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  Münzmeister Timpf: seit 1580 in Norddeutschland,
                                     seit 1650 in Danzig und Polen,
                                     um 1670 in Königsberg

Ausführlich siehe Hans-Dietrich Lemmel:
"Die Timpfe - eine norddeutsche Münzmeistersippe"

Norddeutschland: Timpf                                                  Tmpf
                     Hermann Tympen
                     *?1450
                     1497 Hausbesitzer in Minden



                     Simon Timpf (Timke)
                     *?1550/1555 Minden
                     ∞?1580 Gertrud Forst aus Aken
                     Münzmeister, 1607-1611 Hanau,
                     1611-1614 Vörde (=Bremervörde),
                     1612-1616 Burg/Fehmarn, ab 1614 Stade,
                     1615-1619 auch Harburg, †1621 Stade
                           │
      ┌────────────────────┼────────────────┬─────────────────┬──────────┬──────┐
Samuel Timpf               │                │                 │        Simon  Daniel?
* ?1585              Thomas Timpfe          │                 │        †1613  1614
Münzmeister          * ?1590           Peter Timpfe           │        Stade  Hanau
1617 Burg/Fehmarn    Münzmeister       * ?1595          Hinrich Timpke
Gottorp, Steinbeke   ab 1618 Harburg   Münzmeister      * ?1595                 Bosche Timpke,*?1605
1622 Schleswig       auch Vörde und    Schl.-Holstein   Goldschmied             Goldschmied in Stade
1625 Kiel            Verden            1640 Stade       Stade
ab 1635 Rostock      ∞Ruelle           1641 Vörde       1649 schwedi-           Jürgen Jochim Timke
†1656 Güstrow                          1649 Stade für   scher Münz-             *?1615, in Stade,
      │                                  Schweden       wardein in              Sohn: Jürgen
      ├───────────┬──────┬──────┐                       Stade,†1665
Andreas Timpfe    │      │      │                             │
* ?1618 (Burg?)   │      │      │                             │
Münzmeister     Gertr.   │      │                             │
1642 Lüneburg   *1625 Magdal.   │                             │
∞1646 Anna, T.v.  ∞   *?1627    │                             │
Joachim Rochow  Peter  ∞Behn    │                    ┌────────┴─────────┐
1649 Stade       -sen       Thomas Tympf        Henrich Timbke          │
1650 Rostock                  *1632             *?1632             Johann Timpfe
1651-1667 Danzig.           Kaufmann Danzig     Goldschmied Stade  *?1636
Fraustadt, Krakau,          1669-1672 Münz-     †1703              1650 Gold-
Bromberg, Lemberg.          meister Königsberg                     schmiedlehre
Dann Sulstedt/Låland        †1690 Danzig                           Stade, dann wo?
  ┌───┴──┬──────┬─────┐     ∞1)Wichmann           
Con-   Anna  Magdal.  │         │∞2)Stoddart
cordia *1648  *1649 Samuel      │
*1647 Lünebg, ∞Si-  Matthieß    │
∞Sie-  Danzig verts *1650    Andreas Tympf
wert  1)Renner      Lüneburg *1668 Danzig
      2)Maul        dann wo? Kaufmann in Danzig
        &&&           :      Nachkommen in Danzig
                      ?


In Preußen und Polen gab es bis um 1750 die Münzeinheit "ein Tympf". Ihr Wert schwankte
und wird in einer Quelle mit "etwa 4 Pfg" angegeben, in einer anderen mit "18 Groschen".
Diese Münzbezeichnung wird auf die Danziger Münzmeisterbrüder Andreas und Thomas Tympf
zurückgeführt.
                                                                               14.1.97             
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Gotthilf Löschin schreibt über ihn in seinem Buche „Geschichte Danzigs von der ältesten bis zur neuesten Zeit“ zweiter Teil, Danzig 1823, S. 7-8: „Eine Handel und Gewerbe störende Verwirrung, die während des Krieges in dem Münzwesen entstanden war, machte das Maß aller Mißhelligkeiten voll. Bei dem beständigen Geldmangel, der durch die ungestümen Forderungen der nicht bezahlten Truppen immer quälender wurde, hatte sich der König genöthigt gesehen, sowohl selbst geringhaltige Münze ausprägen zu lassen, als auch für ansehnliche Bezahlung den Betrug zu begünstigen, den räuberische Münzpächter mit der Ausprägung des Geldes trieben. So hatte ein schlauer Italiener Boratini von 1659-1663 das Land mit einer Menge von schlechter Münze überschwemmt, und sein Nachfolger, Andreas Tympf ließ sogar Guldenstücke prägen, die bei einem Nominalwerthe von 30 Groschen nur einen Realwerth von 13 Groschen in sich enthielten.

Anmerkung: Da man sie eine Zeitlang für 18 Groschen ausgab, und als sie von diesem Werthe auf 15 Groschen herabgesetzt und endlich (1671) gänzlich verboten wurden, andere 18-Groschen-Stücke schlug; so erhielten auch diese den Namen Tympfe. Empört durch diesen privilegierten Raub, forderten die zu Thorn versammelten preußischen Landstände von den Danzigern die Verhaftung des in deren Mauern befindlichen Tympf. Allein der König nahm ihn in Schutz, verlangte drohend seine Freilassung, willigte zwar späterhin, als auch der polnische Reichstag es forderte, in die Gefangennehmung des Verhaßten, ließ ihm jedoch Zeit, sich von Danzig nach Hamburg einzuschiffen, und so der verdienten Strafe zu entfliehen.“

[Mtlg Peter v.Groddeck 2014, der ebenfalls ein Timpf-Nachkomme ist]

 

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