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Hans Lemmel e801 – Bergmann in Schneeberg


Eltern: Sn-29/d Hans Lemmel/Lemmer e809, ... Bleinitzer e806

(* etwa ?1503), † am Ostertag 1548 in Schneeberg

1543-1548 Bergmann in Schneeberg. 1543 wird sein Haus beim großen Schneeberger Stadtbrand zerstört.

∞1) (etwa ?1530) mit ... .... e840

(* etwa ?1505), † vor 1539

∞2) 1539 in Joachimsthal mit Margarethe Preyßker e802

* 1509, begraben 18.2.1583 in Schneeberg

Porträtmedaille im Münzkabinett Wien: Margaretha Lemlin Aeta 50 Anno 1559, gestorben im 83.

ihr Vater: Paul Preyßker ea06, (* etwa ?1475)
Die Herkunft dieser Familie ist nicht bekannt. Siehe Sn-29/Pr

Kinder:

aus 1.Ehe:

1. Georg Lemmel e803, (* etwa ?1530), † post Judica 1558 in Schneeberg
1541/42 Lateinschüler in Schneeberg.

2. Hans, * um 1531 - Kaufmann und Ratsherr in Wien, siehe W-31/a

3. Steffen Lemmel e815, (* etwa ?1530)
1541/42 Lateinschüler in Schneeberg. Verbleib unbekannt. Wohl jung gestorben, jedoch nicht im Schneeberger Läutegeld- Verzeichnis erwähnt.

4. (Tochter) Lemmel e816, (* etwa ?1535)
1556 in Schneeberg: Der Lemlin Tochter Wirtschaft.

∞ 1556 in Schneeberg mit ... Struntz e756

(* etwa ?1530)

aus 2.Ehe:

5. (Tochter) Lemmel e818, (* etwa ?1540), begraben 3.12.1570 in Schneeberg

6. Michel, (* etwa ?1543) - in Schneeberg, siehe Sn-31/ab

7. Steffan, (* etwa ?1545) - Protestantenführer in Wien, siehe W-31/b

Regesten:

 •  Die Schneeberger Türkensteuerliste von 1542 enthält keinen Lemmel, da die Bergwerke und Einwohner der Bergstädte durch eine besondere Vergünstigung von der Steuer befreit waren. Auch Handel, der von Schneeberg ausging, war befreit. So werden die Schneeberger nur für auswärts verkaufte Waren oder auswärts angelegtes Vermögen besteuert (was offensichtlich für die Brüder Hans und Jakob Lemmel nicht zutraf).
[Paul Bamberg: Die Türkensteuer zu Schneeberg im Jahre 1542. In: Ekkehard, Halle/Saale, 14.Jg. Nr.6 S.333, 2.12.1938. - GL 1981]

 •  Dominica 9 1539 Heirat in Joachimsthal: Hanns Lemmel von Schneeberg und Margaretha eine Tochter Paul Preyßkers.


[Internet 2011, actapublica, Kirchenbuch Joachimsthal, Trauungen, im Internet Seite 32, rechte Spalte]

→ Die folgenden Schuleinträge zeigen, dass dies bereits die zweite Ehe von Hans Lemmel ist.

 •  Zum Schuljahr 1541/42 werden Georg, Johann und Steffen Lemel in die Schneeberger Lateinschule aufgenommen.

 •  1548: Joannes, Michael und Paul Lemmel.

 •  1556: Andreas, Christian und Steffen Lemmel.
[Schneeberger Kastenrechnungen lt.E.Költzsch u.W.Roch. - Vergl. Herbert E. Lemmel, Nachkommen Band 2 S.187]

→ Die drei Lateinschüler von 1541/42 können nur Söhne von Hans Lemmel sein, da dessen 1514 geborener Bruder Jakob zu dieser Zeit noch zu jung ist. 1548: Joannes ist aus anderen Quellen als Sohn von Jacob belegt; Michael und Paul können nicht sicher zugeordnet werden. 1556: Andreas ist nach anderen Quellen Sohn von Jakob; Christian und Steffan können nicht sicher zugeordnet werden.
→ Ich vermute, dass Michel und Steffan SÖhne aus der 1539 geschlossenen zweiten Ehe sind. (HDL)

 •  1543 wird beim großen Schneeberger Stadtbrand auch das Haus von "Hans Lemmel Bergkman" zerstört.

 •  1548 stirbt der alte Hans Lemmel am Ostertag. ("der alte" zur Unterscheidung vom gleichnamigen 17jährigen Sohn)
[Collektaneenchronik des Petrus Albinus, Schneeberg; Sächs. Landesbibliothek, Handschrift d 51 Fol.115 und 121.]
[Gustav Sommerfeldt: Erzgebirgische Forschungen und Geschlechterkunde, Teil 1, Dresden 1929, S.211f.]
[Vergl. Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.219]

 •  1544 erhält Hans Lemmel aus dem Kasten 50 fl geliehen (wohl zum Aufbau seines abgebrannten Hauses), wofür er seine Erbschaft zu Griesbach als Pfand einsetzt. Die Schuldverschreibung, für die 1544 die Zinsenschuld 1 fl 5 gr 3 pf beträgt, besteht 1547 noch.

 •  1548 Dienstag nach Ostern: 14 gr Läutegeld wegen Hans Lemmel (Beerdigung) eingenommen.
[Kastenrechnungen, wie oben]

 •  1543 wird Hans Lemell "nach Sankt Brigitta" belehnt.

 •  1549 wird Hans Lemell "in unser lieben Frauen" und "in der Sonne" belehnt.
[Bergarchiv Freiberg, Schneeberger Bergverleihbücher Bd.8 Fol.211, Bd.9 Fol.260b; laut E.Költzsch]

→ Die Belehnung 1549 muss ich, da Hans Lemmel 1548 stirbt, entweder auf die Witwe oder auf den 18jährigen Sohn Hans beziehen.

 •  1548, Dienstag nach Ostern, 14 gr Läutegeld wegen Hans lemmell eingenommen.
[Einnahmen von Läutegeld der Verstorbenen, Schneeberg 1534-83, lt.M.Möckel u. E.Költzsch]

 •  1548 löst die Hans Lemmelin ihres Mannes Stuhl um 5 gr.
[Kirchstuhlverzeichnis Schneeberg 1534-83, lt.E.Költzsch. - M.Möckel liest statt "ihres Mannes" "Tresmanns" und datiert auf 1548 oder 1549 oder 1550]

 •  1549: 18 gr Spruchgeld in Sachen Hans Lemmels Erben.

 •  1556 verehrt der Rat in Schneeberg 2 fl 9 gr für 18 Kannen Wein zur Bewirtung der Fremden uf der Lemlin Tochter Wirtschaft (=Hochzeit).

 •  1556: "der Lemlin Eidam uff Marienberg Struntz" (wohl der Schwiegersohn, der im gleichen Jahr der Lemlin Tochter heiratet).

 •  1558 beträgt die Tranksteuerschuld der Hans Lemblin 4 fl 2 gr 8 pf.
[Schneeberger Kämmereirechnungen; laut Ernst Költzsch]

→ 1557 löst die Hans Lemlin 3 Kirchenstühle. Das bezieht sich wohl auf den gleichnamigen Neffen, den Bäcker Hans Lemmel, dessen Heirat um 1557 der Anlass für den Kauf der Kirchenstühle sein dürfte. Die Tranksteuerschuld 1558 muss sich dann wieder auf die Witwe des Bergmannes Hans Lemmel beziehen.

 •  1558 post Judica ist Jorg Lemmel gestorben (also der Lateinschüler von 1541/42).
[Einnahmen von Läutegeld der Verstorbenen, Schneeberg 1534-83, lt. M.Möckel. - Nicht in den Auszügen von E.Költzsch]

 •  3.12.1570: 13 gr Läutegeld wegen der Hans Lemlin Tochter.
[Läutegeld, wie eben, lt. E.Költzsch. Bei Möckel ist das Datum 5.12.1570. - Hier handelt es sich um die Witwe des Bergmannes Hans L. und ihre erwachsene Tochter, und nicht um eine Tochter des Bäckers Hans L., da dann der Eintrag sicher "Hans Lemmels Tochter" gelautet hätte.]

 •  18.2.1583 wird in Schneeberg "Margarethe Hans Lemlin" begraben.
[Kirchenbuch Schneeberg, laut Ernst Költzsch]

 •  18.2.1583: 13 gr Läutegeld wegen der Hans Lemlin.
[Kastenrechnungen wie oben]

 •  1583 Porträtmedaille, die Hans Lemmel in Wien auf seine Mutter Margaretha 1583 anfertigen liess, mit der Inschrift: Margaretha Lemlin Aeta 50 Anno 1559, gestorben im 83.

»Griesbach:

 •  Die 1544 genannte Erbschaft zu Griesbach kann vom Vater Lemmel oder von der Mutter stammen. Griesbach ist ein Dorf bei Schneeberg, das zuvor den Herren von der Planitz gehörte. Diese verkauften es dem Rat der Stadt Schneeberg, nachdem dort vor allem Schneeberger Gewerken Grundbesitzer geworden waren [E.Költzsch].

 •  In den ältesten Steuerregistern von Griesbach 1570 und 1579 findet sich u.a. eine Familie Hennel, die eindeutig nicht als Lemmel gelesen werden kann. Weiter kommen Familiennamen vor, die zuvor in Chemnitz zur Lemmel-Verwandtschaft gehörten: In Griesbach ist 1570 und 1579 ein Wolff Philipp genannt, während 1496 in Chemnitz die Merten Lemelyn ihr Haus am Salzmarkt an Nicl Philipp verkaufte. In Griesbach ist mehrfach die Familie Engelmann genannt, während das Haus Jorg Lemmels in Chemnitz nach 1503 als Nicl Engelmanns Haus bezeichnet wird.
[StsA Dresden, Akte 645.14 S.68 für 1570, Akte 735.8 S.339 für 1579; laut R.Windisch] - [Vergl. Herbert E. Lemmel, "Geschichte" S.297.]

Regesten zu Margarethe Preyßker:


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