zurück zum Index
Waschul/Waschulewski in Masuren seit 1700
1719 Matthias Waschulle:
1719 sind die Waschulle Leibeigene auf dem Adeligen Gut Groß
Blaustein, das dem Baron von Micrander gehört. Mathias Waschulle
erscheint in einer Liste von 14 Männern, die nach Polen
geflüchtet sind.
[Otto Wank: Bevölkerungsfluktuation zwischen Ostpreußen und
den Nachbarländern. Altpr.Geschl'kde Bd.24 1994 S.125-218; S.149.]
Groß Blaustein liegt östlich von Rastenburg und nordwestlich
von Lötzen und Kruglanken, und in diesem Gebiet häufen sich
die Vorkommen von Namen wie Waschulle, Waschul, Waschulewski.
Der Name Waschul dürfte prussischen Ursprungs sein.
Da Leibeigene nicht ohne weiteres den Ort wechseln durften, kann man
annehmen, dass die Familie Waschul auf dem Gut Groß Blaustein
schon seit langem, womöglich seit Jahrhunderten lebte. Die Notiz
von 1719 zeigt, dass Leibeigene nur entkommen konnten, wenn sie
über die Grenze nach Polen flohen. Dort wurde ihr Name zu Waschuleski
polonisiert, und offenbar sind dann einige als freie Menschen und als
polnische Untertanen wieder nach Masuren zurückgekehrt. Und
die für 1719 dokumentierte Flucht mag nicht die erste gewesen
sein.
Unter "polnischen Leuthen und Unterthanen", die 1719 ins Amt Angerburg kamen, wird genannt: Anthon Waschilewsky beim Krüger Nähring in Gleißgarben.
[Wank, wie oben, Seite 148]
Da unsere Ahnfrau die Eleonore Waschul
ist, die um 1770 den Tischler Friedrich Lemmel heiratete, hat mein
Vater um 1975/1985 versucht, den Ursprung dieser Familie zu erforschen.
Er hat in Masuren kein Namensvorkommen vor etwa 1750 gefunden. Es
erscheint daher möglich, dass die Waschul und Waschulewski
tatsächlich von dem Gut Groß-Blaustein stammen und von dort
geflüchtet sind. Der Tischler Friedrich Lemmel war als
preußischer Soldat nach dem 7-jährigen Krieg abgemustert und
in Masuren hängen geblieben. Man kann annehmen, dass er auf dem
Gut Groß-Blaustein zeitweise als Tischler arbeitete und hier
seine Braut fand.
Der Name Waschul in dieser Schreibweise wurde zu dieser Zeit nur einmal gefunden:
Johann Waschul: er ist im Dezember 1777/Januar 1778 ein Dienstjung in Gneist bei Rhein, 15 Jahre alt, also geboren um 1762,
[Reinhold Heling: Die männliche Bevölkerung in den 48
ländlichen Kirchspielen der Diözesen Rastenburg und Kreuzburg
im Jahre 1778. In: VfFOW Sonderschrift Nr.41, Hamburg 1979, Seite 142]
Er könnte ein naher Verwandter von Eleonore Waschul sein.
Die polonisierte Form des Namens kommt dann öfters vor.


Notizen meines Vaters Gerhard Lemmel:






Eine Stammfolge Waschull: Ferdinand Waschull in Grabnick, *?1825, mit den Söhnen August und Albert. (Bitte anklicken.)

(untere Kante nicht lesbar)
Gratulationen im Ostpreußenblatt:
1973: Elisabeth Bonsa verheiratete Waschull, aus Kehlen-Karlshöhe
bei Angerburg, geboren 9.9.1898, jetzt 2174 Hechthausen, Eichenweg 4c
oder 42.
1985 zum (82.?) Geburtstag: Mumme, Käthe, geb. Waschulewski, aus
Gumbinnen, Moltkestr. 12, jetzt am Brückenbach 26, 3340
Wolfenbüttel, am 28.August.
1987 zum 80.Geburtstag: Waschul, Bruno, aus Neuhausen-Tiergarten, Kreis
Königsberg-Land, jetzt Brunnenstraße 9, 5012
Bedburg-Königshoven, am 26.März.
1987 zum 85.Geburtstag: Waschull, Johanna, geb. Schulz, aus Blinkersee
Kreis Angerapp, jetzt Tegelplatz 4a, 2800 Bremen, am 7.Jamuar.
1999 zum 94.Geburtstag: Waschull, Charlotte, geb. Skorzinski, aus
Rosenheide Kreis Lyck, jetzt Siedlung 5, 24214 Noer, am 24.Juni.
(Dasselbe auch schon 1986 zum 81.Geburtstag.)
Bei Neidenburg gibt es dicht nordöstlich den Ort Waschulken.
Erwähnt im Jahr 1579 im Ostpr.Folianten Nr.1283 Seite 729. - 1762
hat Waschulken 40 Huben mit 17 Freien, siehe Prästationstabelle
Neidenburg Band 1 Seite 407. - Ein Zusammenhang mit dem Familiennamen
Waschul/Waschulewski ist nicht ersichtlich.