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Jakob Lemmel e901 – Gewerke in Geyer und Marienberg


Vater: C-28/a Hans Lemmel c057

(* etwa ?1470), † zwischen 1533/1538

1530-1533 in Geyer: Er hat eine Zeche und wird mit Fundgru- ben belehnt. Seine Witwe Margarethe Lemlin Gewerkin in Mari- enberg, zusammen mit Nickel Schutz und Georg Hösel.

∞ mit Margarethe .... e909

(* etwa ?1475)

Kinder:

1. Hans, (* etwa ?1495/1500) - in Marienberg und Geyer, siehe Mb-30/a

wahrscheinlich:

2. Andreas, (* etwa ?1500) - erwähnt in Ehrenfriedersdorf, siehe Mb-30/g

wahrscheinlich:

3. Daniel Lämel, (* etwa ?1500) - Zinnschmelzer in Schwarzenberg, siehe Mb-30/h

4. Benedix, (* etwa ?1505) - Gewerke in Geyer, Gutsbesitzer in Thum, siehe Mb-30/i

Regesten:

 •  1530-1533 Jacob Lemmel in Geyer: Er hat eine Zeche "uffm Koler", die er in gutem Bauzustand erhalten sollte; diese Auflage wird ihm erlassen. 1532/1533 wird er mit einer Fundgrube belehnt. 1538 wird Bendix Lemmel belehnt, den man als Jacobs Nachfolger und Sohn ansehen mag. - Ausführlich:
1.) 1530 Jacob Lemmel erwähnt.
2.) 1532 am "Dinstagk in Osterfeiertagenn" hat "Nicol Clootz im Geyher und uffm walde Pergkmaisterr Jacob Lemmel gegonst(?) und nachgelaßnn Das er mit seine gewerkenn eynne Zeche uffm Koler gange uffm walde, denn Kleynnen gangk, mit dem großenn gange bawhafftig erhaldenn" soll.
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 •  "gegonst" heißt wohl "begünstigt" [Mtlg H.Vogt]
3.) 1532 am "Sonnabent nach aßumpt. Marie virg." hat "Nicol Clootz uffm Geyer und Walde Pergkmeister, vorlyehenn, Jacob Lemmell Eynne funtgrub dy fichte genandtt, sampt der under nechstenn maße danach uffm walde"... "und bestettigett Mitwoch nach Egydi und yhme darzu fastung (?) gegeben bis uff georgi des xxxiii (Jahr)".
4.) 1538 am "Mittwoch nach Kiliani" (?) wird dem Bendix Lemmel "die unter negste Maß nach Bartel Hackpeyl und den erbstoln der durchs Wasser Sumpel ist getrieben bis in Bartel Hackpeyls gang" verliehen.
[Bergarchiv Freiberg, Bergbuch des Bergamtes Geyer (1529-1540) Rep.62 Sect.XXXV Nr.17 Raum 10; und zwar 1.) Seite 76 b; 2.) S.85 b; 3.) S.86 a; 4.) S.229 b. - Mtlg K.Schröpel 1995.]

→ Dies ist der erste Lemmel in Geyer.

 •  Beginn des Bergbaus in Geyer bereits 1315. 1492 Beginn des Silber-Bergbaues am Schreckenberg, der von Geyer aus betrieben wird und der 1496 zur Gründung der Stadt Annaberg führt.
[Fundgrube Heft 18: Namensverzeichnis zur Chronik der Bergstadt Geyer, Regensburg 1958. Darin kein Lemmel.]

 •  In der Türkensteuerliste von Geyer 1501 ist kein Lemmel genannt. Die darin verzeichneten Jacoff Lener und Michel Lenerin sind wohl kaum als Lemmel(Lemer/Lemel) anzusehen.
[Staatsarchiv Dresden Loc.10505 Bd.4 S.88-91, Türkensteuerliste von Geyer 1501. Laut Sammlung Ernst Költzsch bei E.Siegel.]

→ Dieser Jakob Lemmel wurde erst 1995 entdeckt. Seine schon zuvor bekannten Nachkommen wurden daher in früheren Stammfolgen falsch eingeordnet. Jakob Lemmel muss identisch sein mit dem Gewerken Lemmel in Marienberg, dessen Vorname dort nicht genannt ist und dessen Witwe Margarethe Lemlin dort als Gewerkin genannt ist:

 •  Undatiert, zwischen 1503-1546 (zu datieren nach 1530, siehe weiter unten): Als Gewerken auf Sankt Annaberg und Marienberg genannt: Nickel Schutz, Georg Hösel, Bastian Funck, Hans Schlegill, Sigmund von Feliz, Margarethe Lemlin, Hans Heinrich, Nickel Brückner, Marcus Dhur, Georg Goserstatt, Georg Merten und Nickel Korndorffer.
[Handschrift im Ernestinischen Gesamtstaatsarchiv zu Weimar: Irrungen und Gebrechen auf St.Annaberg und Marienberg 1503-1546, Bl.84. - Zitiert bei: Walter Bogsch: Der Marienberger Bergbau in der ersten Hälfte des 16.Jh. Dissertation Leipzig 1933. Gedruckt Schwarzenberg 1933, s.S.142 Anm.648, laut W.Roch.]

→ Das Namen-Tripel Schütz-Hösel-Lemmel kommt zuvor in Chemnitz vor, so daß der Marienberger Gewerke Lemmel ein Nachkomme des Chemnitzer Merten Lemmel sein muß, und zwar wohl nicht sein jüngster Sohn (wie ich früher annahm), sondern wohl sein ältester Enkel.

→ Jakob Lemmel mag 1492, am Beginn des dortigen Silberbergbaues (siehe oben) nach Geyer gekommen sein, sowie 1519 als Gewerke nach Marienberg: In diesem Jahr wurde das dortige Bergwerk ausgebaut.

→ In Bastian Funck, einem Gewerken der Oberschar n.St.Ursula von 1540, muß man wohl den Schneeberger Münzmeister sehen, dessen gleichnamiger Sohn später in Marienberg ansässig wurde und das Austeileramt erwarb. Der ältere Sebastian Funck wurde 1502 in Schneeberg geboren [Ilse Jahr: Die Funcke in Erfurt. Mitteldt.Fam'kde Bd.6 Heft 1/1979], so daß sein Eintrag in obiger Handschrift auf 1530 oder später datiert werden muß.

→ Nach Bogsch war die Lemmlin eine Gewerkin in Marienberg. Sie könnte aber auch in Schneeberg, Geyer, Ehrenfriedersdorf oder anderswo gewohnt haben, da auswärtige Berganteile am Marienberger Bergbau bestanden, wozu aber genaue Unterlagen fehlen.

→ Margarethe Lemlin in Marienberg muss als die Mutter des Hans Lemmell angesehen werden, der 1552 für einen beachtlichen Besitz von 70 ßo in Marienberg Steuern zahlt.

→ Fehlerhinweis: Herbert E. Lemmel ["Herkunft" S.187] ordnete die Gewerkin Margarethe Lemlin als die Witwe des Nickel Lemmel in Thum ein. Das ist zeitlich nicht möglich. Dieser Nickel lebte noch 1553.

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 •  Jakob Lemmel ist wohl identisch mit Jocoff Lumel, der 1519/1520 in Freiberg erwähnt ist. (In der deutschen Handschrift kann Lemel leicht als Lumel gelesen werden; die Originalurkunde müsste überprüft werden.) - HDL

 •  14.6.1519 und 24.8.1520: Dem Balthasar Eberlein bestätigen seine Schwäger Jocoff Lumel und Urban Backofen, dass er sie wegen der Erbforderungen ihrer Frauen voll befriedigt hat. - Sohn dieses Balthasar Eberlein ist ein jüngerer Balthasar/Baltzer Eberlein/Ebehard, der 1540 in Freiberg Goldschmiedemeister und Bürger wird, und dann 1557-1574 Gerichtsschöppe ist.
[HStsA Dresden: Hanns Rhudollfs Richtters Buech, Bl.133 b. - Laut Konrad Knebel, Die Freiberger Goldschmiede-Innung; in: Mtlgn des Freiberger Altertumsvereins Bd.31, 1895, S.24. - GL 1975]
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→ Jakob Lemmel ist der Stammvater des Lemmel-Stammes Marienberg «═══
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2008 4 13