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Lemmel und Lämmel als Strumpfwirker


Bald nach 1700 breitete sich das Gewerbe der Strumpfwirker im Erzgebirge aus.

Gabriel Lämmel, Leineweber in Niederrabenstein bei Chemnitz (Lämmel-Stamm Altendorf), ließ als erster seine Söhne das Strumpfwirken erlernen: 1729 heiratet Gottlieb Lämmel, 1734 sein Bruder Christof, und in beiden Heiratseinträgen steht als Beruf: Strumpfwirker. Sie waren die ersten Strumpfwirker namens Lämmel. Die Nachkommen übten diesen Beruf in Rabenstein und Lößnitz bis in das 20. Jahrhundert aus. 1755 war Gottlieb Lämmel in Lößnitz Beisitzer der Strumpfwirker-Innung.

Ab 1780 gab es in Neukirchen bei Chemnitz die ersten drei Lemmel-Strumpfwirker, die aus drei verschiedenen Lemmel-Zweigen stammten. Unter ihren Nachkommen finden sich sogar Fabrikanten. Ab 1881 betrieb Johann Wilhelm, der sich manchmal Lemmel, manchmal Lämmel schrieb (Lemmel-Stamm Neukirchen, Neuk-39/f), eine Strumpffabrik in Neukirchen. Der Strumpfwirker Karl Hermann Lemmel aus Neukirchen eröffnete 1863 eine Handschufabrik in Limbach, aus der die Stickereifabrik von Theodor Max Lämmel hervorging; sie bestand noch nach 1945 in Limbach, Burgstädter Str.2a.

In Gornsdorf und Jahnsdorf gab es Lämmel-Strumpfwirker ab 1793, in Bernsdorf ab 1801, in Stelzendorf ab 1810, in Reichenbrand ab 1812. Einige Lämmel waren Schlechtwetter-Strumpfwirker: Bei gutem Wetter arbeiteten sie als Maurer oder Zimmermann.

In Stelzendorf (Lemmel-Stamm Leukersdorf, Lk-32/f) wurden zwei Söhne des Handarbeiters Gottlob Lemmel Strumpfwirker. Der eine von ihnen, Gottlieb, war auch Strumpfwarenhändler, Schwarz- und Schönfärber, bis er schließlich zusammen mit seinem Sohn Carl Heinrich Lemmel/Lämmel eine Strumpffabrik in Stelzendorf gründete, mit der er 1862 nach Hormersdorf und schließlich 1867 nach Bärenstein übersiedelte.

In Schönau gab es den ersten Strumpfwirker Lämmel im Jahre 1814. Sein Nachkomme, Hermann Lämmel, gründete 1906 eine Trikotagenfabrik in Schönau.

Weitere Strumpfwirker Lämmel gab es in Thalheim ab 1829, in Klaffenbach ab 1845, in Auerbach ab 1846, in Markersdorf ab 1849 und auch in Gelenau, wo ab 1847 gleich sechs Brüder und Vettern Lämmel die Strumpfwirkerei betrieben. Gelenau wurde so mit Lämmelscher Beteiligung zum Zentrum der Strumpfwirkerei. Zu dieser Zeit wurde hier die Gelenauer Strumpfwirkerinnung mit 120 Meistern gegründet, unter denen die Lämmel 5 Prozent ausmachten. Hier gibt es nun das Erste Deutsche Strumpfwirkermuseum.

Vereinzelte Lämmel-Strumpfwirker gab es an etlichen weiteren Orten. Insgesamt gab es zwischen 1729 und dem 20. Jahrhundert rund 150 Strumpfwirker namens Lemmel und Lämmel.

H.D. Lemmel, Wien, 9.3.96, ergänzt bis 2007.



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