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Johann Heinrich Pascha e053 – Theologieprofessor


Vater: Pas-32/i Erasmus Pascha e051

(* etwa ?1623) in Meersburg, † 1701 in Ingolstadt

1640 Univ. Ingolstadt. Professor, 1658-1664 Rektor der Univ. Ingolstadt. Ab 1667 in Salzburg, Konsistorialdirektor.

Regesten:

 •  Johann Heinrich Pascha, * Meersburg, † Ingolstadt. 1640 Univ. Ingolstadt, Priesterweihe in Rom, dann wieder Ingolstadt. 1655 Promotion theol. Fakultät. 1656 Pfarre und Kanonikat Eichstätt. Nach 1667 Kanoniker und Kanzler des Geistlichen Rates in Salzburg.
[Laetitia Boehm (Hrsg): Biogr. Lex. der L.M.Univ. München, Berlin 1998, S.302]

 •  Sommersemester 1640 in Ingolstadt immatrikuliert [s.Regest beim Vater]

 •  Wintersem. 1658, WS 1662, WS 1664 Rektor der Universität Ingolstadt.

 •  "Sacrosanctae theologiae doctor".

 •  Pfarrer in Ingolstadt, Professor für Kontroverstheologie.
[Pölnitz, Matrikel Bd.II,2, München 1940, Sp. 833, 882, 906. - Mtlg Dr. Franz Heiler, Diözesanarchiv Eichstätt]

 •  1667 geht er nach Salzburg, wo er bis zu seinem Tod 1701 als Konsistorialrat und, ab 1673, als Konsistorialdirektor gewirkt hat. [Mtlg Dr.Heiler]

 •  1688 Dr. Johann Heinrich Pascha, als Consistorialis Director in Baumburg bei Altenmarkt/Obb erwähnt. (Baumburg gehörte zur Erzdiözese Salzburg.) Er siegelt mit dem selben Wappen wie später Georg Jakob Lembl.

 •  15.Dez.1688 schreibt der Probst des Klosters Baumburg (das zum Bistum Salzburg gehört) einen Visitationsbericht an den Kurfürsten in München und erwähnt mehrmals (Seiten 260-263) einen Dr. Pascha, der selbst zweimal siegelt und unterschreibt (Seiten 271' und 274):
Johann Heinrich Pascha, Dr.,
Consistorialis Director et BMOis
ad Nives (Nines?) Ean. eu(Schnörkel)ria.

 •  Das Siegel zeigt ein Lamm mit Kreuzfahne und auf dem Helm zwei Flügel und einen Stern. Darin die Buchstaben IHPL.
[HStA München, KL Baumburg Nr.48, 1688. Fotokopien der Seiten 271' und 274, sowie schöne Fotografie des Siegels auf S.274; Durch Inge Höfler und Gerhard Lemmel 1985/1992.]

→ Die Siegelzeichnung ist genau dieselbe wie im Siegel des 1753 gestorbenen Klosterverwalters Georg Jakob Lembl. Archivrat Reiprich stimmt der Deutung zu, dass der Name Pascha die griechische Version des Namens Lemmel/Lembl sei. - Das kann nicht richtig sein, da die Familien Pascha und Lembl ganz unterschiedliche Herkunft haben (HDL).

→ Die Buchstaben IHPL sind die Initialen IHP des Namens; die Bedeutung des "L" ist unklar. Es könnte laut C.Mannsbart BHStA für den von Juristen häufig geführten akademischen Titel "Licentiatus [iuris utriusque]" stehen und eher nicht für "Pascha-Lemmel".

→ Dass Pascha und Lembl beide ein Osterlamm im Wappen führen, ist naheliegend; es ist ein "redendes" Wappen, das aus der Namensdeutung entspringt. Rätselhaft ist der Ursprung von Stern und Flügeln in der Helmzier. - Vorfahr von Georg Jakob Lembl ist der Wiener Ratsherr Hans Lemmel/Lämbl, dessen Siegel von 1592 bereits das Osterlamm mit Stern und Flügeln zeigt. Sein Nachkomme ist Georg Jakob Lembl, gestorben 1753 in Neumarkt/OPf, dessen Siegel ebenfalls das Osterlamm mit Stern und Flügeln zeigt. - Erasmus Pascha, der 1643 als Professor in Ingolstadt starb, hatte ein Osterlamm im Wappen mit dem selben Osterlamm in der Helmzier; sein Sohn Johann Heinrich in Baumburg hatte dann 1688 in seinem Siegel das Osterlamm mit Stern und Flügeln. Wieso Stern und Flügel? Zufall? Oder hatte er eine Lembl zur Frau oder als Mutter, so dass er Stern und Flügel aus dem Lembl-Wappen übernahm? - Zwei Generationen später: In Baumburg siegelt Georg Jakob Lembl um 1750 mit genau dem selben Wappen wie Johann Heinrich Pascha 1688 in Baumburg.

 •  Weiteres zur Biografie von Johann Heinrich Pascha:
Bio-bibliografisches Handbuch der Professoren der Universität Ingolstadt-Landshut-München. Wird (nach 1998) vom Universitätsarchiv München unter Federführung von Prof. Dr. Laetitia Boehm herausgegeben. [Mtlg Dr.Heiler]


2008 8 4