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Conrad Steinbrecht und die
Marienburg
Hans-Dietrich Lemmel, 2004
(Unsere Verwandtschaft mit Conrad Steinbrecht)
Der Bartensteiner Kaufmann Carl Lemmel
heiratete 1845 in Marienburg die
Danziger Kaufmannstochter Marie Schumann,
deren Eltern sich 1834 in
Marienburg niedergelassen hatten. Carl hatte seine Braut im Hause
seiner älteren Schwester Charlotte kennen gelernt, die in
Marienburg mit dem Offizier Carl Weidmann
verheiratet war.
Zu dieser Zeit war die Marienburg eine zerfallende Ruine.
In den Jahren 1882 bis 1922 wurde die Marienburg von Conrad Steinbrecht
restauriert. Dabei wurde auch das Schumann-Wappen
in einem
Farbglasfenster angebracht, offenbar weil die Familie Schumann für
die Restaurierung etwas gestiftet hatte. Michael Schumann, der
Stammvater der Familie, war laut durchaus glaubhafter Familienchronik
im Jahre 1400 auf der Marienburg vom Hochmeister Conrad von Jungingen
zum Ritter geschlagen worden.
Steinbrecht fertigte für
die Marienburg hervorragende
Bauzeichnungen an, die noch nach 1945 von den Polen verwendet wurden.
In der Burg gibt es eine Gedenktafel mit seinem Relief-Porträt und
der Inschrift "Conrad Steinbrecht,
dem Wiederhersteller der Marienburg
1882-1922". Die Tafel ist erhalten, wurde aber an anderer Stelle, etwas
verborgen, angebracht.
Der Marienburger Lemmel-Zweig
ist mit Conrad Steinbrecht
verschwägert. Inge Lemmel,
die 1921 in Marienburg geboren wurde,
wuchs in Kassel und Dresden auf, kam aber 1941 wieder in ihre
Geburtsstadt. Dort bekam sie vom Steinbrecht-Nachfolger
Baurat Schmidt,
als Verwandte des 1923 verstorbenen "Onkel Steinbrecht", den
Schlüssel zur Marienburg, so dass sie alles allein besichtigen
konnte.
Die Verschwägerung mit Conrad Steinbrecht,
die in der Familie
Lemmel nicht mehr genau
erinnerlich war und über die Danziger Kaufmannsfamilie Günther führt, konnte 2004
durch Jürgen
Gottschewski in Augsburg, der
ebenfalls mit Steinbrecht
verwandt ist,
rekonstruiert werden.
Die Gedenktafel für Conrad Steinbrecht in der Marienburg

Die Ordensburg Rehden: Rekonstruktion von Conrad Steinbrecht

Die Marienburg 1958. Die Nogatseite ist nach den schweren
Kriegszerstörungen wieder
hergestellt. Auf der Stadtseite sind die Zerstörungen noch
sichtbar. Und wo sich die
Stadt Marienburg befunden hatte, weiden Schafe. (Aufnahmen HDL)


So sah es 1958 aus. Inzwischen wurde alles bestens restauriert.