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Nicolaus Lemmel/Leml n011 – Kaufmann in Liegnitz und Prag


Vater: Pr-24/a Werner Lembl/Lemmel n010

(* etwa ?1350), † 1415

1381 in Liegnitz. 1400-1415 in Prag, reicher Kaufmann mit etlichen Häusern. 1401 Pfandgläubiger des Markgrafen Jost von Mähren. Er lieh der Nürnberger Burggräfin 150 Gulden.

∞ mit Hedwig .... n015

(* etwa ?1355)

1411 Niklas Lemlein, Bürger zu Prag, und Hedwig, seine eheliche Hausfrau.

Regesten:

 •  Zusammenfassung:
1381 ist Nitsche Lemmel in Liegnitz erwähnt.
Ab 1400 kauft Nicolaus Lemel mehrere Häuser in Prag, wo er als "mercator" (Kaufmann) bezeichnet wird. Um 1410 scheinen ihm 5 Häuser in Prag zu gehören, die ab 1412 wieder verkauft werden. 1414 oder 1415 scheint er gestorben zu sein. Nikolaus filius Kraft verkauft eins von Lemels Häusern, das zuvor schon einem (älteren) Nicolaus Kraft gehört hatte.
Eins der Häuser kaufte Nicolaus Lemel von Nicolaus Crymiczauer, der es kurz zuvor von Mathias Lemel erworben hatte.
Nicolaus und Mathias Lemmel dürften Söhne des zuvor in Prag lebenden Werner Lemmel sein.
1401 ist Nicolaus Lemmel Pfandgläubiger des Markgrafen Jost von Mähren.
Niklas Lemlein zu Prag hatte der Nürnberger Burggräfin Margarethe 150 Gulden geliehen; nach ihrem Tode verspricht Burggraf Friedrich von Nürnberg im Jahre 1411, diese Schuld zurückzuzahlen.
Nicolaus Lemmel hinerließ wohl keinen Sohn; andernfalls sollte man annehmen, daß ein Sohn den Hausbesitz übernommen hätte.

 •  Einzelheiten:

 •  1381 ist Nitsche Lemmel (Lemmechin) in Liegnitz in Schlesien genannt.
[Hans Bahlow: Schlesiens Deutschtum im Spiegel seiner Bürgernamen 1250-1500, in: Ostdt.Fam'kde Bd.7 S.137-144 (1975) S.143. - H.Bahlow teilte mir 1975 mit, das er hierzu keine genaueren Angaben gerettet habe. (HDL)]

 •  1401 in Prag: Nicolaus Lemmel ist Pfandgläubiger des Markgrafen Jost von Mähren: "Nicolaus Lemmel exhibuit cisum aureum cum aliis vadiis pro 11 sex. ex parte marchionis Jodoci."
[Stadtarchiv Prag, Mscr 997, Prager Stadtbuch fol.8b, 1401. - Laut Jaroslav Mezník: Die Finanzen des mährischen Markgrafen Jost (1375-1411). In: Acta Creationis; Unabhängige Geschichtsforschung in der Tschechoslowakei 1969-1980, vorgelegt dem XV. Internationalen Kongress für Geschichtswissenschaften, Bukarest 1980, ed. Vilém Precan, Hannover 1980, S.59-91, S.85 Anm.79. - Mtlg W.v.Stromer 1981.]

→ Manchmal fehlten dem Markgrafen Jost sogar verhältnismässig geringe Beträge; so 3 Einträge von 1400, 1401, 1402, wonach Jost sich von Prager Bürgern Geld ausleiht und Bücher (1400) und Juwelen als Pfand gibt. Darunter obiger Eintrag; die anderen beiden Pfandgläubiger sind Wladica und de Pesca. [Mezník]

→ sex. = sexagena = Schock (Prager Groschen). Also 11 sex. = 660 Groschen. [W.v.Stromer]

 •  1400: Nicolaus Lemel erkauft das Haus Nr.124 in Prag von Marzik Loschferber. Dort ist er noch 1405 als Nicolai Lemel genannt, 1405 "Lemlonis mercatoris", 1411 und 1412 "Nicolai Lemlini". 1418 geht das Haus an Herrn Petrus des Slawenklosters. Ein Haus in der Nähe (Nr.122) gehörte 1377-1379 dem Messerschmied Kunz Fuchs. [Bd.2 S.92]

 •  1405: Nicolaus Lemel erkauft das Haus Nr.37 in Prag (zu Tomeks Zeit: W Aleji) von Nikolaus Kraft. 1413 und 1415 ist das Haus als das des Nicolai Lemlini genannt. 1416 erkauft Bedricus cultellifex (= Friedrich Messerschmied) das Haus von "Nicolaum filium Kraft". [Bd.2 S.60]

 •  1406: Nicolaus Leml erkauft das Haus Nr.919 mit Garten in Prag (Marianske ul.) "olim Zigmundi subcamerarii" (das also zuvor dem Unterkämmerer Sigmund gehörte), von Magister Thomas Aurifaber de Solaris. - 1412 verkauft Nicolaus Lemlinus dieses Haus an Georg de Rakownik. [Bd.2 S.183]

 •  1406 gehört das Haus Nr.544 in Prag (W z\^elezné ulici = Eisengasse) Nicolai Crymyczawer. 1407 gehört dasselbe dem Nicolai Lemel. 1409 erkauft Margarete, Witwe des Andreas Ottikonis, pannicidus (pannus = Lappen, ärmliches Tuch), das Haus von Nicolaus Crymiczauer. - 1413: vormals Nicolai Leml, jetzt Witwe Andreas pannicidus. In ihrem Testament wird das Haus 1414 an Nicolaus Crymiczawer vermacht. [Bd.1 S.27]

 •  1408: "Lemlini" erwähnt. [Bd.2 S.318]

 •  1410: Nicolaus Leml erkauft das Haus Nr.917 in Prag (Marianske ulica) von der Witwe des Jakob Polak. 1412 kauft dieses Haus ein Petrus Hrbek von einem Johann Pectinifex (= Kamm-Macher). [Bd.2 S.183]

 •  1414: Nicolaus Krafft übernimmt das Haus des Lemlinus. - Der Garten des Lemlinus ist erwähnt. [Bd.2 S.323]
[Tomek, Wácslaw Wladiwoj: Základy starého místopisu Praz\^ského, Prag 1866-1875, Band und Seitenzahl wie jeweils angegeben]

 •  1.12.1411: Niklas Lemlein, Bürger zu Prag, bestätigt, dass ihm Burggraf Friedrich von Nürnberg zugesagt hat, ihm am kommenden Sankt-Jorgentag in Prag 150 rote gute ungarische Gulden zu bezahlen. Die verstorbene Burggräfin Margarethe, Witwe des Burggrafen Johann, war diese Summe schuldig geblieben. Der Brief ist versiegelt mit dem "Palmzeichen" des Niklas Lemlein und mit dem Siegel von Johann Rulant, Bergmeister und Bürger zu Prag.
[Staatsarchiv Bamberg, Brandenburger Lehen Urk. A 160 L.560 Nr.704. Fotokopie der Urkunde durch Gerhard Lemmel 1984. - Abgedruckt: Rudolph v.Stillfried u. Traugott Mercker, Monumenta Zollerana Bd.7 (1411-1417) Urkunden der fränkischen Linie, Berlin 1861, S.29]

→ Nach Auskunft des Staatsarchivs Bamberg findet sich diese Urkunde in den "Brandenburger Lehenurkunden", die in der Plassenburg lagerten und die etwa 1810 aus archivalischen Gründen nach Bamberg verlegt wurden. - Das Vorhandensein dieser Urkunde in Bamberg ist also kein Beleg dafür, dass der Prager Niklas Lemlein Beziehungen nach Bamberg hatte. [Gerhard Lemmel 1984]

 •  8.5.1415: Bedricus cultellifex resignavit domum suam cum area sitam inter domos Nicolai Lemlini et Jodoci alias Josstonis Obudly Hannussio Junckherule heredibus et successoribus suis omni iure ut solus tenuit et possedit ad habendum et hereditarie possidendum salvo censu octo sexag. grossor. literas habencium. - Publicavit iudicio primo II.III.IIII.
[Prag, Grundbuchsamt, Cod.6, Bl.104. - Laut Joseph Neuwirth: Die Junker von Prag. In: Mtlgn des Vereins f.Gesch.d. Deutschen in Böhmen Jg.33 (1895) S.85]

Hinweis:

 •  1395 kauft Nicolaus de Legnicz ein Haus in Prag. 1400 kauft Nicolaus de Legnicz, Cingulator (= Gürtelmacher), ein Haus in Prag.
[Tomek, wie oben, Bd.2 S.314 u. 46]
Es ergibt sich kein Hinweis, wonach Nicolaus de Legnicz mit dem 1381 beurkundeten "Nitsche Lemmel aus Liegnitz" identisch wäre. Der Cingulator ist womöglich noch 1413 als Niclas dictus Cingl genannt, wobei es sich aber wohl eher um einen Angehörigen der Familie Zingel handeln dürfte. (HDL)


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