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Andreas Lemmel e813 – Apotheker in Aschersleben, Lüneburg


Eltern: Sn-30/b Jacob Lemmel e807, Anna ... e808

(* etwa 1540/1545) in Schneeberg, † 30.11.1593 in Lüneburg

1556 in Schneeberg, dann wo? - 1573 Ratsapotheker in Aschersleben. 1578-1593 Ratsapotheker in Lüneburg. Offenbar kinderlos.

∞ mit ... .... e858

(* etwa ?1550), † 1600 in Lüneburg

1594-1600 erhält Andreas Lemmels Witwe vom Lüneburger Rat ein jährliches Hausgeld.

Regesten:

 •  1556 Lateinschüler in Schneeberg.
[Stadtarchiv Schneeberg, Kämmerei- und Kastenrechnungen; laut Ernst Költzsch]

 •  Pharmazeut, der seine studierenden Neffen Paul und Peter Lemmel versorgt. (Sie studierten 1577 in Leipzig.)
[Hochzeitsgedichte zur Hochzeit Peter Lemmel ∞ Susanne Musculus, Schneeberg 1596; Fotokopie durch Herbert E. Lemmel]

 •  1573 Ratsapotheker in Aschersleben (südlich von Magdeburg).

 •  1578 nimmt der Rat in Lüneburg den Apotheker Andreas Lemmel in seine Dienste und verpflichtet ihn durch einen Eid. Sein Vorgänger Johannes Pape war wegen schlechter Führung im Amt gekündigt worden, worauf Hinricus Möller als Interims-Provisor eingesetzt worden war. Es wird erwähnt, dass der Achtbar Andreas Lemmel von Schneeberg in Meissen (Nivemontanus) gebürtig ist und vor 5 Jahren eine Ratsapotheke zu Aschersleben "angerichtet" hat.

 •  30.11.1593 stirbt Andreas Lemmel, vir in arte medica expertus et excellens, nachdem er vorher in grosse Melancholie gefallen war (in melancoliam incidit).
[Stadtarchiv Lüneburg, Amtsbuch 214 Blatt 139-142; Büttner-Album S. 39, 44, 109; Dietrich Arendt: Geschichte der Ratsapotheke Lüneburg, in: Pharmazeutische Rundschau 1960 Heft 8; alles laut Heinz Lemmel]
[Vester-Archiv, Gutmann, A.d.A. 1972 S.33; Dietrich Arendt et al.: Das Warenlager einer mittelalterlichen Apotheke (Ratsapotheke Lüneburg 1475); laut Gerhard Lemmel]

 •  13.5.1578 schreibt der Rat von Lüneburg an Herrn Andreas Lemmel, Apotheker zu Aschersleben, wonach der Lüneburger Ratsherr Lucas Danning mit ihm in Halle in Sachsen eine "Unterredung in der bewusten Sachen gepflogen" habe (also wohl wegen seiner bevorstehenden Anstellung in Lüneburg).

 •  14./17.3.1583 schreibt Andreas Lemmel an den Bürgermeister von Lüneburg wegen einer Apotheken-Inventarisierung, die als "Kinde Rechnung und confusum Chaos" bezeichnet worden war. Er beschwert sich wegen "giftiger, feindtshliger und ungegrundter Klagen".

 •  27.6.1583 erlässt der Lüneburger Rat eine Apothekenordnung, um den Streit zwischen den Doctores midicinae alhir, er Petrus Vinmannus(?) und er Petrus Budanus einerseits, und dem Apotheker Andreas Lemmell andrerseits beizulegen.
[StA Lbg, A 2 Nr.7 Bd. I S.4 (1578); S.16ff (3/1583); S.48 (6/1583); laut Gerhard Lemmel]

 •  Um 1580 Brief des Apothekers Andreas Lemmel mit eigenhändiger Unterschrift. Erwähnt werden: Aqua cordiale (ein Herzmittel), Aqua Cinnamonii (Zimtwasser), Oleo Cinnamonii (Zimtöl) und Oleum nucum moscatum (Muskatnussöl).


[Stadtarchiv Lüneburg]

 •  Bis 1593 sind die jährlichen Gehaltsanweisungen für den Apotheker Andreas Lemmel im Amtsbuch eingetragen. Ab 1594 ist als neuer Apotheker Ulrich Luthmer genannt.

 •  1594-1600 erhält Andreas Lemmels Witwe ein jährliches Hausgeld von 30 Talern.
[StA Lbg, Amtsbuch 214 S.139-185a; laut Gerhard Lemmel]

 •  24.3.1593 bezahlt der Apotheker Andreas Lemmel seinen Leichenstein.
[Kirchenrechnungsbuch Lüneburg, laut Heinz Lemmel]

 •  1578-1593 ist in den Lüneburger Kirchenbüchern kein Lemmel genannt. Andreas dürfte also kinderlos geblieben sein. Der Tod von Andreas 1593 und seiner Witwe 1600 ist nicht verzeichnet, da die erhaltenen Sterbeeinträge erst später beginnen. [Heinz und Gerhard Lemmel um 1980]

 •  Die Lüneburger Ratsapotheke steht in der Grossen Bäckerstrasse seit 1524. 1598, also einige Jahre nach Andreas Lemmel, wurde sie renoviert und erhielt die noch heute sehenswerte Fassade mit prächtigem Eingang und mächtigem Backstein-Giebel. Andreas Lemmel wird als tüchtiger Apotheker erwähnt, der jährlich etliche 1000 Mark erwirtschaftete und an die Stadtkasse abführte.
[H.K.: 450 Jahre Lüneburger Ratsapotheke, in: Pharmazeutische Zeitung vom 28.11.1925 S.1645]


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