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Eltern: Sngl-33/f Johann Jakob Singöhl K726, Dorothea .... K725
* 19.6.1700 in Kaimen, † 16.1.1758 in Pogauen
1733 bis vor 1757 Frey in Pogauen, zunächst auf dem Kad- giehnschen Gut, dann ab 1740 auf einem anderen, zuvor wüsten Gut.
∞1) 17.11.1726 in Heiligenwalde mit Anna Martha Bardtke K264
* 28.2.1680 in Tilsit, † 20.3.1743 in Pogauen
ihre Eltern: Christoph Bardtke K064, (* etwa ?1645)
1680 Kaufmann in Tilsit.; ∞ mit Maria .... K065, (* etwa ?1650).
sie ∞1) 26.10.1710 in Heiligenwalde mit Reinhold Kodgien K258
* 6.4.1674 in Heiligenwalde, † vor 1726
1703 Frey in Pogauen, das er dann seinem Bruder Michael überlässt. 1711 Frey in Oblitten. 1716/1719 wieder Frey in Pogauen. Um 1730 "Hochzinser" in Pogauen. Siehe Ka-33/h
∞2) 24.10.1743 in Heiligenwalde mit Barbara Siegmundt K134
* 18.9.1695 in Mantau, † 18.2.1763 in Pogauen
1757 Christoph Singöhls Witwe Barbara geb. Siegmundt in Pogauen, als Universalerbin. Siehe Sngl-34/f2
ihre Eltern: Hironimus Siegmund Kf13, (* etwa ?1655), † 5.5.1719 in Mantau
Siehe Sngl-Sigm; ∞ 6.2.1682 mit Elisabeth Meller K713, (* etwa ?1662).
sie ∞1) mit Görge Bucholtz K268
(* etwa ?1690), † 10.4.1742
• Christoph Singöhl, * 19.6.1700 in Kaimen, Sohn von Johann Jakob Singöhl, gewesener Gastgeber in Mettkeim, ∞ 17.11.1726 mit Anna Maria Bardke, Witwe von Reinhold Kadgien von Pogauen.
• Seine Frau † 20.3.1743 in Pogauen.
• ∞2) 24.10.1743 mit Barbara Sigmunt, nachgelassene Witwe des seel. Görge Bucholtz, der am 10.4.1742 starb.
• Er † 16.1.1758 als Cöllmischer Frey und Gastgeber in Pogauen, 58 J. alt.
• Sie † 18.2.1763 in Pogauen.
[P.Plew, Ofb Heiligenwalde 2009]
→ Fehlerhinweis: Zuvor hatte ich irttümlich für Christoph Singöhl den gleichnamigen Chr.Singöhl in Wilditten als Vater angegeben. (HDL)
• 1733/1734 ist ein Singöhl (ohne Vorname) Frey in Pogauen auf dem Gut von vormals Reinhold Kadgiehn. 1738 Frey in Pogauen.
• Um 1738/1740 bebaut und etabliert er gegen 2 Frei-Jahre in Pogauen ein anderes Gut, das wüst war. Er wird Wüst-Hübner und Wüst-Bebauter genannt. Es ist neben dem Hennigschen das dritte Gut. Ab 1740 ist er auf diesem Gut, so dass das Kadgiehnsche Gut wieder in Kadgiehn-Besitz ist: Gottlieb Kadgiehn.
[Amtsrechnungen Waldau; GL 1964]
• 1734/1735 in Amtsrechnungen von Grünhof erwähnt. [H.Großmann]
• 1756 Hochzinser und Krüger in Pogauen.
[Prästationstabellen Walgau; Gl 1964]
• Hierzu schreibt H. Walsdorff 1983:
• Christoph Singöhl erwarb 3 wüste Hufen in Pogauen. Diese wüst gewordenen Ländereien waren zwischen den Gärtnern und Bauern in Pogauen unter der Hand verteilt. Die Hofstätte war verfallen. Singöhl bekam die Auflage, den Hof neu zu bauen und das alte, an dem Grundstück hängende Schankrecht wieder zu eröffnen. 1743 bestätigt der Amtmann in Waldau, dass ein großes Haus von 70 Fuß Länge und 40 Fuß Breite, dazu ein Schoppen (50x24) und eine Schauer (75x30) "gut und tüchtig gebaut" wären. Aber es entstehen Schwierigkeiten. Der Amtmann Andreas Nowack hatte Singöhl 6 Freijahre eingeräumt, da er durch die Bauten erhebliche Summen zu investieren hätte; er berechnete die Kosten auf 161†65†74 = 300 Thaler. Die Regierung war mit 6 Jahren nicht einverstanden: diese Großzügigkeit käme nur "Ausländern" zu, also Kolonisten von weither. Man könne Singöhl nur 3 Freijahre zugestehen. Ob der Gegenvorschlag des Amts (4 1/2 Freijahre; und man wolle ihn als einen Gärtner consignieren) akzeptiert wurde, ist nicht ersichtlich. Der Jahreszins wurde auf 51 TGhaler 81 Groschen und 12 Pfennig festgesetzt; die Gebäude wären in Dach und Fach zu unterhalten; auch wurde Befreiung von Scharwerk und Dienstleistungen zugebilligt. Dass das daselbst gewöhnliche Schankwerk von Bier und Brandtwein wieder einzurichten wäre, wurde erneut betont. Die üblichen onera publica sind jedoch zu leisten.
• Nun machte die Frage des Schankwerks Ärger. Der Graf von Wallenrodt in Willkühnen, der im Pogauen angrenzenden Hohenrade einen Krug besaß, protestierte und ging offenbar von einem Gericht zum anderen. 1771 wurde von Wallenrodt abgewiesen, als Singöhl selbst schon nicht mehr lebte. 1778 mußte der jetzige Amtmann (Major) einen neuen Bericht geben. Er weist nach, dass der Krug bestens floriert: 1774-1778 wären jährlich im Durchschnitt 175 Tonnen Bier umgesetzt, und da Pogauen nur Amtsbier ausschänken durfte, war das auch für den Fiskus eine schöne Einnahme.
• Ein dritter Streit erhob sich, der in die Verwandtschaft eingriff: Christoph Singöhl starb 1757, und als Universalerbin ist seine Frau Barbara Siegmundtin genannt. Neben dem Landgeschworenen Albrecht Ernst Wangnick in Kalkeim sind Anna Regina Goebelin aus Neuhausen, eine Schwester der Witwe, und Dorothea Singeöhlin, Schwester des Verstorbenen, involviert. Amtmann Major, der die Witwe Nowack geheiratet hatte und Nachfolger ihres ersten Mannes geworden war, unterzeichnete das Protokoll. Darufhin protestiert sofort der Cöllmer Reinhold Kadgiehn aus Michelau; 1763 erneuert er, jetzt als Arrendator von Jägerthal, den Einspruch, der 1764 von seiner Frau (aus Heiligenwalde gebürtig) wiederholt wird. Man gibt an, der Vater Reinholg und seine Frau Anna Maria (ohne Nennung ihres Geburtsnamens) hätten schon 1701 das Grundstück und den Krug erworben, sie hätten 4 Kinder (davon 2 Söhne, Reinhold jun. und Gottlieb in Pogauen) und wären vor etwa 7 Jahren (also um 1757) gestorben. Dann hätte der Krüger Singöhl die Stelle an sich gebracht, und es wäre nicht in Ordnung, wenn seine Witwe nun das Grundstück ihrem "Zeuglinge" Barbara Siegmund bzw ihrem Verlobten, dem Knecht Damerau, überlassen wolle. Damerau war ein Sohn eines Cöllmers Reinhard Damerau, der vielleicht im nahen Mantau sein Gut hatte oder auch im Schulzenhaus in Tromitten im Kirchspiel Powunden (Freischulz Hieronymus Damerau, 1666 tot), aus dem Hans Kadgiehn, Galgarben, seine Frau Barbara geholt hatte.
• Die Frage, wie der Michelauer/Jägersdorfer Reinhold und seine Frau für sich ein Erbrecht am Kruggrundstück Pogauen beanspruchen konnten, die immer aufs neue von Amts wegen abgewiesen ist, läßt sich wohl erklären: Der Vater Reinhold, etwa 1680 geboren und 1710 in Heilgenwalde mit Anna Martha (oder: Maria) verheiratet, lebte zuerst in Pogauen, ging dann nach Oblitten und starb (vor 1760) in Dunau [letzteres wohl Irrtum! - HDL]. Er gehörte mit zu den Gärtnern und Bauern, die die wüste Stelle in Pogauen stillschweigend bewirtschafteten, ohne ein besseres Recht darauf zu haben als die anderen. Sein Vater Michael starb vor 1701 in Pogauen, und nun sind "der seel. Kaddegiehnen Erben" am Zuge, die die Rechtsverhältnisse aber nicht mehr durchschauen konnten. Aus den Unterlagen geht ja klar hervor, dass die strittigen Hufen herrenlos waren, und davon, dass hier der Krug weiterbestanden habe, kann keine Rede mehr sein. Es stört auch nicht, dass die anderen Erben sich nicht auch beschweren: ihnen ist die Unklarheit der Situation bekannter, und Singöhl und seine Frau gehören ja nach Pogauen.
[Tauf- und Heiratseintrag der Tochter Anna Martha, laut Horst Kadgien und Egon Oertel]
• 1680 Christoph Bardtke, auch Berdke und Bardeck, mit seiner Frau Maria in Tilsit.
[Mtlg I.Sellheim]
[P.Plew, Ofb Heiligenwalde 2009]