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Gottfried Lammel 4495 – "Dorftyrann" in Proschwitz


Vater: Rbg-34/o Hans Friedrich Lammel 4414

(* etwa ?1700), † ..4.1764

Bis 1732 Gerichtsschöppe in Neuharzdorf. 1732-1764 Scholze in Proschwitz, "Dorftyrann". Besitzer des Kretschams. 1752 stiftet er den Aloisius-Altar in Maffersdorf.

∞ mit Anna Rosina .... 4295

(* etwa ?1710)

Kinder:

1. Maria Apollonia Lammel 4498, (* etwa ?1735)
Kinderlos.

∞ mit Hans Adam Bergmann 4499

(* etwa ?1730)

Er übernimmt den Kretscham in Proschwitz von seinem Schwiegervater.

2. Gottfried Lammel 4296, getauft 5.2.1741 in Grenzendorf
Er wurde (wann?) erschlagen.

3. Maria Anna Lammel 4297, getauft 24.1.1745 in Grenzendorf

Regesten:

 •  1732: Godefridus Lammel, Scultetus in Proschwitz, ist Trauzeuge in Reinowitz.

 •  Godefridus Lammel ∞ Anna Barbara in Grenzendorf lassen 2 Kinder taufen:
1741 Godefridus
1745 Maria Anna
[Internet, KB Reinowitz S.166(1732), 59(1741), 70(1745)]

→ 1741, 1745: Godefridus ist nicht als Scultetus bezeichnet!

 •  1763 Testament. Ein Sohn wurde erschlagen, kein männlicher Erbe.

 •  Die älteste Tochter Maria Apollonia starb kinderlos; sie war verheiratet mit Hans Adam Bergmann, der den Kretscham in Proschwitz übernimmt.

 •  In Proschwitz: 1732 musste ein neuer Scholze gesucht werden. Gottfried Lammel, welcher Gerichtsschöppe in Neuharzdorf war, übernahm am 22.4.1732 auf Antrag der Obrigkeit den Proschwitzer Kretscham für den Preis von 1000 Schock, zahlbar in 15 Jahresterminen.

 •  Lammel war der Mann, eine gesunkene Sache mit kräftiger Hand wieder aufzurichten. Als Muster eines Dorftyrannen verband Lammel mit grosser Energie unbarmherzige Strenge. Er regierte Proschwitz 32 Jahre mit einer Willkür, um welche ihn mancher König beneiden könnte.

 •  Die Proschwitzer Mühle Nr.47: Bei der Erbauung dieser neuen Mühle hatte der Scholtes Gottfried Lammel seine Hand im Spiele. Am 8.10.1754 wurde diese neue Mahlmühl auf Anstaltung des Proschwitzer Gerichtsscholtessen Gottfried Lammeln unter Trumpeten und Paukenschlag soleniter eingeweiht. Nach Vollendung dieser Solenität hat Scholtes Gottfried Lammel den Herrn P. Capellan nebst den Herren Wirtschafts-Officieren, dann Beambten mit einem ehrbaren und sittlichen Mittagmahl (darbei wieder Trumpeten und Pauken sich hören lassen) bewirthet, also dass bei und an dieser Geschicht Jedermänniglich Lust und Genügen getragen.

 •  Lammel starb im April 1764. Die Sage berichtet, dass während seines Hinscheidens böse Geister in Gestalt schwarzer Raben das Haus umflatterten. An seinem Begräbnistage tobte ein fürchterliches Unwetter, welches alsogleich dem schönsten Sonnenschein wich, sobald die Leiche in die Erde gesenkt war. Sein Geist soll nun ruhelos umher spuken und allerlei Schabernak nach Rübezahls Manier treiben.

[A. Jäger: Das Mühlenwesen im nördlichen Böhmen im vorigen Jahrhundert. VII: Die Proschwitzer Mühle. In: Mtlgn des Vereins f. Gesch. der Deutschen in Böhmen, Jg.8-11, Prag 1870-1873. - Jg.10 S.28. - Laut GL 1976]

 •  Maffersdorf: Der vierte Altar, der Aloisius-Altar, wurde 1752 vom Scholtes Gottfried Lammel von Proschwitz gestiftet. Er wurde gegenüber der Sakristei-Tüte und der Kanzel engebracht. Kurz vor dem 2.Weltkrieg hat ihn Frau Aoisia Porsche, die Gattin Ferdinand Porsches, bei einem Besuch bei ihrem Schwager Oskar, dem Porsche-Klempner in Maffersdorf, richten und auffrischen lassen. In der Nachkriegszeit wurde der Altar entfernt, das Altarbild kam in die Reichenberger Kreuzkirche.
[Internet www.maffersdorf 2012]


2012 7 14