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Lemlein: Nürnberg-Neumarkt  1270-1500 

Verschiedene Texte.

1. Die Lembelin/Lemlein/Lemmel in Nürnberg
2. Die Lemel zu Reichertshofen
3. Die Lömmel in Neumarkt und Reichertshofen
4. Die Lemlinsche Seelbadstiftung in Neumarkt
5. Der Heilsbronner Hof in Nürnberg
6. Lemblin in Solar

7. Einige Urkunden
8. Namensvarianten der Nürnberger/Bamberger Lemlein/Lemmel



1. Die Lembelin/Lemlein/Lemmel in Nürnberg


siehe Hans-Dietrich Lemmel: "Nürnberger Lemlein im 14. Jahrhundert - Fernhändler und Montanunternehmer bereits um 1300?" in: "Bätter für deutsche Landesgeschichte" Band 120 (1984) Seiten 329-370.

Mit Chunrad Lembelin, der im Jahre 1305 als Nürnberger Bürger beurkundet ist, beginnt die Geschichte der Familie, die sich später Lemlein, Lemmel und Lämmel nannte.

In den Nürnberger Genealogien des 16.Jahrhunderts werden die Lemlein zu den alten Nürnberger Familien gerechnet. Man kann daher annehmen, dass bereits Cunradus Lembelin "aus Nürnberg", der ab 1151 in Köln beurkundet ist, zu der selben Familie gehört, die damit zu den ältesten Familien Nürnbergs zählt. Mangels erhaltener Urkunden tritt sie im 13. Jahrhundert nicht in Erscheinung, lebt aber im 14. Jahrhundert in beträchtlichem Wohlstand und ist mit den führenden Handelshäusern der Stromer und Holzschuher verschwägert.

Um 1350 gibt es vier Familienzweige in Nürnberg, Neumarkt, Bamberg und Prag, zu denen bald darauf weitere Zweige in Bayreuth, Chemnitz, Coburg, Sulzbach und einigen anderen Orten hinzukommen. Nachdem die Familie in Nürnberg bereits 1415 im Mannesstamm erlosch, kam von Bamberg her der jüngere Nürnberger Zweig mit dem Ratsherrn und zeitweiligen Bürgermeister Hans Lemlein († 1473), dessen Familie in Nürnberg freilich auch bereits 1513 im Mannesstamm erlosch. Nur abgewanderte Zweige blühten weiter.

Heute lebende Nachkommen gibt es unter den Namen Lämmlein, Lemmel, Lämmel, Lämbl, Lammel und anderen Varianten in ganz Deutschland. Aber es gibt auch andere Familien mit diesen Namen, die anderer Herkunft sind.



2. Die Lemel zu Reichertshofen

siehe Hans-Dietrich Lemmel: "Die Nürnberger Lemmel in der Oberpfalz", in: "Genealogisches Jahrbuch" Band 45/46, 2008, Seiten 87-158  

Reichertshofen liegt etwa 10 Kilometer südlich von Neumarkt in der Oberpfalz.

Im 15. Jahrhundert ist durch drei Generationen die Familie "Lemel zu Reichertshofen" beurkundet. Obgleich für den Ursprung dieser Familie und für ihre erste Belehnung mit Reichertshofen eine Urkunde fehlt, steht fest, dass der erste Lemel zu Reichertshofen aus der Nürnberger Familie Lembelin/Lemlein/Lemmel stammt, die ab 1305 in zahlreichen Urkunden nachweisbar ist.

Der Beweis liegt im Wappen. Während alle Familien mit Lemmel-ähnlichem Namen ein Lamm im Wappen führen, haben die Reichertshofener Lemel erstaunlicherweise einen Wolf im Wappen. Ein Wolfswappen aber führte erstmals Seifried Lemlin 1341 in Nürnberg, der als Stammvater der Reichertshofener Lemel angesehen werden muss.

Seifrieds Mutter, die Witwe Irmel Lemlinne in Nürnberg, kaufte 1337 einen Hof zu Solern von Heinrich von Stein. (Solern ist Solar bei Hilpoltstein, 15 km westlich von Reichertshofen.)

1355 hatte Hilpolt der Jüngere von Stein (auch genannt Herr v.Seefeld) Reichertshofen als Lehen. [VHVO 19/20 (1860) S.124; laut Mtlg I. Höfler-Lemmel]

Vermutlich gab es enge verwandtschaftliche Beziehungen zwischen den Familien Lemlein und v.Stein, wodurch aus dem Stein'schen Besitz nicht nur der Hof zu Solern an die Lemlein kam sondern auch Reichertshofen.

1434 und 1440 wird Steffan Lemell mit "zu Reykershofen" bezeichnet. 1442, wohl nach dem Tod seines Vaters, bekommt Stephan der Lemell seinen Besitz zu Reikershofen bestätigt, "als das von alters her komen ist und das alles ist sein Erbe gewest". Reichertshofen war also bereits im Besitz von Stephans Vater, der leider namentlich nicht bekannt ist, und der ein Sohn von Seifried Lemlin sein muss. Um 1400 saß er (ohne Angabe des Vornamens) in Lupburg bei Parsberg, und sein Sohn Stephan wird 1408 an der Universität Heidelberg als ein Parsberger eingeschrieben.

Wann Reichertshofen an die Lemel kam, ist unbekannt. Reichertshofen könnte schon vor 1400 im Besitz von Seifried Lemlin gewesen sein. Spätestens aber war es um oder nach 1400 im Besitz des Lemel, dessen Vorname nicht bekannt ist, und der es dann 1442 an seinen Sohn Stephan vererbte.

Reichertshofen blieb dann das ganze Jahrhundert in Lemel-Besitz, erst im Besitz der Söhne Stephan und Paul, dann im Besitz der Enkel Stefan und Hans. Im Jahre 1500 kam die Hofmark Reichertshofen an die Garheimer.

Reichertshofen ist 1442 ein Lehen des Pfalzgrafen Johann zu Neumarkt. Nach dessen Tod 1443 kommt Pfalz-Neumarkt an seinen Sohn Christoph. Da dieser zugleich König von Dänemark, Norwegen und Schweden ist, werden 1443-1447 Hans v.Parsberg und Martin v.Wildenstein als Verweser für Pfalz-Neumarkt-Neunburg eingesetzt. Sowohl zu den Parsbergern als auch zu den Wildensteinern haben die Lemlein/Lemmel enge Beziehungen, wie aus vielen Urkunden hervorgeht.

Die Reichertshofener Lemmel haben die folgenden Ämter inne:

1440/1443: Steffan Lämmel Bevollmächtigter ("Diener", "Söldner", Schiedsrichter) der Stadt Regensburg.
1449: Paul Lembl und Hans d.J. v.Parsberg Hofgerichtsbeisitzer in Regensburg.
1464: Steffan Lemel Pfleger auf dem hinteren Wolfstein.
1468/1469: Hans Lemlein oberster Lehensverwalter bei Pfalzgraf Otto dem II.
1472/1480: Steffan Lämel Pfleger zu Parsberg.
1477: Hans Lemel Richter zu Parsberg.
1481: Hans Lemlein Richter zu der Seligenpforten.
1499: Jacob Lammel, Pfleger zu Flügelsberg.
1501: Jacob Lemel, Pfleger zu Lubpurg.
1508-1512: Jakob Lembl zu Schierling, Landrichter zu Kelheim.

Jakob Lembl zu Schierling (südlich der Donau, bei Kelheim) ist der letzte der Reichertshofener Lemmel, der in Amt und Würden beurkundet ist. Vermutlich aber hatte er bürgerliche Nachkommen, denn ein oder zwei Generationen nach ihm gibt es im benachbarten Abbach einen Schuhmacher und einen Geistlichen namens Lämbl.

Namensformen:

Vorwiegend: Lemel, Lemell, Lemmel, Lembl, Lämel, Lemlein

Vereinzelt: Leml, Lämbel, Lempel, Lämmel, Lemmell, Lemll, Lemlin,

            Lemblein, Läml, Lammel, Lammle, Lamlein, Lömel, Lömmel.

Feminine Form: Lemlin

Reichertshofen kommt meist als Reikershofen vor, auch Reykers-,

            Reukers-, Reckers-, Racken-, Reygercz-

Fehlerhinweis:

Nach 1500 gibt es eine andere Familie "Lemble zu Reichertshofen", die sich nach einem anderen Reichertshofen nennt, das zwischen Ingolstadt und Neuburg/Donau liegt. Vorwiegend nennen sie sich aber nach dem Besitz Rennertshofen bei Neuburg. Siehe die Stammfolge der Lemble zu Rennertshofen.


3. Die Lömmel in Neumarkt und Reichertshofen
.
Aus einem Aufsatz in: "Wies daheim ist", Beilage des Neumarkter Tagblatts Nr.45 vom 3.12.1925. (Der Name des Autors wurde nicht notiert.)








4. Die Lemlinsche Seelbadstiftung in Neumarkt

5. Der Heilsbronner Hof in Nürnberg
.
1348 erhielt Irmgard Lemblin in Nürnberg die Erlaubnis, neben der Lorenzkirche im Bereich des Heilsbronner Hofes ein Haus zu bauen.


[GL1973]


6. Lemblin in Solar

7. Einige Urkunden

8.
Namensvarianten der Nürnberger/Bamberger Lemlein/Lemmel




27.6.2014