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Kaleidoskop:
Statistisches
15000 Lemmel
Ende 2011 enthielt das Lemmel-Archiv mehr als 40.000 Personen,
darunter
15.000 Lemmel in verschiedenen Schreibweisen, nämlich etwa
7.000
Lämmel,
5.500 Lemmel,
1.000 Laemmel,
200 Lemel, und
1.300
andere in verschiedenenVarianten wie Lem(b)le(i)n, L(a)empel und
ähnlich.

Wer waren die ersten Lemmel und Lämmel ?
Der früheste Lemmel-ähnliche Name
Lämmlein-ähnliche Namen, die seit dem 12.Jahrhundert
besonders in Süddeutschland häufig sind, gehören zu den
ältesten Familiennamen überhaupt. Der Name "Lemmel" in dieser
Schreibweise entsteht aus "Lembelin" und "Lemlein" erstmals im 14.
Jahrhundert.
1151 in Nürnberg: Cunradus Lembelin de Nurenberch und seine Frau
Gertrudis werden ab 1151 mehrfach in Köln erwähnt. Er
dürfte einen unbekannten Bruder in Nürnberg gehabt haben, der
der Stammvater der dortigen Lembelin/Lemlein/Lemmel wurde. Die ersten
Nürnberger Familienurkunden gibt es kurz nach 1300: 1304 wird ein
"H.Lemlein" im Handlungsbuch der Nürnberger Kaufmannsfamilie
Holzschuher erwähnt; 1305 ist im Nürnberger Bürgerbuch
ein "Chunr. Lembelin" verzeichnet, der für einen Neubürger
bürgt, also selbst schon längere Zeit in Nürnberg
ansässig sein muss. Er dürfte der Stammvater nahezu aller
Lemmel und
Lämmel sein.
1220 in Heilbronn: In Heilbronn ist im Jahre 1220 der
latinisierte Name Cunradus Lemmelinus erwähnt. Die deutsche
Namensform dazu, wie sie sich aus anderen Urkunden ergibt, ist aber
Lemmelin oder Lemlin. Es ist also nur ein Lemmel-ähnlicher Name.
Eine Verwandtschaft der Heilbronner Lemlin mit den ersten
Nürnberger Lembelin ist durchaus möglich, lässt sich
aber mangels erhaltener Urkunden weder beweisen noch widerlegen.
Der erste "Lemmel"
Im Jahre 1312 erwirbt das Augsburger Domkapitel ein
Bauerngut in
Zusamaltheim namens "Lemmelhof".
[Bay.Hauptstaatsarchiv München, Augsburg Domkapitel U 131. Vergl.
Regesta Boica Bd.5 1836 S.224.]
Es ist durchaus wahrscheinlich, dass der Name dieses Hofes von seinem
früheren Besitzer stammt. Aber Zusamaltheim liegt am Rand des
Donaurieds 10 km südöstlich von Dillingen, und hier
lässt sich keinerlei Zusammenhang mit unseren Nürnberger
Lemmeln feststellen.
1319 Nürnberg: Der erste "Lemmel" in dieser Schreibweise
taucht in unserer Familie erstmals 1319 mit Hermannus Lemmel in einer
Würzburger
Urkunde auf. Er lebte wohl in Nürnberg, wo die Familie erst
Lembelin, dann meist Lemlein genannt wurde, woraus sich erst
allmählich die Form Lemmel entwickelte. 1392 ist die zweite
Nennung der Namensform Lemmel in einer Nürnberger Urkunde, die
sich auf Werner
Lemlein bezieht. Diese ersten Nürnberger "Lemmel" sind nicht
Vorfahren der heutigen Lemmel und Lämmel, wohl aber mehr oder
weniger nah verwandte Onkel.
1364 Böhmen: Bei den Nürnberger Lemlein setzt sich die
Namensform "Lemmel" besonders früh in Böhmen durch: 1364
Wernher Lemmel in Prag, der sonst als Lembel und ähnlich
erwähnt ist. 1381 Nicolaus Lemmel in Liegnitz, der in Prag sonst
Leml oder Lemel genannt wird. 1396 Mathis Lemmel in Prag, der
spätere Schatzmeister des deutschen Königs Siegmund; neben
der vorwiegenden Schreibweise Lemmel kommt er auch als Lemil, Lemmyl,
Lämlin, Lemblin oder gar Lomel vor. 1413 in Freiberg/Sachsen der
Strauchritter Michael Lemmel aus Tetschen in Böhmen; das ist der
erste Lemmel in Sachsen.
1476 Chemnitz: Die meisten heutigen Lemmel und Lämmel stammen von
den Chemnitzer Lemlein/Lemmel ab, die 1437 aus Bamberg kamen. In dieser
Ahnenreihe ist es erstmals Merten Lemmel 1476 in Chemnitz, der in
dieser Schreibweise vorkommt. Die Vorfahren schrieben sich "Lemlein"
und gelegentlich "Lemel".
Der erste "Lämmel"
Der erste "Lemmel", der zuvor genannte Hermannus
Lemmel 1319 im
Würzburger Lehenbuch, wird in einer Randnotiz der gleichen Urkunde
auch "Læmmel" geschrieben; das ist ein Vorläufer der
späteren Schreibweise "Lämmel". Bis zur Barockzeit wurde der
Umlaut ä kaum benutzt. Ein kleines Lamm war ein Lemlein oder ein
Lemmel. Man schrieb nicht "nämlich" sondern "nemlich" und nicht
"Käse" sondern "Kes". Erst im 17. und 18. Jahrhundert setzte sich
der Umlaut ä mehr und mehr durch. In Sachsen, wo unser Name
zunächst ausschließlich mit e geschrieben wurde, wird er
heute vorwiegend mit ä geschrieben, obgleich einige Zweige auch
dort die alte Schreibweise "Lemmel" beibehielten. Dennoch gibt es
einige recht alte Vorkommen des Namens mit ä:
1444 Heinrich Lämell in Neumarkt/Oberpfalz, 1446 Heintz
Lämmell im Gefängnis in Cham/Oberpfalz. Beide also noch nicht
ganz in der heutigen Schreibweise.
Der erste "Lämmel": 1539 Jeronimus Lämmel in Zwickau. - Dann
1577 Paulus und Petrus Lämmel aus Schneeberg als Studenten in
Leipzig, die dann wechselnd Lemmel und Lämmel geschrieben werden.
- 1592 Siegel des Hans Lämmel ("LÆMMEL") aus Schneeberg in
Wien, der sonst auch Lemmel oder Lämbl genannt wird.
Die "ältesten" Lemmel und
Lämmel
(Diese Zusammenstellung ist nicht ganz auf neuestem Stand.)
100 Jahre und Platz 1:
1969 starb in Plymouth im US-Staat Nebraska George J. Lammel eine Woche
nach seinem 100sten Geburtstag. Sein Vater Georg Lemmel war 1843 in
Eckwersheim im französischen Elsass geboren und kam im Alter von 5
Jahren mit seinen Eltern nach Kanada. Dort wurde 1869 der Sohn George
J. Lemmel geboren, als dritter von 12 Geschwistern. 1882 zog die
Familie nach Nebraska, wo durch orthografische Schlamperei für
einige der Brüder der Familienname "Lammel" entstand, während
andere den ursprünglichen Namen "Lemmel" beibehielten.
96 Jahre und Platz 2:
1969 starb in Annaberg im Erzgebirge der Schlosser aus Chemnitz Paul
Lemmel im Alter von 96 Jahren einem Monat und 9 Tagen [Lk-41/f]. "Er
war bis zuletzt bei klarem Verstand und wäre bestimmt 100 Jahre
alt geworden, wenn ihm nicht ein Sturz zum Verhängnis geworden
wäre." Dies schrieb sein Neffe und Pflegesohn Erich Lemmel in
Chemnitz, der am 19.4.1992 im Alter von 92 Jahren und 9 Monaten starb
[Lk-42/fe]. Er liegt damit auf dem 8. Platz.
Paul Lemmels Urgroßvater, der 1793 geborene Strumpfwirker
Gottlieb Lemmel in Stelzendorf bei Chemnitz, war 1879 im Alter von 86
Jahren und zwei Monaten gestorben [Lk-38/c]. Dessen Vater, der 1755
geborene Handarbeiter Gottlob Lemmel in Stelzendorf, war "nur" 82 Jahre
alt geworden [Lk-37/b], aber er hatte einen Vetter, den Bauersmann
Andreas Lemmel in Neukirchen bei Chemnitz, 1744 in Leukersdorf geboren,
der 89 Jahre und 5 Monate alt wurde [Lk-37/a].
Dieser Lemmel-Stamm aus Leukersdorf bei Chemnitz hat also einen
besonders langlebigen Zweig; das gibt es aber auch in etlichen anderen
Lemmel-Stämmen.
95 Jahre und Platz 3:
Den 2. und 3. Platz nehmen ostpreußische Lemmel ein. 1985 feierte
Erich Lemmel, der 1890 in Königsberg in Ostpreußen geboren
wurde, und der 1966 den ersten Nachkriegsfamilientag in Wiesbaden
organisiert hatte, seinen 95. Geburtstag. Zusammen mit seiner
89-jährigen Frau Erna hatte er kurz zuvor im Dezember 1984 die
eiserne (65-jährige) Hochzeit gefeiert, wozu er ein
Glückwunsch-Schreiben des Bundespräsidenten Richard von
Weizsäcker bekam. Er starb im Alter von 95 Jahren und 7 Monaten
[L-40/ua]. Seine Witwe Erna starb 1995 fünf Monate vor ihrem 100.
Geburtstag.
Auch sein Bruder Arthur und drei seiner Vettern wurden sehr alt: Arthur
Lemmel, Arzt aus Königsberg, starb 1980 in München im Alter
von 87 Jahren 9 Monaten [L-40/ui]. Hans Lemmel, Forstprofessor in
Eberswalde und Hannoversch-Münden, starb 1975 im Alter von 86
Jahren (weniger 12 Tage)[L-40/v]. Gerhard Lemmel, Arzt in
Königsberg und Bremervörde, starb 1987 im Alter von 85 Jahren
und exakt 6 Monaten [L-40/xa]. Sein Bruder Heinz Lemmel, Arzt in
Königsberg und Lüneburg, starb 1987 im Alter von 83 Jahren
und 5 Monaten [L-40/xo]. Ihre Kusine Ingeborg Höfler geb. Lemmel
starb 2006 im Alter von 85 Jahren und exakt 2 Monaten [L-41/we]. Ihr
Großvater Franz Lemmel, der kaiserlicher Kriegsrat gewesen war,
starb 1946 in Berlin im Alter von 85 Jahren und 9 Monaten; er
verhungerte im Nachkriegsjahr. Seine Tochter Lotte Rudl geb. Lemmel
starb 1995 in Innsbruck im Alter von 88 Jahren und 5 Monaten.
Aus einem anderen Zweig der ostpreußischen Lemmel stammte Wilhelm
Lemmel. Er wurde 1839 in Berlin geboren, war Zugführer in
Ostpreußen und starb 1934 in Stettin im Alter von 95 Jahren und
knapp zwei Monaten [L-39/l]. Damit nimmt er den vierten Platz ein.
94 Jahre und Platz 5:
Der 1912 in Schleiz in Thüringen geborene Dipl.-Ing. Günther
Lämmel aus dem Stamm Rödlitz starb Anfang 2007 im Alter von
94 Jahren, 10 Monaten und 9 Tagen. [Rö-42/f]
93 Jahre und Platz 6:
In Chemnitz starb 1839 im Alter von 93 Jahren der Auszugsbauer aus
Borna bei Chemnitz Johann George Lämmel [Bo-37/d]. Weiteres
über ihn findet man unter dem Stichwort "Kinderreichtum".
92 Jahre und Platz 7:
Hedwig Lämmel, 1855 in Chemnitz geboren, feierte mit ihrem Mann,
Richard Lorenz, in Schneeberg im Erzgebirge die Diamantene Hochzeit und
wurde 92 Jahre alt [Ns-39/a.2].
91 Jahre und Platz 8:
Laut einer Nürnberger Zeitungsanzeige starb im Juli 1988 Karl
Lämmel im Alter von 91 Jahren und fast 7 Monaten. Es ist nicht
bekannt, wo er geboren wurde und zu welchem Lämmel-Stamm er
gehört. Auch sein vermutlicher Bruder, der Malermeister Johann
Friedrich Josef Lämmel aus Nürnberg, starb 1979 im hohen
Alter von 87 Jahren und 8 1/2 Monaten. Dieser Familienzweig muss noch
erforscht werden.
90 Jahre:
Louis Lemmel aus Kiel, Apotheker in Süderstapel im
Holsteinischen, starb 1904 im Alter von 90 Jahren und 7 Monaten
[Wh-39/e]. Sein Enkel war der Weltreisende und Schriftsteller
Hans-Heinrich Lemmél, der 1974 als 84-jähriger in Wiesbaden
starb [Wh-40/e.2].
Alfons Lemmel Ritter von Seedorf, geboren 26.4.1892,
Diplom-Ingenieur in Lehrte, starb am 20.9.1982 im Alter von 90 Jahren
und 5 Monaten [Se-40/a]. Sein gleichnamiger Vater war 85 Jahre und 8
Monate alt geworden [Se-39/a].
89 Jahre:
Heinrich Lemmel, Tischler und Eisenbahnbeamter, starb 1981 in Cuxhaven
im Alter von 89 Jahren und 7 Monaten [Bü-41/c].
Die folgenden waren allesamt Strumpfwirker in Auerbach im Erzgebirge:
1957 starb dort Gustav Lämmel im Alter von 89 Jahren und
exakt 6 Monaten [GA-42/b]. Sein Onkel Friedrich Wilhelm
Lämmel starb 1947 im Alter von 89 Jahren und 3 Monaten [GA-41/d].
Gustavs Bruder Max Lämmel starb 1960 im Alter von 88 Jahren
20 Tagen [GA-42/c]. Carl Gottlieb Lämmel, der Vater und
Großvater dieser
drei, war 1901 im Alter von 82 Jahren 17 Tagen gestorben [GA-40/a].
Fritz Lämmel, Schlosser in Nürnberg, aus Nassau im Kreis
Brand-Erbisdorf, starb 1977 im Alter von 89 Jahren 2 Monaten
[Cra-40/i]. Bei den Einladungen zum Nürnberger Familientag 1989
versuchte man, seinen 100. Geburtstag, der Ende 1988 gewesen war, als
Anlass für Reisebewilligungen für DDR-Lämmel zu
benutzen, leider vergeblich.
88 Jahre:
Jakob Lemmel, Schneider in Grünstädtel im Erzgebirge, starb
1660 im Alter von 88 Jahren, laut Angabe im Kirchenbuch, wo das genaue
Alter mit Monaten und Tagen nicht eingetragen ist [Sz-32/c]. Er war
1572 geboren worden! Zu dieser Zeit war ein Alter über 85 Jahren
noch ganz selten. Er hatte aus drei Ehen 13 Kinder gehabt. Bei der
Geburt des jüngsten Kindes war er 65 Jahre alt. Sein Sohn, der
Gerichtsschöppe Balthasar Lämmel, der ebenfalls Schneider in
Grünstädtel war, wurde 85 Jahre und 2 Monate alt. - Man
beachte, dass hier zwischen Vater und Sohn die Schreibweise des Namens
von -e- zu -ä- wechselte.
Curt Lämmel, Textilwarenhändler in Neudorf im Erzgebirge,
starb 1984 im Alter von 88 Jahren 4 Monaten [Cra-41/b].
Andreas Lämmel, Zimmermann und Viehpächter in Cannewitz
(liegt etwa zwischen Chemnitz und Leipzig), starb 1846 im Alter von 88
Jahren und 3 Monaten [Gas-37/a].
Friedrich Wilhelm Lämmel aus Gelenau, Strumpfwirker in Klaffenbach
bei Chemnitz, starb 1918 im Alter von 88 Jahren 2 Monaten und 8 Tagen
[G-39/j]. Dieses Alter verfehlte um nur 6 Tage Paul Lämmel, der
bis zur Vertreibung Zimmermann in Reichenbach in Niederschlesien
gewesen war, und der 1959 im Alter von 88 Jahren 2 Monaten und 2 Tagen
starb [Str-40/c].
87 Jahre:
Bei den Lämmel-Töchtern ist das Sterbealter nur in wenigen
Fällen bekannt. Da ich die Kirchenbücher auf alle Vorkommen
des Namens Lemmel/Lämmel durchsehen ließ, konnten die
Töchter, die mit ihrer Heirat einen anderen Namen annehmen, meist
nicht erfasst werden. Eine besonders alt gewordene Lämmelin ist
Else Straube geb.Lämmel, geboren im Juli 1901, die im Herbst 1988
in Radebeul bei Dresden starb, 87 Jahre und 4 Monate alt [GV-40/g.3].
August Friedrich Lämmel in Bernsdorf in Sachsen, der im Sommer
Maurermeister und im Winter Strumpfwirker war ("Stamm Rödlitz"),
starb 1908 im Alter von 87 Jahren und 3 Monaten.
86 Jahre:
Andreas Lemmel, geboren 1668, erst Schneider in Klaffenbach, dann Bauer
in Neukirchen, starb 1755 im Alter von 86 Jahren und 4 Monaten.
[Klaf-35/a]
Christian Ferdinand Lämmel, Braumeister in Crottendorf im
Erzgebirge, starb 1903 im Alter von 86 Jahren und 8 Tagen [Db-38/z].
Man muss also über 85 Jahre alt werden, um unter die 30
ältesten Lemmel oder Lämmel zu kommen. Die älteste
angeheiratete Lämmelin wurde aber über 100 Jahre alt, was
bisher nur ein Lemmel geschafft hat:
Frau Anna Maria Lämmel geborene Löffler starb 1964 in Lugau
bei Stollberg/Erzgebirge im Alter von 100 Jahren und 3 Monaten. Sie
hatte 8 Kinder geboren, erlebte die Geburt des 14. Urenkels und des
ersten Ururenkels und machte bis zuletzt halbstündige
Spaziergänge. Das berichtete die Stollberger Kreiszeitung. – Frau
Erna Lemmel in Wiesbaden, die fünf Monate vor ihrem 100.
Geburtstag starb, erwähnte ich schon oben bei ihrem
95-jährigen Mann Erich Lemmel.
Es gibt noch etliche angeheiratete Lemmelinnen, die sehr alt wurden. So
starb 1743 in Glauchau im Alter von 96
Jahren und 7 Monaten Frau Magdalena Lemmel geborene Gräfe
[Tm-33/a.2].
1837-1889 Kinderreichtum
In Chemnitz starb 1839 im Alter von 93 Jahren Johann George
Lämmel, ein Auszugsbauer aus Borna bei Chemnitz, und
hinterließ eine lebende Nachkommenschaft von 168 Personen,
nämlich 5 Kinder, 50 Enkel, 97 Urenkel und 16 Ururenkel. So steht
es als denkwürdiges Ereignis in der Pintherschen Chronik der Stadt
Chemnitz von 1855. Dabei wurden die jung gestorbenen Kinder offenbar
nicht einmal mitgerechnet. Dieser Johann George Lämmel hatte aus
drei Ehen "nur" 15 Kinder, womit er nicht an erster Stelle der
kinderreichsten Lämmel steht. Er hatte auch nur drei Söhne,
so dass viele der zahlreichen Nachkommen Töchterkinder sind, die
nicht den Namen Lämmel tragen. Bisher wurde nur versucht, die
Nachkommen zu erforschen, die den Namen Lämmel tragen. Dabei
wurden bisher gefunden: 3 Söhne, 8 Enkel, 13 Urenkel, 32
Ururenkel. Damit ist dieser Lämmel-Stamm aus Borna bei Chemnitz
derjenige, der sich rascher vermehrte als alle anderen
Lämmel-Stämme.
Die kinderreichsten Lemmel und Lämmel
Extremer Kinderreichtum mit mehr als 15 Kindern kommt fast nur im
19. Jahrhundert vor, ist jedoch oft mit hoher Kindersterblichkeit
verbunden. 12 oder 13 Kinder sind sehr häufig.
Da die Kirchenbücher zumeist im 16.Jahrhundert anfangen, kann man
für die Zeit vorher keine vergleichbaren Aussagen machen. In den
erhaltenen Urkunden, zum Beispiel in Erbschaftsverträgen, werden
die jung gestorbenen Kinder nicht erwähnt, so dass die Gesamtzahl
der Kinder nicht ermittelt werden kann. Wo aber die Taufbücher
erhalten sind, kann man sehen, dass es im 17., 18., und im 20.
Jahrhundert keinen vergleichbaren Kinderreichtum gab wie im 19.
Jahrhundert.
21 Kinder:
Karl Hermann Lemmel, geboren 1834 in Neukirchen bei Chemnitz,
Handschuhfabrikant in Limbach, hatte aus zwei Ehen 21 Kinder, die in
dem überaus kurzen Zeitraum von nur 27 Jahren zwischen 1862 und
1889 geboren wurden. Es waren 12 Söhne, 9 Töchter, keine
Zwillinge. Aber nur 7 Kinder wurden erwachsen. [Klaf-40/ff]
20 Kinder:
Christian Ehregott Lämmel, geboren 1766, Huf- und Waffenschmied in
Markersbach-Mittweida im Erzgebirge, hatte in 3 Ehen 20 Kinder, die
innerhalb von 36 Jahren zwischen 1790 und 1826 geboren wurden. Darunter
10 Söhne, 10 Töchter, und keine
Zwillinge. [Ra-37/e]
19 Kinder:
Ernst Lämmel, geboren 1863, Strumpfwirker und Maurer in Gelenau im
Erzgebirge, hatte aus 2 Ehen 19 Kinder, geboren in einer Zeitspanne von
25 Jahren 1887-1912, darunter ein Zwillingspaar. Es waren 14 Söhne
und 5 Töchter. 12 Kinder starben bald nach der Geburt. [G-40/q]
Johann Wilhelm Lemmel/Lämmel, Strumpffabrikant in Neukirchen bei
Chemnitz, geboren 1806, hatte aus 2 Ehen 19 Kinder, geboren in den 31
Jahren von 1838 bis 1869, darunter ein Zwillingspaar. Es waren 10
Söhne und 9 Töchter. 7 Söhne wurden erwachsen und
heirateten. [Neuk-39/f]
18 Kinder:
Johann Gottfried Lämmel, Huf- und Waffenschmied in Schönau
und Leukersdorf bei Chemnitz, hatte aus 2 Ehen 18 Kinder: 11 Söhne
und 7 Töchter, geboren in den 30 Jahren zwischen 1755 und 1785.
Die kinderreichsten
Lemmel-Ehen
Die zuvor aufgezählten kinderreichsten Lemmel-Väter
waren alle mehrfach verheiratet gewesen. Es gibt aber auch erstaunliche
Kinderzahlen aus einer einzigen Ehe.
18 Kinder:
Johann August Lemmel, Bauer in Neukirchen bei Chemnitz, geboren 1807,
hat aus einer einzigen Ehe 18 Kinder, die ab 1837 in nur 17 Jahren (!)
geboren wurden. Darunter sind zwei Zwillingspaare. Im einen Fall wurde
der eine Zwilling, laut Kirchenbuch, am 21.3. um 24.00 Uhr, der andere
am 22.3. um 0 Uhr geboren. [Klaf-39/c]
17 Kinder:
Carl Gottfried Lämmel, Bauer in Gornsdorf im Erzgebirge, geboren
1766, hatte aus einer Ehe 17 Kinder, die ab 1790 innerhalb von 25
Jahren geboren wurden. [Go-38/e]
Christian Ferdinand Lämmel, Braumeister in Crottendorf im
Erzgebirge, geboren 1817, hatte aus einer Ehe 17 Kinder, die ab 1845
innerhalb von 26 1/2 Jahren geboren wurden. Zuvor hatte er noch ein
uneheliches Kind. [Db-38/k]
16 Kinder:
Theodor Lemmel, Schuhmacher in Erfenschlag bei Chemnitz, geboren 1861,
hatte aus einer Ehe 16 Kinder, die ab 1887 innerhalb von 26 Jahren
geboren wurden. Sein Bruder Robert Lämmel (der eine mit -e-, der
andere mit -ä-!), Strumpfwirker in Markersdorf bei Chemnitz, hatte
ebenfalls aus einer Ehe 16 Kinder, die ab 1886
innerhalb von nur 22 1/2 Jahren geboren wurden. [Al-40/a,b]
Die söhnereichsten
Lemmel und Lämmel
Mehr als 10 Söhne in einer Familie kommen öfter mal vor,
aber meistens sterben einige davon bereits als Kind. Sechs erwachsene
Söhne sind noch relativ häufig, aber mehr als sechs sind
selten.
9 erwachsene Söhne:
Ernst Ludwig Lämmel, geboren 1893 in Cheminot bei Metz, wurde
Schreiner in Alzey in der Rheinpfalz. Er hatte 9 Söhne, die alle
erwachsen wurden. Seine Vorfahren lebten in Borna bei Chemnitz.
[Bo-41/qr]
8 erwachsene Söhne:
Johannes Lemmel, geboren 1658, Eisengießer und Bauer in Raschau
im Erzgebirge, hatte 8 Kinder, und alle 8 sind Söhne, und alle 8
werden erwachsen. [Ra-34/b]
7 erwachsene Söhne:
Adolph Lämmel, Kirchner in Gelenau im Erzgebirge, hatte unter 12
Kindern 7 erwachsene Söhne, die zwischen 1895 und 1915 geboren
wurden. Unter den anderen 5 Kindern, die kurz nach der Geburt starben,
waren 3 weitere Söhne. [G-40/u]
Paul Willy Lämmel, Bergmann in Oelsnitz im Erzgebirge, hatte unter
12 Kindern 7 Söhne, die zwischen 1925 und 1944 geboren wurden. Die
anderen 5 Kinder starben kurz nach der Geburt. Der Verbleib der 7
Söhne ist noch nicht bekannt, da die Familie wohl 1945 von
Oelsnitz fortzog. Es ist also nicht sicher, ob alle 7 Söhne
erwachsen wurden. [Go-42/o]
Johann Wilhelm Lemmel/Lämmel in Neukirchen bei Chemnitz, geboren
1806, hatte 7 erwachsene Söhne unter 19 Kindern insgesamt.
Weiteres siehe unter "Die kinderreichsten Lemmel und Lämmel".
[Neuk-39/f]
Georg Lemmel, geboren 1843 im Elsass, ging mit seinen Eltern
nach Kanada, wo er 1864 heiratete. Seine Frau stammte aus Hessen. Sie
bekamen 12 Kinder, mit denen sie in den US-Bundesstaat Nebraska zogen.
Dort wuchsen 7 Söhne auf, die heirateten. Durch bürokratische
Ungenauigkeit wurde bei einigen von ihnen der Familienname nicht als
Lemmel sondern als Lammel eingetragen. Einer von ihnen, der 1869
geborene Georg Lemmel/Lammel wurde 100 Jahre alt. [MeKN-40/k]
Die heiratslustigsten Lemmel und
Lämmel
"Heiratslustig" ist ein unpassender Ausdruck, denn wenn einer oft
heiratete, war es meist die Folge von frühem Tod und großem
Leid.
5 Ehen:
Michael Lemmel, Weber in Raschau im Erzgebirge, geboren 1650, heiratete
erstmals im Alter von knapp 24 Jahren. Er bekam einen gut gedeihenden
Sohn, aber bei der Geburt des zweiten Kindes starben erst die Frau und
dann das Kind. Im Alter von 31 Jahren heiratete er das zweite Mal, aber
10 Monate später starben Frau und Kind im Kindbett. Im Alter von
33 Jahren heiratete er das dritte Mal, aber wieder starb nach einem
Jahr die Frau im Kindbett, das Kind kurz darauf. Im Alter von 37 Jahren
heiratete er ein viertes Mal, eine 40-jährige Jungfer, bis zu
deren sanftem Tod er eine 18-jährige aber kinderlose Ehe
führte. Danach heiratete er im Alter von 56 Jahren ein
fünftes und letztes Mal, wieder eine Jungfer, aber die Ehe blieb
kinderlos.
4 Ehen:
Gottlob Friedrich Lämmel, Weber in Mülsen in Sachsen, geboren
1738, heiratete erstmals im Alter von 27 Jahren. Ein Jahr später
starb die Frau, vermutlich im Kindbett. Im Alter von 31 Jahren
heiratete er ein zweites Mal, aber wieder starb die Frau nach nur
kurzer Ehe von 2 1/2 Jahren. Im Alter von fast 36 Jahren heiratete er
das dritte Mal. Die Frau aber brachte Zwillinge zur Welt und starb
zusammen mit diesen innerhalb weniger Tage. Ein knappes Jahr
später heiratete er das vierte Mal und bekam aus dieser Ehe 8
Kinder, von denen 4 erwachsen wurden. Der jüngste aber, der beim
Tod der Eltern 14 Jahre alt war, hatte keinen Verstand und musste durch
Almosen und Betteln versorgt werden, bis er 45-jährig starb.
[Ns-37/c]
Der heirats-unlustigste
Lämmel
Der 1784 geborene Schneider (im Winter) und Maurer (im Sommer)
Carl Gottlieb Lämmel hatte aus 4 unehelichen Beziehungen 6 Kinder,
bevor er sich im Alter von 31 Jahren entschloss, die Mutter seines 6.
Kindes zu heiraten. Es folgten dann noch 8 eheliche Kinder. Er lebte in
Venusberg(!) im Erzgebirge.
Doppelgänger
Der doppelte Lemmel (1.)
Im sächsischen ==>Erzgebirge gibt es um 1540 einen ==>Georg
Lemmel, ==>Bergunternehmer, Besitzer eines ==>Eisenhammers in
==>Krottendorf. Er hat einen um 1505 geborenen Sohn ==>Wolf, der
ebenfalls Bergunternehmer ist. Die Familie hat ein ==>Lamm-Wappen.
Zwei Großneffen gehen als Kaufleute nach Österreich.
In Österreich, im ==>Erzbergbau der Steiermark, gibt es etwa
gleichzeitig einen ==>Georg Lämpel, ==>Bergunternehmer mit
einem Besitz in ==>Krottendorf. Er hat einen um 1505 geborenen Sohn
==>Wolf, der ebenfalls Bergunternehmer und Besitzer eines
==>Eisenhammers ist. Die Familie hat ein ==>Lamm-Wappen. Ein
Enkel kommt als Pfarrer in das sächsische Erzgebirge.
Nach diesen übereinstimmenden Daten, sollte man berechtigt sein,
Georg Lemmel in Sachsen und Georg Lämpel in Österreich als
die selbe Person anzusehen. Dennoch sind beide nicht identisch und
nicht mit einander verwandt. Die gleichzeitige Übereinstimmung von
Vornamen, Tätigkeit und Wappen, und die Ähnlichkeit der
Familiennamen sind Zufall. Selbst bei dem Ortsnamen Krottendorf handelt
es sich um zwei verschiedene Orte.
Der doppelte Lemmel (2.)
Im Jahre 1664 heiraten in Neukirchen bei Chemnitz: "Michael Lemmel" und
"Maria Püschmann". Dieses Paar bekommt unter anderen die Kinder
"Michael", geboren 1669, und "Elisabeth", geboren 1673. Im Jahre 1673
zieht dieses Paar von Neukirchen fort, aber noch im gleichen Jahr
heiratet dort in der selben Kirche ein anderes gleichnamiges Paar
"Michael Lemmel" und "Maria Püschmann", das unter anderen
ebenfalls Kinder namens "Michael", geboren 1674, und "Elisabeth",
geboren 1678, bekommt [Ad-33/c, Mk-34/b]. Kein Wunder, dass dieses
Duplikat etliche Familienforscher verwirrt hat, so dass sie Fehler in
ihre Ahnentafel bekamen.
Der doppelte Lämmel (3.)
Im Stamm Buchholz gibt es zwei Vettern, die beide Christian Gottlob
Lämmel heißen, geboren 1782 und 1788. [Bh-38/c,d]. Beide
sind von Beruf Posamentiermeister. Beide starben an den Folgen "eines
unglücklichen Falles" (wohl auf Glatteis), der eine im Februar
1814, der andere genau 40 Jahre später im Februar 1854.
Der doppelte Lämmel (4.)
Am 6.6.1811 wird in Geyer im Erzgebirge ein Christian Friedrich
Lämmel geboren. [Ra-39/b]. Nur 9 Tage später wird im
Nachbarort Thum ebenfalls ein Christian Friedrich Lämmel geboren
[Go-39/a].
Gleichzeitig leben in Thum noch zwei weitere Christian Friedrich
Lämmel, die beide Posamentiermeister in Thum sind und Jahr
für Jahr abwechselnd Kinder bekommen, die teils ähnliche
Vornamen haben. Bei dem einen heißen sie [Dtm-38/a]: Friedrich
Reinhard, Julius Reinhard, Ida Therese... Bei dem anderen heißen
sie [ATm-38/b]: Adolf Reinhard, Emil Reinhard, Pauline Therese... Alle
vier Christian Friedrich Lämmel sind aus verschiedenen
Lämmel-Stämmen und nur sehr weitläufig mit einander
verwandt.
Der doppelte Lämmel (5.)
Am 25.5.1956 wurde in Chemnitz Frank Lämmel geboren. Drei Tage
später wurde in Schlema ein weiterer Frank Lämmel geboren.
Beide wurden Tischler, ohne von einander zu wissen. Sie stammen aus
verschiedenen Lämmel-Stämmen [Bo-43/gp] [Nn-43/ae].
Ende
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