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Valten Lemmel eb20 – Gewerke in Oberwiesenthal


Vater: Sn-29/d Hans Lemmel/Lemmer e809

(* etwa ?1510), † 4.9.1587 in Oberwiesental

1540-1547 Gewerke in Oberwiesenthal (Amt Krottendorf)

∞1) mit ... .... eb18

(* etwa ?1515), † 14.11.1582 in Oberwiesental

1582 stirbt "die alte Lemmelin" an der Pest.

∞2) (etwa ?1583) mit ... .... eb19

(* etwa ?1520), † 9.2.1594 in Oberwiesental

1594 stirbt "die alte Lemmelin".

Sohn:

1. Valten, * um 1543 - in Oberwiesenthal, siehe Joa-31/e

Regesten:

 •  In der Gewerkenliste der Grube "Einikeitt obernegste (=übernächste) undt andre mos (=Maß) nach der Peuerin" vom Jahre 1540 wird unter den 153 Mitgewerken Valten lemel erwähnt. Er hatte "Kuxe" (=Aktien) dieser Grube. Er förderte das Bergwerk bis 1547. Dann ist er nicht mehr erwähnt.
[Sächs. Bergarchiv Freiberg Sign. BA-Scheib. Nr.305: Gewerken-Gegenbuch des Bergamtes Oberwiesenthal 1537-1550. - Mtlg Jens Hahn 2004. - Das Buch, das wegen zahlreicher zerfetzter Seiten unter Verschluss ist, enthält Steckschüsse vom Kaliber 12 bis 18 mm aus dem 30-jährigen Krieg.]

 •  Begräbnisse in Oberwiesenthal:

 •  14.11.1582: die alte Lemmelin, Pest. [S.144]

 •  4.9.1587: Valten Lemmel. [S.150]

 •  9.2.1594: die alte Lemmelin. [S.156]

 •  1.5.1605: Valten Lemmel, 52 Jahr. [S.162] (Also * 1543. Er hatte 1570 geheiratet und bekam 1571-1604 14 Kinder.)
[KB Oberwiesenthal; Mtlg F.Drechsel 2011]

 •  Der jüngere Valten wurde 1543 geboren. Der ältere Valten, der sein Vater sein dürfte, kann also um 1510 geboren sein. Er ist dann etwa 30 Jahre alt, als er 1540 als Gewerke beurkundet ist. 1582 und 1594 sterben zwei alte Lemmel-Frauen. Ich vermute, dass das erste und zweite Frau des älteren Valten sind, dann muss der Oberwiesentaler Valten ein Sohn des Bergunternehmers Hans Lemmel in Schneeberg sein. Aus Schneeberg stammt auch Merten Lemmel in Joachimstal, der Valtens Bruder sein mag. (HDL)

→ Fehlerhinweis: In Auerbach im Erzgebirge gibt es einen anderen Valten Lemmel, der ebenfalls um 1510 geboren ist. Er ist eion Sohn des Georg Lemmel, der 1534 in der Bergstadt Platten beurkundet ist. Wenn die beiden Valten Lemmel Vettern sind, muss der Oberwiesentaler Valten Neffe von Georg und somit Sohn des Schneeberger Hans Lemmel sein. Zuvor hatte ich vermutet, dass es in Auerbach und in Oberwiesenthal ein und dieselbe Person ist. Das war ein Irrtum. (HDL)

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Oberwiesenthal: Mundloch (Stolleneingang) des Tiefen Lämmel Stollens. Letztes sichtbares Zeugnis der Silberbergbauzeit im Zechengrund. Ab 1525 befahren und 1835 in Mauerung gesetzt war dieser Stollen neben etlichen anderen Fundort für Kobalt-, Wismut-, Nickel- und Silbererz. [Internet 2009, www.flickr.com]

 •  In der Nähe von Oberwiesenthal gibt es in Richtung böhmischer Grenze den "Zechengrund", und darin den "Tiefen Lämmel-Stollen". Der Zechengrund war im 16.-18. Jh. das Bergbaugebiet von Oberwiesenthal.
[Joachim Kunze: "Der Zechengrund - ein Naturschutzgebiet von einzigartiger Schönheit", in: Heimatfreund für das Erzgebirge, Heft 5 Mai 1978 S.107. - Laut Mtlg Elisabeth Leupold, Herne, 1978]

 •  In dem stillgelegten und überwachsenen Lämmel-Stollen verschwand um 1875 ein Ochsengespann.
[Jens Hahn: "Gespann auf Abwegen", in: Leuchtendes Silbergebirge, Altis-Verlag 2001, S.76-88. - Kopie durch Horst Lämmel 2002]

 •  Der Lämmel-Stollen erwähnt in: [Meyers Naturführer, Mannheim 1993, S.139 unter "Zechengrund bei Oberwiesenthal". - Kopie durch Horst Lämmel 2002]

 •  Nach bisheriger Kenntnis erste Erwähnung des "Lämmelstolln": Am 29.8.1792 wird der "Tiefe Reiche Trost oder Lämmelstolln" den örtlichen "Communschichtmeistern" erneut verliehen. Er lag auf "Rath Hauß Raum", das heißt auf Gemeindegrund und nicht auf Privatgrund. Der Name Lämmel wird sonst nicht genannt.
[Mut- und Bestätigungsbuch des Bergamtes Oberwiesenthal, Sign. BA Scheib. Nr.179. - Mtlg Jens Hahn 2002]


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