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Die Villa Sembritzki in Schlöglmühl am Semmering

von Hans-Dietrich Lemmel

Mein Ururgroßvater war Rudolf Sembritzki, Schuhfabrikant in Königsberg, geboren 1803. Sein Bruder, Henry Sembritzki, geboren 1818, hatte in Königsberg eine Papierfabrik. Dessen Sohn Max Sembritzki, geboren 1844, übernahm nicht die Papierfabrik seines Vaters sondern wurde Direktor der k.k. privilegierten Papierfabrik Schlöglmühl bei Gloggnitz am Semmering. Hier baute er sich um 1880 das schöne Haus, das erstaunlicherweise noch heute als "Villa Sembritzki" bekannt ist. Hier starb er 1919. 


Hier meine Verwandtschaft mit Max Sembritzki.
 
                            Gottfried Sembritzki, *1766
                            Kaufmann in Königsberg
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      Ferdinand Sembritzki,*1803                             Henry Sembritzki, *1818
      Fabrikant in Königsberg                          Papierfabrikant in Königsberg
                  │                                                     │   
      Rudolf Sembritzki,*1835                                  Max Sembritzki, *1844
      Schiffsbau-Ingenieur in Königsberg    Papierfabrikant am Semmering, Österreich
                  │                                                     │
      Martin *1872,†1934                                     Walter Sembritzki,*1870
      Stadtrat Königsberg,                             Fabrikdirektor in Hann.Münden
      Bezirksbürgermeister Berlin                                         
                  │   
      Vera Sembritzki∞Lemmel
                 
        Hans-Dietrich Lemmel


28.2.2021
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Im Herbst 1957 reiste ich nach Gloggnitz am Semmering und fotografierte den Eingang zur noch bestehenden Papierfabrik und das Grab von Max Sembritzki, das ich nach einigem Suchen im Waldfriedhof von Gloggnitz entdeckte.
.[eigene Fotos]
Die kaum noch lesbaren Inschriften:
Hier ruhet tiefbetrauert Herr Max Sembritzki, Direktor der KK priv.Papierfabrik Schöglmühl, geboren den 26.September 1844, gestorben den 18.August 1919. Unvergeßlich.

Darunter ließ der Sohn Walter Sembritzki eine Tafel anbringen:
Erinnerung an unsern geliebten Sohn und Bruder Ernst Sembritzki, Studierender der Darmstädter Techn.Hochschule, Leutnant im 21. FeldjägerRegiment, fern der Heimat fürs Vaterland gefallen am 21.August 1917 in der 2. Isonzoschlacht. Beliebt, beweint, unvergessen.


Bei einem späteren Besuch habe ich das Grab nicht gefunden. Es war wohl aufgelassen.

Im Jahre 2020 meldete sich Herr Loïc de Parcevaux in einem e-Mäil auf englisch, als neuer Besitzer der "Villa Sembritzki" in Schlöglmühl. Es war für uns überraschend zu erfahren, dass 100 Jahre nach dem Tod von Max Sembritzki seine Villa noch unter seinem Namen bakannt war. Und Herr 
Loïc de Percevaux schickte auch Bilder der Villa. 
  [
Kopien von zwei alten Postkarten]
[Foto Loic 2020]

Wann Max das Haus erbaute oder erwarb, konnte Loïc nicht herausfinden. Die erste Urkunde, die er fand, ist von 1909, als Max die Erlaubnis für einen "Zubau" auf seinem Grundstück einholte. 


Max Sembritzki starb in Schlöglmühl am 19.8.1919. Das Haus blieb im gemeinschaftlichen Besitz seiner Erben, des Sohnes Walter (Papierfabrik-Direktor in Hann.Münden) und der Töchter Else (verheiratete Paul Baatz, gestorben 1945 in Stolp/Pommern) und Margarete (verheiratete Fritz Baatz aus Königsberg in Braunschweig). Erst 1959 verkauften sie das Haus an Franz Wrabel, von dessen Kindern Loïc das Haus 2019 erwarb.