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jüdische Lemmel
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Jüdische Lemlein und
Lämmlein
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Hinweis: Lemlein (nebst Varianten) ist hier kein Familienname,
sondern Vorname oder Vatersname. Erst etwa um 1750 entwickelt sich der
Vatersname gelegentlich zum Familiennamen.
1346/1352 in Nürnberg:
Eine Nürnbergerin wird auf ein Jahr aus Nürnberg verbannt,
darum dass man Lemlein den
Juden, des Jakobs Sohn von Gräfenberg, bei ihr fand um Mitternacht.
[Georg Wolfgang Karl Lochner: Geschichte der Reichsstadt Nürnberg
zur Zeit Karls des IV., Seite 15]
[Historia Norimbergensis, Nürnberg 1738, Teil I Seite 279]
[Werner Schultheiß: Die Acht-, Verbots- und Fehdebücher
Nürnbergs, Nürnberg 1959, Seite 85. – GL 1972]
Die Juden, denen die Pest von 1348 zur Last gelegt wurde, wurden
vertrieben. Aber bereits 1352 waren drei ehemalige Judenbürger
wieder in Nürnberg: Vischlein der Masten Sohn; Lemlein des Natans von Grevenberg
Sohn, und Jakob des Liebertawtz Eidam. Sie verpflichteten sich, auf
ihre früheren Wohnhäuser zu verzichten und da sitzen zu
wollen, wo der Rat sie heiße.
[Emil Reicke: Geschichte der Stadt Nürnberg, Nürnberg 1896,
Seite 233. – GL 1987]
[Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. Beiträge
zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg Band 12, 1968, Seiten
31, 38. – GL 1977]
1348 in Augsburg:
König Karl, 1348 in Dresden, gibt dem Bischof Markwart zu Augsburg
mehrere Juden mit ihren Leiben und Guten, darunter u.a. Lemlinen von Spyr (= Speyer).
[Monumenta Boica, Bd.33 Teil 2, München 1842, S.147.
- GL 1973]
1348 in Schaffhausen:
Ein Augenzeuge berichtet über ein Folterverhör zu
Schaffhausen: Man habe drei Juden Lämmlin,
Mathis und Hirsch so sehr gemartert, dass sie auf einem Karren
weggeführt werden mussten...
[Theodor Martin: Aus den Zeiten der Judenverfolgungen am
Bodensee um 1348. In: Schriften des Vereins f.Gesch. des Bodensees Heft
9, Lindau 1879, S.100. - GL]
1348 in Speyer:
Aufnahme von Ärzten unter die Schutzbürger der Stadt Speyer.
Darunter Lembelin von Tan,
jüdischer Arzt zu Speyer.
[Alfred Hilgard: Urkunden zur Geschichte der Stadt
Speyer, Straßburg 1885, Seite 452, Regest 512. - GL]
1355 in Augsburg:
Ein Jude namens Lemmlin
betrügt einen anderen Juden und wird hingerichtet.
[Buff: Verbrechen und Verbrecher in Augsburg. In: Zschr.
des Hist.Vereins für Schwaben und Neuburg, Band 4, 1877, S.160ff.
- GL]
1376 in Bamberg:
1376 hat Lemmlein der Jude ein
Haus mit Hofreit in der Judengasse in Bamberg, das zuvor der Agnes
Spitzenpfeil gehörte.
[Adalbert Deckert: Das ehem. Karmelitenkloster zu
Bamberg; in: 91. Ber. d. Hist. Vereins Bamberg, 1952, S.244 Nr.6]
1403 in Nürnberg:
Der Jude Lemblin, des Mennlin
Sohn, 1403 in Nürnberg.
[Quellen zur Handelsgeschichte der Stadt Nürnberg,
Erlangen 1934, Seite 91]
1424 in Augsburg:
7.10.1424 Schreiben des Augsburger Rats an Ulm um Förderung
desBartolome Hörlin und des Juden Lemblin
in ihren Schuldklagen gegen "ewer burgere her Anshelm von Nenningen". -
Anshelm war zuvor Bischof von Augsburg gewesen, hatte alles
bischöfliche Besitztum an Bischof Peter übergeben und sich
nach Ulm zurückgezogen.
[Chroniken der dt. Städte Bd.5, Göttingen 1865,
"Augsburg Bd.2", S.371]
1556 in Worms:
... auch der Jude Lemlin zu Worms war bereits im Begriff, sich
hinwegzumachen, als er verhaftet ward. - ... Auch Lemlin zu Worms gabe
einen Selbstmordversuch gemacht.
[Zur Geschichte des Fürsten Ottheinrich. Zschr f.d.Gesch. des
Oberrheins Band 25, Karlsruhe 1873, S. 243, 255. - GL]
1641 in Mittelfranken:
Der markgräfliche Müller Hans Decker von Haidling hatte 1641
anlässlich eines Wortwechsels den Juden Lemblein von Hüttenbach bei
Betzenstein durch einen Steinwurf am Kopfe so verletzt, dass er
fünf Wochen später starb.
[Friedrich Pröll: Geschichte des markgräfl. Bayreutischen
Schlosses und Amtes Osternohe. 50.Jahresbericht des Hist. Vereins
für Mittelfranken, Ansbach 1903, Seite 508. – GL 1982]
1677 in Schwäbisch Hall:
Die Witwe des Juden Lämmlein
von Steinbach wird 1677 vom Rat von Schwäbisch Hall aufgenommen.
[Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in
Württemberg-Hohenzollern. Veröff. Der staatl.
Archivverwaltung Baden-Württ. Band 18, 1966, Seite 162-164. – GL
1984]
1697-1739 in Weikersheim Kreis
Mergentheim:
Lämmlein ist 1697 einer
der beiden Vorsteher der israelitischen Gemeinde. 1739 ist er mit 2300
Gulden der reichste Mann der Gemeinde.
[Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in
Württemberg-Hohenzollern. Veröff. Der staatl.
Archivverwaltung Baden-Württ. Band 18, 1966, Seite 189. – GL 1984]
1699/1726 Häuser in Schwabach:
Die untere Haushälfte des Hauses FriedrichStr. 13
gehört 1699 dem David Lämmlein,
Schutzjude, dann dessen Witwe.
Ein halbes Haus Bachgasse 20 gehört 1699 dem Lämmlein, Jude; 1726 dem Jakob Lämmlein, Schutzjude; 1746 dem Lämmlein.
[Karl Dehm: Häusergeschichte der Altstadt Schwabach,
Nürnberg um 1970, Seiten 37, 117. – GL]
1709-1713 in Karlsruhe-Durlach:
Der Jude Lemlein/Lämmlein
in Durlach. Es geht um seinen Schutzbrief und um sein Haus, in dem
zeitweise die Synagoge abgehalten wurde.
[J.A. Zehnter: Zur Geschichte der Juden in der
Markgrafschaft Baden-Durlach. Zeitschrift für die Geschichte des
Oberrheins Band 51, 1897, Seiten 636-649. – GL 1976]
[Paul Sauer: Die jüdischen Gemeinden in
Württemberg-Hohenzollern. Veröff. Der staatl.
Archivverwaltung Baden-Württ. Band 18, 1966, Seite 150. – GL 1984]
1746/1755: Judentaufen in Schwabach
4.9.1746 wurde Lämmlein
Beer, ein Jud, 47 Jahre alt, mit Kindern Esther, 4 Jahre alt, und
Gabriel, 2 Jahre alt, getauft.
21.12.1753: Esaias Lämmlein,
geborner Jud von Treuchtlingen, ledigen Standes, getauft auf den Namen
Andreas Friedrich Thomas. Sein Vater hat damals geheißen Lämlein Beer, jezo aber Johann
Georg Sigmund Gotthilf, Handelsmann dahier, ist 1746 dahier getauft
worden
15.6.1755: Hanna Lämmlein,
17 Jahre alt, Tochter des Schutzjuden Eyssig Lämmlein aus
Georgens-Gmünd, getauft, welcher die Namen Anna Cunigunda Helena,
nebst dem Zunamen Gottliebin beigelegt worden.
[Johann Heinrich v.Falckenstein: Chronica Svabacense,
Schwabach 1756, Seite 288. – GL 1982]
[Familiengeschichtliche Blätter Jahrgang 29, 1931, Seite 297]
Um 1750 in Fürth:
Die Juden von Fürth treiben Handel nach Nürnberg. Der Weg ist
unsicher, und sie wurden schon von liederlichen Landstreichern
angefallen. Lämmlein
wurde angeschossen und hat davon noch eine „Marque“ unter den Augen.
[Arnd Müller: Geschichte der Juden in Nürnberg. Beiträge
zur Geschichte und Kultur der Stadt Nürnberg Band 12, 1968, Seite
130. – GL 1977]
1810 in Würzburg:
1810 Gesuch des Juden Jakob Lämmlein,
Stein genannt, zu Thüngen, um Schutzgeldnachlass.
[Bayerische Archivinventare Band 9, Archiv des
Juliusspitals Würzburg, München 1957. – GL 1975]
H.D.Lemmel 2009