N-27/m zur Stammtafel N N-27/m

Barbara Lemlin n608 – reiche Bürgerin in Neumarkt


Eltern: N-26/m Ulrich Lomel/Lömel n605, Kunigunde Wydmann n607

(* etwa ?1420), † 1483 im Kloster Mariastein

Bürgerin in Neumarkt, erwähnt ab 1444. Ab 1451 vermacht sie reiche Stiftungen. Ab 1455 in Nürnberg. 1478,1480 im Kloster Mariastein bei Eichstätt.

Regesten:

Zusammenfassung:
1439 und 1444 errichten Barbara Lemlin, Bürgerin in Neumarkt, und ihre Mutter Kungundt, aus verschiedenen Einkünften (u.a. in Loterbach) zwei Stiftungen an der Pfarrkirche Neumarkt (Altare St.Barbara und St.Jeronimus) und im Spital. 1451 stiftet Barbara Lämel, Eigentümerin der Neumarkter Badestube, die "Seelbadstiftung". Danach zieht sie nach Nürnberg. 1478 ist Barbara Lemlin im Kloster Mariastein bei Eichstätt und stiftet einen Alter in der Klosterkirche in Gnadenberg (heute Ruine) bei Neumarkt. Sie stirbt 1483.

Aus den Urkunden über Witwe und Tochter des Ulrich Lemel zu schließen, hat er sonst keine Nachkommen gehabt. Etwaige Nachkommen hätten als Zeugen in den Stiftungsurkunden genannt sein müssen. Der 1444-1456 in Neumarkt genannte Heinrich Lömel ist Barbara's Vetter (siehe N-27/h).

Ausführlich:

 •  15.3.1439 Stiftung von Frau Kungund, Ulrich Lömleins sel. Wittib, und Jungfrau Barbara, ihrer Tochter, an Spital und Gotteshaus (St.Barbara und St.Jeronimus Altar). [Ausführlich siehe beim Vater]

 •  30.4.1441: Konrad Pröll und sein Sohn Hans verkaufen ihr Fischwasser, das vom Fischwasser der Jungfrau Barbara Loml über die Bruckmühle bis zur Furt reicht.
[online 2015, StAAM Kloster Waldsassen, Urk.669]

 •  1444 schafft Jungfrau Barbara Lomel, Bürgerin zu Neumarkt, alle Zinsen, Renten und Rechte, die sie und ihre Mutter Kungundt in Loterbach gehabt haben.
[HSA München, Gerichtsurkunden Neumarkt/Pfalz Nr.261]

 •  1444 enthält ein Fundationsbrief ein Verzeichnis der zur Messe gestifteten Güter, darunter auch die Stiftungen der Kungund Lomlin(Lemel) von Neumarkt und ihrer Tochter Barbara.
[HSA München, Gerichtsurkunden Neumarkt/Pfalz Nr.80 und 81; Signatur jetzt: Oberpfalz 1492 und 1488]

 •  1444 (Verhofft?)brief: Jungfrau Barbara Lomlin/Lamlin Bürgers Kindt zu Neuenmarkht wegen Zinsen aus einem Gütl.
[Staatsarchiv Amberg, Verzeichnis zu Klosterurkunden 1217/1 Gnadenberg unter Nr. 77. - Ein gleiches jedoch etwas kürzer gefaßtes Verzeichnis: BayHStA München, Oberpfalz Lit.113 unter Nr. 77. - Von beidem Fotokopie durch Inge Höfler-Lemmel 1989 bzw. 1985]

 •  1.3.1451 Seelbadstiftung: Ulrich Sigersdorffer zu Staufferspuch und seine Frau Dorothea verkaufen der ehrsamen Jungfrau Barbara Lamlyn/Lemlin, Bürgerin zu Neumarkt, 13 Schilling Zinsgeld. Letztere stiftet diesen Zins zum "Seelbad" für arme Leute. Zeugen: Ritter Martein vom Wildenstein, derzeit Schultheiß von Neumarkt, Ott Sefft zu Pilsach, Altarist Hainreich Molitor/Müller (der schon die Pfründe der Stiftung von 1444 innehat), und die Schöffen Albrecht Rover, ... Planck, Ulrich Casthell. - Durch diese Stiftung können arme Leute an 10 Dienstagen im Jahr ein Bad nehmen und dabei Bier bekommen.
[Stadtarchiv Ingolstadt, Urkunde von 1451, Transkription von Gerhard Lemmel. - Zitiert in: Regesten (ohne Autorenname) im Sammelblatt des Hist. Vereins in und für Ingolstadt, Heft 24, Ingolstadt 1899, S.90, Regest 487; und in: Karl Ried, Neumarkt in der Oberpfalz, Neumarkt 1960, S.410. Dort als Quelle angegeben: "J 11-14 (1914-1917) 21-28. - Buchner Eichstätt 2, 234."]
[ausführlich siehe auch Joh.B. Götz: Eine Neumarkter Seelbadstiftung des Jahres 1451. In: 7. Jahresbericht des Hist.Vereins für Neumarkt (11.-14.Jg. 1914-1917) S.21 ff. - Laut GL 1986]

 •  1455 wird Barbara Lemlin Bürgerin in Nürnberg.
[StA Nürnberg Rep.52b Nürnberger Bürgerbücher Nr.299. - Laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.145; Herbert E. Lemmel ordnete Barbara unrichtig als Tochter des Bamberger Michael Lemlein ein.]

 •  1468 in Nürnberg: Thomas Reich, Gotlieb Volkamer, Paulus Volkamer, Jakob Krawß und Barbara Lemmlin als Vormund von Anna, Hannsen Grasers seligen Burger und Burgerin zu Nuremberg, beurkunden einen Verkauf an Niclaus Gross, auch Bürger zu Nürnberg.
[Stadtarchiv Nürnberg, Urk. 1468 Jan. 8. - Kopie durch Dr.Beyerstedt 1993]

 •  1478 stiftet Barbara Lemlin von Mariastein bei Eichstätt zusammen mit dem Suffragan Leonhard von Eichstätt und dem Klosterkaplan Magister Johann Eberhard den Altar zwischen den Portalen der Klosterkirche in Gnadenberg.
[Verhandlungen des Hist. Vereins f. Oberpfalz u. Regensburg Bd.48 (1896) S.78/79, laut G.Fuchs]

→ Dieser Altar existiert nicht mehr. Gnadenberg ist eine Ruine.

 •  1480 ist Barbara Lemel unter den "Conversae" des Klosters Mariastein genannt.
[J.G.Suttner: Schematismus der Geistlichkeit des Bistums Eichstätt für das Jahr 1480. Schulprogramm Bischöfliches Lyceum zu Eichstätt, Eichstätt 1879. - Gerhard Lemmel 1977]

 •  Gestorben 1483, ohne Altersangabe oder andere Hinweise zur Person.
[Diözesanarchiv Eichstätt, Sterbebuch der Nonnen des Klosters Mariastein. - Mtlg I. Höfler 1988]


2015 10 11