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Steffan Lemmel n502 – zu Reichertshofen


Vater: N-25/d .... Lemmel n501

(* etwa ?1390), † nach 1444

1408 Universität Heidelberg. 1421-1444 im Raum Neumarkt/OPf- Regensburg erwähnt. 1434 "zu Reykershoffen". 1440/1441 im Dienst der Stadt Regensburg. 1442 mit Reichertshofen belehnt

∞ mit Elspet .... n508

(* etwa ?1395)

1434 beurkundet.

Regesten:

 •  Schreibweise des Namens: Lemel 1408; Lemmel 1421, 22, 30; Lempel 1430; Lemell 1434, 42; Leml 1439, 41; Lämbel 1440, 41; Lemppel 1440; Lemmell 1441; Lämmel 1441; Lemblein 1442; Lömmel 1442; Lemlein 1443.

 •  Zusammenfassung: 1408 Stephan Lemel aus Parsberg an der Universität Heidelberg. 1430 Urteiler des Landgerichts Hirschberg. 1440, 41, 43 Diener (Söldner) der Stadt Regensburg. Besitz: 1434, 40 Steffan Lemell zu Reichertshofen; 1421, 34 Trautmannshofen, 1422 Kewebtal; 1442 von Pfalzgraf Johann mit Gut und Hofmark Reichertshofen ("Erbe von alters her") belehnt sowie mit der Burghut bei Schloss Lengenfeld. - 1434 seine Frau Elspet; offenbar kinderlos.

 •  Im einzelnen:

 •  23.6.1408 wird Stephanus Lemel de Barsperg an der Universität Heidelberg immatrikuliert.
[Gustav Toepke: Die Matrikel der Universität Heidelberg 1386-1662, 3 Bände 1884-1893]

→ Die Universität Heidelberg war 1386 von Kurfürst Ruprecht dem I. von Wittelsbach gegründet worden. [Federhofer 119]

 •  2.6.1414: Friedrich Hager, gesessen zu Villach, verkauft an seine Muhme Frau Kungunt die Winpucherin zu Tfrowertshoffen sein aygen Gut.

 •  1421 kauft Steffan Lemmel ein Gut zu Tfrowortshofen von Lenhart Dürner.

 •  1439 verkauft Paul Lemmel Traberczhofen an Hans Hager. Zeuge: Steffan Lemmel.
[HSA München, Gerichtsurkunden Hohenburg/Pfalz Nr.57 (1421), Signatur jetzt: Regensburg Hst.; zusätzliche Notizen; IH 1985]

→ Trautmannshofen zwischen Neumarkt und Hohenburg.

 •  1422 kauft Steffan Lemmel eine Gült auf den freieigenen Hof zu Kewebtal.
[wie 1421, Nr.60 u. 61]

 •  26.6.1430 ist Stefan Lempel in einer in Dietfurt ausgestellten Urkunde des Ritters Wilhelm v.Wolfstein, Landrichter der Grafschaft Hirschberg, unter den Urteilern genannt.
[HSA München, Gerichtsurk. Hirschbg/Pfalz Nr.192, Sign.jetzt: Eichstätt Hst. - IH 1985]

 •  1430 ist Stephan Lemmel in einem Regensburger Brief über ein Gerichtsurteil unter den Fürlegern genannt.
[HSA München, Ger'urk. Wörth/Pfalz Nr.110a, Sign.jetzt: Regensburg Hst.]

 •  1434 stellen Steffan Lemell zu Reykershoffen und seine Hausfrau Elspet ihrem Bruder bzw. Schwager Pauls dem Lemell für eine Schuld von 180 fl ihren Hof und ihr Gut zu Trabershoffen.

 •  1439 ist Stephan Leml Bürge, als sein Bruder Pauls Lemel sein Eigengut zu Traberczhoven verkauft.
[wie 1421, Nr.95(1434) u.100(1439)]

 •  16.2.1440 bekennt Stephan Lämbel von Reukershoven, daß ihn der Rat der Stadt Regensburg "zu Schutzn und Dienner aufgenommen und bestellet" hat, und zwar auf ein Jahr. - Im Siegel, daß einen Wolf im Wappen zeigt, lautet sein Name Steffan Lemppel.


[Bay.HSA München, Urk. RU Regensburg 1440 II 16. - Fotokopie und Fotografie des Siegels durch Gerhard Lemmel 1984. - Eine schlechte Siegelzeichnung auch in der Sammlung H.Saller-Donaustauf "Regensburger Siegel im Bay.HSA"]


[Korbsches Sippenarchiv Regensburg]

 •  1441 ist Stephan Lemmell als Fürliger genannt in einem Gerichtsurteil des Bischofs Friedrich zu Regensburg; dabei sind zwei Pfarrer Vertreter des Kapitels zu Passau.
[HSA München, Ger'urk. Passau Nr.869, Sign.jetzt: Passau, Domkapitel 2311]

 •  1441 wird Steffan der Lenl / Steffan Lämel in 2 Gerichtsbriefen als Vertreter der Stadt Regensburg bezeichnet.

 •  1441 bevollmächtigt die Stadt Regensburg Wilhalm Kriegenprunner, ihren Richter in der Vorstadt, und Stefan Lämmel, ihren Diener, zu erwirken, daß eine Beschuldigte an das Gericht ausgeliefert wird. Der Auftrag an Stefan Lemel, die Auslieferung der Beschuldigten zu erreichen, blieb ohne Erfolg. In einer weiteren Verhandlung in der gleichen Sache sind Vertreter der Stadt Regensburg: Erhard Reich, Ratsherr und Geschworener des Rats der Stadt Regensburg, und Stefan Lemel, Diener derselben.
[HSA München, Ger'urk. Donaustauf/Pfalz Nr.109/110 u.Nr.111/115/116. Signatur jetzt: Rst.Regensburg]

 •  1441 gibt Steffan Lämbel, Söldner in Regensburg, mit anderen einen Spruchbrief im Streit zwischen dem Abt von Mallersdorf und einem Bürger zu Regensburg. Unter den Sieglern ist Stephan Lämbel, die Siegel fehlen.
[HSA München, Ger'urk. Mallersdorf Nr.187. - Gedruckt in: Monumenta Boica Bd.15, München 1787, S.341, Num.56.]

 •  1442 wird Stephan der Lemell von Johann Pfalzgraf bei Rein und Herzog in Beiern belehnt, und zwar:
Er verleiht ihm die Vogtei und die Beschirmung der Kirche und ihres Gutes zu Reikershofen, das Kirchtagrecht daselbst mit Kramrecht, Kaufrecht, Zapfrecht und Platzrecht, sowie alle Dorfrechte wie Schenkstätte, Sudstätte, Badestube, Flurrecht, Pachtrecht, Herrschaftrecht, "auch alle pot und ayniggum des dorfs" (= Gebot und Einigung), " und ain hoffstat auff dem kerchhoff".
Er bestätigt ihm die Hofmark der seinen zu Reikershofen, ausgenommen was den Hals berührt; das Gut soll bei ihm und seinen Erben sein "als das von alter her komen ist und das alles ist sein Erbe gewest" und gibt ihm zu Lehen: die Burghut bei Schloß Lengfelde, die vorher der "Kotnawer" innehatte; ein Drittel des Zehntens zu Reikershofen; die "Morrenaw" bei "Puchperg"; die Lehen, die Burkhart Reikershofer gelassen hat.

[HSA München, Gerichtsurkunden Neumarkt/Pfalz Nr.77, Signatur jetzt: Abt.I, Oberpfalz U Nr. 1426. - Fotokopie und Schreibmaschinenschrift durch Gerhard Lemmel. - Die Urkunde ist 1442 in Regensburg ausgestellt. Ihre Abschrift ist enthalten in einer anderen Urkunde, in der 1444 die obige Belehnung des Stefan Lemell mit der Vogtei Reichertshofen durch Ulrich Probst zu Sankt Mang/Margareten in der Vorstadt zu Regensburg bestätigt wird. - HSA München, Ger'urk. Neumarkt/Pfalz Nr.78]

 •  Diese Urkunde (HStAM U Nr.1426) wird zitiert bei [H.Rädle: Burgen und Burgställe im Kreis Neumarkt, Neumarkt, (o.J., vor 2002)] S.98, dort aber mit einem Zusatz, der in dieser Urkunde nicht enthalten ist und der, wenn er richtig ist, aus einer anderen Quelle stammen muss:

 •  Stephan Lemel und seine Erben erhalten die niedere Gerichtsbarkeit über alle Dorfbewohner, "auch diejenigen, die auf den 5 Höfen sitzen, die dem Kloster Seligenporten gehören".

 •  Auf dieselbe Urkunde bezogen:
1442 bestätigt Pfalzgraf Johann dem Stefan Lemmel die Burghut bei dem Schloß von Lengenfeld, wie sie der Kuttenauer hatte. - Werner Kuttenauer saß 1399 zu Lengenfeld auf dem Edelsitze des Otto von Adertshausen.
[Franz Federhofer: Geschichte von Lengenfeld. In: Die Oberpfalz Bd.26, Kallmünz 1932, S.217.]
[Ebenso: Graf: Helfenberg, die Burg und Herrschaft. Selbstverlag 1875, S.203. Laut Mtlg G.Fuchs]

 •  Lemblein, Rang: Adel, 1442 in Lengenfeld, Gericht Parsberg; 1442-1450 in Reichertshofen, Gericht Neumarkt.
[J.Plaß: Der oberpfälzer Adel. In: Festgaben zum Wittelsbacher Jubiläum, Bd.1 Heft 1, Donauwörth 1880, S.122.]

 •  1442 ist Stephan Lömmel Vogteiherr von Reichertshofen bei Neumarkt in der Oberpfalz.
[Bl. d. Bay. Landesvereins f. Fam'kde Jg.9, München 1931, S.62. - Nach Gerichtsurkunden von Neumarkt. - Verwiesen wird auf die Ratsakten der Stadt Neumarkt, die im Jahresbericht des Hist. Vereins von Neumarkt 1906 veröffentlicht wurden.]

 •  Lengenfeld ist nur kurz in Lemel-Besitz: Bald kommt es an Mathes Scharfenberger und nach dessen Tod 1453 an dessen Sohn Christoph.
[Franz Federhofer: Geschichte von Lengenfeld; in: Die Oberpfalz, Jg.1932, S.216ff]

 •  1443 ist Steffan Lemlein, Söldner zu Regensburg, unter den Schiedsrichtern in einem Schiedsgerichtsurteil genannt.
[BayHStA München, Gerichtsurkunden Wörth/Pfalz Nr.158, Signatur jetzt: Regensburg Hst.] und
[BayHStA München, Hochstift Regensburg Urk. 1256. - online 2017]

 •  1444 letztmalig erwähnt. [Siehe oben, Bestätigung der Belehnung von 1442.]


2017 10 7