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Fritz Lemlein n601 – Genannter und Kaufmann in Nürnberg


Eltern: N-23/a Hermann Lemmel/Lemlein n674, Irmel (Holzschuher) n603

(* etwa ?1305/1310), † nach 1383

Genannter und Kaufmann in Nürnberg, erwähnt 1335-1383. 1379/1383 wird ihm die Veste Wolfstein bei Neumarkt ver- pfändet.

∞ (etwa ?1335/1340) mit Kathrein .... n600

(* etwa ?1310)

1376 Kathrein, 1379 Katherin.

Kinder:

vielleicht:

1. Chunrat Laembel, (* etwa ?1340) - in Eger, siehe N-25/a

wahrscheinlich:

2. Friedereich, (* etwa ?1345) - Vikar in Ansbach, siehe N-25/b

sicher:

3. Werner, (* etwa ?1350) - Genannter in Nürnberg, siehe N-25/c

Regesten:

> Zusammenfassung:
1335 bis 1383 lebt Fritz Lemlein als wohlhabender Kaufmann in Nürnberg. Er hat verschiedene Lehen in der Nürnberger Umgebung, teils von seiner Mutter Irmel Lemlin (geb.Holzschuher) geerbt. 1357 bis 1374 Genannter des Größeren Rats in Nürnberg; wird wegen "Hurerey" aus diesem Amt entlassen. In Urkunden zusammen mit Familie Holzschuher, Peter Stromer und anderen führenden Nürnbergern. 1379-1383 verpfändet ihm die Familie v.Wolfstein die Feste Wolfstein und den Markt Allersberg für 100 Mark Silber und 1000 Mark Gold. Die Quelle seines Wohlstandes könnte der Silberbergbau bei Eger sein.

> Schreibweise des Namens:
1335/37 Fritzlinus mit seiner Mutter Irmela Lemmelin.
1346 Frid. dictus Lemmelin.
1357/59 und 1374 Friedrich Lämblein.
1363 F. Lemblein.
1365, 1375, 1376, 1378, 1383 Fritz Lemlein.
1379 Fritz Lemlin.
1392 F.lemel.

> Regesten im einzelnen:

 •  1335/37 zusammen mit seiner Mutter Irmel und dem Bruder Sitzlinus in Bischofsbach bei Heilsbronn belehnt. (Büschelbach, etwa halbwegs zwischen Heilsbronn und Ansbach.)
[Siehe ausführlich bei Mutter Irmel]

 •  1346 wird dem frid. dictus Lemmelin de Nurmberg die curia in Bischofsbach cum pertinentiis suis verliehen.
[StA Würzburg, StB 350 (Würzburger Lehenbuch Nr. 4) f.17. Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.35. - Vergl. Herbert E. Lemmel, "Kontinuität" S.229.]

 •  1352 wahrscheinlich Silberbergbau in Prösau bei Eger: ein Bergwerk, das mit einem Lamm markiert ist, gehört einem reichen Kaufmann aus Nürnberg.
[Siehe H.D.Lemmel: Die Nürnberger Lemlein des 14. Jahrhunderts.]

 •  1357 wird Friz(Friedrich) Lämblein zu einem von 67 Genannten des Größeren Rates von Nürnberg gewählt. Er "kam ab oder starb" 1380.

 •  1358 ist unter 49 Genannten kein Lemlein.

 •  1359 ist Friedrich Lämblein unter 65 Genannten angeführt; er "kam ab oder starb" 1381.

 •  1374 wird Friedrich Lämblein Hurerey halber seines Genannten-Amtes entsetzt.

 •  In den Jahren 1360-1393 werden jährlich nur etwa 9 Genannte namentlich aufgeführt, schwankend zwischen 4 und 17. Dies sind offenbar nur die neu hinzugewählten Genannten. Darunter befindet sich kein Lemlein. Erst 1394 findet sich Werner Lämblein darunter, den man als Sohn von Fritz ansehen muß.
[Johann Ferdinand Roth: Verzeichnis aller Genannten des Größeren Rats, Nürnberg 1802]

 •  1363 Neubürger in Nürnberg: C. Senftlein; fideiusserunt Heinr Gartner et F. Lemblein.
[Gerhard Hirschmann: Die Nürnberger Bürgerbücher Bd.1, Nürnberg 1974, S.74 Nr.1126. - GL 1976]

 •  1365 sind Herr Seytz Holzschuher und Herr Fritz Lemlein Zeugen eines Kaufbriefes, in dem Herr Berhtolt Holzschuher von Albrecht Holzschuher und seiner Frau Elspet einen Besitz übernimmt, den Albrecht von seinem verstorbenen Vater, Herrn Seyfried Holzschuher, geerbt hatte.
[Johann Christoph Gatter: Historia Genealogica Dominorum Holzschuherorum, Nürnberg 1755, Teil 2 S.58 Urk.53]

 •  1365 kauft das Carmelitenkloster "ein halb Eigen" in Nachbarschaft des Konvents "am Laubendorfer" gelegen, von Fritz Lemmlein, der es seinseits von seiner Mutter Irmell geerbt hatte.
[StadtA Nürnberg, Frauenbrüder Nr.2 Kopialbuch Bl.22. Laut Karl Ulrich, Das ehemalige Karmeliterkloster zu Nürnberg, MVGN 66 (1979) S.13. - Hinweis von I.Höfler-Lemmel.]

→ Eine Kopie dieser Urkunde müßte noch besorgt werden. - Derselbe Vorgang in folgendem Regest:

 •  1365 verkauft Fritz Lemlein dem Closter Carmeliten in Nürnberg die Aygenschaft auf einen Hoff zu Laubendorff. Testes: Herr Seiz Holzschuher, Fritz Ortlieb, Heinrich Jordan.

 •  1369 ist Fritz Lemlein erwähnt.

 •  1375: Fritz Lemlein ein Zeug neben Herrn Peter Stromer und Hannß Rieter.
[StsA Nürnberg, Repertorium 52a: Nürnberger Handschriften Nr.236: Des Nürnbergischen Geschlechterbuches anderer Teil 1351-1536, fol. 241-243. - Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.38 und Herbert E. Lemmel, "Heiratskreis" S.87.]

→ Laubendorf liegt bei Langenzenn im Kreis Fürth. Nach dem vorstehenden Regest ist aber nicht der Ort Laubendorf gemeint sondern eine Stelle "am Laubendorfer" in Nürnberg. Was ist richtig? (HDL)

→ Der hier genannte Peter Stromer, (ein Vetter von Fritz Lemleins Mutter Irmel geb. Holzschuher), war führender Großunternehmer und Politiker Nürnbergs sowie Ratgeber und Finanzier Kaiser Karls des IV.

 •  1375: Heinrich Gewder, Schultheiß, und die Schöffen der Stadt Nüremberg geben Herrn Peter Stromeyr einen Gerichtsbrief über das eidliche Zeugnis des Herrn Lewpolt Schurstab d.J. und Fritz Lemlein, daß ihm Conrad Stör, weiland zu Mekenloch gesessen, mit gesamter Hand seiner E. Elsbeth alle Rechte an dem Erbe, dem Gereut, den Äckern und an dem Wiesfleck zu Mekkenloch, die sie von ihm zu Erbrecht hatten, aufgab. Siegel: das Gericht.
[Archiv der Freiherren Stromer v.Reichenbach auf Burg Grünsberg, Teil 1, Urkunden, bearbeitet von Matthias Thiel, in: Bayerische Archivinventare, Bd.34, Neustadt 1972, S.28 Nr.61. - Laut Gerhard Lemmel.]

→ Im Register heißt es: Elsbeth Lemlein. Aus dem abgedruckten Regest ist nicht ersichtlich, ob die genannte Elsbeth eine Lemlein ist. - Herbert E. Lemmel [Kontinuität S.229,231 und Tafel XII] schließt aus diesem Regest, daß Peter Stromeyr mit Elsbeth Lemlein verheiratet sei und daß Elsbeth Tochter von Fritz Lemlein sei. Dieser Schluß erscheint mir nicht gerechtfertigt (HDL).

 •  10.10.1376: Sangmeister Heinrich v.Eyb stimmt mit dem Dekan Heinrich v.Seckendorff, dem Kustos Hermann v.Kalkreuth und dem Kapitel des Stiftes zu Onolzbach zu, als Friedrich Lemlein sich verpflichtet, im Rahmen eines Zinstausches an Burggraf Friedrich V. eine Gült von 6 lb.hll. zu geben, die bisher die Martinskirche aus 12 Lehen, gelegen in dem burggräflichen Dorf Struth, innehatte.
[Eberhard Frhr v.Eyb: Das reichsritterliche Geschlecht der Freiherren von Eyb; Degener 1984, S.54]

 •  7.11.1376. Heinrich Gewder, Schultheiß, und die Scheppfen der Stadt Nürnberg:
Ulrich Stümppflein kommt zum Gericht zusammen mit seinen "Salleuten" Herrn Seitzen Holtzschucher, Herrn Fritzen Ortlieb und Herrn Hermann Grozzen.
Fritz Lemlein und Kathrein seine eheliche Wirtin haben ihren Hof und die zwei Häuser, in der Prüch gelegen zunächst Conrad des Wenigheintzen Höflein, an Ulrich Stümppflein verkauft. - Gerichtssiegel.
[Stadtarchiv Nürnberg Urk. 1376 Nov. 7. - Kopie durch Dr. Beyerstedt 1993]
[vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.38, dort Vorname des Stümpflein falsch mit "Hans" angegeben; Quelle: HStA München, Reichsstadt Nürnberg Urk. Rep. D 4, f.102', Nr.35, Original an Stadtarchiv Nürnberg extradiert 1890. Vergl. "Kontinuität" S.229]

 •  24.4.1378 Fritz Lemlein als Zeuge in Nürnberg.
Conrad Pfinzing kauft von seinem Vetter Jacob Waldstromer dessen halben Anteil an den drei Weihern am Siechgraben, von denen er schon einen halben Anteil besitzt, worüber der Schultheiß Heinrich Geuder und die Schöffen einen Gerichtsbrief auf Grund der Bezeugung von Leupolt Schürstab, Conrads Sohn, Heinrich Kettelhofer und Fritz Lemlein ausfertigen. Währschaftsbürgen für den Verkäufer sind: seine Brüder Conrad und Hans Waldstromer sowie seine Schwester Agnes (Franz) Forstmeister; sein Bruder Heinrich, mit dem Jacob zusammen den halben Anteil besitzt, "ist nicht zu Lande".
[Stadtarchiv Nürnberg, Manuskript für das Nürnberger Urkundenbuch 1301-1400. Laut A.Scharr: Waldstromer, MVGN 52 S.28]

> 1379-1383 Pfandbesitz von Wolfstein und Allersberg:

 •  18.1.1379 setzt Heinrich, Herzog in Schlesien und Herr zu dem Prige (=Brieg), Hofrichter des römischen Königs Wenszlawes, richtend zu Nürnberg, den Fritz Lemlin und seine Ehefrau Katharin von Nürenberg in die Nutzgewere der Veste Wolfstein und von Allersberg des Gotz von Wolfstein bis zur Heimzahlung von 100 Mark Silbers. Klagführer für Fritz Lemlin ist Cunrat Zingel. Es siegeln die Bischöfe von Bamberg und Eichstätt, die Herzöge in Beyern und Pfalzgrafen bey Reyn, Friedrich Burggraf von Nürnberg und andere.
[Bay.HStA. München, Urk. Kurbaiern 22903. Fotokopie. Signatur früher: Gerichtsurkunden Sulzburg/Pfalz Nr.59]
[Vgl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.35, "Heiratskreis" S.89]
[Vgl. Regesta Boica Bd.10, 25, München 1843]
[Vgl. Charlotte Scheffler-Erhard: Alt-Nürnberger Namenbuch, in: Nürnberger Forschungen Bd.5 Nürnberg 1959 S.207]

 •  18.9.1383, Conr von Segkendorff, Lantrichter zu Nürenberg: Ffritzz Lemlein von Nürenberg wird in den Anteil des lewpolt vom Wolfstain an dem Markte Allersberg und der Veste Wolfstein zu Nutz-Gewern eingesetzt, bis zur Heimzahlung von 1000 Mark goldes. Fritz Lemleins "Anleiter vor Gericht" ist Albrecht Zenner.
[HSA München, Gerichtsurkunden Sulzburg/Pfalz Nr.68, Signatur jetzt: Kurbaiern 22900. Fotokopie.]

 •  Ein zweiter Gerichtsbrief vom selben Tag: Ich Conrad von Seckendorf, Landrichter zu Nürnberg, thu kunt ... daß fur mich kommen im Gericht Fritz Lemlein und hat clagt und verlanget vor diesem Landgericht Allersperck den Markt und Wolfstain die Vesten, was Recht und Teil Lewpolt von Wolfstain dran gehabt hatt ... ... umb 1000 Marck Goldes ... ... und taet fragen ein Urteil, ob er diselben Gut ... geben moecht, wem er wolt; dasselb ward im ertailt, und also trat vor mir im Gericht ... und gab aufrecht ... Hern Steffan von Wolfstain dieselben Gut umb die tausend Marck Goldes. ... Geben mit Urteil ... am o nach des heiligen Crewtztag Exaltationis von Gottes Geburt 1383.
[David Koeler: Historia Genealogia Wolfstein, Frankfurt u.Leipzig 1726, S.43. - Hinweis durch Baron Heßberg, Gustav Fuchs u.a.]
[Robert Giersch: Forschungsergebnisse im Auftrag der Wolfsteinfreunde, CD, Neumarkt 2000]

→ Datum ist 18.9. - Früher hatte ich 15.9. laut Hessberg angegeben.

→ Götz von Wolfstein, der zur Linie Allersberg gehört und 1379 die Nutzung von Wolfstein und Allersberg an Fritz Lemlein verpfändet, stirbt am 27.3.1382, ohne daß er seine Schulden regeln konnte. Sein Sohn Lewpolt, der seinen eben geerbten Anteil von Wolfstein und Allersberg 1383 wiederum an Fritz Lemlein verpfändet, stirbt zwischen 15.9.1383 und 25.5.1384. Zuvor aber, wohl gleich nach der Verpfändung, sieht er sich genötigt, seinen Anteil zu verkaufen an Stephan von Wolfstein der Linie Pyrbaum-Sulzbürg, der mit Urkunde vom 15.9.1383 Fritz Lemlein abfindet.
[Brief Baron Hessberg 1965 an Herbert E. Lemmel]

 •  1392 ist "Lemmel filius F.lemel" als steuerzahlender Einwohner in Nürnberg genannt.
[Älteste Losungsliste (Sebaldi) anno 1392, Liste aller steuerzahlenden Nürnberger Einwohner. Staatsarchiv Nürnberg, Repertorium 52b Nr.271 fol.23a. Laut C. Scheffler-Erhard: Alt-Nürnberger Namenbuch, Nürnberg 1959.]

→ Der Sohn Lemmel, dessen Vorname nicht genannt ist, dürfte Werner Lemlein sein, der als Genannter Nachfolger von Fritz Lemlein ist.

Fehlerhinweise:

 •  Nicht 1341 erwähnt (= Fehler bei Herbert E. Lemmel).

 •  Kein Lehen in Schwabthal bei Staffelstein (= Fehler bei Herbert E. Lemmel).

 •  Die Amtsenthebung Hurerey halber ist bei Herbert E. Lemmel ["Kontinuität" S.229] irrtümlich im Jahre 1357 statt richtig 1374 angegeben.

 •  Herbert E. Lemmel ["Kontinuität" S.230] gibt als Sohn des Fritz Lemlein nicht den Nürnberger Werner Lemlein an sondern Wernher Lembel in Prag. Das kann zeitlich nicht stimmen.

 •  Herbert E. Lemmel ["Heiratskreis" S.87] schreibt irrtümlich: "1375 wird Fritz Lemmel für ein Anwesen ausgewiesen, das neben dem des Peter Stromer liegt." Richtig: "1375 Fritz Lemlein ein Zeug(e) neben Peter Stromer..."


2013 10 8