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Eltern: Ns-33/c Hans Lemmel c304, Anna Neubert c307
getauft 3.3.1650 in Chemnitz-Niklas, * in Neustadt, † 1717
1672-1694 in Neustadt als Mälzer und Schöffe. 1698-1715 Wirt auf dem Kellerhaus unterm Schloß in Chemnitz, Besitzer des kgl.sächs.Gutes unter dem Schloß.
∞1) 29.10.1672 in Chemnitz-Nicolai mit Justina Gräfner/Gräfe c384
getauft 24.7.1652 in Neustadt
ihre Eltern: Hans Gräfner/Gräfe c284, (* etwa ?1620), † vor 1672
Schäfer zum Höckrich.; ∞ mit Rosina .... c285, (* etwa ?1625).
∞2) vor 1716 mit Anna Elisabeth .... c447
(* etwa ?1680)
sie ∞2) 17.1.1718 in Chemnitz-Niclas mit Caspar Dietrich c448
(* etwa ?1675)
1718 Witwer und Gärtner in Chemnitz in der Gaßen.
1. Maria Lämmel c884, * 1673
∞ mit ... Teuffel c885
(* etwa ?1670)
Siehe Tfl-34/x
2. Michael Lämbler c385, getauft 24.9.1675 in Chemnitz-Nikolai, * in Neustadt, † 7.2.1686 in Neustadt
3. Rosina Lämmel c386, getauft 7.7.1678 in Chemnitz-Nikolai, * in Neustadt
1697 als Taufpatin erwähnt.
∞ mit Christoph Müller c886
(* etwa ?1675)
1699 in Markersdorf, kauft 1699 von Franz Lämmel Haus und Garten in Neustadt.
4. Justina Lemmel c387, getauft 15.1.1681 in Chemnitz-Nikolai, * in Neustadt
∞ mit ... Sonntag c887
(* etwa ?1675)
5. Elisabeth Lämmel c388, getauft 11.3.1684 in Chemnitz-Nikolai, * in Neustadt
∞ 27.10.1705 in Glösa mit Zacharias Kretschmar c305
(* etwa ?1680)
6. Johann/Hans, getauft 20.3.1687 - Bäcker in Chemnitz, Stelzendorf, Neukirchen, siehe Ns-35/a
7. Christoph Lämmel, getauft 24.6.1691 - Bauer in Stelzendorf, siehe Ns-35/b
8. Sophia Lämbler/Lämmel c391, getauft 11.10.1694 in Chemnitz-Nikolai, * in Neustadt, begraben 6.8.1747 in Chemnitz-Johannis
∞ vor 1715 mit ... Kreißig c888
(* etwa ?1690)
→ siehe auch unter FranzLemmel.html
Zusammenfassung: Franz Lämmel/Lemmel, auch Lämbler; Geburt 1650, Heirat 1672 und Kindergeburten bis 1694 in Neustadt, Kirche Chemnitz-Nikolai. Mälzer in Neustadt, bis 1697 hier auch Gerichtsschöffe. 1699 verkauft er Haus und Garten in Neustadt an (den Schwiegersohn) Christoph Müller. - 1698-1715 Besitzer des freien Erbgartens unter dem Schloss sowie des "Kellerhauses" bei der Schlossmühle, im Wert von 900 Gulden. "Gärtner" und "Wirt" mit Bierausschank. Die Witwe heiratet 1718, wobei Franz als gewesener Besitzer des "Königl. u. fürstl. Sächs. Gutes" unter dem Chemnitzer Schloss angegeben wird. Gut und Kellerhaus kommen 1715 an den Sohn Christoph, der alles 1719 verkauft und fortan als Bauer in Stelzendorf lebt. - 1705 schickt man an Franz Lämmel die Nachricht vom Tod seines Bruders, des General-Kriegszahlmeisters Johann Lämmel.
Einzelheiten:
[Taufe 1650 KB Chemnitz-Nikolai (Schreibweise: Lemmel), laut Herbert E. Lemmel, "Nachkommen" Bd.2 S.55, "Herkunft" S.206, "Strukturwandel" S.30.]
• 29.10.1672 heiraten in Chemnitz-Nicolai: Frantz Lämmel ein junger Geselle und Mältzer, weiland Johann Lämmels Mältzers in Neustadt ehel. hinterlaßener Sohn; und Jungfr. Justina, Hannß Gräfners, Schäfers zum Höckrich ehelich hinterlaß. Tochter.
[Traubuch Chemnitz-Nicolai 1672 S.142, Urkunde laut Hrn Steinmüller 1989]
[Trauung auch laut Herbert E. Lemmel, "Nachkommen" Bd.2 S.55, wo der Familienname der Braut falsch mit "Graupner (Gräfner)" zitiert ist; so laut Kantor Lochmann, wie H.E.L. mit Brief 1980 bestätigt.]
• Die Braut wurde am 24.7.1652 in Neustadt getauft als Tochter von Hans Gräfe ∞ mit Rosina ...
[Archive Record Salt Lake City laut Bernice Willemssen]
→ Die Abwandlung des Namens Gräfe zu Gräfner entspricht der im gleichen Kirchenbuch häufigen Abwandlung des Namens Lämmel zu Lämbler.
• Ab 1672 ist Franz Lemmel Mälzer und Schöffe in Neustadt. Bei den Taufen der Kinder in Chemnitz-Niklolai 1675-1694 wird er 1675 und 1694 Lämbler, 1678 Lämmel genannt. 1675 ist unter den Paten der Familienname Uhlich. 1687 ist Susanne Graupner aus Seifersdorf Pate.
• 7.2.1686 stirbt der Sohn Michael in Neustadt.
[Kirchenbücher Chemnitz-Nikolai laut Herbert E. Lemmel, "Herkunft" S.206, "Nachkommen" Bd.1 S.59, 38, Bd.2 S. 55, 122, 136, 99, 52, 142, 225, "Geschichte" S.307]
→ Bei den hier angegebenen Taufeinträgen fehlt die Tochter Maria, die im Kaufvertrag von 1715 (siehe unten) als älteste Tochter angegeben ist und 1673 geboren sein muss. Achtung: Ebenfalls 1673 bekommt der Vetter Andreas Lemmel in Neustadt ebenfalls eine Tochter Maria. (HDL)
• (20.7.1686 laut E.Roder), (20.3.1687 laut H.E.Lemmel) in Neustadt getauft: Johannes Frantz Lämmels des Mältzers und Gerichtsschöppens der Mutter Justianen. Paten: George Nestler B. in Kappel; Susanna Hannß Gräffners Gürtlers Weib zu Seyfertsdorff; Johann Wagner ein ehelicher Sohn Johann Wagners in Neustadt.
• 24.6.1691 in Neustadt getauft: Christoph e.S. Frantz Lämmels Mältzers der Mutter Justinen. Paten: Michael Bäckert Bauer und GerichtsSchöppe in Schönau; Jungfr. Rosina, Hannß Wagners weil. Mältzers in Neustadt ehel. hinterl. Tochter; Christoph Kuntze daselbst.
• 11.10.1694 in Neustadt getauft: Sophia, e.T. Frantz Lämmels Mältzers und GerichtsSchöppe der Mutter Justinen. Paten: Sabina Salomon Claußens(?) Richters in Kappel weib; George Teufel ein Zimmergeselle und ehliche Sohn George Teufels Zimmermanns in Grüna; Jungfr. Rosina, Andrae Lohsens Gärtners zu Neukirchen eheleibl. Tochter.
• 1697 ist Jungfer Rosina, Tochter von Frantz Lämmel, Mältzer und Gerichts Schöppe, Taufpatin bei einer Tochter des Mältzers Johann Lämmel. (= Franz Lämmels Vetter, siehe Ns-34/p )
[Taufbuch Chemnitz-Nikolai laut R.Windisch; Herbert E. Lemmel, "Nachkommen" Bd.1 S.59; E. Roder; u.a.]
• 1698 kauft er das sogenannte Kellerhaus in Schloßchemnitz. Gegen Abgaben an die Chemnitzer Braugewerkschaft darf er dort fremdes Weißbier ausschenken.
[Lehmann, Chronik der Stadt Chemnitz, Schneeberg 1843, S.220; laut H.E.Lemmel wie eben]
→ Der Kaufvertrag wurde im Stadtarchiv gefunden. Die Nachricht, dass er dort, laut Lehmann, fremdes Weißbier ausschenken darf, muss aus einer anderen Quelle stammen. (HDL)
• 9.5.1698 Kaufvertrag über einen freien Erbgarten unter dem Schloß Chemnitz neben dem churfürstlichen Vorwerk sowie den Keller an der Schloßmühl mit dazu gehörigem Raum, für 900 Gulden baren Geldes.
• Verkäufer: Paul Wielands seel. nachgel. Wittib Maria mit ihrem Curator Paul Linke, und die Tochter Rosina mit ihrem Ehemann Johann Andreas Knobloch.
• Verkauft an Franciscum Lameln, bisher Einwohner in Neustadt. Unterschrift: Franz Lämmel.
[Stadtarchiv Chemnitz, Kap III Sekt VII d Nr.302 Band I No.2 Blatt 43†44. - Kopie durch Falk Drechsel 2002]
• 1699 verkauft er Haus und Garten in Neustadt an Christoph Müller in Markersdorf.
[Gerichtsbuch Chemnitz 220/116 laut H.E.Lemmel wie eben]
• Der Kellerhaus-Wirt Franz Lämmel löste einen "Bierstreit" aus, bei dem es blutig zuging. Er hatte es gewagt, neben eigenem auch fremdes Bier auszuschenken, wogegen die Chemnitzer Bierbrauer Einspruch erhoben.
• Im Jahr 2000 ist Peter Fritzsche Besitzer des Kellerhauses, Schlossberg 3, das er sorgfältig restauriert.
[Stadtarchiv Chemnitz, laut Freie Presse/ Chemnitzer Zeitung, 2000]
→ Nach dem Zeitungsbericht soll dieser "Bierstreit" bereits 1680 gewesen sein. Wenn "1680" richtig ist, muss Franz Lämmel das Kellerhaus bereits vor 1680 gepachtet haben, bis er es 1698 erwarb. Als das Kellerhaus 1719 wieder veräußert wird, steht im Kaufvertrag, dass mit dem Kellerhäusel das Recht verbunden ist, "Chemnitzer Bier einzulegen". Das mag auf Grund des Bierstreites schriftlich fixiert worden sein. (HDL)
• Nach dem 29.5.1705 ist "Franz Lämmel bey Chemnitz" unter 28 Adressaten, die über den Tod seines Bruders, des General-Kriegszahlmeisters Johann Lämmel, informiert werden. (Er ist offenbar der einzige Verwandte, jedenfalls der einzige Lämmel unter den Adressaten.)
[Sächs.HStA Dresden, Appellationsgericht Nr.13316; laut Kurt Wensch]
[vergl. H.D.Lemmel: Die Familie Lemmel und August der Starke; in: Fam'fg in Mitteldtld 39.Jg. 1998 S.193ff.]
• 27.10.1705 heiraten in Glösa Elisabeth Lämmel, Tochter von Franz Lämmel, und Zacharias Kretschmar.
[Kirchenbuch Glösa laut Mtlg J.E.Herold 1984]
• 1711 Franz Lämmel, Gärtner unter dem Schloß in Chemnitz.
• 1716 ist Franz Lämmel Wirt auf dem Kellerhaus unterm Schloß.
• 1716 ist Anna Elisabeth, Weib des Franz Lämmel aufm Kellerhaus des Schlosses, als Patin genannt.
[Kirchenbücher Glösa laut R.Windisch]
• 1711 Franz Lämmel, Freigärtner in Chemnitz unter dem Schloße.
[Traueintrag des Sohnes Christoph]
• 9.5.1715 Kaufvertrag. Frantz Lämmel verkauft den ao 1698 an sich erhandelten freyen Erbgarten samt dem sogenannten Kellerhaus an der Schloßmühle mit Inventar, u.a. 3 Kühe, 2 Pferde, 1 Wagen, für 800 Gulden an seinen jüngsten Sohn Christoph Lämmeln.
• Das Angeld wird gezahlt an Johann Lämmel, Maria Teyffelin, Rosina Müllerin, Justina Sontagin, Elisabeth Kretzschmarin, Sophia Kreyßigin, Christoph Lämmel (Käuffer).
• Der Käufer Christoph Lämmel verkauft das Anwesen bereits 1719 und stirbt 1738; dennoch sind Zahlungen aus diesem Kaufvertrag jährlich bis 1761 verbucht. Für Maria Teuffelin ist verzeichnet, dass sie ihre Ansprüche an diese Zahlungen bereits 1728 veräußerte.
[Stadtarchiv Chemnitz, wie oben 1698, Blatt 72-74.]
• 1718 d 17 Jan Trauung in Chemnitz: Montags nach dem andern post Epiph: Caspar Dietrich ein Witber und Gärtner in der Gaßen und Frau Anna Elisabeth weyland Frantz Lämmels seel. gewesenen Besitzers des Königl. u. fürstl. Sächs. Gutes under hiesigen Chemnitzer Schloße hinterl. witbe.
[Heiratsbuch Chemnitz-Nikolai laut E.Roder 1991]
→ Franz muss also 1717 gestorben sein.
• 1699 verkauft Franz Lämmel Haus und Garten in Neustadt an Christoph Müller in Markersdorf. 1715 ist Franz Lämmels Tochter "Rosina Müllerin" genannt. [siehe Regesten beim Vater Franz]
• Ich vermute, dass Christoph Müller, der Käufer von 1699, der selbe ist wie der 1715 genannte Schwiegersohn Müller. (HDL)
• 1747: Sophia Lämmelin, Andreä Lämmels, gewesenen Mitbürgers und Mältzers, hinterlassene Tochter, begraben am 6.8.
[Bestattungsbuch Chemnitz-Johannis S.45 Nr.58, laut R.Friedrich 1998]
→ Die Vatersangabe ist falsch, denn 1747 gibt es keinen Mälzer Andreas Lämmel, der bereits gestorben ist. So muss es sich um die 1694 geborene Tochter Sophia des Mälzers Franz Lämmel handeln. Da hat man bei der 53 Jahre alten Jungfer den Vater nicht mehr so genau gewusst. (HDL)