Unsere Vorfahren im Königsberger Kneiphof
von Hans-Dietrich Lemmel
Gedruckt (etwas gekürzt) im Königsberger Bürgerbrief
Nr.74, Dez.2009, Seiten 19-23, unter dem Titel
"Der Kneiphof -
Geschäftsleute
unserer Familie".
Siehe www.stadtgemeinschaft-koenigsberg.de
Hier im Web mit einigen zusätzlichen Abbildungen.
Lieber
Leser! Kommst du nach Kaliningrad, begib dich auf die große
Straßenbrücke, die beide Pregelarme und die ganze
Pregelinsel überspannt.
(Foto 1991)
Stelle
dich mitten auf die große Brücke und blicke hinunter. Hier,
wo jetzt nichts ist als eine baumbestandene Wiese, mit dem wieder
aufgebauten Dom im Hintergrund, gab es über mehr als sechs
Jahrhunderte hindurch das geschäftige Leben der Kaufmanns- und
Hansestadt "Kneiphof", die ursprünglich selbständig war und
erst 1724 mit der nördlich des Pregels gelegenen Königsberger
Altstadt vereinigt wurde. Diese Hansestadt ist verschwunden wie
Atlantis oder Vineta. So gründlich verschwunden ist keine andere
Stadt der Neuzeit. Nur der Dom, das einzige verbliebene Bauwerk dieser
Stadt, gibt Zeugnis von den Menschen, die hier einmal lebten und im Dom
ihre Trauungen, Taufen und Trauerfeiern begingen. Beim
Glockengeläut des Domes kannst du davon träumen, wie unter
der großen Brücke die prominenteste
Geschäftsstraße Königsbergs verlief, die
"Kneiphöfische Langgasse" mit den alten Kaufmannshäusern und
ihren Speichern im Hintergrund am Pregelufer, wo die Handelsschiffe
entladen wurden.

Auf der Pregelinsel lag die alte
Hansestadt Kneiphof mit der Kneiphöfischen Langgasse (Kn.Lg.) und
dem Dom.
Die Kneiphöfische
Langgasse 1864, Blick nach Süden
[Postkarte gedruckt im Königsberger Bürgerbrief Nr.77 2011,
Ausschnitt]
Die Kneiphöfische
Langgasse, um 1900, Blick nach Norden
1879 kaufte unser Großonkel
Paul Lemmel das Haus Nr.41 in der
Kneiphöfischen Langgasse und eröffnete hier ein
Wein-Kommissionsgeschäft. In dieser Zeit der "Gründerjahre"
wurde die Kneiphöfische Langgasse modernisiert. Die
Beischläge und das enge Stadttor, die man im Bild von 1864 sieht,
wurden abgerissen, die Pregelbrücken wurden verbreitert, wie man
im Bild von 1900 sieht, und alsbald wurden die Gleise für die
Pferdebahn verlegt. Paul Lemmel, der hier nun seine Weinhandlung
eröffnete, hatte im Königsberger Bankhaus "
Simon Witwe und Söhne"
(später Ostbank für Handel und Gewerbe) den Kaufmannsberuf
erlernt und sich dann nach einer halbjährigen Ausbildung in
Bordeaux auf den Import von französischen Weinen spezialisiert.
Zusätzlich errichtete er in Mittel-Tragheim 39 ein Weinlager. Das
Geschäft gedieh, so dass das Haus in der Kneiphöfischen
Langgasse schließlich zur Gänze als Geschäftshaus
genutzt wurde. Ein Wohnhaus erwarb er in der Königstraße
Nr.8, von wo er mit der Pferdebahn bis zum Kaiser-Wilhelm-Platz fuhr,
um in sein Geschäft zu kommen. Das gab er 1903 auf und lebte
schließlich als "Rentier" in der Königstraße.
Paul Lemmel und Elise geb.
Ostendorff
Er hatte eine Tochter von Gottfried Ostendorff geheiratet, dem
Direktor
der Union-Gießerei, die nicht nur Dampfmaschinen und Lokomotiven
herstellte sondern 1896 auch die aufklappbaren Pregelbrücken
errichtete.
Aufgeklappte Pregelbrücke
Paul Lemmel saß 40 Jahre im
Aufsichtsrat der Union-Gießerei. Er hatte mehrere
Ehrenämter. Als Vorsitzender der Ostpreußischen
Blindenunterrichtsanstalt eröffnete er die neu erbaute
Blindenanstalt in Königsberg auf den Hufen, wovon die
Königsberger Allgemeine Zeitung vom 18.10.1909 berichtete.
: : : :
Nach dem frühen Tod seines Vaters
Carl,
der als Kaufmann und
Versicherungs-Agent in Bartenstein gelebt hatte, musste Paul Lemmel
für seine Mutter und acht Geschwister sorgen, die nun alle im
Hause
Kneiphöfische Langgasse 41 wohnten. Pauls ältere Schwester,
Laura Frost geborene Lemmel, war
nach kurzer Ehe bereits verwitwet. Zur Verwunderung ihrer konservativen
Mutter wurde sie Schriftstellerin und Frauenrechtlerin. In der
Hartungschen Zeitung richtete sie eine Ecke "Für die Frau" ein -
eine Aufsehen erregende Neuerung. 1901 brachte sie in der Hartungschen
Druckerei ein Buch mit 97 Seiten heraus: "Der Dom zu Königsberg.
- Ein Denkmal der geschichtlichen Entwicklung Altpreußens".
Laura Frost geb. Lemmel. - Zu
ihrem Werkeverzeichnis
Der jüngste Bruder, Ernst Lemmel, war noch Schüler
auf dem Altstädtischen Gymnasium. Nicht weit von der Lemmelschen
Weinhandlung, Kneiphöfische Langgasse 36, gab es das
Zigarren-Geschäft "Carl Peter". Wein und Zigarren, das passt.
Ernst Lemmel von der Weinhandlung verlobte sich mit Charlotte Peter vom
Zigarrengeschäft, und am 27.10.1898 war die Trauung im Dom. Sie
wurden meine Großeltern.
Charlotte Peter und Ernst Lemmel
Ernst Lemmel war Jurist und wurde
Stadtrat in Posen, von wo er 1919 mit seiner Familie in seine
Heimatstadt zurückkehrte. In Erinnerung ist mir geblieben, dass er
für den Tiergarten etwas gestiftet hatte, so dass wir dort
"lebenslang" freien Eintritt hatten.
Urgroßvater Carl Peter war in Preußisch
Holland geboren und hatte in Heiligenwalde, ein paar Meilen
östlich von Königsberg, die Gutsbesitzers-Tochter aus Pogauen
Mathilde Kadgiehn geheiratet.
Er eröffnete 1860 in der Kneiphöfischen Langgasse 36 sein
Zigarren-Geschäft.
Carl Peter und seine Frau Mathilde
geb. Kadgiehn, um 1865
Das Geschäft wurde recht
erfolgreich. Carl Peter erwarb noch das Nachbarhaus Kneiphöfische
Langgasse 35, zwei rückwärtige Häuser in der
Kneiphöfischen Hofgasse 12 und 13, sowie einen Komplex
nördlich des Schlosses, Junkerstr. 18/19. Zur Glanzzeit um 1900
und bis in die 1920er Jahre war hier im Kneiphof die Zentrale von 50
Filialen, die die Kunden in Königsberg, Danzig und vielen
ostpreußischen Kleinstädten mit Zigarren versorgten. Im
Volksmund hieß es, "Carl Peter" sei ein Hundename, weil er an
jeder Ecke sein Geschäft mache. Das vornehmste Geschäft lag
Ecke Kantstraße zu Füßen des Schlosses.
Carl Peter
starb 1901. Da der ältere Sohn, Dr.med. Waldemar Peter, als Arzt tätig
war, übernahm der jüngere Sohn, Carl Peter junior, der gerade sein
Jurastudium abgeschlossen hatte, im Alter von erst 21 Jahren das
Geschäft.
Carl Peter junior, 1898 als
Abiturient mit "Alberten"
Er starb aber schon 1914, so dass nun
Herr Julius Priebe als
Geschäftsführer eingesetzt wurde. 1919 wurde "Carl Peter –
Danzig", da Danzig nunmehr Ausland war, als separate Firma abgespalten.
Und in den nun folgenden Jahren der Wirtschaftskrise mussten die
Filialen in der Provinz geschlossen werden, so dass nur noch das
Hauptgeschäft in Königsberg übrig blieb. Immerhin betrug
der Jahresumsatz 1939 noch mehr als zwei Millionen Reichsmark. Die
Gesellschafter waren nun die Familien der Carl-Peter-Töchter: Tupschöwski, Lemmel, Franck, sowie Dr. Waldemar Peter und
die Witwe von Carl Peter junior, Edith
geb. Kullack, wiederverheiratete Gruber.
Ihr Schwager, Herr Rechtsanwalt Fünfstück,
war der juristische Beirat der Handelsgesellschaft. Er war ein Sohn des
Juditter Pfarrers Otto
Fünfstück, dessen Grabstein noch heute bei der
Juditter Kirche zu sehen ist.
Grabstein in Juditten (Foto 1991)
Inschrift rechts: Otto
Fünfstück, Pfarrer von Juditten 1893-1923, † 16.5.1928;
links: Marie Fünfstück
geb. Werner † 9.5.1928.
Bereits um 1900 betrieb man in der
Familie Genealogie, wobei man feststellte, dass einige Vorfahren-Linien
schon Jahrhunderte zuvor auf der Pregelinsel ansässig gewesen
waren. Paul Lemmels Mutter war Marie
Schumann aus einer Danziger Kaufmanns- und Rats-Familie mit
einer weit zurück reichenden Ahnentafel.
Marie geb. Schumann, Carl Lemmel
Eine der vielen Ahnen war die Danziger
Kaufmanns-Ehefrau Anna Schillings,
die 1537 als 42-jährige Witwe nach Frauenburg zog, um hier den
alternden Copernicus als
Wirtschafterin zu versorgen. Sie hatte aber 13 Kinder im Alter zwischen
2 und 22 Jahren, darunter einige ansehnliche Töchter, die in der
Domburg Anlass zu Gerüchten gaben. Das nützte der
Fürstbischof Johann Dantiscus
aus, um gegen Copernicus zu intrigieren. Nach längerem Streit
musste Copernicus Anfang 1539 nachgeben und seine Haushälterin
entlassen. Copernicus erwähnt in einem an Bischof Dantiscus
gerichteten Rechtfertigungsbrief, dass er "jene Person", nachdem er sie
entlassen habe, nicht wiedergesehen habe, außer einmal "auf dem
Markt in Königsberg". Unsere Ahnfrau, die Witwe Anna Schillings,
hatte sich also 1539 in Königsberg niedergelassen. Von Frauenburg
kommend war sie mit Kindern und Hausrat auf Pferdewagen durch die
Kneiphöfische Langgasse gereist, um zur Altstadt Königsberg
zu gelangen.
Im Kneiphof ist unser frühester bekannter Vorfahr der
Schönfärber Martin Gablentz,
der 1661 als "Ratsfärber" des Kneiphofs angestellt wurde und in
der Folge seine Kinder im Dom taufen ließ.
Der Dom. [Bild: MSK]
Er betrieb seine Färberei, die viel
Wasser benötigte, am linken Pregelufer flussabwärts auf der
Kneiphöfischen "Klapperwiese". Sein Sohn Johann Georg Gablentz war
kurfürstlicher Schönfärber am Schlossteich. Der andere
Sohn, Martin, erbte die
Kneiphöfsche Färberei, bei der er
auch als "Seidenfärber" bezeichnet wird. Die Färber waren in
einem "Gewerk" zusammengeschlossen, das zum Beispiel den Einkauf von
Indigo und anderen Färberwaren regelte. Vermutlich war die Familie
Gablentz schon längere Zeit in Königsberg ansässig, aber
ältere Urkunden darüber waren nicht erhalten.
Der Bedeutung der Handelsstadt entsprechend zogen ständig
Kaufleute von auswärts zu. Um das Bürgerrecht im Kneiphof zu
erwerben und ein Handelshaus zu eröffnen, war es günstig,
eine einheimische Kaufmannstochter zu heiraten. Und so heiratete 1684
im Dom der Neubürger und Seidenhändler Georg Düring die Schwester des
Seidenfärbers Martin Gablentz,
mit der er im Kneiphof nahe der Schmiedebrücke wohnte. Deren
Tochter heiratete im Dom 1706 den aus dem westpreußischen
Strasburg gekommenen kneiphöfischen Handelsherrn Martin Horn, und nach dessen Tod in
zweiter Ehe 1725 den aus Elbing gekommenen Christoph Thiergart, einen
tüchtigen "Kauf- und Handelsmann auf dem Kneiphoff". Er erwarb
zwei Wohnhäuser, Kneiphöfische Langgasse Nr.48 und 49
(letzteres war das Eckhaus Brodbänkengasse), sowie
Grundstücke an der Krämerbrücke und einen Speicher am
Pregelufer auf der Lastadie. Schließlich bezog er sein Haus auf
der Altstädter Seite der Krämerbrücke
(Kantstraße), doch fand seine Beisetzung 1783 wiederum im Dom
statt.
Sein Schwiegersohn war der "Negotiant" Friedrich
Pfeiler aus Elbing, der nach seiner Heirat 1757 in
Königsberg weiterhin in Elbing lebte, bis er 1784 das
Geschäft seines verstorbenen Schwiegervaters übernahm und in
dessen Haus an der Krämerbrücke einzog. Er handelte mit
"Gold, Silber, Seidenwaren und Kameelgarn" und soll zuvor in Elbing
100.000 Rubel im Russland-Handel verloren haben. Dessen Schwiegersohn
wurde Jakob Symanski aus
Masuren, geboren 1754 in Mierunsken Kreis Lyck. Er war zunächst in
der Lehre bei dem Kaufmann Christian Gotthold Turowski, erwarb dann in der
Altstadt das Bürgerrecht "auf den Gran- und polnischen Handel" und
zog nach seiner Heirat 1786 im Dom in den Kneiphof, wo er
schließlich die Thiergartschen Häuser in der
Kneiphöfischen Langgasse und einen Speicher auf der Lastadie
besaß, aber schon im Jahr 1800 starb. Die Witwe heiratete den
Oberstleutnant Christoph Friedrich
von Quednow und starb hoch betagt auf dessen Gut in Schaaken.
Der Sohn Carl Wilhelm Symanski,
der beim Tod des Vaters erst neun Jahre alt war, konnte, vom Stiefvater
gefördert, die Universität in ihrem alten Gebäude hinter
dem Dom besuchen und wurde Jurist.
Carl Wilhelm Symanski: Lithografie
der Albertina (vor 1836) aus seinem
Besitz. - Seine
Immatrikulations-Urkunde von 1806 (Ausschnitt).
1826 heiratete er die Tochter Friederike
des Professors Theodor Rinck.
Der hatte um 1790 bei Kant
studiert, wurde Mitglied seiner Tafelrunde und gab nach Kants Tod
einige seiner Schriften heraus. Sein mütterlicher Großvater Joachim Rau und dessen
Schwiegervater Christian Schiffert
waren Lehrer des jungen Kant gewesen, als dieser von 1732 bis 1740 das
Collegium Fridericianum besuchte.
Dr.phil. et theol.Theodor
Rinck, 1794-1801 Professor der Albertina
Scherenschnitt aus dem Besitz
seines Enkels Johannes Symanski
Am 3. Dezember 1840 fand im Dom die
Trauerfeier für den im Alter von erst 49 Jahren verstorbenen
Geheimen Justizrat Carl Wilhelm Symanski statt, der im
Erbbegräbnis des Dom-Kirchhofes beerdigt wurde.
Die Witwe Friederike Symanski
geb.Rinck
Der Sohn, Landgerichtsrat Johannes Symanski, wurde nach seiner
Pensionierung ein leidenschaftlicher Aquarell-Maler.
Johannes Symanski, Aquarell:
Steilküste bei Rauschen, 1907
Seine Tochter Helene besuchte die
"Höhere Töchterschule" in Königsberg. Ihre
Schulfreundin war Agnes Miegel,
der wir 1939 mit einem Blumenstrauß zum 60. Geburtstag
gratulierten. Helene heiratete den Juristen und Stadtrat Martin Sembritzki, und dazu muss ich
wieder etwas ausholen.
Zwischen 1765 und 1799 kamen gleich sechs Kaufleute namens Sembritzki aus Masuren in den
Kneiphof, als "Händler mit polnischen Waaren" oder auch als
"Gewürzapotheker". Unter ihnen war unser Vorfahr Gottfried Sembritzki, 1766 als
Lehrerssohn in Treuburg/Oletzko geboren. Er hatte in Memel die
englische Kaufmannstochter Elisabeth
Anderson geheiratet und erwarb 1799 das Bürgerrecht
im Kneiphof als "Kaufmann auf den Handel mit seidenen, baumwollenen,
wollenen und sonstigen Manufactur-Waaren". Vom Kneiphof aus fuhr er zur
See bis nach Schottland, wo 1803 sein Sohn Ferdinand geboren wurde. Dieser
wurde Schuhmachermeister in der Kneiphöfischen Langgasse Nr.33,
dicht an der Krämerbrücke, wo er 1843 als "Schuhfabrikant"
lebte, aber bereits 1854 starb. Seine Witwe, Charlotte geborene Zimmermann, stammte vom Gut
Contienen südwestlich von Königsberg.
Charlotte Sembritzki geb. Zimmermann
Der Sohn Rudolf Sembritzki, der in Pillau die
Bäckermeisters-Tochter Louise
Krieger heiratete, war Schiffsbau-Ingenieur. Er wohnte nicht
mehr auf der Kneiphof-Insel sondern in der südlich angrenzenden
Vorstadt, Hintere Vorstadt 8. Hier lebte auch sein Bruder Henry Max Sembritzki als
Papiermacher und Pappenfabrikant, nachdem er zuvor als Kaufmann in
Schirwindt an der russischen Grenze Konkurs gemacht hatte. Rudolfs Sohn
Martin heiratete 1900 im Dom die schon erwähnte Helene Symanski.
Helene Symanski, Martin Sembritzki
Nun aber lebte man nicht mehr im
Kneiphof sondern im neuen westlichen Vorort Amalienau, wo der Stadtrat Martin Sembritzki 1901 für
seine Familie ein Haus baute, Hammerweg 2. Gleich um die Ecke,
Hardenbergstraße Nr.4, zog 1920 der Stadtrat Ernst Lemmel ein, und beider Kinder
heirateten 1932 und wurden meine Eltern. Eines Tages fuhren sie mit der
Straßenbahn durch die Kneiphöfische Langgasse zum
Hauptbahnhof, nicht ahnend, dass es das letzte Mal war.
Gerhard Lemmel, Vera geb. Sembritzki
Die Sage
berichtet, dass die verschwundene Stadt Vineta alle hundert Jahre am
Ostermorgen aus dem Meer auftauchen soll, und dass man dann ihre
Glocken läuten hören kann. Der Kneiphof aber ist in alle
Ewigkeit verschwunden. Doch wenn du, lieber Leser, von der
Kaliningrader Brücke hinunterblickst und dem Läuten der
Domglocken lauschst, kannst du vielleicht unter der Brücke den
Kneiphof und das geschäftige Treiben seiner Bewohner in
vergangenen Jahrhunderten vor deinem inneren Auge wieder auferstehen
lassen.
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Weitere Königsberg betreffende
Aufsätze von Hans-Dietrich Lemmel:
Zu
seinem 200. Todestag 2004:
Genealogische Notizen zu Immanuel Kant
gedruckt 2004, seither unwesentlich ergänzt
Zu seinem 225.
Geburtstag 2001:
E.T.A.
Hoffmanns Vorfahren
gedruckt 2001, seither unwesentlich ergänzt
Zigarren-Import Carl Peter in
Königsberg
Die
Union-Gießerei in
Königsberg
Erinnerungen
von
Helene Sembritzki geb. Symanski