das Kloster Gleink bei Steyr (12).

Ab 1297 Fridrich und Chunrat Lempl/Laempel in Baumgartenberg an der Donau unterhalb von Linz (13).


Heinrich Lamb, in seinem Siegel "Sigillum Heinrici Agni", 1323 in Salzburg (14a), in einem Dreiecksschild ein steigendes Lamm (Abb.6a).

Marchart der Lamp, der 1344 sein Gut zu Schönram (Bez. Laufen) verkauft, hat einen schönen Grabstein von 1361 mit seinem Lammwappen (Abb.6b) im Kreuzgang von St.Peter zu Salzburg (14b).

Ein etwa um 1310 geborener Chunradus Lemblin hatte in Wien einen Hausbesitz am Graben, den 1368 sein Sohn Jakob verkauft (15) (Abb.7).


Fridreich der Lempel (* etwa 1335) und sein Sohn Wolfgang verkaufen 1394 in Freistadt/Oberösterreich einen rittermäßigen Besitz (16).

Wolfgang Lempl, 1433 Bürger "zu der Freinstat" (17) (Abb.8).


Simon Lempl, 1441-1471 Bürger zu Wien (18) (Abb.9).

Um 1460 ist Conrad Lampel Spitalmeister in Cilli, Untersteiermmark (19).

Um 1475 ist Hanns Lampl Ortenburgischer Pfleger zu Wildenstein in Kärnten (20).

Ein etwa 1465 geborener Lempel lebt in St.Veit. Sein Sohn Mathias Lempel "ex Sancto Vito" ist 1513 an der Wiener Universität eingeschrieben (21).


Conrad Lempl ist 1512 Stadtrichter in Freistadt (22) (Abb.10).

 

Abb.6a  Siegel von Heinrich Lamb, Salzburg 1323 (14a).


Abb.6b  Grabstein Maricardus dictus Lamp, Salzburg 1361 (14b).


Abb.7  1368 in Wien: Jakob, Sohn von Chunrad Lämblin verkauft sein Haus (15).

  
Abb.8  Siegel von Wolfgang Lempl, Freistadt 1433 (17).



     
Abb.9  Siegel von Simon Lempl, Wien (18), 1441 Fotografie (links), 1471 Wachsabdruck (Mitte).


Abb.10  Siegel von Conrad Lempl, Stadtrichter in Freistadt, 1512 (22).


3. Lämpl aus der Steiermark


Etliche der genannten Lembel und Lampel kann ich nicht genealogisch einordnen. Am weitesten verbreitet ist die steirische Gewerkenfamilie Lämpl (23). Sie beginnt mit dem etwa 1460 geborenen Georg Lämpl in Bruck an der Mur (24). Dieser soll, laut Wissgrill (20), von Hanns Lampl abstammen, der um 1475 Ortenburgischer Pfleger in Wildenstein und Soss in Kärnten war. (Dazu habe ich freilich noch keine Original-Urkunde gefunden.) Die Grafschaft Ortenburg liegt am Ausgang des Mölltales, wo sich zwanglos ein möglicher Zusammenhang mit dem Wiland Lemel von 1374 in Obervellach mit seinen drei Söhnen ergibt. Damit erscheint es nicht unmöglich, dass die steirischen Lampl und die Nürnberger Lembelin/Lemmel einen gemeinsamen Ursprung haben. Aber das bleibt eine Spekulation.

Bei der Suche nach möglichen genealogischen Zusammenhängen wurde ich zunächst von Siebmachers Wappenbuch in die Irre geführt. Bei Siebmacher findet man nahezu identische Zeichnungen für die Wappen der steirischen/niederösterreichischen Lampl (25) und der Nürnberger Lemmel (26).
Abb.11  Das Wappen Lampl bei Siebmacher, Niederösterreichischer Adel  (25)

Abb.12 Das Wappen der Nürnberger Lemmel bei Siebmacher  (26).

Der einzige Unterschied ist die Farbe des "Dreibergs": golden in Nürnberg, grün bei Lampl in Österreich. Aus diesen Siebmacher-Abbildungen auf eine Verwandtschaft der beiden Familien zu schließen, ist freilich verfehlt. Das richtige niederösterreichische Lampl-Wappen sieht nämlich anders aus.

1553 bekam Cristoff Lampl aus Bruck ein neues Wappen in einem Adelsbrief (27), in dem auch sein "altes Wappen" beschrieben wird. Das neue, recht komplizierte Wappen, viergeteilt mit Herzschild, interessiert hier nicht. Das alte wird wie folgt beschrieben: ein roter Schild, darin ein weißes Lampl vorwärts zum Gang strebend, aus den Helmdecken entspringend "eines weißen Lambls Vorderteil". Auch im Buch von Pantz (23) über die steirischen Gewerken hat das Stammwappen der Lampl über dem Stechhelm ein "Lamm wachsend". Das "Vorderteil-Lamm" des alten Lampl-Wappens bleibt im neuen Wappen des Adelsbriefes in Erinnerung: es hat im Herzschild "eines weißen Lammes Vorderteil".

Vor 1560 erwarb der jüngere Christoph Lampl 
aus Bruck die niederösterreichische Fronsburg (28), wo er 1594 verstarb. In der Pfarrkirche von Hardegg findet man sein Grabmal mit seinem Wappen, mit des "weißen Lammes Vorderteil" als Helmzier (29) (Abb.13). Es ist aber erstaunlich, hier sein altes Wappen und nicht das neue von 1553 vorzufinden. Aber für eine Bildhauer-Arbeit wäre das neue Wappen wohl zu kompliziert gewesen.
Abb13:  Das Lampl-Wappen des Grabmals für Christoph Lampl in der Pfarrkirche Hardegg (29).

Abb.14: Conrad Lempl 1512 in Freistadt. Siehe oben Abb.10.
 

Nun ist bemerkenswert, dass genau dieses Wappen bereits 1512 im Siegel des Freistädter Stadtrichters Conrad Lempl vorkommt (Abb.14). Bisher hatte ich angenommen, dass der Freistädter Conrad Lempl ein Nachkomme des Wolfgang Lempel ist, der 1394-1433 in Freistadt beurkundet ist. Allerdings fehlt in Freistadt ein Lempel-Vorkommen zwischen 1433 und 1512. Auf Grund der Wappen-Betrachtung muss ich nun annehmen, dass der Freistädter Stadtrichter Conrad Lempl nicht ein alt-eingesessener Freistädter ist, sondern dass er ein Verwandter des Fronsburger Christoph Lampl ist und aus Bruck stammen müsste. Ein weiteres Argument für diese Zuordnung kann man darin sehen, dass einer der Enkel des Freistädter Conrad Lempl, Sebastian, wieder in die Steiermark zurückkehrte, wo er Kanzleischreiber des Erzherzogs Karl wurde (30).

Zur steirischen Gewerken-Familie Lämpl aus Bruck gehört also nicht nur der Fronsburger Zweig in Niederösterreich sondern auch der Freistädter Zweig in Oberösterreich. 

Abb.15  Das Wappen von Gabriel Lembl, 1577 in Prag (31)

Bei Siebmacher gibt es noch ein anderes Lamm-Wappen, bei dem aus den Helmdecken eines weißen Lammes Vorderteil entspringt. Es ist das Wappen von Gabriel Lembl, kaiserlicher Leibtrabant, der 1577 in Prag einen Wappenbrief erhält (31), für treue Dienste "unter Kaiser Karlen dem fünften, Ferdinanden und Maximilian dem anderen" und zum Gedächtnis an Feldzüge "in Frankreich, Italia, Teutschlandt und fürnemblich aber auch gegen allgemeiner Christenhait Erbfeindt dem Türckhen zu Wasser und Lande". Sein Wappen: in rot ein silbernes Lamm, im rechten Fuß ein Schwert, auf dem Stechhelm "das Vorderteil einer weißen oder silberfarbenen Lamblsgestalt mit dem bloßen Schwerdt". Leider sind Herkunft und Verwandtschaft dieses Gabriel Lembl gänzlich unbekannt, und ich habe in Archiven nichts über ihn in Erfahrung bringen können. Dem Wappen nach könnte Gabriel ein steirischer Lampl sein, dessen Wappen mit dem Schwert-Zusatz verbessert wurde. Der Kampf gegen die Türken "zu Wasser und zu Lande" lässt vermuten, dass Gabriel Lembl schon dabei war, als Karl der V. 1535 in Tunis gegen die Türken kämpfte. Er mag also etwa um 1515 geboren sein. - Bei H.Hermann (31a) ist angegeben, dass er aus einem bereits im 15. Jahrhundert in Österreich vorkommenden bürgerlichen Geschlecht stammt, aber ohne weitere Angaben zu diesem Geschlecht.

Von Siebmacher (32) und Wissgrill (20) stammt eine weitere Irreführung. Es wird angegeben, dass die steirischen Lampl ursprünglich auf Schloss Freundsberg bei Feistritz saßen.  
"Hanns Lampl der edel Ritter hatte noch Anno 1539 das Schloß und Gut Freundsperg bei Veystriz in Steiermark gelegen". Weiter: "1569 kauft Christoph Lampl zu Freundsperg das Schloss und Gut Frospurg von Sigismund Grafen zu Hardegg". Der Christoph Lampl, der die niederösterreichische Fronsburg kaufte, hatte aber gewiss nicht vorher "zu Freundsperg" gelebt. Die Burg Freundsberg/Frondsberg (33) im Feistritztal nördlich von Weiz war nicht in Lampl-Besitz. Sie gehörte im 14.Jh. der Familie Losenstein, dann 1403-1470 den Grafen Montfort, 1470-1540 der Familie Sarl, 1540-1577 einem Leopold von Lembach, der eine Tochter Sarl geheiratet hatte, und dann dem Sohn Hans von Lembach. Das Wappen der Lembach enthält einen gekrönten Löwen und einen wohl aus dem Sarl-Wappen übernommenen Affen.

"Ich, Cristoff Lämpl zu Freundsperg..." - so beginnt ein Brief von 1566 an Erzherzog Karl (27) (Abb.16). Zu dieser Zeit sitzt er schon in der niederösterreichischen Fronsburg und meint im Brief eben diese Fronsburg. Die Geschichtsschreiber bezogen dies irrtümlich auf die Burg
Freundsperg im Feistritztal, die jetzt freilich wiederum Frondsberg heißt.


Abb.16  "Ich, Cristoff Lämpl zu Freundsperg..." (27)

Für den Hanns Lampl, der angeblich 1539 das Schloss Freundsberg besaß, gibt Wissgrill ein Wappen von 1537 an: "Ein weißes Lamm auf grünem Hügel gestellt in einem roten Schild, und auf dem Helm eben dieses weiße Lamm". Also als Helmzier ein Lamm "gestellt" und nicht "eines Lammes Vorderteil". Diesen Hanns Lampl, der sicher nicht zu Freundsberg saß, mag es dennoch mitsamt seinem Wappen gegeben haben, auch wenn ich leider von ihm keine Original-Urkunde gefunden habe. Sein Wappen entspricht dem bei Siebmacher angegebenen Lampl-Wappen. Und es entspricht auch dem Siegel des Wiener Simon Lempl von 1441 und 1471 (Abb.17).

Abb.17  Simon Lempl in Wien 1441. Siehe oben Abb.9.

Vor 1461 hatte der edle Simon Lempl, Bürger zu Wien, verschiedene Habe an Herrn Kunraten Eyczinger verkauft (34). Und 100 Jahre später kaufte Christoph Lampl die Fronsburg aus dem Nachlass von Ulrich von Eitzing. Aus diesem Eitzing-Zusammenhang zu schließen dürfte auch der Wiener Simon Lempl zur steirischen Lampel-Familie gehören. Die Familie dürfte also zunächst das Wappen mit dem stehenden Lamm geführt haben und dann um 1500 in Bruck "des weißen Lammes Vorderteil" in die Helmzier genommen haben. Das bei Siebmacher angegebene Lampl-Wappen, das dort irrtümlich den erst ab 1560 bestehenden Lampl von Fronspurg zugeordnet ist, müsste also richtig 100 Jahre früher angesetzt werden.

Derweil gab es verschiedene Zweige in der Steiermark, adelige (35) und bürgerliche. Siebmacher gibt für die steirischen Lämpel ein Wappen an, in dem das Lamm zum Osterlamm mutierte (36) (Abb.18).

Abb.18  Lämpel-Wappen, Steiermark (36).

Um 1550 war die Familie vorwiegend evangelisch. Sie bietet ein Beispiel dafür, wie die Habsburger die Protestanten aus finanziellen Gründen tolerierten. Der ältere Christoph Lampl, zeitweilig Bürgermeister in Bruck an der Mur (37), war sehr reich und wollte Ländereien im Ennstal kaufen. Die waren aber rittermäßiges Lehen, "das zu empfangen er als ungeadelter Bürger nicht fähig ist" (27). Darauf erschien Christoph Lampl in einer Gesandtschaft, welche "dem König 4000 Dukaten zu verehren hatte" (38). Im Januar 1553 stellte Ferdinand für "Cristoff Lämpl" einen Adelsbrief aus, und teilte kurz darauf mit, dass er ihn bereits 1551 geadelt habe. Die Lehensverleihung erfolgte daraufhin problemlos, und auch der jüngere Christoph Lampl konnte seine Fronsburg, die ein freies Eigen war, problemlos erwerben.

Christophs Bruder Benedikt Lämpel wird 1557 in Bruck als "außer Landes" erwähnt (39). Er muss identisch sein mit Benedix Lampel, der um 1550 in Geising, einer Bergstadt im sächsischen Erzgebirge, lebte (40). Sein Sohn Melchior Lempelius studierte 1569 in Leipzig und wurde evangelischer Pfarrer
(41) in Weißenborn bei Freiberg im Erzgebirge. Derweil war sein Vetter Wolfgang Lempel/Lämpl evangelischer Prediger in Steyr, von wo er 1601 unter der nun scharf einsetzenden Gegenreformation flüchten musste. Er wurde Prediger am Dom in Freiberg (42). Unter Melchiors Nachkommen gab es dann in fünf Generationen etliche Pfarrer namens Lempelius, die das selbe Wappen führten (43) (Abb.19), das Siebmacher für die steirischen Lämpel angab.
Abb.19  Das Wappen Lempelius (43)

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&

Fußnoten:

*)  Wesentliche Archiv- und Literatur-Studien erfolgten von meinem Vater Gerhard Lemmel in den 1970er Jahren. Die Nachzeichnungen der Siegel habe ich nach Fotografien oder Wachsabdrucken angefertigt. Meine genealogischen Arbeiten sind im Internet zu finden unter http://geneal.lemmel.at/index.html

1  Hans-Dietrich Lemmel: Nürnberger Lemlein im 14.Jh., Fernhändler und Montanunternehmer bereits um 1300? In: Blätter für deutsche Landesgeschichte 120 1984 S.329-370. Auch  enthalten in: lemlein filii Heft 4, Selbstverlag 1991. - Mit Ergänzungen und zusätzlichen Abbildungen im Internet unter http://geneal.lemmel.at/NurnbLemlein.html

2   Hans-Dietrich Lemmel: Die Bamberger Lemmel in Böhmen und Ungarn 1350-1480. In: "lemlein filii" Heft 2, Selbstverlag 1975. -  Mit Ergänzungen im Internet unter http://geneal.lemmel.at/BoU.html

3  Hohenlohe Zentralarchiv Neuenstein, Bestand GHAD 14 Film 1976/67 des Hauptstaatsarchivs Stuttgart. Siegelabdruck durch W. v.Stromer 1975.

4  Stadtarchiv Thorn (Archiwum miasta Torunia) dok. 922.

5  Germanisches Nationalmuseum Nürnberg, Imhof-Archiv Fasc.26 (Lemlein-Archiv) Urk.Nr.2.

Hans-Dietrich Lemmel und Gerhard Lemmel:  Hans Lemmel in Wien: Handelsmann - Ratsherr - Protestant.  Ein Beitrag zur Geschichte des Protestantismus in Wien. In: Wiener Geschichtsblätter 35.Jg. 1980 Heft 2 Seiten 69-81. Ergänzungen im Internet unter http://geneal.lemmel.at/WienHansLemmel.html. - Sein Siegel:  Archiv des Schottenstiftes Wien, Stiftungsurkunde vom 12.6.1592.

7  Hans-Dietrich Lemmel: Die Nürnberger Lemmel in der Oberpfalz. Genealogisches Jahrbuch Band 45/46, 2008, Seiten 87-158, Zentralstelle für Personen und Familiengeschichte, Verlag Genealogie-Service Bad Nauheim. - Vorabdruck in "lemlein filii" Heft 7, 2007, Seiten 27-96, Selbstverlag Lemmel Wien. - Ergänzungen und zusätzliche Abbildungen im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Oberpfalz.html

8  Öst. Staats- u. allg. Verwaltungsarchiv Wien; Wappenbrief und mehrseitige Schriftstücke, die 1879 beginnen. - Karl Friedrich von Frank zu Döfering: Alt-Öst. Adels-Lexikon Bd.1, Wien 1928, Nr.5067. - Stammfolge der Ritter Lemmel von Seedorf. In: Wiener Genealogisches Taschenbuch Jg.1926 S.176.  -  Ergänzungen dazu von Hans-Dietrich Lemmel im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Se.html

9  Codex Diplomaticus Austriaco Frisingiensis Bd.3: Urbariale Aufzeichnungen. In: Fontes rerum Austriacarum Bd.36 S.404.

10  Archiv Landskron Urk. Nr. S-64. Laut Georg Khevenhüller, in: Archiv für vaterländische Geschichte und Topographie Bd.55, Klagenfurt 1959, S.72.

11  Monumenta Boica 3 (1764) 256. - K.v.Dumrath: Die Traditionsnotizen des Klosters Raitenhaslach; Qu.u.Erörterungen z.bay.Gesch.NF 7 (1938) 20.

12  Urk.buch d.Landes ob d.Enns 3 (1862) 213.

13  Urk.buch d.Landes ob d.Enns 4 (1867) mehrere Regesten.

14a  BHSA München, Bestand Kurbayern Urk.Nr.17695. Siegelfoto 1982 an Gerhard Lemmel.

14b  BHSA München, Ger.Urk. Raschenberg Nr.30, Sign. jetzt Hst.Salzburg 161, 9.10.1344. - Michael Walz: Die Grabdenkmäler von St.Peter und Nonnberg zu Salzburg. Beigabe zu Bd.7 der Mtlgn d. Ges. f. Salzburger Landeskunde, 1867, Grabstein Maricardus dictus Lamp 1361. -  Eigene Zeichnung. - Im Totenverzeichnis des Stiftes (HsA 266): "In octobris 1361 sepultus est Maricardus dictus Lamp. Sonst ist im Stiftsarchiv Salzburg über Maricardus Lamp nichts zu finden. Mtlg Dr. Adolf Hahnl 1976 

15  Stadtarchiv Wien, k.u.k. Landtafel und Grundbuchamt Wien 1368. - Quellen zur Gesch. d. Stadt Wien Teil 3 Bd.1 Nr.126.

16  Stadtarchiv Freistadt. Urk'buch des Landes ob der Enns Band 11, Linz 1941-1956, Seite 311 Regest 334 und Seite 336 Regest 365.

17   Landesarchiv Linz HA Weinberg Urk.Sch.6 Nr.II/38a.  Siegelabdruck durch Dr. Hans Sturmberger 1975.

18  Simon/Syman Lempl/Lempplein, Bürger zu Wien, 1441-1469 viele Urkunden: Quellen der Geschichte der Stadt Wien. Fotografie des Siegels 1441:  Haus-, Hof- und Staatsarchiv Wien 1, Minoritenplatz 1.  - 1471: Oberösterreichisches Landesarchiv Linz, Starhemberger Urkunden Nr.1675. Wachsabdruck des Siegels durch Hofrat Dr. Hans Sturmberger 1975.

19  J. Wichner: Beiträge zu einer Gesch. des Heilwesens... in Steiermark, in: Mtlgn des Hist. Vereins für Steiermark Bd.33 1885 S.61. 

20.  Franz Karl Wissgrill: Schauplatz des landsässigen Niederöst. ... Herren- u.Ritterstand, Wien 1804, Bd.5 S.417.

21.  Die Matrikel der Univ. Wien Bd.2, Böhlhaus 1967: "Mathias Lempel ex Sancto Vito" 1513.

22   StA Freistadt, Urk.Sch.46 Nr.II/230. Wachsabdruck des Siegels durch Hofrat Dr. Hans Sturmberger 1975.

23   Anton von Pantz: Die Gewerken im Bannkreis des Steirischen Erzbergs. Jahrbuch der herald.Ges. Adler NF Bd.27/28, Wien 1917/1918, S.170f. - Hans-Dietrich Lemmel: Lampl/Lämpel aus Bruck an der Mur. Im Internet unter http://geneal.lemmel.at/Br.html

24   Die Matrikel der Univ. Wien Bd.2, Böhlhaus 1967: "Georgius Lämpel de Pruckh super Muram" 1609, "Christophorus Lempl ex Pruck" 1516. Der etwa um 1460 geborene Vater dieser beiden Studenten muss also in Bruck gelebt haben. Sein Vorname dürfte Georg sein, denn ein etwa um 1460 geborener Georg Lämpel, Vater des Christoph Lämpel, wird in einer alten Ahnentafel genannt: Damian Hartard von und zu Hattenstein: Die Hoheit des Teutschen Adels. Fulda 1740. Bd.2 Anhang S.4: Ahnentafel von Bernerdin, leider ohne Angabe von Quellen und Lebensdaten. 
  
25   Siebmacher, Wappenbuch Band 31 Band IV.4.I Tafel 134 S.260:  Lampl, Niederösterreichischer Ständischer Adel.

26   Siebmacher, Wappenbuch, Abteilung VI,1 Band 54 Nürnberg 1884 Tafel 46, S.48: "Leml", Abgestorbener bayrischer Adel. -  Ähnlich auch Band 42, Nürnberg 1857, Bürgerliche Geschlechter Bd.V Tafel 32: "Lemmlein".

27  Steierm. Landesarchiv Graz, Bündel: Finanzprokuratur, Lehensakten Lampl 1552-1553, darin der Adelsbrief Lampl vom 13.1.1553 mit Beschreibung des alten und des neuen Wappens. - Kopie 1975.

28   Laut Wissgrill kaufte Christoph Lampl die Fronsburg bei Hardegg 1569. Laut Mitteilung 1978 von Dr. Johannes Gründler, Wirkl. Hofrat der NÖ Landesregierung, kaufte er die Burg schon vor 1560 von der Witwe nach Ulrich von Eitzing, aber der Kaufvertrag wurde erst 1569 ausgefertigt.

29   Das Grabmal von Christoph Lampl in der Pfarrkirche Hardegg, Internet 2015.

30   Hofkammerregistratur 42 a im Haus-, Hof- u. Staatsarchiv unter "steierm. Statthaltereiarchiv". - Viktor Thiel: Regesten zur Gesch. der Beamtenschaft unter Erzherzog Karl von Inneröst. 1564-1590; Nr.894. -  Mtlg Dr. Grete Mecenseffy 1978.

31   Öst. Staatsarchiv, Wappenbrief für Gabriel Lambl, Prag 18.1.1577.  -   Siebmacher, Wappenbuch Bd.45, Bürgerliche 4, 1890 Bd.V,4.

31a  Hermann Hermann: Genealogie und Heraldik bürgerlicher Familien Österreich-Ungarns, Wien 1899, S.197.

32  Siebmacher, Wappenbuch Band 31 Band IV.4.I Tafel 134 S.260:  Lampl, Niederösterreichischer Ständischer Adel.

33   Robert Baravalle: Steirische Burgen und Schlösser, 2.Band Seite 560ff. - Der selbe: Burgen und Schlösser der Steiermark, 1961, Seiten 581f. - Mtlg L. Farnleitner, Weiz, 1971

34   Quellen zur Geschichte der Stadt Wien 1454 Band II/2 S.363,365; 1461 Band III/2 Anh.5 S.153.

35   Wien 1561: Adelsstand für die Brüder Georg und Andreas Lämpel. - Karl Friedrich v.Frank 3.Band 1972. -  
Verwaltungsarchiv Wien; Größeres Registerbuch über Erhebungen in den Adelsstand; Wappenbriefe; die Beschreibung des Wappens habe ich nicht entziffert.

36   Siebmacher, Wappenbuch Band 3 Seite 79, Steyermärkische Geschlechter.

37   Internet 2015: Bürgermeister-Chronik Bruck/Mur.

38   Franz X. Reitterer, Beiträge zu einer Gesch. der Stadt und des Bez. Friedberg in Steiermark, Budweis 1931/32, Bd.2 S.30.

39   Steiermärkisches Landesarchiv Graz, Allgemeine Urkundenreihe, Urk. v. 26.12.1557.

40  
Staatsarchiv Dresden, Landsteuerregister für das Amt Altenberg Nr.343 Bl.269, Nr.373 Bl.461.

41   Matrikel Univ. Leipzig 1569. - Willy Richter: Die Matrikel der Kreuzschule Dresden Teil I, Geneal. u. Landesgesch. Bd.17, Neustadt/Aisch 1967. - Paul Hermann Kreyssig, Otto Eduard Wilsdorf: Album der evangelisch-lutherischen Geistlichen im Königreich Sachsen, 2.Aufl., Krimmitschau 1898, S.661.

42   Stadtbücherei Wien, Schreibmaschine "Linzer Regesten", A II S.253 Regest 785.  - F.Selle: Eine Bekenntnisschrift der Stadt Speyer vom Jahre 1597, im Jahrbuch der Ges. f. d. Gesch. des Protestantismus in Öst. Bd.25 1904 S.165ff. -  Andreas Moller Pagauus: Theatrum Freibergense Chronicum, Freiberg 1653, Teil 1 Cap.4 Seite 254. - Reinhold Grünberg: Sächsisches Pfarrerbuch, Freiberg 1939/1940.

43   
Claus Lempelius: Stammtafel Lempelius 1970, private Mitteilung.