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Ulrich Lomel/Lömel n605 – Schöffe in Neumarkt


Vater: N-25/n Conrad Lömel/Lomel n604

(* etwa ?1385), † zw.26.2./17.5.1425

1403 Univ.Wien(Id.?). Bürger in Neumarkt, erwähnt ab 1410, Besitz in Berngau, Pilsach, Loterpach; 1422 Schöffe in Neu- markt; 1425 seine Witwe erwähnt.

∞ vor 1418 mit Kunigunde Wydmann n607

(* etwa ?1390), † vor 1444

Ulreich der Lomel und seine Hausfrau Kunigunde 1418 in Neumarkt. 1439 Witwe, vermacht eine Jahrtagstiftung, wobei ihre Eltern und Großeltern genannt sind.

ihr Vater: Heinrich Wydmann n612, (* etwa ?1355)
1439 Heinrich Wydmann mit seiner Frau Margarete und seinen Eltern, die ebenfalls Heinrich und Margarete heißen, in der Jahrtagstiftung der Tochter Kunigunde erwähnt.

Tochter:

1. Barbara Lemlin, (* etwa ?1420) - reiche Bürgerin in Neumarkt, siehe N-27/m

Regesten:

Zusammenfassung:

 •  Schreibweise des Namens: Lemel 1403; Lömlein 1410; Lomel 1410, 1415, 1418; Lemel 1416; Lömel 1420-1424 (5x); Lomblein 1425. Die Witwe Lämlin, Lemlin, Lömlin.

 •  1403 Universität Wien. 1410-1424 Bürger in Neumarkt, hier 1422 Schöffe.
Besitz: Kammerhube Berngau: 1410 vom Vater geerbt, 1422 Anteil des verstorbenen Bruders Heinz für dessen unmündigen Sohn übernommen. 1410,1415 Hof bei Pilsach, 1423/24 verkauft. Wiesenacker (12 km östlich von Neumarkt: 1416 Kauf eines freien Gutes, 1423 Kauf einer Mühle und Schmiede. 1418 Kauf von Gülten aus einem Gut zu Loterpach.

 •  Witwe Kunigunde geb. Wydmann kauft 1425 weitere Gülten zu Loterpach. 1436/1438 stiftet sie eine Messe und Benefizien. 1439 stiftet sie zusammen mit ihrer Tochter Barbara einen ewigen Jahrtag.

Im einzelnen:

 •  Oktober 1403 ist Ulricus Lemel in der Wiener Universitätsmatrikel unter der "Nacio Renencium" aufgeführt. Er zahlt für die Einschreibung 2 gr. Über seine Herkunft ist nichts angegeben. Die rheinische Nation umfaßt alle West- und Oberdeutschen; daneben gibt es die österreichische, ungarische und sächsische Nation.
[Die Matrikel der Universität Wien, Verlag Böhlhaus, Graz, Köln, Bd.1 1956]

→ Die Identität mit Ulrich L. in Neumarkt ist nicht sicher. Jedoch ist bisher im Bereich der "Rheinischen Nation" kein anderer passender Ulrich Lemel bekannt geworden. Identität vorausgesetzt, müßte der Neumarkter Ulrich L. etwa 1385 geboren worden sein, was mit seinen anderen Daten verträglich ist.

 •  1410 empfangen Ulrich und Heinrich die lömlein vo Neuenmarkt die Cammerhueb zue Perngaw undt das Muschach holtz zu Pilsach, "ist vom Vater anerstorben".
[HSA München, Oberpfälzer Lehenbuch Nr.1, Saalbuch von Herzog Johann 1404-1438, S.263, Amt Newenmarkt, Altdorff undt die Rindsmewel lehen. Schreibmaschinenauszüge im Besitz von Gustav Fuchs, Neumarkt, Kopie durch Inge Höfler 1986]

 •  1410 verleiht Pfalzgraf Johann am Rhein in einer in Neumarkt ausgestellten Urkunde dem Ulrich Lomel, Bürger zu Neumarkt, und dessen Gattin den Keyfenhoff bei Pilsach im Pfaffenhofer Gericht gelegen. Es ist ein Lehen der Herrschaft Heimburg.
[Regesten der Pfalzgrafen am Rhein Bd.2 1214-1508, Innsbruck 1939, S.463 Regest 6182]
[Vergl. Ried: Neumarkt in der Oberpfalz, Neumarkt 1960, S.196]

→ Wohl Keylhof östlich von Neumarkt.

 •  1415 gehört der Keyserhof/Kiesenhof bei Pylsach dem Ulrich Lomel, Bürger zu Newenmarckt. Vorher gehörte er dem Hans Prantlein, ebenfalls Neumarkter Bürger.
[Hauptstaatsarchiv München, Gerichtsurkunden Pfaffenhofen Fasz.16 Nr.139]
[Vergl. Historischer Atlas von Bayern, Teil Altbayern, Neumarkt, Seiten 265f]

 •  1416 kauft Ulrich Lemel ein Gut. - Das Dorf Wisenacker oder Wesenacker im Amt Pfaffenhofen hatte seinen eigenen Adel. Albrecht von Wesenacker war Bürge 1350 für Adelheid die Frikenhoferinn im Stiftungsbriefe an das Spital in Neumarkt. Nachher bekamen das Gut die Ehrenfelser von Helfenberg, die einige Teile davon dem Hanns dem Pauer von Allersburg, dieser aber 1416 dem Ulrich Lemel und Hanns Schaunagl, Bürger zu Neumarkt, verkaufte, und zum Beweis seiner Freiheit den Brief selbst siegelte.
[Joh.Nep.v.Löwenthal: Gesch. d. Schultheissenamtes und der Stadt Neumarkt auf dem Nordgau oder in der heutigen obern Pfalz. München 1805. S.59.]

 •  1418: Ulreich der Lomel, Bürger zu Neumarkt, und seine Hausfrau Kunigunde kaufen Gülten aus einem Gut zu Loterpach von Marquard Mertz, welche er von Heinrich Nickel gekauft hatte.
[Bay. Hauptstaatsarchiv München, Gerichtsurk. Neumarkt/OPf Nr.40, Signatur jetzt Oberpfalz 1429, s.Fotokopie]
[Vergl. Löwenthal, wie oben, S.23]

 •  1420: Ulrich Lömel, Bürger von Neumarkt, ist Geschäftsbürge bei dem Verkauf eines Besitzes in Taishofen.
[HSA München, Ger.urk. Parsberg/Pfalz Nr.25]

 •  3.12.1422 sind die folgenden Neumarkter Schöffen als Zeugen genannt: Hans Schanitzer, Rüger Hitzel, Hanns Tannhauser, Pesolt Arnold, Chunrad Röll, Ulrich Lömel, Ulrich Wirt.

 •  23.3.1423: Eritag nach St.Benedictentag in der Fasten. Hanns Scharnagel, Bürger zum Newenmargkt, und Margareth, seine ehel. Hausfrau, verkaufen Ulrich dem Lömel, Bürger zu Newenmargkt, Kunigunden seiner Hausfrau, und allen ihren Erben, den halben Teil, den sie gehabt haben an der Mühl- und Schmidtstatt, gelegen zu Besenacker, mit aller Zugehörung und allen Rechten. Aus der Mühle gefallen an ihrem Teil 60 Pfennig Regensb. und 10 Käse, jeder 2 regensb. Pfennig wert, 2 Gänse von dem Gras, oder eine gemäste Gans, 1/2 Weihnachtsweck und 1/2 Fastnachtshuhn. Von der Schmidtstatt 30 Regensb. Pfennig, 5 Käse, jeder 2 Regensb. Pfennig wert, 60 Eier, 1/2 Weihnachtsweck und 1/2 Fastnachtshenne. - Zeugen: Die ersamen, weisen Heinrich Schemitzer, Hanns Tannhäuser, beide Schöffen und Bürger zu Newenmargkt. Es siegelt die Stadt.
[M.Romstöck: Regesten der in der städt. Registratur zu Neumarkt i.O. aufbewahrten älteren Urkunden. In: Jahresbericht d.Hist. Vereins Neumarkt... Jg.1 1904 S.34 Nr.45 und 46.]

 •  Anno 1422 empfängt Ulrich lömel vo neuenmarkt zu trewer hant Hainrich lömel sein bruders sel. Sun Heintz die Hub genannt die Camerhub ze Perngaw.

 •  Ulrich lömel zu neuenmarkt empfängt 1422 daz holtz gelegen ze Pilsach genannt daz Muschach.

 •  Eberhart Seft empfängt 1423 1 Hoff ze Pilsach genannt der Kewdenhoff (Keilhof, abgeg. Flurname) mit aller seiner Zugehörung hat uffgeb. Ulrich lömel vo neuenmarkt den er von ihme khaufft hat.

 •  Anno 1424 empfängt Contz Smid vo Pilsach ½ Holtzfleck das Muschach hat uffgeb. Ulrich lömel vo neuenmarkt.

[HSA München, Oberpfälzer Lehenbuch Nr.1, Saalbuch von Herzog Johann 1404-1438, S.172-188, Pfaffenhoven - Haimburg - Castell, Schreibmaschinen-Auszüge im Besitz von Gustav Fuchs, Neumarkt, Kopie durch Inge Höfler 1986]

 •  Am 26.2.1425 beschied der Landrichter von Hirschberg, Hans Loterbeck, die Neumarkter Bürger Hans Thanhauser und Ulrich Lömmel vor sich, wo sie als Zeugen für die Rechte ihres Mitbürgers Heinz Maier eintraten.
[Wies daheim ist, Beilage Neumarkter Tagblatt vom 3.12.1925. - IH]

 •  17.5.1425 kauft Kunigunde, Witwe von Ulreich Lomblein, Bürgerin zu Neumarkt, von Marquard Mertz Gülten aus einem Gut in Loterpach. Zeugen: die Schöffen Ruger Hetzel, Hanns Tanhawser, Conrad Roll.
[HSA München, Gerichtsurk. Naumarkt/OPf Nr.51, Sign. jetzt Oberpfalz 1494. - Siehe Fotokopie.]

 •  1436 stiftet Kunigunde Lämlin eine neue Hieronymus-Messe; dazu gehört 1456 ein Gütlein in Günching (10 km östlich von Neumarkt). 1526 übernimmt Hans Pauer zu Mützlsberg ein Gut daselbst, das zur Hieronymus-Messe gültbar war.

 •  1438 stiftet Kunigund Lemlin das zwölfte von 16 Benefizien in der Pfarrkirche von Neumarkt, und zwar das Benefizium Sankt Hieronymus und Barbara.
[Karl Ried: Neumarkt in der Oberpfalz; Neumarkt 1960; S.226 und 227. - Dort als Quelle angegeben: Ordinariatsarchiv Eichstätt, Abschrift im Kopialbuch 48. Archiv und Registratur der Stadt Neumarkt U A 71 B.]

 •  15.3.1439: Sonntag Letare in der Fasten. Bruder Thylomanus von Seelbach, Meister des Spitals zu Newenmargkt, des hl. Geists-Ordens von Rom, und die Brüder des Convents bekennen, dass die ersame Frau Kunigund, Ulrich Lömleins sel. Wittib, und Jungfrau Barbara, ihre Tochter, an das genannte Spital und Gottshaus gegeben haben 7 Schilling Ewig Zins aus 2 Beet Ackers, "enhalb der steinen Bruck", und aus 2 Tagwerk Wiesmad an der Helmspurg. Dafür soll man ihnen, ihren Eltern und Vorfahren sel.,
"einen ewigen Jahrtag halten am andern Tag nächst vor dem Jahrstag, zu Nachts mit gesungen Vigilien und am St.Silvestertag mit den Seelampten der Mess, mit Wein, Brod und 4 ehrsamen aufgezünden Kerzen, die bei der Bahr brinnen sollen, und gedenken in ewiger Gedächtniss: Heinrich des alten Wydmans, Margreten seiner Wirtin, Heinrich Wydmann, ihres Sohnes und Margrethen seiner Hausfrauen, Ulrichen Lömels, Conrad Lömels, seines Sohnes, Kunigunden Lömlin und Jgf. Barbara, ihrer Tochter und aller der Seelen, die zu den Geslechten gehören, die auch in ewiger Bruderschaft mit dem Convent sein sollen."
Und ein Caplan auf der Mess, die die ehgenannt Lömblin gestiftet hat auf St.Barbara und St.Jeronimus Altar, "bei dem törn in der Pfarrkirche", soll allwegen bei den Vigilien und am Jahrtag Seelmess im Spital lesen und dafür 15 Pfennig Präsenz erhalten und bewirtet werden, und jeder Bruder soll 10 Pfennig zu Präsenz erhalten. Man soll ihrer auch alle Wochen gedenken.
Zeugen: Bruder Friedrich von Aurach, Bruder Hans von Pfortzheim, Bruder Wolfgang von Landsberg. Mit der Meisterschaft und Convents Insigel. (Pergament, Siegel zerbrochen.)
[Romstöck, wie oben, S.38 Nr.61]

→ Diese Angaben ergeben die folgende Tafel:

 •  Stiftungen an das Hlg-Geist-Spital in Neumarkt:
1358 Kunigund von Wendelstein
1381
Kunigund Frickenhofer
1415
Werner Marschalk
1431
Adelheid Steinlein
1436
Otto Taschner
1439
Kunigund Lömlein
1451
Friedrich von Wolfstein für König Christoph von Dänemark
[Sofie Rupprecht: Geschichte des Hl.Geist-Spitals 1239-1531; in Hist. Verein Neumarkt Bd.? - Mtlg I. Höfler]


2014 9 14