N-23/a zur Stammtafel N N-23/a

Hermann Lemmel/Lemlein n674 – in Nürnberg, Lehen bei Haßfurt


wahrscheinlich Vater: N-22/a Chunrad Lembelin n673

(* etwa ?1280), † vor 1336

1304 "H.Lemlein" im Holzschuherbuch, 1319 Hermannus Lemmel bei Haßfurt belehnt. 1331 "der Lemler" in Nürnberg.

∞ um 1305/10 mit Irmel (Holzschuher) n603

(* etwa ?1280/1285), † nach 1363

1335-1363 Irmel Lemblinne in Nürnberg. 1360 reiche Stiftung an den Andreasaltar der Nürnberger Lorenzkirche.

ihre Eltern: Friedrich Holzschuher H012, (* etwa ?1250), † 20.3.1339 begraben in der Katharinenkapelle des Klosters Ebrach
Erwähnt ab 1270. 1303,1314 Schöffe in Nürnberg. Seine Toch- ter ist wahrsch. Irmel, die ab 1335 als verwitwete Lemlein in Nürnberg lebt. Siehe Holz-22/b (Er ∞2) (etwa ?1290/1300) mit Jutta Graf N523, (* etwa ?1260)
1308 und 1318 als Ehefrau des Friedrich Holzschuher erwähnt. Schwester von Conrad Graf (urkundlich 1287-1308); ihr Vater wohl der Schöffe Hermann Comes (urkundlich 1255, 1258).); ∞ (etwa ?1275) mit Jutta Stromer H023, (* etwa ?1255/1260)
Siehe Stro-23/a.

Kinder:

sicher:

1. Fritz Lemlein, (* etwa ?1305/1310) - Genannter und Kaufmann in Nürnberg, siehe N-24/b

2. Saiz Lemlein, (* etwa ?1310) - in Nürnberg und Traunfeld, siehe N-24/d

3. Heinrich Lemlein, (* etwa ?1310/1315) - in Nürnberg, dann Vikar in Ansbach, siehe N-24/e

4. Ellein Lemlein n594, (* etwa ?1305/1315)
1331 Ellein des Lemlers Tochter und Irmel ir swester und Ges ir swester.

5. Irmel Lemlein n595, (* etwa ?1305/1315)

6. Ges Lemlein n596, (* etwa ?1305/1315)

vielleicht:

7. H. Lemlein, (* etwa ?1315) - Meister in Nürnberg, siehe N-24/h

Regesten:

 •  Diskussion und Begründung siehe Hans-Dietrich Lemmel: Nürnberger Lemlein im 14.Jahrhundert, in: Bl.f.dt.Landesgesch. Bd.120 (1984) S.329-370.

Zusammenfassung:

 •  1304/1307 "H.Lemlein" bzw. "Lemlin" im Handlungsbuch der Nürnberger Holzschuher. Er handelt mit einem in der Kürschnerei verwendeten Farbstoff.

 •  1319 Hermannus Lemmel bei Haßfurt belehnt.

 •  1331 "des Lemlers" Töchter: Ellein, Irmel, Ges.

 •  1335/37 wird (seine Witwe) Irmela Lemmelin von Nürnberg mit ihren Söhnen Fritzlinus und Sitzlinus in Büschelbach (Malmersdorf) bei Heilsbronn belehnt. - Dieser Eintrag steht im gleichen Würzburger Lehenbuch wie der von 1319.

 •  1337 kauft Frau Irmel die Lemlinne von Heinrich v.Stein dessen Hof zu Solern (Solar bei Hilpoltstein).

 •  1337 wird Heinrich, der Lemblinne Sohn, für ein Jahr aus Nürnberg verbannt.

 •  1341 verleiht Irmel die Lemblinne, Bürgerin zu Nürnberg, ihr Gut zu Schweinau, das sie von Marquart Stör gekauft hatte, an die Familie Fridel. Laut Urkundentext siegelt Irmel die Urkunde. Tatsächlich ist das Siegel jedoch das von (ihrem Sohn) Seifridus Lemlinus. (Daß sie dieses Gut ihren Kindern Kunigunde, Konrad, Fritz und Hermann vererbt habe, ist eine falsche Deutung dieser Urkunde durch Herbert E. Lemmel.) Ein Teil der Abgaben dieses Gutes geht an Irmels "Herren den Domprobst zu Bamberg".

→ Dieses Gut zu Schweinau gehörte 1318 Paul und Heinrich Weigel. Deren Schwester war mit Conrad Stromer verheiratet, dem Großvater der Irmel Lemlein geb. Holzschuher.

 •  1343 verkaufen Frau Irmel die Lemlinn und ihr Sohn Saiz ihr Gut zu Trawenfelt an Herman Maurer. (Traunfeld nördlich von Neumarkt)

 •  1348 kauft Frau Irmgart die Lemblinne in Nürnberg einen Garten vom Nürnberger Hof des Klosters Heilsbronn. Dieser Heilsbronner Hof lag an der Nordseite der Lorenzkirche.

 •  1360: Stiftung der Frau Irmel Lemlinn auf dem St.Andreas-Altar der Lorenzkirche in Nürnberg.

 •  1363: Frau Irmel die alt Lemlin hat ihr Gütlein zu Pahres (bei Neustadt an der Aisch) für ihren Jahrtag gestiftet.

 •  Sie besitzt "ein halb Eigen" in Nachbarschaft des Carmeliterkonvents "am Laubendorfer" in Nürnberg, das sie an den Sohn Fritz vererbt, der es 1365 verkauft. [s. Regest bei Fritz]

 •  Als Kinder der Irmel sind somit Fritz, Seitz, Heinrich und 3 Töchter urkundlich belegt. Ein weiterer Sohn könnte der Nürnberger Meister "H.Lemlein" sein.

 •  In Korrektur zu früheren Darstellungen ist ein Sohn namens Conrad nicht belegt. Weder Conrad Lemlein in Bamberg noch Chunrad Lemblin in Neumarkt sind Söhne von Irmel; sie sind wahrscheinlich Neffen ihres Mannes. (HDL)
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Ausführlich:

 •  Handlungsbuch der Holzschuher, unter "Kunden aus der Stadt Nürnberg"

 •  Ziffer 1760 (Datiert 1304): H. Lemlein: 11 sol. Brev. ante Tenzelinnam. Item persolvit 44 Babenbergensis.

 •  Ziffer 2041: Item Piderolf et Lemlin: II sol. long. et 6 hall, pro 2 albo pelicium. ("Album" = weißer Farbstoff, der in der Kürschnerei verwendet wird: "pelicium" = Fell, Pelz. - HDL)
[Anton Chroust und Hans Proesler: Das Handlungsbuch der Holzschuher in Nürnberg von 1304-1307. In: Gesellschaft für fränk. Gesch., 10. Reihe, Bd.1, Erlangen 1934. - Vergl. Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.85 und 99.]
[Vergl.: Charlotte Scheffler-Erhard: Alt-Nürnberger Namenbuch, in: N'bger F'gen Bd.5 Nbg.1959 S.207. - Vergl.: Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.27; "Heiratskreis" S.86.]

→ Herbert E. Lemmel deutete "H." Lemlein zunächst als Abkürzung eines Vornamens, widerrief dies aber in "Kontinuität", wo er "H." als Abkürzung von "Herr" deutete. Das halte ich für falsch. Der Titel Herr gebührt zu dieser Zeit Ratsherren oder Schöffen, und als solcher ist zu dieser Zeit kein Lemlein nachzuweisen. Laut H.v.Haller sind die Ratsherren zu dieser Zeit hinreichend bekannt. "H." muß also als Abkürzung des Vornamens gedeutet werden. (HDL) - Dann aber behauptet H.E.L. [Bl.f.dt.Landesgesch.121(1985): Bei dem "H" des ersten Eintrags handelt es sich um den Anfangsbuchstaben eines Eigen-Namens, der auf keinen Fall Hermann ist. Dieser Name wird in diesen Geschäftspapieren (wohl) grundsätzlich ausgeschrieben." So ein Unsinn! (HDL). Jetzt hält er H.Lemlin für einen Helmbold Lemblein in Meiningen laut [Kontinuität S.98], wo er aber Lohelin heißt.

→ Zu Tenzel: Wenn H. Lemlein für die Tenzelinna bürgt, dürfte sie eine nahe Verwandte sein, vielleicht seine Schwester. 1311 leben mehrere Tenzel in Nürnberg. [Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.85.]

→ Zu Piderolf: Ein Bitterolf ist 1339 Schöffe in Meiningen ["Kontinuität" S.99]. Halbwegs zwischen Nürnberg und Meiningen liegt Haßfurt, wo Hermann Lemmel 1319 belehnt wird.

 •  1319: Item Hermannus Lemmel r(ecepi)t 6 agros p(ro)pe Hasefurte.

 •  Nach der chronologischen Übersicht über die Einträge ist für diesen Eintrag 1319 anzunehmen.


[Hermann Hoffmann: Das älteste Lehenbuch Würzburg, Teil 1, S.156 Nr.1487. - Fotokopie vom StsA Würzburg, GL 1980]

 •  28.9.1331 verkaufen "ellein des Lemlers tochter und Irmel ir swester und Ges ir swester" an Chunrad den Chunig das Erbe aus dem Gut zu Sechendorf, das das Eigen von Hainrich Füerer, Bürger zu Nürnberg, ist.


[Stadtarchiv Nürnberg, Urk. 1331 Sept.28. Fotokopie durch Dr. Beyerstedt 1993]

 •  Um 1336: Irmela Lemmelin de Nur(nberg) et cum ea Fritzlinus et Sitzlinus nati eius r(eceperunt) unum feudum in Bischofspach p(ro)pe "Haulsprme". - Randnotiz: Nach Lemler.


[Staatsarchiv Würzburg, Würzburger Lehenbuch, Sign.1 Bl.214'. - Fotokopie durch Gerhard Lemmel 1980.]
[Vgl. Hermann Hoffmann: Das älteste Lehenbuch des Hochstiftes Würzburg, Erster Teilband, Würzburg 1972, S.358 Nr.3539. - Nach der chronologischen Übersicht S.18 muss dieser Eintrag zwischen 1335 und 1337 datiert werden. - Hoffmann nennt "Lemmelerin", was eine falsche Bildung aus "Lemler" und "Lemmelin" ist.]
[Vergl. Franz Hüttner: Das Lehenbuch des Wbger Bischofs Gottfried III. v.Hohenlohe (1317-1322), Berlin 1901, Bd.9 d. F'gen zur Gesch. Bayerns, S.90 Nr.393.]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.22f; "Kontinuität" S.80, 102 (hier bei den Quellenangaben die Fußnoten 311 u. 312 vertauscht) u. S. 226,229,233.]

→ Im gleichen Lehenbuch um 1336 Irmela Lemmelin "nach Lemler", die seine Witwe sein dürfte.

→ Hiernach ist Irmela Lemmelin die Witwe des verstorbenen Lemler, der offenbar zuvor dieses Lehen hatte, und zwar bereits vor 1303, dem Beginn dieses Lehenbuches. Er dürfte derselbe sein, der 1319 für einen anderen Besitz in diesem Lehenbuch genannt ist.

→ Das Lehen ist in Büschelbach Gemeinde Malmersdorf bei Heilsbronn.
[Internet 2011. Datenbank Unterfranken, unter "lemmelerin"]


 •  Die Lemblein unter den Oberpfälzer Adelsgeschlechtern 1337-1352 in Solar, Gericht Hilpoltstein.
[Joseph Plass: Der Oberpfälzer Adel, Donauwörth 1880, Bd.II Heft 1]

 •  Das Schloss Solar 1337-1352 im Besitz der Lemblin.
[Willi Stengl, in: Chronik Solar Grauwinkl Auhof, 2002]

→ Die Lemblein sind hier kaum zu den Adelsgeschlechtern zu rechnen, und sie besaßen in Solar wohl nicht das Schloss sondern nur einen Hof (HDL). Siehe folgende Regesten.

 •  26.7.1337 bestätigen Rapot von Kulsheim, der Schultheiß und die Schöppen der Stadt Nürnberg, daß Frau Irmel die Lemlinne von Heinrych von Stein dessen Hof zu Solern als rechtes Eigen gekauft hat. Zeugen: Herr Heinrich Geusmid, Herr Albrecht Snugenhofer, Herr Fritz Holzschuher.
[Bay.HStA München, Urk. KU Seligenporten 1337 VI 26. Fotokopie durch Herrn Leidel 1983]
[Vgl. Regesta sive Rerum Boicarum Autographa Bd.7 München 1838 S.188]
[Vgl. Wilhelm Frhr v.Imhoff: Genealogisches Handbuch der zur Zeit lebenden rats- und gerichtsfähigen Familien der vormaligen Reichsstadt Nürnberg, 9.Forts., Nürnberg 1900 S.256]
[Vgl. VHVO Bd.19/20 1860/1861 Seite 123]

 •  Derselbe Vorgang: Pfinztag nach Johann Baptist 1337: Gerichtsbrief wegen eines Hofes zu Solar, so "Jeremias Lemblein" (das ist eindeutig ein Lesfehler dessen, der dies Urkundenverzeichnis anlegte: "Jeremias" statt "Irmel" oder "Frau Irmel" - HDL) von Heinrich v.Stein erkauft, gibt Gült jährlichen 40 Mez Khorn, 40 Mez Haber, 6 Schilling Heller, 30 Khäs und 5 Hühner.
[StsA Amberg, Klosterurkunden 1217/1 unter Nr.14. - Fotokopie durch I.Höfler-Lemmel 1989. - Die in demselben Verzeichnis genannten Urkunden datieren zwischen 1240 und 1500, so daß das Verzeichnis jedenfalls noch nach 1500 geführt wurde.]

 •  Lemblein, Rang: Adel, 1337-1352 in Solar, Gericht Hilpoltstein.
[J.Plaß: Der oberpfälzische Adel. In: Festgaben zum Wittelsbacher-Jubiläum Bd.1 Heft 1, Donauwörth 1880]
[Vgl. Franz Buchner: Burgen und Burgställe des Eichstätter Bistums. In: Sammelblätter des Hist. Vereins Eichstätt Bd.34, 1919, S.40]

→ Für die hier genannte Jahreszahl 1352 ist mir eine Lemlein-Urkunde in Solar bisher nicht bekannt (HDL).

→ Solar liegt 30 km südlich von Nürnberg, 20 km südwestlich von Neumarkt.

 •  27.6.1337 wird dem Mangolt und Heinrich, der Lemblinne sun, diu stat verpoten ain jar fünf meile hindan bei einer hant an dem freytage nach sunwenten. - Zwei Einträge vorher: Örtel dem Reichpolt sind die leitheuser ein Jahr verboten... "Daz gehorte noch der Lemblinne sun."
[Werner Schultheiß: Die Acht-, Verbots- und Fehdebücher Nürnbergs 1285-1400. Qu.u.F'gen zur Gesch.d.Stadt Nürnberg, Bd.2, Nürnberg 1960. S.55 Regest 532 aus dem 1.Achtbuch 1285-1337, u. S.57 Regest 550 (und 548) aus dem städt. Verbotsbuch 1337-1345. - Staatsarchiv Nürnberg Repertorium 52 b.]
[Vergl. Charlotte Scheffler-Erhard: Alt-Nürnberger Namenbuch, in: Nürnberger Forschungen, Bd.5, Nürnberg 1959, S.207.]

→ Offenbar ist nur Heinrich als 'der Lemblinne sun' anzusehen, und Mangolt ist der Kumpan. (Vergl. Herbert E. Lemmel, 'Kontinuität' S.233, wo darauf hingewiesen wird, daß die Mangold in Büschelbach bei Ansbach ansässig waren, wo auch Frau Irmel ein würzburgisches Lehen innehat.)

 •  18.10.1341: Irmel die Lemblinne, Bürgerin zu Nürnberg, bestätigt, daß sie ihr Gut zu Sweinowe (= Schweinau, jetzt Nürnberg), das sie von Marquart den Stören gekauft hatte, und auf dem Chunr. der Fridel gesessen hatte, verleiht an Kunegunde des vorgenanten Chunr. Fridels seligen Witibe, und Herman dem Fridel iren Sun, und ihren Erben. Folgt Aufzählung der Abgaben. Ein Teil der Abgaben geht an "minen (= Irmels) Herren den Domprobst zu Bamberg". Zeugen: die ehrsamen Mannen Herr Albrecht Snevenhover und Herr Fridrich der Holtzschuher, die geschworenen Bürger der Stadt Nürnberg. "Dez zu einem waren Urkunde gibe ich in disen Brief versigelten mit mine Insigel daz daran hanget." (Tatsächlich hängt nicht Irmels Siegel dran sondern das ihres Sohnes Seifrid. Das Siegel zeigt nicht das Lemlein'sche Lamm-Wappen sondern einen Wolf!)
[Stadtarchiv Nürnberg, Urkunde vom 18.10.1341. - Fotokopie und Transkription durch Gerhard Lemmel 1986. - Die Urkunde befand sich zuvor im Bay.H.St.A. München, von wo sie an das Stadtarchiv Nürnberg abgegeben wurde; lt Mtlg Dr.Leidel, BHStA.]

 •  18.10.1341: diese Urk. im Stadtarchiv.

 •  28.5.1330: Marquart Stör und seine Wirtin Frau Jutta verleihen ihr Gut zu Schweinau, auf dem Conrad Friedel und seine Wirtin Kunigund sitzen, an den Bamberger Dompropst. Marquart Stör hatte das Gut zuvor vom Münzmeister Bertholt Vorchtel gekauft.
[StadtA Nbg online]

→ Dieses Gut zu Schweinau gehörte 1318 Paul und Heinrich Weigel.«══

→ Diese Urkunde wurde von Herbert E. Lemmel mehrfach falsch zitiert [101. BHVB 1965 S.30; Genet.Kontinuität d.Mittelalt.Adels, Neustadt/Aisch 1980, S.226 u. 231] Dort werden die in der Urkunde genannten Konrad, Fridel, Kunegunde und Hermann als Kinder der Irmel Lemblinne angesehen, was eine ganz und gar irrige Deutung ist. - Leider bekam ich die Fotokopie dieser Urkunde nicht rechtzeitig, so daß ich Herbert E. Lemmels falsche Deutung auch übernahm in: H.D.Lemmel, Nürnberger Lemlein im 14.Jh., Bl.f.dt.Landesgesch. Bd.120, 1984, S.329-370, Fußnote 38.

→ Zu Marquart Stör: Ein Ulrich Stör ist 1329 Bürger in Augsburg. [Mon.Boica Bd.53, München 1912, S.326, Urk.589]

 •  1343 verkaufen Frau Irmel die Lemlinn und Seitz ihr Sohn ihr Gut zu Trawenfelt an Hermann Maurer. Zeugen sind die ehrsamen Mannen Herr Albrecht Snugenhofer, Herr Cunr' Loterpekken und Herr Fritz Holtzschuher.
[Bay.HStsA München, Urk. Nürnberg Reichsstadt Nr.635, Fotokopie durch Hrn Leidel 1983.]
[Vgl. Wilhelm Frhr v.Imhoff: Geneal.Handbuch der z.Zt.lebenden rats- und gerichtsfähigen Familien der vorm. Reichsstadt Nbg, 9.Forts. Nbg 1900 S.256. - Vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.30, "Kontinuität" S.226.]

 •  1348 ist Frau Irmgart die Lemblinne Nachbarin der alten Burggräfin Margarethe von Kärnten, Friedrichs des IV. Witwe und Mutter der Burggrafen Johann und Albrecht (siehe ausführliches Regest). Niklas Lemlein zu Prag lieh der Burggräfin 150 Gulden; nach ihrem Tod verspricht Burggraf Friedrich im Jahre 1411, diese Schuld zurückzuzahlen. - Dies ist eine der wenigen Beziehungen des Prager Lemlein-Zweiges zu Nürnberg. Der Prager Niklas Lemlein dürfte ein Neffe zweiten Grades von Irmgart Lemleins Mann sein. (HDL)

→ Marg. v.Kärnten, auch Marg.Görz, †1348, nach 26.9. Sie war Nichte und Eventual-Erbin von Hzg Heinrich VI v.Kärnten, Exkönig von Böhmen, und hatte 1307 den Burggrafen Friedrich von Nürnberg geheiratet.

 •  27.9.1348: Das Kloster Heilsbronn stellt für die ehrbare Frau Irmgart die Lemblinne, Bürgerin zu Nürnberg, einen Brief aus. Demnach hat Irmgart dem Kloster von seinem Hof in Nürnberg eine 40 Schuh grosse Gartenfläche abgekauft um 70 Pfund und ein jährliches Eigengeld von 2 Pfund Heller. Der Garten liegt in Nürnberg zwischen dem Heilsbronner Hof und "irm hause", das heisst dem Hause der Irmgart Lemblinne. Irmgart erwarb von diesem Garten ein an ihr Haus grenzendes Stück und darf für sich und ihre Erben und Nachkommen darauf ein Haus bauen und darin wohnen. Bei einem Weiterverkauf hat das Kloster Vorkaufsrecht. - In dem Heilsbronner Hof wohnt derzeit die alte Burggräfin Margarethe von Kärnten, Friedrichs des IV. Witwe und Mutter der Burggrafen Johann und Albrecht. An dieser Stelle steht 1873 das königliche Bankgebäude [Lochner].

 •  29.10.1348 zeigt Irmgart die Lemblinn diesen Brief dem Schultheiss Heinrich vom Berg und dem Schöffengericht der Stadt Nürnberg vor, die ihn in einem Gerichtsbrief, in dem der vorige Brief wörtlich wiedergegeben wird, bestätigen. Zeugen sind die Schöffen Leutfrid Tröster, Hermann Maurer, Rudel Gayspart.
[Wortlaut abgedruckt bei Georg Wolfgang Karl Lochner: Geschichte der Reichsstadt Nürnberg zur Zeit Kaiser Karls IV, Berlin 1873.]
[Vgl. Georg Muck: Geschichte des Klosters Heilsbronn, Nördlingen 1879/80 Bd.2 S.251]
[vgl. Alexander Schubert: Zwischen Zunftkampf und Thronstreit, Nürnberg im Aufstand 1348/1348, Bamberg 2008, Seite 55]
[Vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.30: HStA München, Brandenburg-Ansbach Urk.581a]

 •  26.1.1352 Andreasaltar zu Sankt Lorenz in Nürnberg: Gutskauf für die Vikarie; gestiftet von der Nürnberger Bürgerin Irmelgard genannt Lemlein.

 •  19.3.1360 von Bischof Leupold bestätigt.
[Erich Guttenberg und Alfred Windehorst: Germania sacra II.Abt. Bd.1, Berlin 1966, S.296. Dort als Quellen angegeben: Bay. HStA München, Reichsstadt Nürnberg Urk. 817 u. 1053. - Stadtarchiv Nürnberg Cod.man.138 Bl.9.]

→ Zu den Quellen: Die Urk. 817 von 1352 besagt: Heinrich Loterpegk hat seinen halben Hof zu Bischofsperch an Hermann Kezzeler, Pfleger von St. Lorenz, zugunsten des Andreasaltars verkauft. Von Irmel Lemlein ist hier nicht die Rede. - Die Urk. 1053 siehe folgendes Regest. - Die Urk. aus dem Stadtarchiv Nürnberg müsste noch eingesehen werden.

 •  13.5.1354: Conrad Groß als Schultheiss und die Schöffen der Stadt Nürnberg erteilen dem Weibler des Klosters Heilsbronn und Meister dessen Hofes in Nürnberg einen Gerichtsbrief darüber, dass sich Irmel zur Einhaltung der Bestimmungen verpflichtet habe, die in der Urkunde vom 27.9.1348 enthalten sind.
[Bay.HStA München, Brandenburg-Ansbach Urk.619; siehe Fotokopie.]
[Vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.31]

 •  10.6.1360: Pfarrer Albert zu St.Sebald und Pfarrer Walther zu St.Lorenz erklären, daß dem Herrn Hainrich von St.Matern die Pfrünt verliehen wurde, die Fraw Irmel Lemlinn auf dem St.Andreas-Altar der Pfarrkirche St.Lorenz gestiftet hatte. Die Pfarrer bekennen, daß sie und Ihre Nachfolger kein Recht an der Verleihung dieser Pfründe sondern Fraw Irmel Lemlinn, solange sie lebt. Nach ihrem Tod sollen die Burger vom Rat die Pfründe verleihen.
[Bay.HStsA München, Urk. Nürnberg Reichsstadt Nr.1053, Fotokopie 1983 durch Hrn Leidel. - Vgl. Looshorn Bd.III S.734. - Vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.31]

→ Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.226 u.233, identifiziert den hier genannten Priester Herrn Hainrich von St.Matern mit dem Vikar Heinrich Lemlein in der Vikarei St.Martin des St.Gumbert-Stiftes in Ansbach. Dem kann ich nicht zustimmen (HDL).

 •  1360, Andreas-Altar in Nürnberg: eine Pfründe gestiftet von Irmelgart Lemblein. = Hl.Kreuz-Altar in der Lorenzkirche. Diese Stiftung wurde vom Bischof Leupold zu Bamberg bestätigt.
[StadtA Nürnberg: Rep. 27/1 I. Pfaffenpfründen. Fol. 95/185 Landalmosenamts-Bändchen (2001-2008). Cod.man. 138/9 b. - Rep. 74 Nr.239 Kleinsendelbach (20.4.1504), Nr. 266 Vikarie Hl.Kreuzaltar (1.4.1517). - Rep. 83a Handbuch der PfaffenPfründen (1526, 1539-1811), 22 Bände. - Laut: Übersicht über die Bestände des Land-Almosenamtes im landeskirchlichen Archiv Nürnberg. In: Mtlgn d.Vereins f.Gesch.d.St.Nürnberg Bd.47 Nbg 1956 S.182. - Vgl. auch Hanns Hubert Hofmann: Die Pfaffenpfründen..., MVGN Bd.42 1951 S.155]
[Vgl. Imhoff, Geneal. Handbuch, wie oben unter 1337. - Vgl. Johannes Müller: Die Annalen der Reichsstadt Nürnberg von 1623. In: Quellen zur Gesch. u. Kultur der Stadt Nürnberg Bd.8 Nbg 1972 S.51. - Vgl. Johann Müllers Ratsschreibers Annalen... 1.Teil bis zum Jahre 1350 (ein weiterer Teil existiert nicht, laut Staatl. Bibliothek Ansbach), Nbg 1836 S.244.]

 •  11.12.1363 bestätigt der Vicarier Gerart des St.Andreasaltares in St.Lorenz mit den Zeugen Hartwig Volkmeyr d.Ä. und Rüdiger Andres, daß "Frawe Irmel die alt Lemlin" ihr Gütlein zu Berys (= Pahres bei Neustadt/Aisch), das ihr Eigen ist, als ewige Pfründe gestiftet habe. Es ist dafür ihr Jahrtag zu begehen, des Nachts mit langer Vigilie und des morgens mit Seelmesse.
[HStsA München, Reichsstadt Nürnberg Urk.1153. Fotokopie durch Hrn Leidel 1983. - Vgl. Looshorn Bd.III S.734, laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.31.]

 •  1479 kommt es bei dieser Pfründe zu Unregelmäßigkeiten, die vom Papst beigelegt werden.

 •  Notariatsinstrument des Johannes Polrauß: Abt Johannes des St.Ägidienklosters zu Nürnberg legt gemäß (inseriertem) päpstlichen Auftrag vom 1.3.1479 die zwischen
Bürgermeistern und Rat der Stadt einerseits
und Conrad Crauß, Vikarius am St.Andreasaltar der Pfarrkirche des hl. Lorenz anderseits
entstandene Streitigkeiten bei, indem er letzteren verpflichtet, alle ihm gemäß Stiftung und Ordnung seines Benefiziums zukommenden Obliegenheiten genau zu erfüllen und insbesondere die von Irmelgard Lemlein und einer Frau, genannt Halbwegin, gestifteten Jahrtage zu halten. - Zeugen: Konrad Rußner und Johann Raichel, Kleriker der Bamberger und Eichstätter Diözese.
[StA Nbg Rst.Nbg., Ratskanzlei, B-Laden, Urk.58. - Online 2017]

 •  Die Pfründe des Andreasaltars, gestiftet 1360 von Irmelgard Lemblein, gelangte 1547 an das Landalmosenamt. Die Pfründe besass:
- in Barthelmesaurach LK Schwabach 1 Gut mit Erbschenke;
- in Bischberg (Bischoffsberg ob d.Gnadenberg LK Neumarkt/OPf) 1 Gut; (*)
- in Heindlhof (zum Haynleinshof) LK Hilpoltstein 1 kl. Hof;
- in Heuberg LK Hilpoltstein 1 Gut;
- in Kleinsendelbach LK Forchheim 1 Gut;
- in Nürnberg 1 Haus in der Breitengasse und 6 fl.;
- in Oberbüchlein LK Schwabach 1 Gut;
- in Pahres LK Neustadt/Aisch 1 Gut;
- in Pyras LK Hilpoltstein 1 Gütl und Flgrst;
- in Rothaurach LK Schwabach 1 öder Hof (= 2 Höfe);
- in Wallesau LK Schwabach 1 Gut.
Zusammen 94 1/2 Morgen und 100 Beete Feld; 2 1/2 Morgen Holz; 15 Morgen Feld und Holz; 10 1/4 Tagwerk Wiese. Der Ertrag war: 18 1/2 Simra Korn; 1/2 Simra Hafer; 24 Metzen Korn und Hafer; 19 1/2 Herbsthühner; 11 Fastnachtshennen; 102 Käse; 400 Eier; 1 Weihnachtsweck; 1/2 Gans; 15 Raisten Flachs; rund 30 fl.
[Hanns Hubert Hofmann: Die Pfaffenpfründen im Landalmosenamt zu Nürnberg 1540-1550. In: MVGN Bd.42, Nürnberg 1951, S.155.]
[Johann Winkler: Der Güterbesitz der Nürnberger Stiftungen (Kirchen) unter der Verwaltung des Landalmosenamtes im 16.Jh. In: MVGN Bd.47, Nürnberg 1956, S.182.]

→ (*) Statt Bischberg muss es wohl richtig Büschelbach bei Heilsbronn sein, wie aus früheren Regesten ersichtlich. (HDL)

Fehlerhinweise:

 •  Herbert E. Lemmel ["Herkunft" S.22] nennt "Hermann den Lemblin" 1331 in Bamberg. Das ist ein Falschzitat: 1331 ist ein Lemblin ohne Vorname genannt.

 •  Herbert E. Lemmel ["Herkunft" S.23 u. "Kontinuität" S.102] identifiziert Hermann Lemmel mit Hermann Lampert, 1331 nobilis vir. Dafür gibt es keine Begründung. Die an diesem Beispiel "belegte" Entwicklung des Familiennamens von Lampert über Lemblin zu Lemmel ist daher ganz und gar irrig.

 •  Freilich gibt es 1383 "Hermann Lamprecht gesessen zu Hasfurt" [Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.24], von dem ich aber keine Beziehung zu den 6 Haßfurter Äckern des Hermannus Lemmel von 1319 zu erkennen vermag (HDL).

 •  Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.229, gibt einen weiteren Sohn an: Johann Lewlin, der 1338 als consul in einem Vertrag zwischen Kuttenberg und Prag erwähnt ist. Dass Johann Lewlin ein Lemlein sein soll, ist unbegründet und nicht akzeptabel (HDL).

Regesten zu Irmel (Holzschuher):

 •  Zu den Eltern von Irmel Lemblin:
Herbert E. Lemmel ["Herkunft" S.32f Fußnote 73 und "Heiratskreis" S.85 Tafel 5] gibt Argumente dafür, daß Irmel Lemblin eine geborene Holzschuher ist, und zwar eine Tochter von Friedrich Holzschuher und seiner Frau (Jutta?) Stromer, Tochter von Conrad Stromer und (Kunigunde?) Esler.

→ Obgleich einige von H.E.Lemmels Argumenten wegen seiner irrigen Gleichsetzung der Familien Lampert und Lemlein unrichtig sind, gibt es doch gute Argumente für die Richtigkeit dieser Zuordnung, die zwar keineswegs als "gesichert" (H.E.L.) aber doch als wahrscheinlich angesehen werden kann (HDL). Dafür sprechen etliche Urkunden, in denen Lemlein und Holzschuher für einander als Zeuge auftreten sowie die typischen Holzschuher-Vornamen (Fritz, Saiz, Heinrich) der Irmel-Söhne. Vergl. Hans-Dietrich Lemmel: Nürnberger Lemlein im 14. Jh., Bl. f. dt. Landesgesch. 1984.


2017 9 9